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... Aber ich sage Ihnen ... das Evangelium der Gegensätze und Kontrapunkte
(16-02-2020, 22:16)oswaldo_8553 schrieb:
(16-02-2020, 17:42)Ulan schrieb: Das alles aendert absolut nichts daran dass a) Jesus nie die Abschaffung von Tieropfern oder des Sabbats gefordert hat und b) das Aufkommen des Christentums rein gar nichts damit zu tun hat, dass es keine Tieropfer und keine Steinigungen mehr gab; die hat das Judentum ganz von selbst abgeschafft, ohne christlich zu werden.

Wie ueblich geht Deine Argumentation am gemachten Punkt vorbei.

Wenn für Paulus sein gesamtes alttestamentliches religiöses Gepäck angesichts dessen, was er von Jesus Christus erhalten hatte, als Exkrement angesehen wurde, warum sollte ich dann schätzen, was der Apostel verachtete?

Du solltest schlicht keine unwahren Behauptungen ueber das Judentum machen, nachdem wir ueber Deine unwahren Behauptungen ueber das AT jetzt lange genug gesprochen haben. Das ist meine Forderung.

Warum Du Dir spezifische Aussagen des Paulus zu eigen machen willst, weiss ich auch nicht. Der sagt auch nur einen Tag dies und am anderen Tag das. Die Stelle, wo er das Judentum als grossen Vorzug und die Beschneidung als grossen Nutzen bezeichnet, habe ich Dir bereits zitiert. Paulus ist in seinen Schriften nicht sehr konsistent.
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Beitrag # 141
(05-02-2020, 12:18)konform schrieb: Dieses Neue ist: Menschen werden von vormals sterblichen durch das Opfer Jesu zu unsterblichen Göttern. Dass Menschen Götter sind, hat Jesus selbst gesagt ( . . . )


Ich fand folgende Bibelstelle:
"Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie den Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen." Mt 16,28 (EÜ)

Wenn ich das recht verstehe, sagte Jesus offenbar tatsächlich, daß manche Jünger unsterblich geworden sind, somit Unsterbliche geworden sind! Wieder Unsterbliche geworden sind wie Adam und Eva vor dem Sündenfall. Allerdings waren Adam und Eva keine Götter !

Doch wie ging es weiter? Überlebte einer der Jünger als Ewiger Jude ? Dieses Märchen geistert nun schon seit bald 2000 Jahren durchs christliche Europa, erlischt und glost unter der Oberfläche weiter und flackert immer wieder auf

Jeder Mensch der im Geist der Illumination erzogen wurde, lehnt dies als Superstition ab

Wenn man das Evangelium ernst nimmt, dann hätten "einige" der Jünger den Tod nicht erlitten und leben heute noch.

Ewiger Jude - Wikipedia
"Die Figur des ewig durch die Zeiten wandernden Juden ging in den verschiedenen Ländern unter verschiedenen Namen (Cartaphilus, Buttadeus, Mattathias, Paul Marrane und andere) in die Volkssagen ein. In Frankreich ist der Name Isaac Laquedem geläufig, sowohl aus Legenden als auch aus einer Novelle von Alexandre Dumas."

Insbesondere auch in der überspannten Zeit von 1789 kolportierten einige größenwahnsinnig gewordene dubiose Revoluzzer, daß die "Wissenschaft" ein Mittel gegen das Altern gefunden hätte. Doch diese Hoffnung erwies sich bald als Propagandaschwindel

Der Mensch der heutigen Zeit wird selten älter als 100 Jahre

Wie alt Menschen in alter, vorschriftlicher Zeit wurden, kann nicht gesagt werden - hier gibt es allerlei Spekulationen:

A) Der Mensch lebte in einer gesunden Natur ohne jede menschlich hergestellten Gifte (natürliche Gifte gab es aber schon immer) und lebte viel länger als heute . . .

B) Der Mensch hatte keine Kenntnis von Seuchenbekämpfung und Medizin, hatte wenig Nahrung und keine verläßliche Heizung (letzteres Argument geht aber in warmen Regionen des Orients ins Leere) und wurde im Durchschnitt nicht älter als 35
Auch dies ist nicht besonders haltbar, denn das "durchschnittliche" Lebensalter konnte durch enorme Säuglingssterblichkeit (noch dazu bei gleichzeitig enormer Geburtenzahl) verfälscht worden sein

Meine Meinung ist, daß all diese Gedanken reine Spekulation sind - wer will denn wirklich wissen, wie alt Menschen vor 5000 Jahre wurden ??

Doch kehren wir zur Frage zurück, wie Jesus zur Unsterblichkeit stand.
Wie gesagt empfand Jesus seine sündhaften Jünger keineswegs als Götter - erstens weil diese unvollkommene Kreaturen waren (Petrus verleugnete Jesus drei Mal, Thomas war ungläubig, usw.) und zweitens weil Jesus einer monotheistischen Religion entstammte

Aber Jesus versprach einigen der Jünger tatsächlich die Unsterblichkeit - oder zumindest langes oder kurzes Leben bis der Menschensohn in seiner königlichen Macht kommt.

Der rätselhafte Begriff des Menschensohns stammt aus dem Althebräischen oder Aramäischen.
Dadurch, daß es unklar ist, ob Jesus den Begriff der althebräischen oder aramäischen Kultsprache verwendete, wird das Ganze noch schwieriger 1)

Zur Zeit der Apostel rechnete kein Christ damit, daß es einmal ein Jahr 2020 nach Christus geben wird!
Die Apostel erwarteten, daß der Menschensohn in seiner königlichen Macht bald kommen werde!
Und nicht, daß er im Jahre 2020 noch immer nicht gekommen sein wird . . . Dies muß einmal gesagt werden dürfen

Somit war wohl von einer jahrhundertelangen oder jahrtausendelangen Lebensspanne keine Rede !

____


1) Althebräisch und Aramäisch waren zur Zeit Jesu zwar weitgehend kongruent, aber bei manchen wichtigen kultischen Begriffen gab es beachtliche Bedeutungsunterschiede. Ein bekanntes Problem.
Auch nichtchristliche Quellen weisen auf die Hebräisch-Aramäisch Problematik hin: etwa der prominente jüdische Gelehrte Rabbi Simon ben Jochai (ein Tannait; er starb im 2. Jhdt nC) thematisierte dieses alte Sprachproblem
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(14-12-2018, 00:50)Sinai schrieb:
(14-12-2018, 00:33)oswaldo_8553 schrieb: A) Ist der Märtyrer Stephanus während der römischen Herrschaft nicht gesteinigt worden?

B) Saulus . . .


zu A) Die Geschichte schreibt aber nicht, was den Steinewerfern dann geschah
Rom war unerbittlich und duldete keinen Landfriedensbruch

zu B) Saul hießen damals viele . . .
Stephanus ist nach Pilatus Abberufung  gesteinigt worden. Das jus gladii, also das Schwertrecht war vakant. Dies nutzte die jüdische Gesellschaft, um (ungestraft) die Steinigung nach ihrem Ritus vorzunehmen. Saulus, der Kleine, hatte dabei eine offizielle Funktion. Darum wurde Kleidung vor ihm abgelegt.

Ein Präzedenzfall für den Casus Ehebrecherin ist diese Steinigung nicht. Zu ihrer Zeit war (bis 36 n. Chr.) der rabiate Pilatus ja noch im Amt.
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(26-03-2020, 20:13)Davut schrieb:
(14-12-2018, 00:50)Sinai schrieb:
(14-12-2018, 00:33)oswaldo_8553 schrieb: A) Ist der Märtyrer Stephanus während der römischen Herrschaft nicht gesteinigt worden?

B) Saulus . . .


zu A) Die Geschichte schreibt aber nicht, was den Steinewerfern dann geschah
Rom war unerbittlich und duldete keinen Landfriedensbruch

zu B) Saul hießen damals viele . . .
Stephanus ist nach Pilatus Abberufung  gesteinigt worden. Das jus gladii, also das Schwertrecht war vakant. Dies nutzte die jüdische Gesellschaft, um (ungestraft) die Steinigung nach ihrem Ritus vorzunehmen. Saulus, der Kleine, hatte dabei eine offizielle Funktion. Darum wurde Kleidung vor ihm abgelegt.

Ein Präzedenzfall für den Casus Ehebrecherin ist diese Steinigung nicht. Zu ihrer Zeit war (bis 36 n. Chr.) der rabiate Pilatus ja noch im Amt.

Und ich finde es, den Antisemitismus auch noch religiös zu begründen, einfach nur als schwachsinnig° Als wenn es nicht schon genügt, dass bösartige Narzissten die  sich in ihrem Glauben in absoluter Gewissheit wähnen, ihren Mitmenschen gerne die Bescheidenheit predigen, die ihnen selber gerade am allermeisten fehlt.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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Öfter wird hier im Thread behauptet, dass die Steinigung des ersten Christenmaertyrers Stephanus nach einer Gerichtsverhandlung vor dem Sanhedrin ohne Konsequenz nicht möglich gewesen sei. Dies ist insoweit richtig, dass seit ca. 60 v. Chr. das römische Besatzungsrecht die Todesstrafe für sich reklamierte

Im Falle Stephanus griff dieser Vorbehalt aber  nicht, weil Pontius Pilatus abberufen und noch kein Nachfolger eingetroffen war. So konnten die jüdischen Autoritäten handeln. Und Saulus/Paulus spielte dabei eine Rolle.
Auch spaeter griff diese Vakanz- Regelung, nach der Hohepriester Hananias sogar straf-abgesetzt wurde.

So  im Jahr 62 n. Chr. als der Herrenbruder Jesu, Jacobus, nach Sanhedrin-Urteil mit anderen ebenfalls gesteinigt wurde. Die römische Prokuratorenstelle war ebenfalls vakant. Albinus war noch in Alexandria, veranlasste aber, dass Ananias schon nach 3 Monaten Amtszeit von Vasallenkoenig Agrippa abgesetzt wurde.  Evil5
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Beitrag # 153
(26-03-2020, 20:13)Davut schrieb: Stephanus ist nach Pilatus Abberufung  gesteinigt worden. Das jus gladii, also das Schwertrecht war vakant. Dies nutzte die jüdische Gesellschaft, um (ungestraft) die Steinigung nach ihrem Ritus vorzunehmen.


Kannst Du dieses Statement belegen ?

Dies scheint sehr unglaubwürdig. Denn das Imperium Romanum hatte viele Provinzen von Britannia bis Aegyptus
Überall war ein Statthalter und immer wieder fiel einer aus:
Attentat, Herzinfarkt, Schlaganfall, Seuchen, Schlangenbiß, Jagdunfall, . . . das Leben war sehr gefährlich damals
Du meinst, dass dann jedesmal die öffentliche Ordnung zusammengebrochen wäre und uraltes Stammesrecht wieder gültig wurde ?
Da kennst Du Rom aber schlecht. Nicht einen Tag der Anarchie duldete es

Es mag schon sein, dass durch die Abberufung oder den Tod eines Statthalters die römische Rechtsprechung aussetzte (vertagt wurde) bis ein Nachfolger durch Rom eingesetzt wurde. Da wurden dann monatelang keine Todesstrafen ausgesprochen und exekutiert (aber auch das war nur in friedlichen Provinzen so - dort wo es gärte, galt ohnehin Militärrecht das durch den jeweiligen Legionskommandanten und seinem Stab ausgeübt wurde).
Keinesfalls aber führte der Ausfall eines Statthalters zu einem Wiederaufflackern der Rechtsordnung des unterworfenen Volkes
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