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Die "religio" einer Gesetzesreligion
#1
Was ist Religion?

„Religio“ heißt: „Rückbindung an...“. Die monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum und Islam) sind Gesetzesreligionen. In ihnen ist das Maß aller Dinge das göttliche Gesetz. Die Rückbindungsverpflichtung der Gläubigen ist die Unterwerfung unter das göttliche Gesetz.

Das kann aber in unserer modernen, demokratischn Gesellschaft nicht mehr funktionieren. Hier ist die Rückbindungsverpflichtung der Bürger gerichtet an unser MENSCHENGEMACHTES Gesetz! Und keiner der Religionen ist es gestattet, sich über dieses Gesetz zu stellen!

Was heißt „Religionsfreiheit“ in dem Zusammenhang? Jeder hat das Recht, mit Weltbildern und Gottesglauben zu spielen, wie ihm beliebt. Aber das hier herrschende Gesetz ist unsere uns selbst diktierte WIRKLICHE RELIGION, die nur das Volk zu ändern vermag. Allen anderen Religionen ist dieses Maß an Religionsausübung nicht gegeben!
„Du sollst keine anderen Götter haben neben mir!“ Wir beginnen, Moses zu verstehen...  Im Grunde ist die vielgepriesene Religionsfreiheit eine hohle Nuss, und sie muss auch eine solche sein.
"A million heads are better than one!" John Lennon
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#2
(30-09-2014, 13:05)Gysi schrieb: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir!“ Wir beginnen, Moses zu verstehen...  Im Grunde ist die vielgepriesene Religionsfreiheit eine hohle Nuss, und sie muss auch eine solche sein.

Hohl oder nicht, gegen Religion und die Freiheit sich eine auszusuchen,die Freiheit sich seinen Diktator selbst zu wählen,
kann doch ruhig jeder für sich beanspruchen.

Dann sollte man sich aber an das halten was der Papst so über Homosexualität sagt.
Sinngemäß:
" Gegen Homosexualität ist nichts zu sagen, solange man sie nicht ausübt"

Was jetzt nicht gegen Klerus geht, da herrscht ja hormoneller Notstand, das ist mehr ein Therapiefall.
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#3
(30-09-2014, 13:05)Gysi schrieb: „Religio“ heißt: „Rückbindung an...“.

Die Etymologie des Begriffs ist nicht gesichert.

In der antiken lateinischen Literatur heißt "religio" (in gewissenhafter Pflichterfüllung) den Kult auszuüben, und zwar egal ob man den Begriff wie Cicero (von relegere) oder wie Laktanz (von religare) ableitet.
MfG B.
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#4
(01-10-2014, 12:51)Bion schrieb:
(30-09-2014, 13:05)Gysi schrieb: „Religio“ heißt: „Rückbindung an...“.

Die Etymologie des Begriffs ist nicht gesichert.

In der antiken lateinischen Literatur heißt "religio" (in gewissenhafter Pflichterfüllung) den Kult auszuüben, und zwar egal ob man den Begriff wie Cicero (von relegere) oder wie Laktanz (von religare) ableitet.
Das ändedrt nichts daran, dass die monotheistischen Religionen Gesetzesreligionen sind. Die "gewissenhafte Pflichterfüllung" vor Gott ist gewährleistet, wenn man die Gebote befolgt. Von daher ist die monopolistische Stellung eines monotheistischen Gottes gut zu verstehen. => "Du sollst keine anderen Götter haben neben mir!"

Und wir wollen auch keine Religionen neben unserer Gesetzgebung haben, die mit ihr konkurrieren! Der MENSCH herrscht hier, nicht Gott! Das ist die Realität einer demokratischen Gesellschaft: die Relligionslosigkeit auf der Ebene der Macht! Die monotheistischen Gesetzesreligionen können daher nur ein Spielzeug für die Gläubigen sein. Und das muss den Kindern über den Religionsunterricht auch beigebracht werden. Sonst werden diese Religionen immer wieder Gläubige produzieren, die sie zu ernst nehmen!
"A million heads are better than one!" John Lennon
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#5
Schon gut!

Warum aber die Verknüpfung mit der antiken Bedeutung von "religio"?
MfG B.
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#6
@Bion: Letzteres habe ich auch mal von meinen Religionslehrern gelernt.
@Gysi: Ich denke, der Mensch hat immer für seine gesellschaftspolitische Situation gesorgt. Götter waren vordem zuständig für das, was wir heute als "Natur" (Erdbeben, Überflutungen, Wetter,...) bezeichnen. Das hat sich auch beim Übergang zum allzuständigen Gott Jakobs (Israels) nicht geändert. Der Glaube verlagert allerdings gesellschaftskritische Haltungen und die Notwendigkeit von Kooperation ins Allgemeine, Über-Örtliche und Über-Zeitliche, weil man nicht ständig dieselben Erkenntnisse und Notwendigkeiten von Neuem bestimmen und festlegen kann. Es liegt deshalb nahe solche Haltungen und die dazu gehörenden Vorstellungen quasi "auszulagern".

Das ist im Allgemeinen auch nicht kritisch, weil dem bereits eine kritische Haltung entgegen steht. (Du kannst eben nicht alles in grandioser persönlicher Freiheit ausschließlich für dich entscheiden und tun.) Allerdings ist die Gefahr der Ideologisierung, des Machtmissbrauchs und der Religion als Droge zur Untätigkeit (nur Beten, sonst nichts) nicht zu übersehen - und Wert jeder vernünftigen Kritik.

Die Kritik ist immer dann nötig, wenn Einzelne an den induzierten Verhaltensweisen leiden, was ja gerade auch im Sinne der Religionen nicht sein soll.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#7
(01-10-2014, 18:52)Bion schrieb: Schon gut!

Warum aber die Verknüpfung mit der antiken Bedeutung von "religio"?
Ist doch interessant zu wissen, was "Religion" begrifflich und ursprünglich bedeutet hat, oder? Was für einen Nutzen hatte Religion? Den Nutzen einer GESETZESreligion brauchen wir nicht mehr. Die Gesetze sind von den MENSCHEN, nicht von Gott. Das sehen eigentlich alle modernen Gläubigen ein, bis auf die Fundis - auch auf christlicher Seite. Man darf die moderater Glaubenden fragen, warum sie denn überhaupt noch glauben.
"A million heads are better than one!" John Lennon
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#8
(02-10-2014, 14:21)Gysi schrieb: Ist doch interessant zu wissen, was "Religion" begrifflich und ursprünglich bedeutet hat, oder? Was für einen Nutzen hatte Religion? Den Nutzen einer GESETZESreligion brauchen wir nicht mehr.

Man stelle sich mal vor, dass der Mensch über die vielen Jahrtausende seiner Entwicklungsgeschichte der vollen und ganzen launischen wie  unberechenbaren Willkür der Natur ausgesetzt war.
In allen Beziehungen.

Die Idee, dass Götter "nur" erdacht wurden, um Naturphänomene zu begründen und zu erklären oder im Besonderen das gesellschaftliche Zusammenleben besser zu regeln ist m.E. grund-falsch wie ebenso naiv.

Es ging immer ums Existenzielle und um den Sinn von Leben und Sterben und damit ums "Heil-bleiben oder aber wieder Heil-werden.

Dass sich dieses tiefe Bedürfnis des einzelnen Menschen in der Gruppe seine Eigendynamik verselbstständigt und somit auch stark die gesellschaftliche Sozialerziehung geprägt hat, versteht sich von alleine.

Nicht Gott hat die Bibel inspiriert sondern, das Leben. So gesehen wäre ein bisschen Glaube gar nicht mal ganz falsch. Sind wir doch froh, dass sich so manch gehässiger Egozentriker vor Gott fürchtet. Icon_wink
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
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#9
(02-10-2014, 12:20)Ekkard schrieb: Der Glaube verlagert allerdings gesellschaftskritische Haltungen und die Notwendigkeit von Kooperation ins Allgemeine, Über-Örtliche und Über-Zeitliche, weil man nicht ständig dieselben Erkenntnisse und Notwendigkeiten von Neuem bestimmen und festlegen kann. Es liegt deshalb nahe solche Haltungen und die dazu gehörenden Vorstellungen quasi "auszulagern".

Das ist im Allgemeinen auch nicht kritisch, weil dem bereits eine kritische Haltung entgegen steht. (Du kannst eben nicht alles in grandioser persönlicher Freiheit ausschließlich für dich entscheiden und tun.) Allerdings ist die Gefahr der Ideologisierung, des Machtmissbrauchs und der Religion als Droge zur Untätigkeit (nur Beten, sonst nichts) nicht zu übersehen - und Wert jeder vernünftigen Kritik.

Die Kritik ist immer dann nötig, wenn Einzelne an den induzierten Verhaltensweisen leiden, was ja gerade auch im Sinne der Religionen nicht sein soll.

Glaube verlagert überhaupt nichts ins Allgemeine, es ist in Erlösungsreligionen mit festen Regeln und vorgeschriebenen
Verhaltensweisen.
Gängelung auf jeder Ebene.
Natürlich mussen Erkenntnisse , auch wenn nicht neu immer wieder überdacht und angepasst werden.
Gilt für Neues erst recht.

Man kann natürlich die Kirchenpraxis der einmaligen Heirat etc., sonst schwerer Ärger , als ausdikutiert betrachten .


Mit Leid und Drohung wird doch gearbeitet, man kommt ja schon behämmert zur Welt und muss sich dann von der Sünde lösen.
Religion nimmt keine Rücksicht auf Einzelne, speziell behandelt werden die allerdings schon.
Was ist das schon für ein Menschenverständnis mit der Taufe Kinder zwangsweise in die Kirche einzugliedern,
das sie sich dann aktiv erst später davon lösen müssen ?

Sicher ist Gott auch für Naturphänomene zuständig, allerdings nur gut im Sinne des Glaubens.
Sintfluten, Armeen ersäufen, Amoniter erschlagen, Städte ausradieren.....

Was ist mit dem Leidensdruck, um im Paradies zu enden und nicht in der Hölle.

Gut Hölle wurde ja sowas von umdefiniert, mal Ort des Schreckens, heute praktisch
das gleiche Hotel wie das Paradies, zur Strafe ohne Minibar.

Ist der Glaube nicht Hort aller Antworten, die der Mensch braucht ?
Und wenn man das nicht so prickelnd findet ist in den abrahamitischen Religionen immer noch
Munition für Fundamentalisten, an der sie sich bedienen können, um Leute einzuschüchtern.

Mal etwas Koran , könnte sinngemäß auch Bibel sein:

Diejenigen, die nicht an Unsere Zeichen glauben, die werden Wir im Feuer brennen lassen: Sooft ihre Haut verbrannt ist, geben Wir ihnen eine andere Haut, damit sie die Strafe kosten. Wahrlich, Allah ist Allmächtig, Allweise.

[4:56]
Diejenigen aber, die glauben und gute Werke tun, wollen Wir in Gärten eingehen lassen, durch die Bäche fließen, darin werden sie ewig weilen; dort sollen sie reine Gattinnen haben, und Wir werden sie in einen wohltätigen Ort mit reichlich Schatten eingehen lassen.
[4:57]

Mit genug Aufwand und Zugriff auf die Jugend kann man natürlich so indoktrinieren, das die Menschen das nachher ganz toll finden
oder selbstverständlich, weil sie in die Kreise reingeboren wurden.

Wo immer möglich strebte Religion nach Macht und Einfluss, kann man nichts verniedlichen.

Das Gute ist, "some things have a way of feedback"
oder physikalischer, Druck erzeugt Gegendruck.
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#10
(02-10-2014, 22:36)Harpya schrieb: Glaube verlagert überhaupt nichts ins Allgemeine, es ist in Erlösungsreligionen mit festen Regeln und vorgeschriebenen
Verhaltensweisen.
Nein. Das ist eine, ziemlich dümmliche Lesart von Religion, vielleicht sogar die spezielle Interpretration innerhalb derselben. Wenn dir das so begegnet, dann hast du es meist mit Fundamentalisten oder Fanatikern zu tun. Von geistiger Auseinandersetzung um die aktuell gelebte Religion (welche auch immer) wollen diese Leute nichts wissen. (Ich schließe da auch keine Ebene ihrer Vertreter aus.)

Gleichwohl ist fest zu stellen, dass gerade der Wunsch nach "absoluten Werten" nichts anderes ist als der Wunsch nach verlässlichen Lebensbedingungen. Schau dir doch die zahllosen Gesetze bürgerlicher Natur an. Ständig werden neue erfunden! Und warum, weil man die Verantwortung "auslagert". "Man" möchte wissen, was man darf und was nicht.

Die Religionslehren versuchen hingegen, Verhaltensweisen grundsätzlich zu bewerten zum Zwecke des gedeihlichen Miteinanders.


(02-10-2014, 22:36)Harpya schrieb: Natürlich mussen Erkenntnisse , auch wenn nicht neu immer wieder überdacht und angepasst werden.
Richtig. Darin besteht ja auch der verantwortungsvolle Umgang mit der Lehre und ihrer Tradition.

Die Gefahr einer Verselbständigung von Regeln sehe ich auch. Ich empfinde dies als "Anbetung der Asche". Was einst ein Fortschritt war, ist u. U. heute "kalter Kaffee".

(02-10-2014, 22:36)Harpya schrieb: Mit Leid und Drohung wird doch gearbeitet, man kommt ja schon behämmert zur Welt und muss sich dann von der Sünde lösen.
Wir diskutieren hier nicht die so genannte Erbsündenlehre. Diese ist auf christlicher Seite überholt, obwohl sie noch ihre Anhänger hat.


(02-10-2014, 22:36)Harpya schrieb: Religion nimmt keine Rücksicht auf Einzelne, speziell behandelt werden die allerdings schon.
Welches Gesetz tut das auf säkularem Gebiet? Das ist doch der Sinn von gesellschaftlichen Regeln!

(02-10-2014, 22:36)Harpya schrieb: Was ist das schon für ein Menschenverständnis mit der Taufe Kinder zwangsweise in die Kirche einzugliedern, dass sie sich dann aktiv erst später davon lösen müssen?
Müssen sie? Was dir nicht passt, wird von anderen als wertvolle Tradition betrachtet.

(02-10-2014, 22:36)Harpya schrieb: Was ist mit dem Leidensdruck, um im Paradies zu enden und nicht in der Hölle.
Bibel aufmerksam und kritisch lesen! Dann sieht man selbst, dass "Hölle" mit dem Totenreich der Antike identisch ist und meistens als Allegorie für Lügen und Demütigungen steht - heute würde man das "Mobbing" nennen. Nur Matthäus malt dieses Gebilde teilweise räumlich und zeitlich aus. Im Koran kenne ich mich nicht aus. Kann sein, dass der Prophet dieses Bild nach orientalischer Erzähltradition ausgeschmückt hat. Sie ist und bleibt ein Bild für schäbiges Verhalten, das die Verfasser der heiligen Schriften bereinigt wissen wollten.

(02-10-2014, 22:36)Harpya schrieb: Ist der Glaube nicht Hort aller Antworten, die der Mensch braucht?
Nein. Anderenfalls brauchte man ja nichts zu studieren oder zu lernen. Wer denkt, die heilige Schrift reicht, hat das lebendige, vielfältige Leben nicht verinnerlicht.

(02-10-2014, 22:36)Harpya schrieb: Wo immer möglich strebte Religion nach Macht und Einfluss, kann man nichts verniedlichen.
Diese Gefahr besteht immer - aber immer auch ohne Religion!
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#11
Ich kann Ekkard nur zustimmen.
Glaube und Überzeugung sind Dinge, für die man sich entscheidet, und die man lebt.
Oktroierte Pflichterfüllung ist was anderes.
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#12
(02-10-2014, 14:21)Gysi schrieb: Ist doch interessant zu wissen, was "Religion" begrifflich und ursprünglich bedeutet hat, oder? Was für einen Nutzen hatte Religion? Den Nutzen einer GESETZESreligion brauchen wir nicht mehr.

Ich glaube, Du verstehst hier den alten "religio" Begriff falsch. Es ging weniger um Gesetz als um Pflichterfuellung. Diese Pflichterfuellung bestand konkret darin, in der korrekten Verehrung der Goetter diese zu beschwichtigen und dadurch Schaden von der Gemeinschaft abzuwenden. "Korrekte Verehrung" bedeutet dabei, die Riten gemaess der Vorschrift auszufuehren.

Dies war uebrigens auch der Hauptgrund fuer die fruehen Aggressionen gegen Christen; ihre Weigerung, die Goetter zu verehren, hatte das Potential, diese Goetter zu veraergern und damit der Gemeinschaft zu schaden. Christ zu sein war damit im Sinne der "religio" gemeinschaftsschaedlich. Die Idee steckte im Prinzip auch hinter der Judensteuer, da die Tempel in Rom die Rituale fuer die sich weigernden Juden ausfuehren sollten, um den dadurch entstehenden Schaden fuer den Staat zu verhindern.

In der Verehrung des Kaisers (und schon vorher in den Staatskulten in Rom) wurde dann Gemeinschaft=Roemischer Staat, auch sichtbar darin, dass die Kaiser ab Augustus das Amt des Pontifex Maximus uebernahmen.

Der Begriff aehnelt also nur oberflaechlich unserem heutigen Religionsbegriff.
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#13
(02-10-2014, 20:20)Geobacter schrieb: Die Idee, dass Götter "nur" erdacht wurden, um Naturphänomene zu begründen und zu erklären oder im Besonderen das gesellschaftliche Zusammenleben besser zu regeln ist m.E. grund-falsch wie ebenso naiv.
Ja, danke. Der monotheistische Gott ist ein Gesetzesgott! Immer schön genau lesen, bevor du deine Mituser negativ beurteilst, Geobacter. Natürlich haben Gott und die Götter noch darüber hinausgehende Funktionen. Aber der MONOPOLANSPRUCH des monotheistischen Gottes auf Existenz hat was mit dem zwingenden Monopolanspruch der Gesetze auf eine bestimmte Domäne zu tun!
"A million heads are better than one!" John Lennon
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#14
(03-10-2014, 08:04)Ulan schrieb:
(02-10-2014, 14:21)Gysi schrieb: Ist doch interessant zu wissen, was "Religion" begrifflich und ursprünglich bedeutet hat, oder? Was für einen Nutzen hatte Religion? Den Nutzen einer GESETZESreligion brauchen wir nicht mehr.

Ich glaube, Du verstehst hier den alten "religio" Begriff falsch. Es ging weniger um Gesetz als um Pflichterfuellung. Diese Pflichterfuellung bestand konkret darin, in der korrekten Verehrung der Goetter diese zu beschwichtigen und dadurch Schaden von der Gemeinschaft abzuwenden. "Korrekte Verehrung" bedeutet dabei, die Riten gemaess der Vorschrift auszufuehren.
Ich habe erklärt, was "religio" in einer Gesetzesreligion bedeutet! Und die monotheistischen Religionen sind Gesetzesreligionen! Für sie wurden die 10 Gebote geschaffen. Der Gläubige hat sich an die Gebote zu halten.
"A million heads are better than one!" John Lennon
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#15
(03-10-2014, 09:41)Gysi schrieb: Ich habe erklärt, was "religio" in einer Gesetzesreligion bedeutet!

Und wir (Ulan und ich) versuchten erläuternd einzubringen, dass dem Begriff "religio" von Laktanz eine Bedeutung zugemessen wurde, die dieser zuvor nicht hatte. "Religio" im Sinne von Anbindung an Gott (bzw. das Göttliche) ist eine christliche Erfindung der Spätantike. Erst nachdem Augustin die Begriffsdeutung von Laktanz übernommen hatte, wurde sie zu christlichem "Wissensgut".

Hieronymus beispielsweise hatte "religio" noch im Sinne von Kultausübung verwendet (Vgl. Vulgata Ex 12,26.43; Iac 1,26f.).
MfG B.
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