11-03-2021, 13:28
(10-03-2021, 23:38)Ekkard schrieb: Und nicht vergessen: Wir diskutieren "Was ist Materie? Was ist Materialismus?" Wenn dein "Geist" damit nichts zu tun hat, dann machen wir besser ein neues Thema auf!
Hallo Ekkard,
zurück zur Materie:
der Mensch teilt das ihm erkennbare DASEIN in materielle Gegenstände auf. Dabei verfallen manche in die Denkgewohnheit, das in der Welt Beobachtbare schon mit dem Sein des Seelenvermögens zu verwechseln.
Die gegenständlich erkennbare Welt baut sich in Stufen auf. Es sind das leblose, anorganische Desein der Materie, dann das organische Leben, dann das innere des Seins, das Bewusstsein oder die Seele, dann der Geist.
Wer nur auf die Materie starrt, schließt den Kreis nicht vollständig, sonern gleicht einem Arzt, der seinen Patienten nicht ganzheitlich zu heilen vermag, ihm lediglich nur Pillen verschreibt, die ein organisches Leiden kurieren sollen.
Zwischen den aufgezählten Stufen ist jeweils ein übergangsloser Sprung in der Weise, wie er für die Forschung Gegenstand wird. Es sind deswegen Stufen, weil jeweils die höhere an die Vorausgehende als Voraussetzung für ihr Dasein und als ihr Material gebunden ist - nicht aber die tiefere an die höhere.
Für die Forschung folgen sich diese Stufen im Gegenstandsein der Welt. - Sie zeigen die Trennungen, die dem Objektivieren zu Forschungsgegenständen sich aufzwingen, (sind also Stufen der Erforschbarkeit).
Aber sie fallen keineswegs zusammen mit der Folge der Weisen, welche das Ganze "umgreifen". Zwischen organischem Leben und Bewusstsein besteht z.B. für die Methode der Forschung eine scharfe Trennung, während im Hinblick auf das, was das Ganze "umgreift", beides untrennbar eins ist.
Die Materie, wie wir sie empirisch erkennen, ist ungeschlossen, hat ständig Lücken, zeigt uns nur eine Seite der Erscheinung, ist aber nie das Weltsein im Ganzen, und erst recht nicht das Sein selbst! So sind die Stufen und Einteilungen der materiellen Weltgegenstände erforschbare Strukturen, nicht aber Grundteilungen des Seins an sich.
Die Gesamtheit der empirischen Wissenschaften kann uns nur vorlegen, was in Gestalt handgreflicher Sichtbarkeit zugänglich ist und noch wird. Der Mensch wächst jedoch mit den materiellen Phänomenen, die er zu erblicken vermag. Er selbst und sein Bewusstsein verwandelt sich mit dem Erkennen. Die Erkenntnisstufen bei der Erforschung der Materie sind also ein Ausdruck des Werdens.
Der Lehrstoff über die Materie ist unumgänaglich umd gehaltvoll! - Aber auch er kann keine Einteilung des Seins vermitteln, da nun mal die Gesamtheit der Erkenntnisweisen als Übersicht fehlt.
Materie kann also als Stoff, Substanz bezeichnet werden, ungeachtet des jeweiligen Aggregatzustandes und im Unterschied zur Energie und zum Vakuum. -
Die Entwicklung der Materie innerhalb des kosmologischen Totalprozesses war im engeren Sinne die Entwicklung der leblosen Materie und ihrer Gestaltungen. Dann folgte die Lebensentwicklung, wie sie als Gegenstand der Biologie und der Paläontologie erforscht wird. Dann folgte die Entwicklung des Lebens von innen, des Bewusstseins. Deswegen sollte man Geist und Materie auch trennen, obwohl sie zum "Ganzen" gehören.
Der nach Wissen strebende Geist des Menschen (Selbstentwicklung) kann beim Blick in das innere Bewusstsein nur das gegenwärtig Lebendige erblicken, aber mangels zureichender Spuren (Hinterlassenschaften) nicht umfassend erforschen.
Die unermessliche Weltmaterie ballt sich zu Sonnensystemen. In diesen entwickeln sich Planeten und auf diesen Leben. Aus dem Leben der Mensch.
Was aber in den versch. Forschungsgebieten vor Augen tritt, ist nur ein Aspekt. Mit den Methoden der Forschung, unter Bedingungen dieser Gesichtspunkte in der Welt zeigt sich das Sein in solcher Art. Aber es zeigt sich in uns selbst und durch uns auch noch ganz anders!
Die Herkunft des Menschen und aller materiellen Dinge kommt aus einer unbekannten Tiefe - und geht vermutlich wieder dahin zurück! (?)
Zu der hier vorgegebenen Thematik merke ich an, dass Kulturgebiete in ihrer äußerlichen Fassbarkeit dem am fernsten sind, was uns als "Unbekanntes" umgreift.
Gruß von Reklov

