(11-05-2019, 13:13)konform schrieb: Tacitus’ “Annalen” liegt vor mir.
Sueton (Claud. 25,4) nannte den Anführer jener, die unter Claudius Radau gemacht hatten. Einen Mann namens Chrestos.
Und Tacitus schrieb von "Chrestianern" (Chrestianos), die unter Nero unter Verdacht kamen, "Abscheulichkeiten zu verüben". So jedenfalls ist es in den ältesten Handschiften überliefert. Fromme Abschreiber hatten das später in "Christianos" geändert.
"Dieser Name (Chretianos) stammt von Christus, der unter dem Prokurator Pontius Pilatus hingerichtet worden war", erläutert Tacitus.
Das war wohl eine Fehleinschätzung. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Tacitus den Amtstitel des Pilatus (Prokurator anstatt, wie es richtig heißen hätte müssen, Präfekt) falsch wiedergibt. Die Sache war ihm offenbar keine Recherche wert gewesen. Zu erklären ist das, zumal die ritterlichen Statthalter seit der Wiedererrichtung der Provinz Judäa ab 44 nC den Amtstitel Prokurator trugen.
Alles in allem ein dürftiges Zeugnis für einen Mann, der auf dem Wasser gehen, Tote auferwecken, Speisen wunderbar vermehren und Wasser in Wein verwandeln konnte.
Zu Christus/Chrestos siehe HIER (klick!).
MfG B.

