29-04-2015, 17:39
Zitat:Es gibt ja auch nicht nur die Naturwissenschaften. Menschen und Leben, Völker und Kulturen werden von der Soziologie, der Ethnologie, Geographie etc. untersucht. Nicht von der Religion.Dem kann ich zustimmen.
Zitat:Tja, das Problem ist halt, dass Religion immer schon eine Vorraussetzung als Fakt ansieht (nämlich die Existenz eines Gottes), welche überhaupt nicht bewiesen werden kann.Das hat Religion so an sich, dass sie auf Glauben beruht. Glauben kann aber auch zu einer Gewißheit führen, wenn dieser Glaube auf Wahrheit aufbaut.
Zitat:Dieses Setzen eines Gottes hat aber weitreichende Folgen und die gesamten "Untersuchungen" werden darauf aufgebaut.Wenn ich eine wissenschaftliche Untersuchung durchführe, dann muss ich sie selbstverständlich auf wissenschaftlichen Kriterien aufbauen. Das schließt aber nicht aus, dass ein gläubiger Mensch aufgrund seines Glaubens Erkenntnisse gewinnt. Dazu braucht so ein Mensch keine Untersuchungen durchführen. Wenn sich aber eine wissenschaftliche Untersuchung auf eine Religion bezieht, dann erscheint es mir logisch, dass auch die Lehren einer solchen Religion in die Untersuchung mit einbezogen werden müssen.
Zitat:Eine solche Setzunge eines Gottes ist aufgrund der Unbeweisbarkeit wissenschaftlich absolut nicht legitim.
Wenn es absolut nicht legitim ist, dann macht es auch keinen Sinn, Religion wissenschaftlich untersuchen zu wollen. Mehr als ein paar Statistiken kommen dabei nicht heraus. Und wenn man sich über eine Religion informieren möchte, kann Wikipedia weiterhelfen. Dazu braucht es keine wissenschaftlichen Untersuchungen.
Zitat:Wer etwas untersuchen möchte, muss frei an die Sache herangehen.
Wenn ein Mensch eine Kirche oder eine Religion untersucht, sei es wissenschaftlich oder nicht, Gott dabei aber außen vor läßt, was für Erkenntnisse will er dann gewinnen? Das ist wie ein Journalist, der mal vorbeischaut, mit ein paar Leuten redet und etwas darüber in der Zeitung schreibt. Nette Leute da, singen fröhlich und beten.
Zitat:Ansonsten macht es schlicht keinen Sinn und führt auch nicht zu Erkenntnisgewinn, da ja bereits das Fundament (die Existenz Gottes) der Überlegungen nicht sicher ist. Der ganze darauf aufbauende Rest dann selbstverständlich auch.Darauf kommt es meiner Ansicht nach gar nicht an. Jeder, der fähig ist, eine wissenschaftliche Arbeit zu lesen, ist intelligent genug zu Wissen, das Religion eine Glaubenssache ist. Wenn eine Untersuchung also feststellt, dass 90% der Mitglieder der xy-Religion tief gläubig sind, von Visionen berichten, solche Visionen diese oder jene Inhalte darstellen und das diese Visionen aufgrund dieser oder jener Glaubeninhalte zustandekommen, dann sehe ich da kein Problem. Das setzt natürlich voraus, das sich die Wissenschaft auch mit diesen Glaubeninhalten beschäftigt. Gleichgültig, ob diese Wissenschaftler das glauben oder nicht.
Neulich sah ich das Video über einen Reporter und seinen Kameramann. Er verabredete sich mit zwei unserer Missionare und verbrachte mit ihnen einen Tag als Missionar. Dann hat er darüber in einem Video berichtet. Es geht also.
Zitat:Diese Lehren sind nichts weiter als die selbstverständlichsten Regeln jeder Gemeinschaft und so trivial, dass es sie selbstverständlich auch schon vor dem Christentum gab. Denn eine Gemeinschaft kann nur dann existieren und überleben, wenn es ein Mindestmaß an Regeln gibt. Und "nicht töten", "nicht steheln" etc. sind so einfache und selbstverständliche Regeln, dass sie unabdingbar für ein erfolgreiches gesellschaftliches Zusammenleben sind. Auch schon in der Steinzeit.Schön, dass Du das so siehst. Die Realität ist eine Andere. Das beginnt schon beim 1. Gebot.
Hätte Moses damals die Erklärung der Menschenrechte vom Berg Sinai geholt, dann wäre ich beeindruckt. Aber die Regeln der Bibel sind für unsere komplexe Welt doch viel zu einfach gehalten, da sie überhaupt nicht in die Tiefe gehen, keine konkreten Probleme ansprechen.
Zitat:Diese Behauptung ist wertlos, da du sie durch keine Belege untermauern kannst. Noch einmal: Behaupten kann man alles mögliche. Wichtig ist, es auch mit Argumenten, Beweisen etc. zu festigen.Ich kenne einen Wissenschaftler. Der fand es merkwürdig, dass Steine immer nach unten fallen. Warum fallen sie nicht nach oben, hat er sich gefragt.
Genauso könnte ich behaupten, Gott ist ein Saddist, welcher die Erde und die Menschen für sein grausames Spiel erschaffen hat. Hat genau die gleiche Aussagekraft wie deine Behauptung. Nämlich keine, da ich es nicht beweisen kann.
Zitat:Hattest du nicht geschrieben, dass aufgrund unseres Umgangs mit der Erde solche Katastrophen geschehen, also menschengemacht?Ich hatte zwei Aussagen gemacht und beide mit dem Wort "und" verbunden.
Wenn nicht, wie passt dann das Beben und das darauf folgende Leid zu deinem Gott?
- Die Erde ist ein sterbender Planet. Folglich wird es weitere schwere Naturkatastrophen geben.
- Es gibt von Menschen verursachte Katastrophen.
Zitat:Glauben und Erkenntnis schließt sich per definitionem schon aus.Durchaus nicht. Wer an Dinge glaubt, die wahr sind und dann nach dieser Wahrheit strebt, der wird auch Erkenntnis erlangen.
Zitat:Erlaube mir noch eine Frage: Warum glaubst du? Warum bist du so sicher, dass all das auch stimmt, was du so glaubst? Hast du deinen Glauben schon einmal wirklich hinterfragt?Im Grunde ist das mit dem Glauben wie mit der Wissenschaft. Da ist eine Idee, ein "es könnte so sein", ein Wahrscheinlichkeitswert. Und dann geht man los. So als ob man im Labor etwas zusammenmischt. Wenn man Glück hat, funktioniert es, wenn nicht, fliegt das Labor in die Luft. Oder wie ein Geologe, der in eine Höhle hinuntersteigt oder wie eine Expedition in ein fremdes Land. Manchmal frage ich mich, ist das richtig, was ich hier mache? Bin ich noch auf Kurs? Fährt mein Schiff in die richtige Richtung? Ja, und machmal geht es durch Nebel oder Unwetter. Aber da ist dieser Wahrscheinlichkeitswert. Und dann komme ich an und stelle fest, es ist so. Die Wahrscheinlichkeit hat sich bewahrheitet.
Es ist ein Abenteuer. Das Abenteuer des Glaubens. Dieses Abenteuer erlebt man nicht nur durch Lesen oder das Zuhören im Hörsaal. Wer glaubt, muß handeln, sich auf den Weg machen.
Der Friede fängt in dir an

