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Was macht einen Guten Menschen aus?
#1
Ich habe mal dies zum Thema gewählt, weil es User gibt, die der ansicht sind, das man nur Gut sein kann wenn man einer bestimmten Glaubensgemeinschaft angehört.

Aber ist das Richtig?

Was zeichnet einen Guten Menschen aus. (aber bitte vergesst mal die Religion)
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#2
Ist eine sehr schwierige Frage.

Weil das Gute immer auch den Gegensatz braucht, damit man es überhaupt definieren kann.
Jemanden mit einem ausgeprägten Einfühlungsvermögen kann man in der Regel als guten Menschen definieren.
Die Fähigkeit, sich in die Empfindungen anderer hinein versetzten zu können, ist die Voraussetzung fürs GUTSEIN.
Ist wahrscheinlich zu einem großen Teil auch angeboren und hängt aber ganz sicher mit der Prägung durch das gesellschaftlich-soziale Umfeld zusammen, in welches man hinein geboren wird.

Gut und Böse hängt also immer vom jeweiligen Empfinden für angenehm und unangenehm ab und ist also auch ein Lernprozess. Wir lernen im Laufe unseres Lebens, diesem Empfinden von Angenehm und Unangenehm dem zu zu ordnen, was auch gesellschaftlich als Gut oder Böse empfunden wird.

In vielen frühgeschichtlichen Kulturen war es einstmals üblich, Kinder sofort nach der Geburt zu töten, wenn diese das existenzielle Überleben der Sippengemeinschaft gefährdeten, weil z. B. zu wenig Nahrung zur Verfügung stand, um Notzeiten zu überstehen. Auch alte Menschen, welche für das existenzielle Überleben der Sippe zum Risiko wurden, wurden oftmals getötet, oder dem Freitod ausgesetzt, in dem man sie einfach alleine in der Wildnis zurück ließ.
(Siehe Überlebensstrategien der Eskimos)

Als gute Menschen gelten also (auch und vor allem) solche (Helden), die sich für die Gemeinschaft opfern.
Sehr wahrscheinlich war das so über die vielen Zig-tausenden Jahre unserer frühen Entwicklung eine unerlässliche Überlebensstrategie.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
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#3
Sehe ich ähnlich: Ein guter Mensch ist jemand, der viel Einfühlungsvermögen hat und schon allein deshalb keinem anderen Menschen Schaden zufügen könnte, selbst wenn seine Religion das verlangen würde. Ein böser Mensch dagegen ist für mich jemand, der Freude am Leiden anderer hat und religiöse oder gesellschaftliche Regeln, die negative Aktionen gegen andere tolerieren, fördern oder fordern, begeistert aufgreift, um eine Legitimation zum Schikanieren zu haben. Letztere Personen können eine Religion also missbrauchen, erstere können dagegen selbst von einer Religion nur schwer missbraucht werden.

Gute und böse Menschen gibt und gab es zu allen Zeiten und in allen Gesellschaften, völlig unabhängig von der jeweiligen Religion oder Nicht-Religion. Die meisten Menschen sind weder das eine noch das andere.
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#4
Ich denke mal das Gut und Böse untaugliche Kategorien sind.
Man kann kaum absolut gut oder böse sein, meist hängt das auch nicht von einem
freien Willen ab, sondern ist eine Frage der Umstände.
"Gutes" ist in der Wirkung oft genug auch "Böses".

Da sollten mal die Philosophen ran.
Der Papst fängt auch schon an "
„Mauern, die die Kirche zu lange in einer privilegierten Festung eingeschlossen hatten,
wurden eingerissen, um das Evangelium auf neue Weise zu verkünden“

Mal schauen wie das Evangelium jetzt gelesen wird, ob das früher Gute noch das neue Gute bleibt.
Das Evangelium scheint ein ziemliches Chamäleon zu sein so wandelbar wie es ist.
Ein Flummyball, springt blitzartig mit neuen Worten in eine andere Richtung.
Da wird vielleicht eine dunkle Seele zum strahlenden Stern.

Gut könnte sein,Papst gerde "Jeder Suchende müsse überall in den Pfarreien, Gemeinschaften und Orden „Oasen der Barmherzigkeit“ finden können."
Den neuen französischen, schwulen Botschafter wollen sie aber trotz der netten Worte des Papstes über homosexuelle Wertschätzung,
im Vatikan nicht reinlassen, die Heuchler.
Wenns Gescherr wie der Herr ist, viele Worte, schwülstiges Gerde, ändern tut sich nicht wirklich was, die Frauen haben immer noch die rote Laterne.
Ein Zeichen für gute Menschen, solange sie katholisch sind.
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#5
Ich stimme den vorher gehenden Beiträgen (Geobacter, Lelinda) zu. Nur ein paar Ergänzungen ...
Die Begriffe "gut" und "böse" sind Urteile, die Taten oder Verhaltensweisen durch den (menschlichen) Beobachter zugeordnet werden. Ihre Verwendung ist subjektiv und willkürlich und wird innerhalb einer Gesellschaft trainiert.
Dissoziale Charaktere verwenden (und verstehen) "gut" ausschließlich in Bezug zu den Empfindungen der eigenen Person (angenehm, lustvoll = gut). Der mit-leidende Typus misst "gut" daran, ob das Verhalten oder die Verhältnisse anderen ein erträgliches Dasein bescheren (oder Dasein überhaupt ermöglichen - Retter als Beispiel).

Hinzu kommt, dass "gut" und "böse" zugleich gelten können. Beispiel: Dass große Raubtiere in Deutschland so gut wie ausgerottet wurden, ist gut für Wanderer, Landwirte und Viehherden, hingegen böse für das Gleichgewicht in der Natur.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#6
Moralisten, die Welt retten wollen, sind jedenfalls kein Beispiel für Gute.
Eher kann man auf Menschlichkeit bei einem Kriminellen rechnen,.
Denn Moral ist triebhafte Aggression, die ins Gehirn als erstarrte moralische Kacke eingewandert ist und dort Terror ausübt,
gegen den Einzelnen und gegen Alle.
Dieser aggressiven Ausdruck der „toten Masse“, wie Freud die Moral als Scheisse bezeichnet hat,
ist die Empörung.
Denn von der Empörung zum Mord ist nur ein kleiner Schritt,
denn der Empörte ist von der moralischen Richtigkeit seiner Empörung ja überzeugt,
was sich dann auch in Missionierung ausdrückt.

An dem Mitgefühl soll sich der Mensch richten, nicht der Moral
Wer mitfühlen kann, braucht keine Moral.
Denn auch Tiere helfen sich manchmal gegenseitig in Not, ohne jegliche Moral.
Sonst ist diese Angst nur ein Alibi für Aggressionen, die dahinter geführt werden.
Vorne Angst, dahinter Hass. (Anleihen bei Achse des Guten)
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#7
(11-04-2015, 22:30)Harpya schrieb: Moralisten, die Welt retten wollen, sind jedenfalls kein Beispiel für Gute.
Das ist sicher richtig, weil Moral kaum die Vielfalt des Verhaltens und der Verhälnisse berücksichtigen kann. Gleichwohl kann man als Gesellschaft nicht auf die Fragen nach "gut" und "böse" verzichten - und zwar bevor sich die politischen Verhältnisse so wandeln, dass praktisch nur noch das Böse herrscht.

Eine zutiefst moralisch ungebundene Gesellschaft kann niemand ernsthaft wollen - außer den Revolutionären, Fanatikern und notorischen Kämpfernaturen unter uns. Die allerdings gehören zum ersten Typus, der nur das für "gut" hält, was ihn selbst befriedigt.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#8
Wer hält schon das für schlecht was ihm gefällt.
Nur für gut halten was andere befriedigt ist recht unbefriedigend.

Wozu eine definierte Moral, menschliches Mitgefühl reicht doch.
Muss man alles in Gesetze giessen, geht kaum, da versagen auch dieGötter.
Moral ist nunmal Empörung über andere der Angst anderweitig zu versagen.
Ein Tunnelblick der wenig Raum für Tolaranz bietet.

Sowas wie Mut seine Angst zu bezwingen entsteht daraus nicht.
Das zu tun was man für richtig hält, auch wenns nicht klappt.
Die Welt wurde nicht durch Angst entdeckt sondern durch Mut diese zu überwinden.
Wenn alles ausser Mutti gefährlich ist ,würden wir noch auf den Bäumen sitzen.
Moral lähmt.
Auch die Wissenschaft, muss man sich nur mal das ewige Sezierungsverbot des Glaubens betrachten
was im Endeffekt x-millionen Tote über die Jahre gefordert haben dürfte.
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#9
(11-04-2015, 21:04)Geobacter schrieb: Gut und Böse hängt also immer vom jeweiligen Empfinden für angenehm und unangenehm ab und ist also auch ein Lernprozess. Wir lernen im Laufe unseres Lebens, diesem Empfinden von Angenehm und Unangenehm dem zu zu ordnen, was auch gesellschaftlich als Gut oder Böse empfunden wird.

Ich sehe es auch so, dass wir uns je nachdem, in welchem Werte-System wir uns bewegen, ob wir diesem Wertesystem ent- oder widersprechen, wir ganz schnell menschlicherseits be -urteilt werden. Halten wir uns an die Regeln eines solchen Systems, dann sind wir vielleicht "gut" zu nennen, tun wir dies nicht, beurteilt Mensch wahrscheinlich: "böse" .

Da der Mensch sich in einer Welt mit unendlich vielen Werte-Systemen bewegt, und Beurteilungen "an der Tagesordung" sind, befindet er sich meiner Meinung nach ständig im Fluss zwischen Gut und Böse.

Und da dies wiederum jedem und jedem, überall passiert ( es sei denn, er lebt als Einsiedler in einer Höhle ), bin ich heute zumindest für Wilhelm mal "die Gute", da ich nicht die Religion erwähnt habeIcon_wink

Schönen Sonntag allerseits!
"Am ruhigen Fluss, ist das Ufer voller Blumen"
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#10
Das Gute ist nur bei Gott zu finden, der Mensch hat das nur annähernd drauf, vorausgesetzt er hört auf Gottes Wort oder sein Gewissen, eine andere Hilfe hat er nicht..
Lk 18,19
"Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als nur einer, Gott."
Wenn nicht mal Jesus sich "gut" nennen lässt wer sonst sollte gut sein?
Seit Adam und Eva kennt der Mensch Gutes und Böses, da gibt es keine Ausrede, auch nicht zu sagen :"Es gibt keinen Gott".
1.Mose 3,22
Und Gott, der HERR, sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie einer von uns, zu erkennen Gutes und Böses.

Gut/Böse betrifft nur Mensch/Mensch also kann es, wenn man z.B. , Menschenleben über den Gebietsanspruch von Raubtieren stellt nicht böse sein, egal was man durcheinander bringt.

Das Böse ist Teil des Menschen geworden und das gilt es,  Zeit seines Lebens zu "bekämpfen".
Dadurch wird die Welt nicht gut aber das Böse weniger.
Aber ohne die Gebote Gottes hätte es niemals diesen "Roten Faden" gegeben, der bis Heute sichtbar ist und ohne ihn gäbe es uns längst nicht mehr.
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#11
(11-04-2015, 22:17)Ekkard schrieb: I

Die Begriffe "gut" und "böse" sind Urteile, die Taten oder Verhaltensweisen durch den (menschlichen) Beobachter zugeordnet werden.

Sowohl als auch..

Einem Urteil gehen entweder objektive Kriterien, oder aber subjektive Empfindungen voraus, die entweder angenehm gut oder unangenehm böse sind. Den Unterschied zwischen Gut und Böse, verstehen deshalb und auch mit sehr großer Wahrscheinlichkeit die meisten Tiere. Weil das für sie einfach Überlebens-notwendig ist.
Menschen und manche andere in Gruppen oder Rudel zusammenlebende Raubtiere, unterteilen Gut und Böse auch nach den Hierarchien ihrer Rangordnungsstrukturen. Gut ist, was je nach Opportunität, einen strategischen Überlebens-Vorteil bietet (Ehre, Ruhm usw. usf. gehören auch dazu).
Im Extremfall kann das sogar soweit gehen, dass äußerst aggressive und boshafte Egomanen als besonders gut beurteilt werden, wenn man sich durch opportunistische Unterwerfung deren Wertschätzung aneignet.

Wie sonst, kann man sich den Nationalsozialismus des Dritten Reiches erklären... und dass nachher keiner mehr etwas von den Gräueltaten gewusst haben will?
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
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#12
(12-04-2015, 13:55)indymaya schrieb: Das Gute ist nur bei Gott zu finden, der Mensch hat das nur annähernd drauf, vorausgesetzt er hört auf Gottes Wort oder sein Gewissen, eine andere Hilfe hat er nicht..

Wenn das wirklich zutreffen sollte, b.z.w. würde, stünde das im krassen Widerspruch zur Schöpfung. Wie kann ein Gott der alleine in sich selbst das Gute versinnbildlicht, überhaupt etwas Schlechtes schöpfen?

Ein Gott, der eine Schöpfung hinlegt in der alle Geschöpfe immer nur aus den eigenen Fehlern zu lernen vermögen und der aber Fehler immer bestraft, muss ein ziemlich böser Brocken sein.. Icon_wink
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
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#13
(12-04-2015, 15:10)Geobacter schrieb: Ein Gott, der eine Schöpfung hinlegt in der alle Geschöpfe immer nur aus den eigenen Fehlern zu lernen vermögen und der aber Fehler immer bestraft, muss ein ziemlich böser Brocken sein.. Icon_wink
Laut Genesis war alles gut bis Adam und Eva. Womit das Böse erst hier beginnt, also beim Menschen. Natürlich hätte er es bei Tieren belassen können aber das war nicht der Sinn der Schöpfung sondern der Mensch.
Was du "Fehler" nennst ist Sünde und Sünde das, was Menschen den Tieren gleich macht, also nicht Sinn der Schöpfung ist. Wenn nun ein Mensch einem Anderen Böses tut ist es "unmenschlich".
Und wenn das wie auch immer von Gott bestraft wird ist es gerecht.
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#14
Zitat:Lk 18,19
"Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als nur einer, Gott."
Mit dem ersten Satz hat er Recht: Kein Mensch ist vollkommen gut. Der zweite Satz ist Auslegungssache: Ist Gott wirklich allmächtig UND gut? Und schon wären wir wieder bei der Theodizee...

Zitat:ohne die Gebote Gottes hätte es niemals diesen "Roten Faden" gegeben, der bis Heute sichtbar ist und ohne ihn gäbe es uns längst nicht mehr.
Dieser „rote Faden“ fußt nicht auf Gesetzen oder göttlichen Eingebungen, sondern auf der menschlichen Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen. Die kannst du natürlich als von Gott eingegeben ansehen. Sie setzt jedoch die Kenntnis von Moses oder gar den Glauben nicht voraus.
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#15
(12-04-2015, 16:34)indymaya schrieb:
(12-04-2015, 15:10)Geobacter schrieb: Ein Gott, der eine Schöpfung hinlegt in der alle Geschöpfe immer nur aus den eigenen Fehlern zu lernen vermögen und der aber Fehler immer bestraft, muss ein ziemlich böser Brocken sein.. Icon_wink
Laut Genesis war alles gut bis Adam und Eva. Womit das Böse erst hier beginnt, also beim Menschen. Natürlich hätte er es bei Tieren belassen können aber das war nicht der Sinn der Schöpfung sondern der Mensch.
Was du "Fehler" nennst ist Sünde und Sünde das, was Menschen den Tieren gleich macht, also nicht Sinn der Schöpfung ist. Wenn nun ein Mensch einem Anderen Böses tut ist es "unmenschlich".
Und wenn das wie auch immer von Gott bestraft wird ist es gerecht.

Laut Genesis war alles gut...?
Hast Du schon mal eine Tiermutter leiden sehen, deren Junges von Parasiten, oder von einem hungrigen Raubtier getötet wurde?  Hast du schon mal selbst Tiere in ihrem Leid erlebt, die von Parasiten oder Krankeit langsam aufgefressen werden?

Angenommen es gibt ihn wirklich, dann hat Gott auch den Menschen nicht nur die seinen Gesetztes-Gebote auferlegt, sondern auch:

den Hunger, den Durst, die Kälte, die Hitze, die Schwerkraft, die Krankheit, Wind und Wetter, Erdbeben, gefährliche und unberechenbare Raubtiere und er hat den Menschen nur Steine als Werkzeuge und Waffen überlassen, um sich neben all dem auch gegen sich selbst zur Wehr zu setzen.

Die Genesis ist was fürs Bauernklo, wenn man mal genauer darüber nachdenkt...


Und er soll den Menschen sogar nach seinem eigenen Bilde geschaffen haben.. Wie kann dann dieser  Mensch nach dem Bilde Gottes überhaupt böse sein?
Zumal es Gott in seiner allmächtigen Allwissenheit schon lange vor der Erschaffung des Menschen wusste, dass dieser böse enden wird.. ^^
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
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