22-12-2012, 02:33
@petronius
Daneben, dass es keinen logischen Weg vom Sein zum Sollen gibt, besteht auch kein (logisch) zwingender Gedankengang vom gesellschaftlichen Sein zum Gottesglauben. Dein "Wozu" bleibt also auf jeden Fall ohne Antwort. Nur dies gilt umgekehrt auch: "Wozu" soll es gut sein, welchen Mehrwert hat Atheismus? Gewiss, er hat allerlei mythologische Bezüge nicht. Andererseits halte ich die Geschichten der Hl. Schrift für "Parallelgeschichten zum Alltag", die ich rein schriftstellerisch für bereichernd halte.
Daraus habe ich geschlossen, dass alles Reden und Denken von und über Gott nichts anderes bedeutet, als seine Aufgabe: "anständiges Verhalten.
Ich sage hingegen nicht, "es gibt keinen Gott"; denn auch das weiß man nicht (s. nochmals die Antwort an Lelinda).
Es ist bedauerlich, wenn die Quasi-Selbstverpflichtung "Gott" nicht so wirkt, wie sie soll, nämlich Repräsentanz zu sein für den Lebensanspruch der Vielen. Wenn man, so wie du, feststellen muss, dass Gott(esbilder) so nicht wirken, dann hat der Glaube seine Ziele verfehlt. (Meine Hoffnung stirbt zuletzt!)
@Lelinda
Ich habe nur die vielen Gottesbilder vor Augen, die allesamt menschliche Konstrukte sind, teilweise sogar mit logischen Fehlern. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass das, was wir glauben, nichts mit Gott zu tun hat, sondern eine einzige Aufgabe hat: sich "anständig zu verhalten".
Ich glaube definitiv nicht an einen transzendenten Gott. Wenn überhaupt, dann ist ES (geschlechtsneutral!) ein Ausfluss der Regelungs- und Informationsprozesse zwischen denkenden und empfindenden Wesen (nicht nur der Menschen) - quasi ein transpersonales Bewusstsein.
Gott wurde sicher nicht "bewusst erfunden". Niemand wurde belogen. Es war einfach Konsens in den vorgeschichtlichen und antiken Völkern bis in die Neuzeit, dass schicksalhafte Mächte auf das Sein einwirken (auch im Krieg, ... kann man in der Bibel ganze Kapitel dazu finden). Wenn es Irrtümer gab, so betrafen diese auch die "Politiker" ihrer Zeit - die Schamanen bzw. Priester.
Daneben, dass es keinen logischen Weg vom Sein zum Sollen gibt, besteht auch kein (logisch) zwingender Gedankengang vom gesellschaftlichen Sein zum Gottesglauben. Dein "Wozu" bleibt also auf jeden Fall ohne Antwort. Nur dies gilt umgekehrt auch: "Wozu" soll es gut sein, welchen Mehrwert hat Atheismus? Gewiss, er hat allerlei mythologische Bezüge nicht. Andererseits halte ich die Geschichten der Hl. Schrift für "Parallelgeschichten zum Alltag", die ich rein schriftstellerisch für bereichernd halte.
(21-12-2012, 00:09)petronius schrieb: du bist doch derjenige, der immer wieder sagt, daß "gott" kein tatsächlich existierendes wesen ist, welches irgendwie einfluß auf uns nimmt, sondern nur eine chiffre für anständiges miteinanderDas, was wir mit "Gott" tradieren, ist nicht Gott selbst, sondern die Vorstellungen der Bibelautoren. Aus diesen konstruieren wir mental die eigene Gottesvorstellung. Mein Problem ist, dass diese aus Hunderten von Sprachsymbolen besteht, die nur eines offenbaren: Sie sind nicht Gott und haben womöglich nichts mit Gott zu tun. Ob es einen "persönlichen Gott" gibt, der supranatural über unser Geschick entscheidet, halte ich tatsächlich nur für eine Chiffre. Tatsächlich kann man über Gott keine Information gewinnen.
Daraus habe ich geschlossen, dass alles Reden und Denken von und über Gott nichts anderes bedeutet, als seine Aufgabe: "anständiges Verhalten.
Ich sage hingegen nicht, "es gibt keinen Gott"; denn auch das weiß man nicht (s. nochmals die Antwort an Lelinda).
(21-12-2012, 00:09)petronius schrieb: ... und jetzt kommst ausgerechnet du damit daher, "dass es eine persönlich wirkende Macht, die außerhalb der menschlichen Reichweite steht", doch gibt?Ich ging davon aus, dass Du so etwas von vorne herein ausschließt und mithin jene Menschen nicht begreifst, die von solch einer Macht ausgehen - und sie nicht erst konstruieren müssen. (Hab' ich mich vielleicht ungenau ausgedrückt oder in der eigenen Diktion verheddert - tut mir Leid.)
(21-12-2012, 00:09)petronius schrieb: ich rede ... davon, wozu man sich heute noch einen gott konstruieren oder bücher für "heilig" erklären soll, bloß um nicht "am Nächsten vorbei zu gehen", also sich eines sozialen miteinanders zu befleißigenNoch mal deutlicher: Diese Frage kann man nicht beantworten. Die "Konstruktion" ist einfach vorhanden, aus der Tradition des persönlichen Umfeldes.
Es ist bedauerlich, wenn die Quasi-Selbstverpflichtung "Gott" nicht so wirkt, wie sie soll, nämlich Repräsentanz zu sein für den Lebensanspruch der Vielen. Wenn man, so wie du, feststellen muss, dass Gott(esbilder) so nicht wirken, dann hat der Glaube seine Ziele verfehlt. (Meine Hoffnung stirbt zuletzt!)
(21-12-2012, 00:09)petronius schrieb:Schon! Das sagt aber nichts darüber aus, wie du dazu gekommen bist.(18-12-2012, 23:12)Ekkard schrieb: Du schreibst ja fast nie, wie du zu deiner Haltung deinen Mitmenschen gegenüber gekommen bistanscheinend liest du nicht, was ich schreibe
denn ich habe jetzt bestimmt schon ein paar dutzend mal ausgeführt, daß und warum ich mit meinenmitmenschen so umgehe, wie ich auch möchte, daß sie mit mir umgehen
(21-12-2012, 00:09)petronius schrieb: aber was ist denn jetzt überhaupt deine haltung?Wieso "mindfuck"? Meine Tradition beinhaltet einen existierenden Gott, zu dem man betet und demgegenüber man zu verantworten hat, was man tut. Ich erinnere an die vielen Gottesbilder von vorhin. Man muss davon ausgehen, dass letztlich die Verantwortlichkeit die Invariante in dem allen ist - und die gilt auch für die säkularen Beziehungen.
ist "gott" für dich eine tatsächlich exisierende, wenn auch transzendente wesenheit - oder "gibt es nur den gott, den es nicht gibt", also "mindfuck"?
(21-12-2012, 00:09)petronius schrieb: wenns aber nur darum geht - also dieses "altruistische" verhalten - dann bleibt die frage immer noch offen, warum man dazu eines gotteskonstrukts bedürfen sollteNiemand würde aus dem Nichts heraus einen Gott "konstruieren". Sondern es ist das Gefühl vieler Menschen, dass es neben der Welt schnöden Seins auch noch eine "edlere Welt" gibt, der man sich annähern sollte (oder kann oder will). Und sie finden diese "edlere Welt" in der Tradition.
@Lelinda
(21-12-2012, 00:40)Lelinda schrieb: Eine dritte Eigenschaft (neben intuitiver Vermenschlichung von allem, was passiert, und der Suche nach Zusammenhängen, wo keine bestehen) der meisten Menschen ist der Versuch, sich schlimme Ereignisse schönzureden.Damit sprichst du die Trauma-Bewältigung an. Ich würde nicht von "schönreden" reden oder schreiben! Wenn Menschen durch einen tröstenden Mythos ihre Ängste und seelischen Schmerzen überwinden können, so ist das eine wertvolle Bereicherung der Gesamt-Therapie in diesen Fällen - und wenn es nur der Anfang sein sollte ...
(21-12-2012, 00:40)Lelinda schrieb: Ja, das würde mich auch interessieren: Gibt es Gott nun deiner Meinung nach tatsächlich, oder ist er nur eine Erfindung von Menschen, die anderen Menschen einen Anreiz für ein anständiges Miteinander bieten wollten? Als ich dich das neulich mal gefragt habe, hast du das zweite gesagt.Sorry, das kommt wohl missverständlich 'rüber. Ich weiß nichts - und ich behaupte: Niemand weiß etwas von oder über Gott.
Ich habe nur die vielen Gottesbilder vor Augen, die allesamt menschliche Konstrukte sind, teilweise sogar mit logischen Fehlern. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass das, was wir glauben, nichts mit Gott zu tun hat, sondern eine einzige Aufgabe hat: sich "anständig zu verhalten".
Ich glaube definitiv nicht an einen transzendenten Gott. Wenn überhaupt, dann ist ES (geschlechtsneutral!) ein Ausfluss der Regelungs- und Informationsprozesse zwischen denkenden und empfindenden Wesen (nicht nur der Menschen) - quasi ein transpersonales Bewusstsein.
Gott wurde sicher nicht "bewusst erfunden". Niemand wurde belogen. Es war einfach Konsens in den vorgeschichtlichen und antiken Völkern bis in die Neuzeit, dass schicksalhafte Mächte auf das Sein einwirken (auch im Krieg, ... kann man in der Bibel ganze Kapitel dazu finden). Wenn es Irrtümer gab, so betrafen diese auch die "Politiker" ihrer Zeit - die Schamanen bzw. Priester.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Ekkard

