03-02-2014, 00:49
Im Forum 'Atheismus und Agnostizismus', Thread: "Der kommunistische Atheismus" ging die Diskussion darum, ob Hitler Atheist war.
Ich sag's mal anders: Hitler hatte ein starkes "Sendungsbewusstsein". Seine Vision war ein starkes Volk, dem die "germanische" Volksgemeinschaft über alles ging. Vielleicht kommt dem der Begriff "Schicksalsgemeinschaft" am nächsten. Ihm (Hitler) und seinen Paladinen lag die "arische Rasse" am Herzen und jene Macht, die sich aus einem hörigen, opferbereiten Volk ergibt. Der "größte Feldherr aller Zeiten" war sich auch nicht zu schade für den Führermythos, der damals in Europa grassierte.
Somit kann man den Nazis, Hitler allen voran, eine gewisse Eigenreligion nicht absprechen.
Wenn man also Hitler als Atheisten hinstellt, dann sind bis auf einige Wenige alle Atheisten. Denn jede starke Überzeugung, jedes Sendungsbewusstsein, jede Zielstrebigkeit ist Ausdruck des Eigenmythos (eine synkretische Mixtur aus Philosophien, Religionslehren, sozialen Lehren, Erfahrungen und Beziehungen zur Gesellschaft).
Im Zweifelsfall kommt Gott in der Praxis gar nicht vor. Deshalb existieren ja auch jene Gläubigen, die meinen, diesen Effekt ("Gott kommt in der Praxis nicht vor") durch strenge Rituale, (Bibel-)buchstabengenaues Handeln etc. zu vermeiden.
Doch das Gegenteil ist der Fall. Denn auch das Letztere ist "Eigenmythos" und nichts anderes.
Wahre Beziehung zu Gott müsste sich durch extrem großzügiges gelten-Lassen von allem, was Menschen leben lässt äußern, nach dem Leitsatz: Hier, hast du deine Welt mit deinen Gedanken, mach was daraus! Ein schier unendlicher innerer Reichtum, die Beziehung zu Gott, gewährt dem Anderen jegliche Freiheit und Unterstützung in dessen Tun und Lassen.
Doch in der Praxis scheitern wir alle an mangelnder Schöpferkraft, eingeschränkter Sichtweise, Ärger, Verlustängsten usw.
Gott kommt in der Praxis nicht vor. Wir sind mithin alle Atheisten.
(01-02-2014, 00:49)Gundi schrieb: Hitler war Katholik. Atheismus hat er als Form des Bolschewismus zutiefst abgelehnt.
Wer bekennender Atheist war, durfte afaik auch nicht der SS beitreten.
Mal davon abgesehen, dass Hitler bemüht war quasi seine eigene Religion zu implementieren, mit sich als gottgleichem Erlöser.
Ich sag's mal anders: Hitler hatte ein starkes "Sendungsbewusstsein". Seine Vision war ein starkes Volk, dem die "germanische" Volksgemeinschaft über alles ging. Vielleicht kommt dem der Begriff "Schicksalsgemeinschaft" am nächsten. Ihm (Hitler) und seinen Paladinen lag die "arische Rasse" am Herzen und jene Macht, die sich aus einem hörigen, opferbereiten Volk ergibt. Der "größte Feldherr aller Zeiten" war sich auch nicht zu schade für den Führermythos, der damals in Europa grassierte.
Somit kann man den Nazis, Hitler allen voran, eine gewisse Eigenreligion nicht absprechen.
Wenn man also Hitler als Atheisten hinstellt, dann sind bis auf einige Wenige alle Atheisten. Denn jede starke Überzeugung, jedes Sendungsbewusstsein, jede Zielstrebigkeit ist Ausdruck des Eigenmythos (eine synkretische Mixtur aus Philosophien, Religionslehren, sozialen Lehren, Erfahrungen und Beziehungen zur Gesellschaft).
Im Zweifelsfall kommt Gott in der Praxis gar nicht vor. Deshalb existieren ja auch jene Gläubigen, die meinen, diesen Effekt ("Gott kommt in der Praxis nicht vor") durch strenge Rituale, (Bibel-)buchstabengenaues Handeln etc. zu vermeiden.
Doch das Gegenteil ist der Fall. Denn auch das Letztere ist "Eigenmythos" und nichts anderes.
Wahre Beziehung zu Gott müsste sich durch extrem großzügiges gelten-Lassen von allem, was Menschen leben lässt äußern, nach dem Leitsatz: Hier, hast du deine Welt mit deinen Gedanken, mach was daraus! Ein schier unendlicher innerer Reichtum, die Beziehung zu Gott, gewährt dem Anderen jegliche Freiheit und Unterstützung in dessen Tun und Lassen.
Doch in der Praxis scheitern wir alle an mangelnder Schöpferkraft, eingeschränkter Sichtweise, Ärger, Verlustängsten usw.
Gott kommt in der Praxis nicht vor. Wir sind mithin alle Atheisten.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Ekkard

