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Ethik vrs. Religion
#1
*http://www.welt.de/debatte/kommentare/ar...qus_thread

Zitat:Die Vorstellung, dass im Religionsunterricht noch wie vor Jahrzehnten Bibelstellen auswendig gelernt und lateinische Psalmen abgefragt werden, ist antiquiert. Religionslehrer sind sich in der Mehrheit der Schwierigkeit ihrer Aufgabe in Anbetracht von mehr und mehr konfessionslosen Schülern bewusst. Sie handeln entsprechend.

Wer den religiösen Inhalten nicht mehr vertraut, muß sie trotzdem lernen - so sagt der Staat.

Irgendwie genauso wie im Soz., da mußten auch alle Kinder ethische Grundlagen erlernen, Religion war nicht gefragt und wer sie wollte, mußte entweder mit Nachteilen rechnen oder mit Ausgrenzung und es blieben immer Nischen für Gleichgesinnte.

Man kann es drehen, wie man es will - irgendwo ist immer der Haken.
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#2
Ohne mir den Artikel durchgelesen zu haben, bin ich der Ansicht, dass Religionsunterricht nicht verpflichtend an die Schulen gehören sollte. Fakultativ mag das in Ordnung sein.
Schule soll imho ja ncht zur Religion hin herziehen, sondern den Kindern beibringen, was es für verschiedene Weltanschauungen gibt. Eine Separierung nach der Konfession halte ich daher für weng sinnvoll um einen Austausch verschiedener Religionen zu fördern.
Die tiefere inhaltliche Beschäftigung mit dem eigenen Glauben sollte dann in der Kirche, Moschee, Synagoge ... erfolgen.

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#3
(17-04-2014, 02:12)Klaro schrieb: Wer den religiösen Inhalten nicht mehr vertraut, muß sie trotzdem lernen - so sagt der Staat

tut er das?

wo und wie?

mir wäre jetzt nicht bekannt, daß konfessionslose in bekenntnisunterricht gezwungen würden
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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#4
Eigentlich ist es ethisch gar nicht vertretbar, einen Gott zu verehren, der seinen einzigen Sohn, als sich selbst, in einem blutigen Schauprozess für die Sünden der Menschen opfert, welche in ihrer Unvollkommenheit und Unwissenheit es oft nicht besser wissen. Zumal dieser Gott auch noch Eigenschaften besitzt, die unsere Vorstellungskraft bei weitem übersteigen.

Allwissenheit ist nämlich eine Eigenschaft, mit der man an und für sich selbst alle Ereignisse vorherbestimmt, da man sich als Allwissender schließlich niemals irren kann.
Allmächtigkeit die es dem Zufall überlässt, ist Sadismus.

Ein Schöpfer der seine Geschöpfe nach dem eigenen Bilde schuf und die sich in der Rangordnung die wir Nahrungskette nennen gegenseitig als Futter dienen, weil sie sonst den Tod durch verhungern erleiden, ist wohl ethisch kaum zu vertreten, wenn man da mal genauer hinschaut.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
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#5
(19-04-2014, 22:45)petronius schrieb: bekannt, daß konfessionslose in bekenntnisunterricht gezwungen würden

Na ja , auf Umwegen schon.

Verteidigungsunfähige Kleinkinder werden da zwangsweise mittels
Ritualen ungehindert einer Religion zugeschlagen.

Der Religionsunterricht setzt dann schon ein bevor
ein selbstbestimmter Rückzug aus einem Glauben möglich ist.

Evtl. hat die heimische/religiöse Gehirnwäsche dann schon gefruchtet
und erschwert alternative Informationssuche.
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#6
... als wenn eine poly- oder atheistische Weltanschauung nicht genau so ein "Gehirnwäsche" darstellte! "Gehirnwäsche" ist ein so beliebtes Schlagwort mit negativer Besetzung. Bei genauerer Betrachtung der Erziehung kann man alle Lerninhalte als "Gehirnwäsche" bezeichnen. Nur der kindliche Schreihals ist der Ungewaschene!
Zurück zum Thema: Ich denke auch, dass man - zumindest in Deutschland - durchaus wählen kann, zwischen verschiedenen Formen weltanschaulicher Bildung. So viel ich weiß und selbst erlebt habe, wird im Religionsunterricht der höheren Klassen die Stamm-Religion mit anderen verglichen. Und - je nach Lehrer - geht das sogar relativ objektiv. Es muss also keineswegs so getan werden, als sei die Stamm-Religion die einzig vernünftige!
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#7
Eben, keine ist wirklich vernünftig, was die Grundlagen betrifft.
Alles was wirklich brauchbar ist , ist religionsunabhängig,
auch wenns partiell darin vorkommt oder zu alten Zeiten mal angebracht war.

Ich sehe nach wie vor keinen Zusammenhang Galaxien zu erschaffen und
zu befehlen mit welcher Hand man sich den Hintern reinigt.

Religionen vs. Ethik zeichnet allgemein die Tatsache aus irgendetwas zwanghaft dienen zu müssen,
dafür geschaffen worden zu sein.
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#8
(21-04-2014, 18:58)Harpya schrieb: Religionen vs. Ethik zeichnet allgemein die Tatsache aus irgendetwas zwanghaft dienen zu müssen,
dafür geschaffen worden zu sein.

eigentlich nicht. Zumal Wahres meist erst aus dem Umkehrschluss ersichtlich wird.

Religion ist Moraldiktatur.

Moral ist das woran sich die anderen halten sollen und Ethik ist das, wenn man sich auch selber daran hält.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
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#9
Im Grunde genommen ist Ethik nichts anderes, als beispielhaftes Moralverhalten. Woran sich die Extremen der Religionen selbst nicht gerne messen.

Deswegen heißt es auch in den Zehn Geboten immer: "du" sollst....
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
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#10
(21-04-2014, 21:02)Geobacter schrieb: Moral ist das woran sich die anderen halten sollen und Ethik ist das, wenn man sich auch selber daran hält.

Jein. Ich würde es so unterscheiden, dass Moral die schlichte Einteilung in Gut/Böse bzw. Richtig/Falsch ist und die Begründung hierfür in allem möglichen gegegeben sein kann (zb. in heiligen Schriften, Ideologien, "weil dass schon immer so war" ...). Rationale Überlegungen müssen hierbei keine Rolle spielen.

Ethik hingegen ist schaut auf die Folgen die Handlungen auf Mitmenschen haben. Ob also aus der Handlung eines Menschen negative (oder positive) Folgen für einen anderen entstehen.

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#11
(21-04-2014, 18:29)Ekkard schrieb: So viel ich weiß und selbst erlebt habe, wird im Religionsunterricht der höheren Klassen die Stamm-Religion mit anderen verglichen. Und - je nach Lehrer - geht das sogar relativ objektiv. Es muss also keineswegs so getan werden, als sei die Stamm-Religion die einzig vernünftige!

Was nicht die Frage beantwortet, weshalb die "Stamm-Religion" überhaupt eigenes Unterrichtsfach an den Schulen sein sollte?
Politische Ansichten werden ja auch nicht getrennt für CDU- und SPD-Kinder unterrichtet, mit Verweis auf den jeweils anderen.
Derlei Unterricht ist imho Aufgabe der jeweiligen Glaubensgemeinschaft bzw. Partei.
Einen ausgebauten Ethikunterricht/Religionsunterricht der die Fülle an Weltanschauungen, Philosophien und auch Theologien behandelt halte ich dem Konzept des gegenseitigen Verstehens nach für angebrachter.

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#12
(21-04-2014, 21:42)Gundi schrieb:
(21-04-2014, 21:02)Geobacter schrieb: Moral ist das woran sich die anderen halten sollen und Ethik ist das, wenn man sich auch selber daran hält.

Jein. Ich würde es so unterscheiden, dass Moral die schlichte Einteilung in Gut/Böse bzw. Richtig/Falsch ist und die Begründung hierfür in allem möglichen gegegeben sein kann (zb. in heiligen Schriften, Ideologien, "weil dass schon immer so war" ...). Rationale Überlegungen müssen hierbei keine Rolle spielen.

Ethik hingegen ist schaut auf die Folgen die Handlungen auf Mitmenschen haben. Ob also aus der Handlung eines Menschen negative (oder positive) Folgen für einen anderen entstehen.

Sehe ich prinzipiell auch so.
Praktisch wird aber gerne Moral als Ethik untergeordnet, prompt kommt ein Aristoteles längs der postuliert, das man dazu einer "Tugend" bedarf.

So wird dann fleissig durcheinandergewirbelt, bis man alles unter allem
verstehen kann.

Ethik kann moralische Kriterien erfüllen, Moral kann auch mal ethisch sein.
Tugend ist nun ganz beliebig.
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#13
Moral und Ethik...
In solch eine "sich selbst hetzende Gesellschaft" besteht (gibt man sich) doch kein Raum mehr sich solchen Inhalten zu widmen.
Bzw. ich erlebe das extrem Selten, das die Personen überhaupt für Sowas ernsthaft interessieren.

Ein atheistischen Philosophiestudenten kenn ich, dass macht er gern. Mit dem kann man sich "Stunden" über sowas unterhalten.
Er arbeitet auch in so einem "behindertem" Hilfswerk, wo Autisten sind usw.

Sonst kenne ich das nur so von manchen Christen.

Sonst (Mainstream):
VIP, Party, Geld, Frauengeschichten, Spaß, Muskeln pumpen, "wo finde ich ein Job" - das wars ungefähr.

Wenn da ein Buch z.B von Galileo liegt, da ist das Bistro interessanter.
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#14
Vollzitat des vorangegangenen Beitrags entfernt!/Bion

Manche können durchaus Beruf und Privat trennen.

Welche grossen Ideen sind nicht in Kaffeehäusern,
Kneipen( Fischer und Schröder, Saufkumpels)
und Lektüre / Diskussion im Bistro entstanden.

Sogar der Papst bekommt alle Kardinäle nur bei grossen
Festlichkeiten zusammen.

Sich verknustert auf einen Tunnelblick zurückzuziehen ist auch keine Lösung.
Leben ist dafür da gelebt zu werden.
(Hunde nicht vergessen)

Galileo lesen ist nur einmal, Frauen sind öfter und deutlich spannender.
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#15
(21-04-2014, 21:48)Gundi schrieb: Einen ausgebauten Ethikunterricht/Religionsunterricht der die Fülle an Weltanschauungen, Philosophien und auch Theologien behandelt halte ich dem Konzept des gegenseitigen Verstehens nach für angebrachter.

das seh ich auch so

bekenntnisunterricht wär privatsache, wie es imho auch sein sollte

die gesetzgebung sieht anderes vor
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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