![]() |
|
Martin Luther ? - Druckversion +- Religionsforum (Forum Religion) (https://religionsforum.de) +-- Forum: Allgemeines (https://religionsforum.de/forumdisplay.php?fid=25) +--- Forum: Religionsübergreifendes und Interreligiöses (https://religionsforum.de/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Martin Luther ? (/showthread.php?tid=2515) |
RE: Martin Luther ? - nadia - 20-08-2008 (20-08-2008, 16:35)Mandingo schrieb:Zitat:"Die Judenmission ist für mich Fortsetzung des Holocaust mit anderen Mitteln." Ein radikales Urteil, das der Rabbiner Dr. Joel Berger auf einer Podiumsdiskussion beim diesjährigen Kirchentag im Juni in Stuttgart fällte. Ob das "toll" ist, weiss ich nicht :icon_rolleyes: Zutreffend ist es auf jeden Fall. RE: Martin Luther ? - Mandingo - 20-08-2008 (20-08-2008, 18:00)nadia schrieb:(20-08-2008, 16:35)Mandingo schrieb:Ob das "toll" ist, weiss ich nicht :icon_rolleyes:Zitat:"Die Judenmission ist für mich Fortsetzung des Holocaust mit anderen Mitteln." Ein radikales Urteil, das der Rabbiner Dr. Joel Berger auf einer Podiumsdiskussion beim diesjährigen Kirchentag im Juni in Stuttgart fällte. Wenn das ein Nicht-Jude sagen würde, fielen alle möglichen Ernstnehmer über ihn her, dass er den Holocaust bagatellisiere. RE: Martin Luther ? - nadia - 20-08-2008 Eine Bagatellisierung des Holocaust ist es keinesfalls und ob ein Jude oder ein Nichtjude etwas sagt, ändert nichts an der Tatsache selbst. Das Ziel der Judenmission ist, alle Juden zum Christentum zu bekehren. Das wäre das Ende des Judentums und damit die Vernichtung des jüdischen Volkes. Es kommt nicht darauf an welche Methode dazu benutzt wird, sondern auf die Absicht, den Vorsätze, die Ziele und, was haShem verhüten möge, das etwaige Ergebnis... Auch hier eine Anmerkung, damit sich niemand übergangen fühlt. Mission ist kein Monopol des Christentums. Der Islam missioniert genauso und das ist genau dasselbe. Der Holocaust als Vorwand für Judenmission Judenmission in Israel Schon etwas älter, aber immer noch aktuell: Invasion "2000" - Israel und das Christentum Frage und Antwort - Israelfreundliche Christen? Die folgenden beiden Briefe der früheren israelischen Oberrabbiner wurden in der gegen die christliche Mission in Israel gerichteten Schrift "HaOjew HaNozri" (Jerusalem 5760) von Rabbiner Schlomo Aviner, Oberrabbiner von Bet El und Leiter der Jeschiwa "Ateret Kohanim", abgedruckt. Übersetzung: R. Plaut Israel Meir Lau schrieb:[Staatswappen Israels] Elijahu Bakschi-Doron schrieb:[Staatswappen Israels] [*möge er gute Tage erleben, amen] RE: Martin Luther ? - Ekkard - 20-08-2008 Nadia, damit wir uns recht verstehen: Ich bin gegen Mission mit unlauteren Mitteln. Wer sich für eine andere, als jene Religion entscheidet, in die sie/er hinein geboren wurde, muss sich schlau machen und konvertieren können. Mir ist allerdings unwohl bei der Vermischung von Religion (Judentum) und Volkszugehörigkeit. Uneingeschränkt stimme ich zu, dass die jüdische Religion das Volk von der Römerzeit bis heute zusammen gehalten hat. Gleichwohl liegt es am Judentum selbst, dass andersgläubige Volksgenossen als ganz Andere (ja, was eigentlich) gesehen werden. Übertragen auf Deutsche: Ein Deutscher, der sich zum Islam wendet, wird nicht zum "Ausländer" oder gar Araber. Hingegen kenne ich mindestens einen christlich gewesenen Deutschen, der inzwischen zum Judentum konvertiert ist - aber ist er deshalb Bürger Israels oder des Weltjudentums? RE: Martin Luther ? - nadia - 21-08-2008 Hallo Ekkard! Ekkard schrieb:damit wir uns recht verstehen: Ich bin gegen Mission mit unlauteren Mitteln. Mission ist ein unlauteres Mittel. Ekkard schrieb:Wer sich für eine andere, als jene Religion entscheidet, in die sie/er hinein geboren wurde, muss sich schlau machen und konvertieren können. Da liegt die Initiative beim interessierten Kandidaten und du sprichts von einer bereits getroffenen Entscheidung. Ekkard schrieb:Mir ist allerdings unwohl bei der Vermischung von Religion (Judentum) und Volkszugehörigkeit. Wieso ist dir dabei unwohl? Niemand vermischt da irgendetwas. Aber was rede ich, werfen wir einen Blick in die Torah und zwar in die Zeit der Gründung des jüdischen Volkes aus den zwölf Stämmen, damals am Sinai. Exodus / shemot 20:15-19 Zitat:vechol ha'am ro'im et hakolot ve'et halapidim ve'et kol hashofar ve'et hahar ashen vayar ha'am vayanu'u vaya'amdu merachok. vayomru el moshe daber atah imanu venishma'ah ve'al yedaber imanu el~him pen namut. vayomer moshe el ha'am al tira'u ki leva'avur nasot etchem ba ha'el~him uva'avur tiheyeh yir'ato al pneychem levilti techeta'u. vaya'amod ha'am merachok umoshe nigash el ha'arafel asher sham ha'el~him. vayomer ad~nay el moshe koh tomar el beney yisra'el atem re'item ki min hashamayim dibarti imachem. ha'am => das Volk. Man muss nicht einmal Hebräisch können um das zu sehen. Nirgendwo im Tanach ist die Rede von einer Glaubens oder Religionsgemeinschaft, sondern nur vom Volk Yisrael und das in allen Teilen der Schriften. Im Islam, den du erwähnst, wird hingegen explizit die religiöse Gemeinschaft der Muslime - die Umma - ins Zentrum der Betrachtungen gestellt. Der Vergleich Muslim / Araber muss jedoch scheitern, das ist im Islam überhaupt nicht vorgesehen. Was ist überhaupt ein Araber? Diese Frage wird von den Arbern seit rd. 3000 Jahren täglich diskutiert Kommen wir zu deinem Beispiel: Ekkard schrieb:Hingegen kenne ich mindestens einen christlich gewesenen Deutschen, der inzwischen zum Judentum konvertiert ist - aber ist er deshalb Bürger Israels oder des Weltjudentums? »Judentum« reicht vollkommen; vom »Weltjudentum« sprechen andere :icon_rolleyes: Etwa problematisch ist das mit Deutschland schon. Nicht wegen der Historik, sondern wegen des jüdischen Rechts zum Eintritt ins Judentum und diesen staatlichen deutschen Religionsgemeinschaften. Es hat da zwar Nachbesserungen gegeben... aber das wäre ein ganz anderes Thema. Nehmen wir an, dass alles OK ist und anerkannt wird. Es ist tatsächlich so: wer ins Judentum eintritt wird Mitglied des jüdischen Volkes. Die Prozedur ist jener der Annahme einer Staatsbürgerschaft sehr ähnlich. Ein rabbinischens Gericht ( Bet Din ), dessen Zusammensetzung zwingend vorgeschrieben ist, prüft ob ein-e Kandidat-in aufgenommen wird oder nicht. Der Eintritt ist vollzogen, wenn das Gericht dies beschliesst. Ein so Aufgenommener hat dieselben Rechte wie ein geborener Jude. Bei den Frauen gibt es ein paar Sonderregelungen, die allerdings selten Konstellationen betreffen. So darf eine Konvertitin etwa keinen Cohen heiraten. Bürger Israels sind die Kinder der Israelis automatisch; das ist wie in vielen anderen Ländern auch. Bürger Israels wird der Jude, der das werden möchte und bei der Einsreise in Israel das »Zauberwort« sagt Etwas Lektüre http://www.israswiss.net/israswiss/staatsbuerger/index.html http://www.mfa.gov.il/MFA/MFAArchive/1950_1959/Law%20of%20Return%205710-1950 Anmerkung: Ekkard schrieb:Gleichwohl liegt es am Judentum selbst, dass andersgläubige Volksgenossen als ganz Andere (ja, was eigentlich) gesehen werden.:icon_rolleyes: RE: Martin Luther ? - Petrus - 21-08-2008 Nadia: "Mission ist ein unlauteres Mittel." Ein Satz, der mir sehr gefällt. Lieben Gruss Petrus RE: Martin Luther ? - Fritz7 - 21-08-2008 (21-08-2008, 08:48)Petrus schrieb: Nadia: "Mission ist ein unlauteres Mittel."Mir auch ... meistens ... aber ... mit Differenzierungen: Der Missionsbegriff wäre näher und vor allem KLAR zu bestimmen! Wenn Mission das aktive, unaufgeforderte Belästigen mit religiösen Botschaften mit dem Ziel der Entfremdung von gegebener Religiösität und Konversion zu der missionierenden ist ... Wenn gezielt Methoden geschult und angewandt werden, unbedarftere und religiös wenig gebildete Menschen zu überrumpeln ... Wenn "Wohltaten" verbreitet werden mit dem Ziel der Konversion ... Missionieren durch Korruption und Ausnutzen sozialer Notlagen. Möglich bleiben muss IMHO für alle Menschen interreligiöse Diskussion/ Dialog im gegenseitigen Einvernehmen und gegenseitigen Respekt. Möglich bleiben muss wohl auch in diesem Kontext gegenseitiges Hinterfragen der religiösen Grundlagen, Lehren und Politiken/Politiker. Möglich bleiben muss ganz bestimmt zwangloses gemeinsames Lernen an gemeinsamen Heiligen Schriften im wechselseitigen Respekt. (... für die Menschen, denen dies wichtig ist.) Ein Riesenproblem scheinen mir da die Mehrheitsverhältnisse der Religionen. Hierzulande fast immer christlich dominiert. Der aktiven Judenmission haben evangelische Landeskirchen und katholische Bistümer in Deutschland inzwischen gänzlich abgesagt und auch theologisch begründet verworfen. Wenns heute Ärger jüdischer Gemeinden mit "Missionaren" gibt, dann von Sekten und (manchen freikirchlichen) Gemeinschaften, oft us-amerikanisch massiv gesponsored. Ein besonders trübes Kapitel die sog. "messianischen Juden", völlig unredliche harte Judenmissionierung mittels folkloristisch vorgegaukelter "jüdischer" Indentität. Alle winziger Minderheiten und auf die Dauer real ziemlich erfolglos, selbst wenn interessensmanipulierte Statistiken dies kurzfristig anders darstellen. Die polemisch zugespitzte Formulierung von Dr. Joel Berger von der " Juden-Mission als Holocaust mit anderen Mitteln" ist meiner Meinung für die Empfindung der jüdischen Gemeinden in Ballungszentren, die besonders von freikirchlicher Judenmission belästigt werden, sehr TREFFEND aber NICHT zutreffend. Assimilation und Säkularisation ist der aktuelle große, existenzgefährdende Angriff auf ALLE kleinen Religionsgemeinschaften, also mit quasi Holocaust-Gefährdungsniveau, auch eine ernstzunehmende Gefahr für religiöses (rechts-orthodoxes) Judentum. nur wirds dabei schwierig, einem TÄTER die Alleinschuld zuzuschieben. Dazu gehören auch Einsicht eigener Fehler oder Unterlassungen. Sektiererisches Abgrenzen allein reicht und funktioniert in heutiger Zeit nicht mehr. Gerade vor dieser Einsicht scheinen sich die rechtslastigeren Richtungen des Judentums zu drücken, deren prominenten Sprecher einer Landes-Rabbiner Joel Berger in Württhemberg zu sein scheint. Trotz oder gerade wegen manchmal verletzender Schärfe nach außen UND innen und aller persönlichen Kantigkeit imho eine wichtige Stimme des deutschsprechenden Judentums. Zum Nachdenken vermag er immer wieder aufzurütteln. Fritz RE: Martin Luther ? - Petrus - 21-08-2008 Hallo, Fritz, ich meinte meine Zustimmung nicht speziell auf Christen oder andere konkrete Religionen bezogen, sondern ganz generell: Der Satz, so wie er da losgelöst steht, hat mir gefallen. Ich denke, man sollte niemals unter Druck gesetzt werden, irgendetwas glauben zu "sollen" (was meiner Meinung nach sowieso eine Absurdität ist, man kann nicht "glauben müssen" oder "glauben sollen"). Selbstverständlich sollte/müsste/muss "für alle Menschen interreligiöse Diskussion/ Dialog im gegenseitigen Einvernehmen und gegenseitigen Respekt" möglich sein. Das ist gar keine Frage, da sind wir einer Meinung, sonst wären solche Foren wie dieses hier ja auch völlig überflüssig. Das Problem scheint mir nur, die eigene Leidenschaft für die eigene Religion (oder auch Nichtreligion) mit dem Respekt und der Toleranz dem Anderen gegenüber in Einklang zu bringen. Und daran scheitern hier zahllose Diskussionen, was ich sehr bedauere. Lieben Gruss Petrus RE: Martin Luther ? - Fritz7 - 21-08-2008 (20-08-2008, 18:39)Mandingo schrieb: Wenn das ein Nicht-Jude sagen würde, fielen alle möglichen Ernstnehmer über ihn her, dass er den Holocaust bagatellisiere.Mag sein, dass ein paar besonders Beflissene auf Fettnäpfchensuche laut aufschreien. Nur zu ... Blamieren kann sich jeder selbst ... Ich denke, dass weniger die Bagatellisierung das Problematische des medienwirksamen Merkspruchs ist als der Irrtum beim Identifizieren des Gegeners - Täters. Nicht die paar versprengten sektierenden Judenmissionare und ihre mehr als bescheidensten "Erfolge" sind existenzgefährdend für (streng-religiöses) Judentum sondern zunehmendes inneres religiöses Desinteresse und Assimilation z.B. durch Mischheiraten mit Nichtjüdinnen ohne Eintritt ins Judentum. Damit fallen dann auch "automatisch" die Folgegenationen für die jüdische Gemeinschaft aus ... Irgendwann ist die Gemeinschaft soo kleingeworden, dass sie organisatorisch nicht mehr selbständig bestehen kann mit religiöser Infrastruktur. In Deutschland war das vor der massierten Zuwanderung der Kontingenzjuden aus den GUS-Staaten (Russland-Juden) teils fragwürdiger jüdischer Indentität schon nahedran ... und mit dem massenweisen Zuzug waren die jüdischen Gemeinden dann mit der Integration ziemlich am Rande ihrer Kapazitäten bzw. gar überfordert. Eine Notsitution, die agressive chr.-sektiererische Judenmissionierer unredlich ausnutzten (gerade in Ballungszentren) ... und zum Hau-Drauf-Spruch von der "Judenmission als Holocaust mit anderen Mitteln" dem subjektiven Bedrohungsempfinden nach führte. Für mich sehr treffend und sehr verständlich - nur in der Sache missweisend und überzogen ... und an die Großkirchen in Deutschland falsch adressiert. Fritz RE: Martin Luther ? - nadia - 21-08-2008 Es hat zwar nicht unbedingt und direket etwas mit Martin Luther zu tun, aber wenn man bedenkt wie er auf die Zurückweisung seiner Judenmission reagiert hat... Zitat:Warum ließ Martin Luther die jüdische Bevölkerung verfolgen? Der Hintergrund: Luther hoffte zunächst, die jüdischen Mitbürger für die von ihm reformierte Kirche bekehren zu können. Als sich dies bald als Trugschluss erwies, wandelte sich sein ursprünglich freundlicher Umgang in fanatischen Hass....sollte man das vielleicht kurz beleuchten. Philipp Gessler schrieb:Die christliche Synagoge RE: Martin Luther ? - Fritz7 - 21-08-2008 (21-08-2008, 10:29)Petrus schrieb: Der Satz, so wie er da losgelöst steht, hat mir gefallen.Volle Zustimmung! Der Satz haut treffend rein! Mir gefällt er auch ... Er scheint treffen und gegebenenfalls verletzen zu SOLLEN! (21-08-2008, 10:29)Petrus schrieb: Ich denke, man sollte niemals unter Druck gesetzt werden, irgendetwas glauben zu "sollen"Hmm, setzt zunächst doch zum Erfolg "glauben WOLLEN, glauben KÖNNEN und Glauben KENNEN voraus. Funktioniert also vermutlich gegenen inneren Widerstand des so Bearbeiteten GAR NICHT! Bleibt also real völliger Murks. Zudem sind einige Religion doch wesentlich mehr Tat- als Glaubens-Gemeinschaften. Das Judentum würde ich hierhin zählen, aber auch liberales, ethisch-dominiertes Christentum. Zudem stellt sich mir die Frage nach dem missionierenden Subjekt, das Erfolg bringt. Sind das vielleicht meistens gar nicht die ach so missionsbemühten Menschen sondern G-tt? Und welcher Mensch weiß schon wirklich so genau, welche Religion der für mich ausersehen hat? Welcher Mensch kann sich Bestimmungskompetenz für Andere darüber anmaßen? Noch einen Merksatz: Gott will nicht, dass manche Menschen andere Menschen umkrempeln! ... und zwar unabhängig, ob es um Weltanschauung, Hautfarbe, Nationalität, Religion, sexuelle Orientierung, soziale Stellung oder sonstwas geht. Fritz RE: Martin Luther ? - Mandingo - 21-08-2008 (20-08-2008, 19:42)nadia schrieb: Eine Bagatellisierung des Holocaust ist es keinesfalls und ob ein Jude oder ein Nichtjude etwas sagt, ändert nichts an der Tatsache selbst. Ich habe selten zu diesem Thema, einen derart horrenden Unsinn gelesen! Es ist nicht zu fassen: Es kommt also nicht darauf an, ob eine Regierung mit staatlicher Waffengewalt und teuflischer Systematik Menschen vergast oder einzelne Mitglieder einer Glaubensgemeinschaft versuchen, Andersgläubige in Gesprächen von ihrem Glauben zu überzeugen!? Dass solche mir auch fremden "Judenmissionare" im Gegensatz zu den Holocaust-Akteuren überhaupt nicht vorhaben, "das jüdische Volk zu vernichten", sondern ihnen jederzeit widersprochen werden kann, interessiert dich in dem Zusammenhang gar nicht. Für mich offenbart sich hier ein gerüttelt Maß an ideologischer Verbissenheit, die auf Logik keine Rücksicht mehr nimmt. RE: Martin Luther ? - nadia - 21-08-2008 Hallo Petrus! Petrus schrieb:ich meinte meine Zustimmung nicht speziell auf Christen oder andere konkrete Religionen bezogen, sondern ganz generell: Der Satz, so wie er da losgelöst steht, hat mir gefallen. Gelegentlich erinnere ich daran, so auch hier: nadia schrieb:Auch hier eine Anmerkung, damit sich niemand übergangen fühlt. Mission ist kein Monopol des Christentums. Der Islam missioniert genauso und das ist genau dasselbe. Ein paar Anmerkung zu Luther und der Hinweis auf eine sendungsbewusste Kirchenpopulistin, die sich vor Begeisterung für den toten Hassprediger kaum noch einkriegt, und schon verlieren ein paar empfindsames Seelchen ihre Murmeln, ganz so, als würde man sie ansprechen. Petrus schrieb:Das Problem scheint mir nur, die eigene Leidenschaft für die eigene Religion (oder auch Nichtreligion) mit dem Respekt und der Toleranz dem Anderen gegenüber in Einklang zu bringen. Und daran scheitern hier zahllose Diskussionen, was ich sehr bedauere. Es ist das imperative Einfordern der bedingungslosen Anerkennung der eigenen Dinge; es ist genau das was Martin Luther seinerzeit getan hat: wer seiner Botschaft nicht folgen wollte, wurde Ziel seines unbändigen Hasses. Das war übrigens der Grund, warum ich Luther, ganz beiläufig übrigens, als Beispiel genannt habe nadia schrieb:Manche erwarten die »Übernahme« ihrer Glaubensinhalte weil sie sie für allgemeingültig halten. etc... So komme ich zum Schluß... Zitat:For in the final analysis, our most basic common link is that we all inhabit this small planet. We all breathe the same air. We all cherish our children's futures. And we are all mortal. RE: Martin Luther ? - Fritz7 - 21-08-2008 (20-08-2008, 19:42)nadia schrieb: Das Ziel der Judenmission ist, alle Juden zum Christentum zu bekehren. Das wäre das Ende des Judentums und damit die Vernichtung des jüdischen Volkes. [b]... schon bei ganz geringer Kenntnis der realen Judenmissions-Erfolge wird die Angstmache absurd. Die paar Hanseln bringen langfristig nur einen Bruchteil der Juden vom Judentum ab im Vergleich zu denen, die ihm durch Konvertierung/ Eintritt ZUWACHSEN. Die wirklichen Gefahren sind Demografie, Assimilation und religiöses Desinteresse ... in Israel wohl dazu noch die wirtschaftlich beklemmende Lage infolge andauernder Kriegs- und Terrorismusgefahr mit Konsequenz Ausreise gerade der jüdischen Bevölkerungsanteile. Es geht anscheinend mehr um polemische Schuldzuweisung an äußere Täter als Schadensbekämpfung. Da müsste und wird sich vermutlich wohl auch vieles innen ändern ... damit Judentum hoffentlich weiterhin bleibenden Bestand behält. Mit Propagandafeldzügen gegen wenige und relativ erfolglose Missionierer von ein paar unbedeutenden chr. Randgruppen wirds kaum getan sein ... trotzdem sollten sich Landeskirchen wohl noch deutlicher abgrenzen von jeglicher Judenmission und jegliche personelle, monetäre und logistische Unterstützung zu unterbinden bemüht bleiben. DAS wird noch schwer genug ... (weils eben protestantisch keine hierarchische wirksame Weisungsstruktur bis zur einzelnen Kirchengemeinde und zum einzelnen Gemeindemitglied gibt.) Fritz Jederzeit ? - nadia - 21-08-2008 In unserer Zeit und in den freien Teilen dieser Welt, kann jeder und jede widersprechen, den Missionaren, den Nazis und anderen... Bis vor gar nicht langer Zeit konnte man das nicht. Seit der Zerstörtung des zweiten Tempels sind Vierzehn Millionen Menschen unseres Volkes durch Verfolgung ermordet worden. Sechs Millionen wurde Opfer des nationalsozialitischen Rassenwahns. Acht Million wurden aus religiösem Wahn ermordet. Heutzutage, wo in unserem freien Teil dieser Welt, jeder und jede offen und frei sprechen kann, sieht man wie sendungsbewusste Künder sich aufführen, wenn man ihrer Vorgabe nicht folgen möchte oder sogar wagt ihnen zu widersprechen. Der gewalttätige Duktus, die primitiven Ausfälle und leider auch der Hass, vermitteln, auch heute noch, wie es einst zugegangen ist... |