Suspended schrieb:Du sollst dir kein Bildnis ... machen ,...Die christliche Elite der Spätantike lehnte die Bilderverehrung überwiegend ab. Wenn, dann wurden Symboldarstellungen zugelassen. Der Bilderkult aber wurde "von unten" in den kultischen Alltag eingebracht. Es war die Sehnsucht einfacher Gläubiger nach Anschauung und Orientierung. Der Streit um Duldung (und kultischen Gebrauch) von Abbildern Christi und anderer kultisch verehrter Personen gipfelte in der Zeit Kaiser Leon III. in einem Bildersturm, der von der Volksfrömmigkeit heftig abgelehnt wurde.
Dem Kaiser trat Johannes von Damaskus (ca. 700-753) entgegen, der (pikanterweise unter muslimischem Schutz) im Kloster des heiligen Sabas in Jerusalem seine "Drei Schriften gegen die Bilderstürmer" verfasste. Darin entwickelte er eine umfassende theologische Rechtfertigung für die Verehrung der Bilder Christi und der Heiligen. Sehr verkürzt dargestellt: "Durch die Menschwerdung Gottes sei das Bilderverbot des AT aufgehoben. Da Sehen mehr sei als Hören und das Bild eindeutiger als das Wort, müsse der Bilderkult nicht nur geduldet werden, ihn zu unterstützen sei vielmehr eine Pflicht des Christenmenschen."
Unter Leons Sohn Konstantin V. wird auf dem Konzil von Hiereia bei Chalkedon 754 der Ikonoklasmus (das Bilderzerbrechen) zur Kirchenlehre. Erst nach dem Tod Leons IV. (Konstantins Sohn) unter dem Einfluss der Kaiserinwitwe Irene (780-802) wurde die Bilderverehrung (Konzil v. Nikaia 787) wieder gestattet.
MfG E.

