Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Christentum vs. Naturalismus
#76
(21-01-2026, 20:35)...exkath schrieb: Ich bestreite die Existenz  eines Christentums. Andere Backe hinhalten, Feindesliebe, Geld unter den Armen verteilen, das lässt sich nicht beobachten, insbesondere nicht bei den Betbudenbetreibern und Betbudenbesuchern.

... man kann aber nicht "bestreiten", dass im Mittelalter die ersten Altenheime und Hospitäler von christlichen Orden, Klöstern und der Kirche betrieben worden waren. Der Fokus lag auf Pflege und Versorgung von Alten, Kranken und Pilgern, in einer Zeit, als es noch keine Absicherungen durch Rente und Krankenkasse gab! - Später übernahmen das Städte und Stiftungen. - Ab ca. 1800 prägten Diakonissen-Vereine die moderne Krankenpflege.

Es kann auch nicht ausgeblendet werden, dass z.B. die Seelsorge für manchen Menschen eine hilfreiche Anlaufstelle sein kann. Diese wird ohne Frage nach Konfession oder Kirchenmitgliedschaft angeboten, - am Flughafen, im Krankenhaus, im Gefängnis, bei Notfall, per Brief oder online.

Gruß von Reklov
Zitieren
#77
(20-01-2026, 20:12)bellevue schrieb:
(20-01-2026, 19:30)Zero1 schrieb: Es schlagen sich nicht nur "Gläubige" da (oftmals heftig auch) "die Schädel ein", sondern seit Tausenden von Jahren alle möglichen Anderen auch - 

Hast du nicht erst kürzlich vorgerechnet, wie wenige "Atheisten" HEUTE es gibt, um damit die geringe Bedeutung derselben aufzuzeigen?  Atheismus ist aber zudem bekanntlich ein neuzeitliches Phänomen. Vor tausend oder gar tausenden Jahren wird man wohl kaum welche angetroffen haben. Der Jahrtausende die Menschheitsgeschichte begleitende, entsetzliche Blut- und Gewaltrausch wurde demnach im Wesentlichen von "Gläubigen" begangen.

... es darf aber auch erwähnt sein, dass es z.B. unter dem Atheisten STALIN Religionsverfolgungen gab. Hunderttausende Mönche und Nonnen wurden ermordet oder in Arbeitslager interniert.

Oder: während der franz. Revolution betrieben die Jakobiner eine "Entchristianisierung". Zehntausende Priester wurden vertrieben oder getötet. Kirchen wurden zerstört, Eigentum konfisziert und der christl. Kalender abgeschafft.

Die Christenverfolgung zieht sich als historisches Phänomen von der Antike bis in die Gegenwart: Nordkorea, Nigeria, der Mittlere Osten.

Gruß von Reklov
Zitieren
#78
(25-01-2026, 18:25)Reklov schrieb: ... man kann aber nicht "bestreiten", dass im Mittelalter die ersten Altenheime und Hospitäler von christlichen Orden, Klöstern und der Kirche betrieben worden waren.
Doch man kann. Im Vergleich zu Betbuden aus dem Mittelalter sind christliche Altenheime und Hospitäler bestenfalls eine Marginalie.
Kein Mensch mit Humor hat jemals eine Religion gegründet.
Robert Green Ingersoll
Zitieren
#79
(25-01-2026, 18:48)Reklov schrieb: ... es darf aber auch erwähnt sein, dass es z.B. unter dem Atheisten STALIN Religionsverfolgungen gab. Hunderttausende Mönche und Nonnen wurden ermordet oder in Arbeitslager interniert.
Stalin war eindeutig ein Produkt der russisch orthodoxen Kirche. Er hat es bei denen bis ins Priesterseminar geschafft. Wobei die russisch orthodoxen Kirche sich auch heute wieder als Kriegstreiber betätigt und deshalb auch nicht zu den Christen gezählt werden kann.
(25-01-2026, 18:48)Reklov schrieb: Oder: während der franz. Revolution betrieben die Jakobiner eine "Entchristianisierung". Zehntausende Priester wurden vertrieben oder getötet. Kirchen wurden zerstört, Eigentum konfisziert und der christl. Kalender abgeschafft.
Wären diese Priester Christen gewesen, hätten sie auf der Seite der Revolutionäre gestanden.
Die Dachschäden, der großen Armleuchter der Weltgeschichte, sind mehrheitlich nichtnaturalistischer Art.
Kein Mensch mit Humor hat jemals eine Religion gegründet.
Robert Green Ingersoll
Zitieren
#80
(25-01-2026, 18:48)Reklov schrieb:
(20-01-2026, 20:12)bellevue schrieb: Hast du nicht erst kürzlich vorgerechnet, wie wenige "Atheisten" HEUTE es gibt, um damit die geringe Bedeutung derselben aufzuzeigen?  Atheismus ist aber zudem bekanntlich ein neuzeitliches Phänomen. Vor tausend oder gar tausenden Jahren wird man wohl kaum welche angetroffen haben. Der Jahrtausende die Menschheitsgeschichte begleitende, entsetzliche Blut- und Gewaltrausch wurde demnach im Wesentlichen von "Gläubigen" begangen.

... es darf aber auch erwähnt sein, dass es z.B. unter dem Atheisten STALIN Religionsverfolgungen gab. Hunderttausende Mönche und Nonnen wurden ermordet oder in Arbeitslager interniert.

Das darf nicht nur erwähnt werden, sondern es wird - obgleich genau so oft völlig unbestritten - immer und immer wieder erwähnt. Und warum? Weil sich außer den kommunistischen Diktaturen der Neuzeit nämlich (man belehre mich eines Besseren) keine Verbrechens-Ideologien finden lassen, die den "Atheismus"/"Naturalismus" ausdrücklich zu ihren weltanschaulichen Fundamenten zählen. Und genau deshalb wird dabei auch jedesmal in völliger Unkenntnis, oder richtiger: in bewusster Ignoranz die immer gleiche verlogene Kategorienverdreherei betrieben: Denn Atheismus ist genau so wenig gleich Kommunismus (oder gar Stalinismus/Maoismus) wie Theismus gleich Christentum ist.

Diese propagandistische Kategorienverdreherei zeigt sich ja, wie ich bereits angemerkt hatte, schon an der Titelgebung dieses Threads. Allerdings ist das angesichts der Fundamente des bibel-christlichen Glaubens auch wenig verwunderlich. Denn in diesem gruseligen Welt- und Menschenbild reicht es ja bekanntlich bereits aus, die angeblich "einzig wahre" bibel-christliche Glaubens-Ideologie abzulehnen, um allein aus diesem Grunde notwendigerweise ein elender Menschheitsverbrecher zu sein.


(25-01-2026, 18:48)Reklov schrieb: Oder: während der franz. Revolution betrieben die Jakobiner eine "Entchristianisierung". Zehntausende Priester wurden vertrieben oder getötet. Kirchen wurden zerstört, Eigentum konfisziert und der christl. Kalender abgeschafft.

Aber weder Jakobiner noch die sonstigen, an der französischen Revolution beteiligten Lager waren "Atheisten"/"Naturalisten"! Sondern sie gingen außer gegen den verbrecherischen und menschenverachtenden Adel dezidiert auch gegen den katholishen Klerus vor. Warum? Weil die katholische Kirche in Frankreich über Jahrhunderte die Auspressung, brutal-gewalttätige Erniedrigung und Behandlung der "niederen" Klassen der Gesellschaft schlimmer als das Vieh nicht nur gepredigt und bei Androhung göttlicher Strafen gerechtfertigt hat, sondern sich zusammen mit dem Adel daran auch auf's verbrecherichste selbst beteiligt hat.



(25-01-2026, 18:48)Reklov schrieb: Die Christenverfolgung zieht sich als historisches Phänomen von der Antike bis in die Gegenwart: Nordkorea, Nigeria, der Mittlere Osten.

Erfolgte die Christenverfolgung in der Antike durch "Atheisten"/"Naturalisten"? Wie gingen die Christen, die, als sie noch verfolgt wurden, immer wieder eindringlich forderten, ihre Religion frei ausüben zu dürfen, mit anderen Religionen um, nachdem sie selbst im Römischen Reich an die Hebel der Macht gelangt waren?

Und in welchem Ausmaß sind Ideologien, die "Atheistismus"/"Naturalismus" zu ihren weltanschaulichen Fundamenten zählen, an den heutigen Christenverfolgungen beteiligt?
Alles was sich aussprechen läßt, läßt sich klar aussprechen. (Wittgenstein)
Zitieren
#81
Immer die Christenverfolgungen hervorheben, aber wenn's um die "Bekehrung" der Heiden geht, schweigen die christlichen Kirchen gerne über die Zwangstaufen, die Sachsenkriege, die Zerstörung alter Heiligtümer und Aufpfropfung von Kirchen auf dieselben, die Okkupation alter Feiertage und Symbole( zB Hase und Ei, Symbole der Göttin Ostara)..
Aut viam inveniam aut faciam
Zitieren
#82
Richtig! Ideologien sind Schlächter der jeweils anderen. Business as usual ...
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Zitieren
#83
(25-01-2026, 22:55)exkath schrieb:
(25-01-2026, 18:25)Reklov schrieb: ... man kann aber nicht "bestreiten", dass im Mittelalter die ersten Altenheime und Hospitäler von christlichen Orden, Klöstern und der Kirche betrieben worden waren.
Doch man kann. Im Vergleich zu Betbuden aus dem Mittelalter sind christliche Altenheime und Hospitäler bestenfalls eine Marginalie.

... diese Marginalie hättest du aber sicher mehr als dankend angenommen, wärest du im Mittelalter von diesen Einrichtungen aufgenommen worden. Entweder vorübergehend als Pilger oder Patient, - oder aber als Greis "am Ende deines Lebens".

Gruß von Reklov
Zitieren
#84
(28-01-2026, 10:21)d.n. schrieb: Immer die Christenverfolgungen hervorheben, aber wenn's um die "Bekehrung" der Heiden geht, schweigen die christlichen Kirchen gerne über die Zwangstaufen, die Sachsenkriege, die Zerstörung alter Heiligtümer und Aufpfropfung von Kirchen auf dieselben, die Okkupation alter Feiertage und Symbole( zB Hase und Ei, Symbole der Göttin Ostara)..

... erstaunlich ist auch, dass man den Namen des germanischen Gottes Donar im Donnerstag hat überleben lassen,
und die nordische Göttin Freya lebt im Freitag weiter..

Gruß von Reklov
Zitieren
#85
(Gestern, 16:12)Reklov schrieb:
(25-01-2026, 22:55)exkath schrieb: Doch man kann. Im Vergleich zu Betbuden aus dem Mittelalter sind christliche Altenheime und Hospitäler bestenfalls eine Marginalie.

... diese Marginalie hättest du aber sicher mehr als dankend angenommen, wärest du im Mittelalter von diesen Einrichtungen aufgenommen worden. Entweder vorübergehend als Pilger oder Patient, - oder aber als Greis "am Ende deines Lebens".

...zumal, wie ja allgemein bekannt ist, die erbarmungswürdigen sozialen Zustände des Mittelalters samt und sonders durch Atheisten und Naturalisten verursacht, gerechtfertigt  und militant verteidigt wurden...
Alles was sich aussprechen läßt, läßt sich klar aussprechen. (Wittgenstein)
Zitieren
#86
(Gestern, 16:12)Reklov schrieb:
(25-01-2026, 22:55)exkath schrieb:
(25-01-2026, 18:25)Reklov schrieb: ... man kann aber nicht "bestreiten", dass im Mittelalter die ersten Altenheime und Hospitäler von christlichen Orden, Klöstern und der Kirche betrieben worden waren.
Doch man kann. Im Vergleich zu Betbuden aus dem Mittelalter sind christliche Altenheime und Hospitäler bestenfalls eine Marginalie.

... diese Marginalie hättest du aber sicher mehr als dankend angenommen, wärest du im Mittelalter von diesen Einrichtungen aufgenommen worden. ...
Wenn es sie gegeben hätte. Außer Ihrer Behauptung gibt es nur dürftige, nicht zu findende, Nachweise. Qualitativ hätten sie auch etwas besser sein müssen als die vom " Ghul von Kalkutta" betriebenen.
Kein Mensch mit Humor hat jemals eine Religion gegründet.
Robert Green Ingersoll
Zitieren
#87
(Gestern, 16:22)Reklov schrieb: ... erstaunlich ist auch, dass man den Namen des germanischen Gottes Donar im Donnerstag hat überleben lassen,
und die nordische Göttin Freya lebt im Freitag weiter..

Gruß von Reklov

Und der jüdische Sabbat lebt im Deutschen im Wort Samstag weiter. Und das jüdische Paschafest lebt im Französischen im Wort Pâques (Ostern) weiter.

Das Christentum ist wirklich sehr multinational. Es will alle Religionen respektieren und ehren und übernahm deshalb sehr viele vorchristliche Gebräuche. Beispielsweise der herbstliche Almabtrieb mit den geschmückten Kühen im Alpengebiet
Zitieren
#88
(Gestern, 20:51)Sinai schrieb: Das Christentum ... will alle Religionen respektieren und ehren und übernahm deshalb sehr viele vorchristliche Gebräuche.
Spaß muss sein! Icon_cheesygrin
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Zitieren
#89
(Gestern, 18:51)exkath schrieb:
(Gestern, 16:12)Reklov schrieb: ... diese Marginalie hättest du aber sicher mehr als dankend angenommen, wärest du im Mittelalter von diesen Einrichtungen aufgenommen worden. ...
Wenn es sie gegeben hätte. Außer Ihrer Behauptung gibt es nur dürftige, nicht zu findende, Nachweise. Qualitativ hätten sie auch etwas besser sein müssen als die vom " Ghul von Kalkutta" betriebenen.

Man darf auch nicht vergessen, dass eine Hauptaufgabe dieser Einrichtungen war, Kranke aus der Stadt fernzuhalten. Aus diesem Grund fand man die fast immer in einigem Abstand ausserhalb der Stadtmauern.
Zitieren
#90
(Gestern, 22:40)Ekkard schrieb:
(Gestern, 20:51)Sinai schrieb: Das Christentum ... will alle Religionen respektieren und ehren und übernahm deshalb sehr viele vorchristliche Gebräuche.
Spaß muss sein! Icon_cheesygrin

Ja, es ist schon erstaunlich, wie man zu solch einer absurden Aussage kommen kann. Respekt vor anderen Religionen war fuer die meiste Zeit des Christentums definitiv unerwuenscht.

Dass fuenf der Wochentage im Deutschen noch ihre Bezeichnungen nach heidnischen Goettern haben, liegt wohl eher an einer gewissen Beharrung. Gebildete wussten wohl, dass die Planetennamen gemeint waren, wie sie aus Babylon uebernommen wurden, und der Rest wusste eh nicht, was hinter dem Namen steckte. Beim Mittwoch koennte man vermuten, dass der oberste Gott Wotan/Odin irgendwie vermieden werden sollte, aber auch das ist wohl schlicht eine Uebernahme aus einer alternativen roemischen Bezeichnung, wie bei auch sonst allen Tagesbezeichnungen ausser Samstag. Beim Samstag war auch vorher kein germanischer Gott als"Uebersetzung" da gewesen (das blieb, wie bei den anderen germanischen Sprachen, der Saturn), wobei das Deutsche hier im Westen und Sueden, also roemisch beeinflussten Gebieten, bei der Umbenennung den romanischen Sprachen folgt.

Da sieht man mal wieder, wie wenig das Thema des Threads eigentlich alltagsrelevant ist. Entscheidungen werden aus unterschiedlichsten Gruenden gefaellt und lassen sich nicht sauber in zwei Schubladen sortieren. Die meisten Fragen sind uns doch eigentlich mehr oder weniger egal, zumindest aus praktischer Sicht. Aber wehe, wenn mal die Aufmerksamkeit darauf faellt...
Zitieren


Möglicherweise verwandte Themen…
Thema Verfasser Antworten Ansichten Letzter Beitrag
  Gütergemeinschaft im Christentum heute ? Sinai 3 621 Gestern, 22:04
Letzter Beitrag: Sinai
  Christentum und Wiedergeburt Farius 306 70524 09-09-2025, 21:34
Letzter Beitrag: Ulan
  Christentum versus Karrierismus Sinai 35 7550 26-05-2025, 19:57
Letzter Beitrag: Ulan

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 2 Gast/Gäste