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Die 10 Gebote in Hebräischer Schrift
#1
Hallöchen!!

Wie der Titel schon sagt, suche ich nach den 10 Geboten in original hebräischer Schrift. Habe im Netz schon danach gesucht, jedoch nichts gefunden. ich hoffe mir kann jemand von euch behilflich sein.
Liebe Grüße
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#2
Gruess Dich,
Zitat:Anin: ...suche ich nach den 10 Geboten in original hebräischer Schrift.
- erstmal vorweg : davon gibt es 2 Ausfertigungen in der Thorah.

Eine steht in 2.Buch Moses (vaJiqra, Exodus) Kp.20 ab Vers 2 bis 17, und die zweite im 5.Buch Moses (Dewarim, Deuteronomium) Kp.5 ab Vers 6 bis 21 - die zweite Version ist innerbiblisch im "Rueckblick 40 Jahre nach der ersten, dem Ereignis" in einem spaeteren Heraeisch geschrieben als die erste.

- sie unterscheiden sich in einigen Einzelheiten z.B.dem Zusatz, was am Sabbath das Besondere ist, und Juden rechnen den ersten Satz nicht als formale "Absender-Angabe", sondern bereits als 1.Wort, daher ist bei uns Gebot 5 das, was bei Christen Gebot 6 waere, und wir fassen deren 9. und 10.Gebot zu unserem 10.Wort zusammen.

Diese besonders gegebenen Saetze nennen wir die 10-Worte, und wenn wir den Text auf die exakte Formulierung hin durchzaehlen, sind es 14 Gebote und Verbote.

Den gewuenschten Text findest Du hebrewoldtestament.com/B02C020.htm, Zeile um Zeile 3-sprachig (Hebraeisch in 3 Versionen: in der klassischen Lettern, in der dem Kanaanaeischen aehnlicheren aelteren Schriftart (zu Salomos Zeit verwendetes "Proto-Hebraeisch") und in einer wissenschaftlichen Umschrift, Lateinisch in der "Vulgata" genannten katholischen Ausgabe, deren neuste Revision auf der Vatican-Homepage nachgesehen werden kann, und auf Englisch in 8 wichtigen Versionen), damit kannst Du Dich immer orientieren, wo einzelne Verse genau stehn, auch falls Dir Englisch auch nicht so vertraut waere.

- Die ganze hebr.Bibel beginnt bei denen hier:

hebrewoldtestament.com
hebrewoldtestament.com/index.htm

Zu der Freundlichkeit, uns das gesamte Hebraeische Bibelbuch auch in dieser "Salomo-Schrift" aufbereitet zu haben, ist sicherlich fuer einige Ueberlegungen zur Deutung schwieriger Stellen hilfreich, um mal das Schriftbild zu sehn, das einen Leser ab und zu an ganz andere Woerter erinnert als das klassische Schriftbild in der "assyrischen Quadratschrift", die wir erst nach dem Exil in Babel fuer die Bibeltexte festlegten (die sah anfangs auch wiederum nicht ganz so aus wie heute, aber sehr aehnlich) aber mit Einschraenkung zu geniessen, weil ziemlich sicher einige Texte niemals vorher in unserem Alphabeth notiert vorlagen, z.B.einige Psalmen:

- Psalm 18 (dieser Zaehlung) ist in unseren juedischen Ausgaben besonders gesetzt, je Zeile mal 2, mal 3 Text-Partikel. Der Laenge nach entspraechen diese Partikel einer Erst-Schrift auf einem Ton-Zylinder oder sehr schmalen Schreib-Feld. - Aber ich weiss nicht genau, wie lange wir diesen Text so optisch auffaellig schreiben. Ein juristisch relevanter Nebennutzen ergibt sich daraus, dass auch ein nicht sehr lesekundiger Jude eine Megillat Thehillim (Psalmen-Schriftrolle) oder ein 2.Buch Samuel, wo der Text exakt so gesetzt nochmal drinsteht, als juedische Buecher identifizieren konnte, wenn es darum ging, einen Eid auf sein Hl.Buch abzulegen.
- 2.Beispiel: Psalm 60 hat im Vorspann - anscheinend unmotiviert - als letztes Wort 12'000 (in Worten) geschrieben, als vorletztes davor "Salztal", das zeigt an, dass mindestens dieser Satz zuerst in assyrischer Keilschrift vorlag, wobei dem Umschreiber einzelne dafuer typische Hinweis-Zeichen reingerutscht sind. Das Wort Salzmeer "Jam haMelahh" endet auf _lahh, in Keilschrift koennte dies Zeichen LAHH mehrfach, auch mit anderen Lauten, gelesen werden. Um sicherzugehn, dass es "lahh" lauten muss, haette der Keilschrift-Schreiber hier noch ein _A.AHH. dazugesetzt, mit dem hebr.Zahlwert 10 und 8, aber in Keilschrift ging das auch mit dem Zahlwert 12'000. Der lesekundige Assyrer haette es so gekannt, dass er so ein Laut-Absicherungs-Zeichen nicht mit vorliest, etwa als Lahhahh sondern aus einem weiteren Hilfszeichen entnommen, dass hier ein Ortsname eines Sees vorliegt, daher aufgepasst, um das, was keiner bei Ortsnamen ahnen kann, korrekt ausgesprochen wird.

In den Jahren ab 538 vdZ, als wir die heutige Schrift einfuehrten, unter dem aufsteigenden Perserreich, als Koenig Kyros nun die Hauptstadt Babl erobert hatte, verlor sich die Kenntnis des Assyrischen bei Juden, weil wir nun mit der Elite heimkehren durften. Wir konnten wieder ein Alphabeth benutzen.
22 Zeichen eines ABC zu lernen war weitaus einfacher als ca.400 Keilschrift-Zeichen. Man schrieb dennoch an einer Thorah (5 Rollen Buecher Moses) ungefaehr 1 Jahr lang. Die Schreiber, die von unserer Grossen-Versammlung aus damals beauftragt wurden, all unsere eigenen Texte zu normen, haben generell alle biblischen Zahlen und das, was sie als solche ansahen, vorsichtshalber in Worten ausgeschrieben.

Dafuer hatten Spaetere das Raetsel, was dies 12'000 an der Stelle besagte - hatte es im Krieg Davids gegen Edom am Salzmeer etwa so viele Gefallene oder Gefangene gegeben?
- Nachher gab es ueber 1'800 Jahre, in denen kein einziger Mensch mehr in Keilschrift schrieb, also konnte auch keiner dran denken, dass eine solche Schrift solche Laut-Absicherungs-Zeichen verwendet hatte.

Wie auch immer, ob ich das richtig definiert hab oder nicht, es ist kein heilsnotwendiger Satz, an dem es mir auffiel. Es wuerde allerdings ein Hinweis darauf sein, dass man wirklich sehr sorgfaeltig bemueht war, Hl.Texte ganz exakt abzuschreiben, auch solche liturgischen Hinweise an Psalmen.

mfG WiTaimre :)
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#3
Vielen Dank WiTaimre !! Das war wirklich eine wunderbare Auskunft! Und die hebräischen Schriftzeichen - insbesondere die modernen - sind ja sowas von wunderhüpsch!! Aber sag mal, Hebräisch schreibt man doch ganz normal wie die unsere Schrift von links nach rechts und nicht umgekehrt wie im Arabischen, richtig?!
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#4
(30-12-2009, 16:03)Anin schrieb: Vielen Dank WiTaimre !! Das war wirklich eine wunderbare Auskunft! Und die hebräischen Schriftzeichen - insbesondere die modernen - sind ja sowas von wunderhüpsch!! Aber sag mal, Hebräisch schreibt man doch ganz normal wie die unsere Schrift von links nach rechts und nicht umgekehrt wie im Arabischen, richtig?!

doch, hebräisch wird wie arabisch von rechts nach links geschrieben
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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#5
Ach .. also doch ...

Dankeschön Icon_smile
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#6
Nicht nur die Schreibrichtung ist die selbe, auch der Wortschatz ist vielfach so verwandt, wie das Deutsche mit dem Holländischen.
Umso interessanter ist die völlig unterschiedliche Schrift.

Gruß Dornbusch
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