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Eine Sufi - Geschichte
#1
Es war einmal in einem fernen Land ein junger Sultan. Er lebte glücklich und zufrieden und genoss das Leben in vollen Zügen. Er und sein Berater, der auch sein bester Freund war, hatten eine gemeinsame Leidenschaft: Sie liebten es in den Dschungel zu reiten, Tage und Nächte dort zu verbringen, sich dort von gejagtem zu ernähren, bei Lagerfeuer unter freiem Himmel zu übernachten, und mit der Natur eins zu werden, dann von dem Ausflug gestärkt würden sie zurück kehren, und sich wieder an die Regierungsgeschäfte machen.

Eines Tages, als sie auf dem Rückweg von einem ihrer Ausflüge waren, schnitt sich der Sultan im Dschungel an einer Pflanze am kleinen Finger. Da die Wunde klein war schenkte er ihr keine große Aufmerksamkeit. Zum Schloss zurückgekehrt verabschiedeten sich die beiden Freunde voneinander und gingen zu Bett.

In der Nacht schwoll der Finger des Sultans an und er bekam große Schmerzen. Er ließ seine Ärzte rufen. Nachdem diese die Wunde begutachteten und sich beraten hatten, verkündeten sie dem Sultan die schlechte Nachricht, dass sie ihm den Finger abnehmen müssen, sonst würde er bald die ganze Hand verlieren und bald darauf den Arm....
Vor Wut schäumend willigte er schließlich ein. Noch in derselben Nacht wurde ihm der Finger abgenommen....

Am nächsten Morgen kam ausgeschlafen und gut gelaunt der beste Freund des Sultans, der von alledem nichts mitbekommen hatte in den Thronsaal. Unter Tränen und Schmerzen erzählte ihm der Sultan was ihm in der Nacht widerfahren war.
Sein bester Freund war betroffen, ging für einen Moment in sich und sagte dann: Habe Vertrauen! Gott ist gnädig und weise. Gott hat seine Gründe warum er dieses und jenes macht oder zulässt. Auch wenn wir es vielleicht nicht erkennen können, Gott tut alles aus Liebe zu uns.......

Da platzte dem Sultan der Kragen, der ganze Schmerz und die Verzweiflung über den Verlust des Fingers verwandelte sich in einer großen Explosion zu rasender ungebändigter Wut. Er schrie nach den Wachen, ließ seinen besten Freund auspeitschen und in den dunkelsten Kerker werfen. “Schlaue Sprüche” waren das Letzte was er jetzt ertragen konnte.....

Wochen und Monate vergingen........

Der Sultan fühlte sich zunehmend besser. Eines Tages beschloss er in den Dschungel zu reiten, zum ersten Mal in seinem Leben allein.

Kaum war er in den Tiefen des Dschungels angekommen, wurde er von halb nackten, bunt bemalten Waldbewohnern gefangen genommen, gefesselt und in ihr Dorf gebracht. Schon von weitem konnte der Sultan die Trommeln hören. Im Zentrum des Dorfes angekommen, sah er hunderte Bewohner ekstatisch um das Lagerfeuer tanzen. Als er auf den Altar gefesselt wurde, wurde ihm klar, dass er den Göttern des Waldvolkes geopfert werden sollte.......

Dessen bewusst, dass sein Leben bald ein jähes Ende finden würde begann er zu beten. Er betete um Vergebung seiner Verfehlungen, und betete in Dankbarkeit für sein ihm geschenktes Leben in einer Tiefe in der er noch nie gebetet hatte. Zum ersten Mal fühlte er, dass er wirklich gebetet hatte...

Dann verstummten die Trommeln. Als der Sultan die Augen auf machte, sah er den Hohepriester des Waldvolkes vor ihm stehen. Der Hohepriester erhob seine Arme zum Himmel, bat die Götter um ihren Segen für das Volk. Er und das Volk waren überglücklich darüber eine so einzigartige Opfergabe - den Sultan persönlich – darbringen zu können. Mit Sicherheit würden die Götter das Volk segnen. Dann zückte er das Opfermesser.....

Plötzlich schrie der Hohepriester auf, er starrte das Opfer an, er konnte es nicht fassen. Er schrie: “Dieses Opfer ist nutzlos, völlig nutzlos, ihm fehlt ja ein Finger, wir können den Göttern keinen unvollkommenen Menschen opfern. Schafft ihn hin fort.......“

Tage später war der Sultan in seinen Palast zurückgekehrt. Die Behandlung der Waldbewohner nachdem die Feier wegen ihm nicht beendet werden konnte war sehr unsanft gewesen, doch er war immer noch am leben, und er war sehr glücklich über die Wendung seines Schicksals.....

Plötzlich fiel ihm siedend heiß sein bester Freund ein der seit Monaten im Kerker ingesperrt war. Er lies ihn sofort holen. Lief ihm mit Tränen in den Augen entgegen, umarmte und küsste ihn. Bat ihm tausendmal um Vergebung für seine eigene Kurzsichtigkeit. Sein bester Freund hatte immer Recht gehabt, ja wegen seiner Weisheit hatte er ihn ja zum seinem Berater gemacht, er hatte gesagt, dass Gott weiß warum er dies und jenes tut.......
Der Sultan sagte: “Bitte vergib mir dass ich dich voll verblendeter Wut in den Kerker werfen ließ und dich all die Monate ungerechter weise drinnen ließ.”

Sein bester Freund war betroffen, ging für einen Moment in sich und sagte dann: “Habe Vertrauen! Gott ist gnädig und weise. Gott hat seine Gründe warum er dieses und jenes macht oder zulässt - Wäre ich nicht im Gefängnis gewesen, wäre ich – wie immer - mit dir in den Dschungel geritten, dann wäre ich statt deiner geopfert worden!!!
Auch wenn wir es vielleicht nicht erkennen können, Gott tut alles aus Liebe zu uns....

aus der Erinnerung erzählt....... zanzibar....
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#2
Eine schöne Geschichte! Icon_lol)

Vielen Dank
Lhiannon
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#3
Noch eine kleine Geschichte.....

Salomon unterhält sich mit seinem Minister, da kommt ein dritter Mann und setzt sich dazu. Schweigend lauscht dieser der Unterhaltung und wirkt dabei verwirrt und sehr ungeduldig. Nach wenigen Minuten verlässt er Salomon und den Minister und sagt, dass er gleich wieder kommen werde.
Kaum aus dem Raum getreten sagt der Minister: „Oh Salomon sag mir wer war dieser Mann? Seine Anwesenheit und die Art und Weise wie er mich betrachtet hat, hat mir Angst gemacht. Das ist kein normaler Mensch gewesen.“
Salomon antwortet: „Du hast recht gesprochen, es war kein Mensch, es ist der Engel des Todes.“ Zu Tode erschrocken und in totaler Panik sagt der Minister „Oh Salomon, ich habe es geahnt, und ich bin mir sicher, dass er hinter meiner Seele her ist, darum hat er mich auch immer so komisch angeschaut. Bitte, Salomon, du der du über Wunderkräfte verfügst, bring mich fort von hier, bring mich in ein fernes Land, am besten nach Indien, jetzt sofort, bitte, bitte, bitte.....“
Salomon sagt: „Dem Engel des Todes kann man nicht entkommen“.
Doch nachdem sich der Minister gar nicht mehr beruhigen konnte und immer panischer wurde, und unter Tränen auf Knien Salomon bittet ihn fort zu bringen, beschwört Salomon die Winde herauf, und lässt den Minister in Windeseile nach Indien tragen.
Kurze zeit später kommt der Engel des Todes zurück und will wissen wo den der Minister ist. Salomon antwortet: „Ich habe den Minister auf seinen Wunsch hin in ein anderes Land gebracht“. Darauf der Engel des Todes: „Aaaah, jetzt verstehe ich. Du hast ihn nach Indien gebracht. Ich hatte mich schon gewundert wie er überhaupt hier sein konnte: Ich soll seine Seele nämlich in 5 Minuten abholen aber auf meiner Liste steht, dass ich sie in Indien abholen soll......“
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