Das Böse ist eine unbestreitbare Wirklichkeit.
Wenn ein allwissender und allmächtiger Gott, der alles geschaffen hat, angenommen wird, muss dieser auch für das Böse in der Welt verantwortlich gemacht werden.
Erklärungsversuche gab es viele.
Platon spricht viel vom Guten, über das Böse, das natürliche Übel und das sittlich Schlechte, schweigt er sich aus. Gott ist (bei ihm) das Gute: Nicht von allem ist Gott Ursache, nur von dem, was sich gut verhält. Nun gibt es weit weniger Gutes als Böses bei uns; das Gute zwar darf man auf keine andere Ursache zurückführen (als auf Gott), für das Böse muss man andere Ursachen suchen, nur nicht Gott (Politeia). Prophetisch hält er ebendort fest: Wenn der (vollkommen) Gerechte einmal kommen sollte, wird er gefesselt, gegeißelt, gefoltert und geblendet werden, und er wird alles Übel erdulden und gehenkt werden, um dann einzusehen, dass man nicht gerecht sein, sondern gerecht erscheinen wollen muss.
Mit Platon hat’s begonnen. Wie das Böse in die Welt gekommen ist, konnte er nicht erklären. Und die ihm nachfolgenden Theologen und Philosophen konnten es gleichermaßen nicht.
Augustin versteigt sich in die Behauptung:
"Alles Gesegnete ist ewig, aber nicht alles Ewige ist gesegnet - die Hölle und der Teufel sind ewig, aber nicht gesegnet. Gott wusste von den Sünden des Teufels, schon bevor dieser wurde, er wusste aber auch dass sie (Hölle und Teufel) zur Besserung des Universums nützlich sind" (De civitate Dei).
Leibniz räumt ein:
Das Übel besteht in der Sünde. Sie wird von Gott nur zugelassen als contitio sine qua non des Guten, aber nicht gemäß dem Grundsatz des Notwendigen, sondern der lex melioris: Gott ist an die Wahl des Besten gebunden, er schafft deswegen den Menschen als freies Wesen, weil dieser sonst nicht sittlich handeln könnte, und muss das Böse sozusagen als Kaufpreis der Freiheit zulassen. Sein Schluss: Gott ist nicht Schuld am Bösen sondern der Wählende [Mensch], der seine Freiheit, die er zum Guten bekommen hat, missbraucht.
Und Schelling weiß schon zu sagen:
Nie könnte Böses in der Welt auftauchen, wenn diese alleine aus göttlicher Vernunft oder reinem vernünftigen Willen erwachsen wäre.
MfG E.
Wenn ein allwissender und allmächtiger Gott, der alles geschaffen hat, angenommen wird, muss dieser auch für das Böse in der Welt verantwortlich gemacht werden.
Erklärungsversuche gab es viele.
Platon spricht viel vom Guten, über das Böse, das natürliche Übel und das sittlich Schlechte, schweigt er sich aus. Gott ist (bei ihm) das Gute: Nicht von allem ist Gott Ursache, nur von dem, was sich gut verhält. Nun gibt es weit weniger Gutes als Böses bei uns; das Gute zwar darf man auf keine andere Ursache zurückführen (als auf Gott), für das Böse muss man andere Ursachen suchen, nur nicht Gott (Politeia). Prophetisch hält er ebendort fest: Wenn der (vollkommen) Gerechte einmal kommen sollte, wird er gefesselt, gegeißelt, gefoltert und geblendet werden, und er wird alles Übel erdulden und gehenkt werden, um dann einzusehen, dass man nicht gerecht sein, sondern gerecht erscheinen wollen muss.
Mit Platon hat’s begonnen. Wie das Böse in die Welt gekommen ist, konnte er nicht erklären. Und die ihm nachfolgenden Theologen und Philosophen konnten es gleichermaßen nicht.
Augustin versteigt sich in die Behauptung:
"Alles Gesegnete ist ewig, aber nicht alles Ewige ist gesegnet - die Hölle und der Teufel sind ewig, aber nicht gesegnet. Gott wusste von den Sünden des Teufels, schon bevor dieser wurde, er wusste aber auch dass sie (Hölle und Teufel) zur Besserung des Universums nützlich sind" (De civitate Dei).
Leibniz räumt ein:
Das Übel besteht in der Sünde. Sie wird von Gott nur zugelassen als contitio sine qua non des Guten, aber nicht gemäß dem Grundsatz des Notwendigen, sondern der lex melioris: Gott ist an die Wahl des Besten gebunden, er schafft deswegen den Menschen als freies Wesen, weil dieser sonst nicht sittlich handeln könnte, und muss das Böse sozusagen als Kaufpreis der Freiheit zulassen. Sein Schluss: Gott ist nicht Schuld am Bösen sondern der Wählende [Mensch], der seine Freiheit, die er zum Guten bekommen hat, missbraucht.
Und Schelling weiß schon zu sagen:
Nie könnte Böses in der Welt auftauchen, wenn diese alleine aus göttlicher Vernunft oder reinem vernünftigen Willen erwachsen wäre.
MfG E.

