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RE: Praxis im Buddhismus - nur Praxis - agnostik - 15-10-2010 Ich habe die Antwort hier rein importiert - scheint mir passender zu sein (15-10-2010, 05:39)qilin schrieb: Zwingen kann man wohl kaum jemanden, aber es gibt einige Klöster und Zendos So habe ich das bei den sesshins auch gemacht. Ich kann keinesfalls bestätigen, dass dadurch meine Sitzhaltung stabiler gewesen sei als auf einem Stuhl. Ich könnte mich jetzt dafür in den A*** treten. Da ich immer noch Schmerzen dabei hatte, war ich einen großen Teil der jeweiligen Sitzung, bis zm Gehen oder der Pause, damit beschäftigt, mir das Ende der Sitzung herbeizusehnen. Das hat zumindest mir bei der Übung alles Andere als einen Vorteil gebracht. Dasselbe zu Hause während dieser Zeit. Warum ich das so gemacht habe, kann ich inzwischen einfach nicht mehr nachvollziehen. Die stabile Sitzhaltung des Lotussitzes ist für die Yoga-Formen wichtig, zu denen die Trance gehört - wo man dann wirklich leicht vom Stuhl kippen oder im einfachen Schneidersitz umkippen könnte. Da Trance aber beim aber Zen wohl eher abgelehnt wird, sehe ich da überhaupt keinen Vorteil. (15-10-2010, 05:39)qilin schrieb: Ob 'die Seele' oder sonstwas weh tun muss, ist eine andere Frage - mit Masochismus Der Hatha-Yoga Lehrer, bei dem bei mir alles angefangen hat - ein sehr bekannter aus Indien - hat gesagt, dass bei den Übungen keinerlei Schmerzen auftreten sollten und auch hinterher nicht einmal Muskelkater - wenn es ihn gibt, hätte man bei den Übungen etwas falsch gemacht. Auch im Sport wird ein guter Trainer die Leute aufbauen und sie nicht bevor sie einmal durch Training Kraft und Gescmeidigkeit erlangt haben, das machen lassen, was die gut-trainierten machen. Selbst da ist starker Muskelkater nicht erwünscht - und Muskelrisse, Bänderrisse etc. mal gar nicht :icon_evil: Alle mystischen Übungen - und zumindest in dieser Beziehung gehört Zen zur Mystik - sind für lange Zeit Geistestraining, um den Geist mal erst in die Lage zu versetzen, Fortschritte zu machen, ihn "geschmeidig" zu machen, wie es ausgedrückt wird, erst mal Konzentration überhaupt für kurze Zeit zu ermöglichen und dann diese Konzentration zu stärken und über immer längere Zeit ausdehnen zu können. Wem Konzentration als Ausdruck nicht passt, nehme dafür Achtsamkeit. Jemand, der sagen wir eine Stunde lang volle Konzentration auf den Atem, auf das Nicht-Denken, auf ein koan, eine Visualisierung - was es auch immer sein mag - hat durch diese Übungen bei sich selbst schon so viel verändert, dass die Schmerzen erträglich sind, wenn er damit konfrontiert wird, dass es ihn gar nicht geben soll Und wenn ihm vorher solche "unheilsamen" Geisteszustände, also - Was-auch-immer-Schmerzen - ankommen, dann soll er mal eine Meditations-Pause machen und danach mal erst wieder kürzere Übungsperioden machen. Die pujas des tib. Buddhismus (das Ähnlichste dazu wäre wohl die Messe) schließen immer: Mögen alle Wesen glücklich sein Mögen sie nie von dem Glück und der Ursache des Glücks getrennt sein [..] Das ist wohl generell ein buddhistisches Prinzip (im Gegensatz zum christlichen) - wieso sollte man also ausgerechnet durch buddhistische Übungen unglücklich sein. (15-10-2010, 05:39)qilin schrieb: In Japan wird das Ja - und das bedeutet, dass man "Schlangenmenschen" für geeigneter hält als Leute, die Muskel/Bänder/Gelenkprobleme haben. Kein Wunder, dass die Zen-Meister bei ihren Vorträgen seitenweise darüber klagen, wie oberflächlich der Zen geworden sei RE: Praxis im Buddhismus - nur Praxis - qilin - 15-10-2010 (15-10-2010, 14:52)agnostik schrieb: Ich kann keinesfalls bestätigen, dass dadurch meine Sitzhaltung stabiler gewesen sei als auf einem Stuhl.Starke (und andauernde) Schmerzen sind m.E. ein guter Grund, die Sitzhaltung zu ändern. Es gibt nicht wenige Zen-Lehrer, die anderer Meinung sind; die meinen, wenn man die Schmerzen nicht beachte oder sich ihrer gar nicht bewusst wäre, dann wäre alles in Buddha - dazu eine Bemerkung aus der Praxis: Vor Jahren gab es im Zen-Forum die Frage nach Dehnungsübungen, mit denen man leichter in den Lotossitz käme. Ich fragte eine alte Yoga-Lehrerin, die auch Zen machte, und die antwortete mir: "Ja, ich kenne solche Übungen, aber die erzähle ich keinem Zennie - bei denen habe ich einfach schon zu viele irreparable Knieschäden gesehen..." Zitat:Das hat zumindest mir bei der Übung alles Andere als einen Vorteil gebracht. Dasselbe zu Hause während dieser Zeit. Warum ich das so gemacht habe, kann ich inzwischen einfach nicht mehr nachvollziehen.Nein, Trance gehört mal nicht ins Programm - es passiert aber manchmal dass jemand einschläft... Die Stabilität ist aber nicht deshalb gefragt, sondern weil man einfach entspannter sitzt, wenn man ein stabiles Dreieck [Füße/Gesäß] als Grundfläche hat - man braucht z.B. keinen Gedanken daran verschwenden, nicht zu wackeln... Zitat:Der Hatha-Yoga Lehrer, bei dem bei mir alles angefangen hat - ein sehr bekannter aus Indien - hat gesagt, dass bei den Übungen keinerlei Schmerzen auftreten sollten und auch hinterher nicht einmal Muskelkater - wenn es ihn gibt, hätte man bei den Übungen etwas falsch gemacht.Also das bezweifle ich - gerade im Hatha-Yoga gibt es doch Übungen, für die die meisten Menschen relativ lange trainieren müssen - dass man das mit 'keinerlei Schmerzen' schaffen sollte, kann ich mir schlecht vorstellen - allerdings ist Zen ja nicht nur eine körperliche Übung, und Anstrengung und Schmerzen müssen nicht unbedingt physisch sein - ich denke da z.B. an das Zitat von Tao-Ho: "Kaum merken sie, dass sie keine Seele haben, machen sie sich schon ins Höschen..." :icon_cheesygrin: Zitat:Die Gefahr besteht natürlich - aber in Japan sieht man das anders, da geht es mehr(15-10-2010, 05:39)qilin schrieb: In Japan wird das auch instrumentalisiert, um z.B. 'ungeeignete' MönchsanwärterJa - und das bedeutet, dass man "Schlangenmenschen" für geeigneter hält als Leute, die Muskel/Bänder/Gelenkprobleme haben. um's 'Durchbeißen'... Zitat:Kein Wunder, dass die Zen-Meister bei ihren Vorträgen seitenweise darüber klagen, wie oberflächlich der Zen geworden seiDas ist nicht ganz von der Hand zu weisen - manche Japaner sagen, dass man Zen erst aus dem Westen re-importieren müsste, ähnlich wie es manchmal in der katholischen Kirche heißt, den wahren Glauben müssten die Europäer erst wieder von den Indios und Afrikanern lernen... :icon_wink: P.S. Hier, wie Du meintest, nochmals die Meldung mit dem Bänkchen: Eine 'Seiza-Bench', ein Bänkchen kann man auch zusammenlegbar oder -steckbar bauen, es ist dann leicht transportabel und nimmt wenig Platz weg im Gegensatz zu einem Zafu. Ich habe im Lauf der Jahre einige davon angefertigt und immer wieder verbessert - das letzte hat einen variablen Neigungswinkel und geht in einer großen Socke zu verstauen. Falls jemand Interesse hat, kann ich einen Bauplan mailen. RE: Praxis im Buddhismus - nur Praxis - agnostik - 15-10-2010 (15-10-2010, 17:22)qilin schrieb: Nein, Trance gehört mal nicht ins Programm - es passiert aber manchmal dass jemand Die Sitzhaltung auf Waden/Ferse ist auch nicht stabiler und da wackelt man auch - und das besonders auf den Stühlchen - und was soll ein wenig wackeln überhaupt schaden? Man korrigiert (zumindest als Anfänger bis noch-nicht-so-weit-Fortgeschrittener) seine Haltung immer wieder während des Sitzens - auch die Leute im Lotussitz. Und auch im Lotussitz kann man wackeln - nur nicht so gut umfallen. (15-10-2010, 17:22)qilin schrieb: gerade im Hatha-Yoga gibt es doch Übungen, für die die Hatha Yoga ist ja meist Spannung und Dehnung der Muskulatur - und die Probleme kommen da bei der Dehnung. Jede Übungsperiode 1/10 mm weiter als bei der vorigen - und häufig und regelmäßig üben: Das ist das Geheimnis. Aber jeder kommt da irgendwann mal an seine individuelle Grenze - und dann bleibt man eben dabei. (15-10-2010, 17:22)qilin schrieb: allerdings ist Zen ja Erstens hat der Buddha über die Seele, wie Christen, Moslems sie verstehen, überhaupt nicht gesprochen. Um für sich selbst herauzufinden, dass man kein "ich" oder was auch immer hat, es "merkt" braucht man lange Zeit; wenn es denn überhaupt erfolgreich ist. Was die Zennies da machen ist Gehirnwäsche Das Ich der fortgeschrittenen Zennies scheint mir - trotz ihres besseren Wissens Ein Ich zu haben oder zu sein ist nur zu einem kleinen Teil intellektuelle Überzeugung, der man mit Argumenten beikommen kann. Grundsätzlich ist das Ich ein Gefühl. (Ramana Maharishi hat es vrtti genannt, das ist dann falsch mit "Gedanke" übersetzt worden, und das macht seine Lehre in diesem Punkt unsinnig) RE: Praxis im Buddhismus - nur Praxis - d.n. - 16-10-2010 Drum halte ich es eher mit Samu,..aber wenn ich abends meine "20 min Nichtsein" praktiziere, so wechsel ich täglich die Stellung;..einmal im Sitzen (verschieden Varianten, von japanischem "Kniehocken" über Halblotus, Schneidersitz,..)oder gleich im Liegen,..wichtig ist mir nicht wie, sondern was,warum,wozu,..ob du im Kopfstand meditierst oder im Schaukelstuhl macht keinen Unterschied, das ist nur äußerliches,.. RE: Praxis im Buddhismus - nur Praxis - qilin - 16-10-2010 Nun, es kann natürlich JedeR dazu meinen was er/sie will - ob "was die Zennies da machen Gehirnwäsche ist", ob "ihr Ich genau so existent und aktiv ist wie das anderer Leute", ob es "gleichgültig ist, ob man im Kopfstand oder im Schaukelstuhl meditiert" - ich bin ja auch in manchen Dingen anderer Meinung als der 'Mainstream', und ich kann auch zu anderen Religionen eigene Meinungen äußern (dort habe ich evtl. mehr Probleme... :icon_wink:) - aber wenn ich jahrhundertealte Traditionen so locker in Frage stelle, sollte ich mich doch einige Zeit damit konkret beschäftigt haben oder zumindest rationale Gründe für meine Meinung angeben...
RE: Praxis im Buddhismus - nur Praxis - d.n. - 16-10-2010 Du schreibst ja, es sind traditionen: Warum sitzen viele im Lotus? siddharta fing zum meditieren an und übernahm die traditionelle Haltung von inischen gurus, in Japan war es üblich, auf den Waden zu sitzen, dort hielt sich mehr der "Japanische Stil",..nun,..Traditionen sind meins erachtens nützlich als "stütze" am anfang des Weges, aber irgendwann sind sie nur mehr "hilfsmittel", die vom Wesentlichen ablenken,..wenn die "Tradition" wichtiger wird, als der Inhalt,.. RE: Praxis im Buddhismus - nur Praxis - qilin - 16-10-2010 Hm - ja, natürlich sind es Traditionen, die seit 2.500 Jahren befolgt werden - Millionen von Buddhisten sitzen (zu einem großen Teil) so (auch in Japan - im Seiza [Kniesitz] saßen traditionell ausschließlich Frauen), manche sicher nur weil sie's so gelernt haben, manche - besonders die jeweiligen Lehrer - mit dieser oder jener Begründung - aber jetzt nach der Lektüre von einigen Büchern festzustellen "Die machen das Alle ja nur weil ..., eigentlich geht’s ihnen nur um Äußerlichkeiten, vom Wesentlichen haben sie ja keine Ahnung" scheint mir doch ein klein wenig überstürzt... :icon_wink: RE: Praxis im Buddhismus - nur Praxis - d.n. - 16-10-2010 Habe nie gesagt, sie "hätten vom Wesentlichen keine Ahnung", ich sage nur, es ist für MICH nicht wesentlich,..da folge ich dem Prinzip "Unendliche Vielfalt in unednlichen Variationen",..oder einfacher, jeder wie es für ihn am besten ist ;) RE: Praxis im Buddhismus - nur Praxis - agnostik - 16-10-2010 (16-10-2010, 07:11)d.n. schrieb: Drum halte ich es eher mit Samu,..aber wenn ich abends meine "20 min Nichtsein" praktiziere, so wechsel ich täglich die Stellung;..einmal im Sitzen (verschieden Varianten, von japanischem "Kniehocken" über Halblotus, Schneidersitz,..)oder gleich im Liegen,..wichtig ist mir nicht wie, sondern was,warum,wozu,..ob du im Kopfstand meditierst oder im Schaukelstuhl macht keinen Unterschied, das ist nur äußerliches,.. Das sehe ich beim Zen - und vielen anderen Meditationsformen - auch so. Es gibt Methoden, wo die entsprechende Haltung notwendig ist, weil mit und über die Wirbelsäule gearbeitet wird. Das ist bei einigen Yoga Arten so und wohl auch teilweise beim buddhistischen Tantra. RE: Praxis im Buddhismus - nur Praxis - agnostik - 16-10-2010 (16-10-2010, 07:45)qilin schrieb: Nun, es kann natürlich JedeR dazu meinen was er/sie will - ob "was die Zennies da machen Es kommt sicher auf die Definition von Gehirnwäsche an. Die mildeste davon, die ich meinte, ist, eine bestimmte Ansicht, die dem des Rezipienten zuwiderläuft, stetig in verschiedensten Versionen zu wiederholen, Gegenansichten nicht gelten zu lassen oder gar nicht zu diskutieren. Das von einem Lehrer, dem man vertraut und innerhalb einer Gruppe, die dieser Ansicht ist, gehört schon zu zu den Definitionen, die ich von Gehirnwäsche durch googeln gefunden habe. Weniger mitlde gehören parallel auch Methoden dazu, die im Zen ebenfalls vorkommen: Hier einige davon aus einem Artikel über Christliche Jugendcamps Körperliche Beeinflussung - Körperlich anspruchsvolle Aktivitäten beginnen schon in den frühen Morgenstunden. Läufe über mehrere Kilometer und lange Spaziergänge unter glühender Sonne. Schlaf- und Ruhezeiten sind bewusst kurz gehalten. Beeinflussung durch die Gruppe – Jugendliche die sich nicht bekehren wollen sind von der Gruppe weitestgehend abgespalten. Sie können nicht „dazu gehören“, da sie nicht das selbe erlebt haben wie die anderen. Dazu kommt, dass die Meinung der Nichtbekehrten stets von den anderen untergraben wird. Die Meinung der Gemeinschaft ist die einzig wahre. Eine andere Meinung wird nicht akzeptiert. aktiongg.ak.funpic.de/00000097e802b3601/00000097e70def73a/index.html Dazu lies dann mal links wie z. B. der von Anna4 eingestellte zum Kloster Antaji antaiji.dogen-zen.de/deu/schedules.shtml (Tagesablauf) und zu dem Klosteraufenthalt antaiji.dogen-zen.de/deu/kloster-aufenthalt.shtml (16-10-2010, 07:45)qilin schrieb: ob "ihr Ich genau so existent und aktiv ist wie das anderer Leute", Nun, ich schließe das von den Beiträgen von fortgeschrittenen Zennies in anderen Themen dieses Forums insbesondere: Wenn ich mich dadurch mit allen Wesen eins fühle - so hat afair Anna4 mal einen Aspekt beschrieben - dann schließt das auch alle moslems ein. Dies scheint mir bei den Zennies genau so wenig der Fall zu sein wie bei anderen Foristen - jedenfalls erkenne ich da keinen Unterschied. (16-10-2010, 07:45)qilin schrieb: ob Nun, ich habe mich konkret damit beschäftigt Zusätzlich zu dem, was ich im vorigen Beitrag gesagt habe: Es gibt Zen-Gruppen, die vorwiegend über die Haltung praktizieren. Weiterhin ist es in einer aufrechten Stellung - aber auch im Kopfstand wohl :icon_cheesygrin: - leichter, nicht ins Dösen abzudriften. (Untenkommentiere ich diesen Aspekt für die Methoden, die in "3 Pfeiler des Zens" aufgeführt sind.) Andererseits ist es bei der Methode der Zählung der Atemzüge eher gleichgültig - ich merke ja, wenn ich zu oft Atemzüge verpasst habe und kann dann aufhören oder Gegenmaßnahmen ergreifen. Bei der Methode der Beobachtung des Atmens ist es eher förderlich, dies in einer für den Übenden normalen Stellung zu machen - man soll ja den Atem beobachten, nicht manipulieren (das nicht zu tun ist am Anfang schwierig genug). Bei der Methode der Beobachtung des gesamten Körpers ist die normale Haltung ebenfalls eher förderlich - aus wohl nachvollziehbaren Gründen. Bei der Methode des koan ist es wohl eher gleichgültig, in welcher Haltung ich daran herumknabbere. RE: Praxis im Buddhismus - nur Praxis - Tao-Ho - 16-10-2010 Ah, Antaiji - mein Lieblingskloster... Nun, hier vergleichst Du ein wenig Äpfel mit Birnen. Keiner ist gezwungen in ein Kloster zu gehen oder ein Sesshin zu machen. Niemand wird einen Zennie schief anschauen, nur weil er noch nie in einem Kloster gewesen ist, oder kein Sesshin mitmachen will oder kann. Wenn ich da an die Christenfundis denke... Ich mag mal die Gesichter sehen, wenn ein Zeuge Jehovas sagt, dass er nicht zu einem Kongress mitkommt, weil er gerade keine Lust dazu hat. :icon_lol: Die Ruhezeiten sind daher so kurz gehalten, damit die Schüler an ihre eigenen Grenzen stossen, körperlich sowie geistig. Wenn jemand eine Sitzrunde ausfallen lässt oder sich mittags mal ne Stunde hinlegt, weil er nicht kann, sagt kein Mensch was. Auf Antaiji gelten aber dieselben Regeln wie in den anderen Klöstern auch, gibt ja auch Regeln in z. B. katholischen Klöstern. Wer zum Spass dahin geht ist fehl am Platze und stört nur die Menschen, welche dort in ihrer Praxis weiterkommen wollen. Die sollten in der Tat besser in eine Jugendherberge gehen, wie das Meister Muho schon treffend ausgedrückt hat. Man will ja auch nicht für drei oder mehr Monate in einem katholischen Kloster leben ohne wirklich gläubig zu sein. Gelle? Zitat:Bei der Methode des koan ist es wohl eher gleichgültig, in welcher Haltung ich daran herumknabbere. Genau da ist es eben nicht egal. Deine Haltung soll Deine Konzentration nicht auf den Körper lenken (sitz ich noch gerade, mir schlafen die Füsse ein... usw.), sie soll so gerade wie möglich sein und dennoch entspannt. () Tao-Ho RE: Praxis im Buddhismus - nur Praxis - qilin - 16-10-2010 agnostik schrieb:Es kommt sicher auf die Definition von Gehirnwäsche an.Das erste, was ich jemand sage, der sich einer religiösen Gruppe/einem Lehrer anschließen möchte ist, dass er seine kritische Intelligenz nicht an der Garderobe abgeben soll - überzeugt mich ein Lehrer/eine Gruppe nicht, bleibe ich nicht dort. Zitat:Hier einige davon aus einem Artikel über Christliche JugendcampsNun, ein Kloster, ob buddhistisch, christlich, hinduistisch oder sonstwie, ist nun mal kein Jugendcamp. Einem Jugendlichen würde ich davon dringend abraten, und von einem evangelikalen Camp noch mehr. Antaiji war das Stammkloster eines Mönchs, mit dem zusammen ich mal einige Jahre eine Gruppe leitete - das war aber lange vor Muho. Es war damals schon eher streng, aber nicht untypisch. Ich würde in kein Kloster gehen - nicht meine Kragenweite - aber allein aus einer solchen Beschreibung 'Gehirnwäsche' abzuleiten - nöö. Zitat:Wenn ich mich dadurch mit allen Wesen eins fühle - so hat afair Anna4 mal einen Aspekt beschrieben - dann schließt das auch alle moslems ein. Wenn Du das beurteilen kannst - ich kann's nicht. Ich kenne Anna4 nicht und weiß nicht wie sie das genau meinte, wie und ob sie das lebte - es kann genausogut eine Zielvorstellung sein - so wie in der Bibel steht "Seid vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist"... Zitat:Zitat: wenn ich jahrhundertealte Traditionen so locker in Frage stelle, sollte ich mich doch einige Zeit damit konkret beschäftigt haben oder zumindest rationale Gründe Nun ja, wie Du meinst... Ich halte da die Meinung von d.n. für vernünftig wenn er meint Zitat:es ist für MICH nicht wesentlich,..da folge ich dem Prinzip "Unendliche Vielfalt in unednlichen Variationen",..oder einfacher, jeder wie es für ihn am besten ist und nicht, bestimmen zu wollen, was so allgemein 'sinnvoll' ist und was nicht... RE: Praxis im Buddhismus - nur Praxis - agnostik - 16-10-2010 (16-10-2010, 16:11)qilin schrieb: Nun ja, wie Du meinst... Ich halte da die Meinung von d.n. für vernünftig wenn er meint Doch ich habe Meinungen zu dem, was sinnvoll ist oder nicht - ob im Zen oder anderswo. Sie stelle ich zur Diskussion, mit Begründungen - jeder kann entscheiden, ob er mir zustimmt oder nicht. Ich verteidige sie eventuell - aber ich missioniere nicht dafür. Du hattest nach Begründungen für meine Meinung gefragt - und ich habe sie gegeben. Wenn niemand die Diskussion darüber aufnimmt, ist sie für mich damit abgehandelt. RE: Praxis im Buddhismus - nur Praxis - agnostik - 16-10-2010 (16-10-2010, 15:29)Tao-Ho schrieb:Zitat:Bei der Methode des koan ist es wohl eher gleichgültig, in welcher Haltung ich daran herumknabbere. Warum so gerade wie möglich? RE: Praxis im Buddhismus - nur Praxis - Schmettermotte - 17-10-2010 Ich glaube mit "gerade" ist nicht brettartig, sondern eher ausgeglichen im Schwerpunkt gemeint. |