(22-06-2021, 13:56)Urmilsch schrieb: Da es im ganzen Weltall aber weder eine intelligente Kraft noch eine ewige Kraft gibt - es ist der Menschheit nicht gelungen, das heißersehnte Perpetuum mobile zu erfinden - so müssen wir hinter dieser Kraft einen bewußten intelligenten Geist annehmen
dieser spruch - falls er denn so überhaupt gefallen ist - ist eines naturwissenschaftlers absolut unwürdig und eine beleidigung jener ratio, die den naturwissenschaften zugrundeliegt
denn erstens konstatiert er ein non sequitur (wir [b]müssen da gar nichts annehmen), und zweitens - was soll das sein, ein "bewußt intelligenter Geist hinter einer Kraft", wenn nicht eh das gleiche wie eine "intelligente Kraft"? also mal abgesehen davon, daß ich mir auch unter einer "intelligenten kraft" nichts vorstellen kann - eine besondere schwerkraft, die erst überlegt, ob sie den apfel auf den boden fallen läßt, oder nicht doch intelligenterweise beschließt, heute den hrn. newton mal zu verarschen und den apfel lieber zur iss zu befördern?
Zitat:Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie
welcher "dieser" denn jetzt konkret?
wie schaut der aus, worin äußert er sich? und warum solls für diese äußerung nicht auch andere ursachen geben können, z.b. natürlich statt übernatürliche?
Zitat:Nicht die sichtbare, aber vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche - denn die Materie bestünde ohne den Geist überhaupt nicht - , sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre! Da es aber Geist an sich ebenfalls nicht geben kann, sondern jeder Geist einem Wesen zugehört, müssen wir zwingend Geistwesen annehmen. Da aber auch Geistwesen nicht aus sich selber sein können, sondern geschaffen werden müssen, so scheue ich mich nicht, diesen geheimnisvollen Schöpfer ebenso zu benennen, wie ihn alle Kulturvölker der Erde früherer Jahrtausende genannt haben: Gott! Damit kommt der Physiker, der sich mit der Materie zu befassen hat, vom Reiche des Stoffes in das Reich des Geistes. Und damit ist unsere Aufgabe zu Ende, und wir müssen unser Forschen weitergeben in die Hände der Philosophie."
jetzt möchte ich doch wirklich gern wissen, wann, wo und in welchem kontext heisenberg das verzapft haben soll. zumal: was maßt er als physiker sich hier überhaupt irgendwelche kompetenzen an, wenn doch seinen eigenen worten zufolge er ja sein "Forschen weiterzugeben hat" in anscheinend zu dieser thematik berufenere hände?
ein widerspruch in sich
Zitat:Es ist doch mehr als seltsam Ekkard, dass die religiösen Schriften ebenfalls immer und immer wieder von Geist sprechen und davon, dass dieses Universum geistiger Natur ist und sich das mit den Feststellungen einiger Quantenphysiker deckt.
"geist" ist ein fast so praktisches vokabel wie "gott"
wird es doch nie hieb- und stichfest definiert, was denn konkret darunter zu verstehen sei. logisch, denn sonst ließe sich ja überprüfen, ob es so was überhaupt gibt
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)

