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RE: Der Fluch des Christentums - Ulan - 13-02-2025 (13-02-2025, 19:08)Sinai schrieb:(13-02-2025, 18:54)Ulan schrieb: Sie lehren aber keine Erbsuende. Ja sicher, aber eben nicht die Erbsuende. Irgendwie habe ich das Gefuehl, Du weisst gar nicht, worum es in dem Text des Eingangsbeitrags geht. Es geht um das verkorkste Menschenbild, das das Christentum lehrt. RE: Der Fluch des Christentums - petronius - 13-02-2025 (13-02-2025, 18:30)Sinai schrieb: Im Übrigen ist die Erzählung der Vertreibung der Menschen aus dem Paradies keine christliche Eigenheit hat das jemand behauptet? nein hör auf mit dummen strohmännern, ablenkungsmanövern und geschichten vom pferd. oder reh RE: Der Fluch des Christentums - petronius - 13-02-2025 (13-02-2025, 18:49)Sinai schrieb: Die Tiere und auch deine Katzen müssen dem Menschen gehorchen wissen die katzen das auch? RE: Der Fluch des Christentums - petronius - 13-02-2025 (13-02-2025, 19:08)Sinai schrieb:(13-02-2025, 18:54)Ulan schrieb:(13-02-2025, 18:30)Sinai schrieb: Im Übrigen ist die Erzählung der Vertreibung der Menschen aus dem Paradies keine christliche Eigenheit. Das steht schon im Alten Testament geschrieben. Judentum und Islam lehren die Vertreibung von Adam und Eva um die gehts aber gar nicht RE: Der Fluch des Christentums - Sinai - 13-02-2025 (13-02-2025, 19:11)Ulan schrieb:(13-02-2025, 19:08)Sinai schrieb:(13-02-2025, 18:54)Ulan schrieb: Sie lehren aber keine Erbsuende. Soll das jetzt eine Diskussion werden, wer hat das verkorkstere Menschenbild, Judentum oder Christentum oder Islam ? Alle drei abrahamitischen Religionen haben denselben Ursprung RE: Der Fluch des Christentums - Sinai - 13-02-2025 (13-02-2025, 19:27)petronius schrieb:(13-02-2025, 18:49)Sinai schrieb: Die Tiere und auch deine Katzen müssen dem Menschen gehorchen Ich habe einmal beobachtet, wie eine Katze auf den Kirschbaum der Nachbarin geklettert ist, um ein Singvogelnest auszunehmen. Die Nachbarin nahm den Gartenschlauch, drehte die Düse auf weiten Strahl und spritzte die Katze vom Baum. Tagelang mied sie den Garten, dann kam sie vorsichtig wieder, aber den Baum ließ sie unbeachtet RE: Der Fluch des Christentums - Ulan - 13-02-2025 (13-02-2025, 19:46)Sinai schrieb: Soll das jetzt eine Diskussion werden, wer hat das verkorkstere Menschenbild, Judentum oder Christentum oder Islam ? Non sequitur. RE: Der Fluch des Christentums - Ekkard - 14-02-2025 Ich stimme mit einer Reihe von Meinungen des Prof. Herbert Schnädelbach überein. Nun gehöre ich zu einer protestantischen Gemeinde, die ohnehin einige Positionen verschoben hat: 1. Die "Erbsünde" wird im Protestantismus nicht oder nicht mehr gelehrt. (12-02-2025, 15:06)Ulan schrieb: 2. Die Rechtfertigung als blutiger RechtshandelWir haben das im örtlichen Bibelkreis ausführlich diskutiert. Wir haben uns schließlich auf die Lesart einer - soweit ich mich erinnere Bonner - Professorin geeinigt, dass das Opfer Jesu nicht sein Sterben und Tod ist, sondern, dass er sein Leben in den Dienst an Gott und den Menschen gestellt hat - etwas das viele Menschen betrifft, die sich für eine gute Sache - mit Leib und Seele - einsetzen (opfern). (12-02-2025, 15:06)Ulan schrieb: 3. Der MissionsbefehlZur Mission hat auch meine Kirche ein gespaltenes Verhältnis. Unsere Ortsgemeinde betreibt keine Mission, aber der Kirchenkreis durchaus. Aber wir sehen dies mehr unter dem Blickwinkel der "Hilfe zur Selbsthilfe". Die Weltanschauungen der anderen Kulturen werden respektiert. Wieweit das alles stimmt, entzieht sich der Kenntnis hier vor Ort. Vor Ort ist Mission bestenfalls Werbung für unsere Gemeinde selbst. (12-02-2025, 15:06)Ulan schrieb: 4. Der christliche AntijudaismusDass falsch verstandene, ursprünglich innerjüdische Kritik zum christlichen Antijudaismus wurde, ist uns bewusst. Aber die neueren Bekenntnisse in der EKiR (Evangelische Kirche im Rheinland) lauten auf strikter "Geschwisterlichkeit" mit dem Judentum (und bösartiger Verfehlungen im Faschismus). Zu den anderen Punkten komme ich noch zu einer anderem Zeitpunkt, falls der Diskussionsverlauf dies noch zulässt. RE: Der Fluch des Christentums - Ulan - 14-02-2025 @Ekkard: Christliche Gemeinschaften, die nicht automatisch am Bibeltext kleben muessen, haben da offensichtlich mehr Freiheiten in der Interpretation. Natuerlich geht damit auch eine veraenderte Heilsbotschaft einher. Schnädelbach wies darauf hin, dass sich eine solche Gemeinschaft dann so gut wie gar nicht mehr von einem reformierten Judentum unterscheiden wuerde, da Jesus dann so etwas wie ein Prophet gewesen waere, der bestimmte Teile des AT lehrt (die Naechstenliebe findet man ja schon dort). @Sinai: Inhaltlich auf die Ideen eingehen, nicht sich in Formalkram verheddern! RE: Der Fluch des Christentums - Ekkard - 14-02-2025 (14-02-2025, 13:52)Ulan schrieb: @Ekkard: Christliche Gemeinschaften, die nicht automatisch am Bibeltext kleben muessen, haben da offensichtlich mehr Freiheiten in der Interpretation. Natuerlich geht damit auch eine veraenderte Heilsbotschaft einher. Schnädelbach wies darauf hin, dass sich eine solche Gemeinschaft dann so gut wie gar nicht mehr von einem reformierten Judentum unterscheiden wuerde, da Jesus dann so etwas wie ein Prophet gewesen waere, der bestimmte Teile des AT lehrt (die Naechstenliebe findet man ja schon dort). Ich gebe dir bzw. Schnädelbach in dieser Beziehung Recht, und ich denke, dass auch die EKD (Evangelische Kirche Deutschland, der Verband der ev. Landeskirchen) sich auch eher als Nachfolgerin des Judentums versteht. Vor allem geht es darum, die alten politischen Fehler strikt zu vermeiden. Noch etwas zum ursprünglichen Post: (12-02-2025, 15:06)Ulan schrieb: 5. Die christliche EschatologieDas mag politisch in der Vergangenheit so gewesen sein. Ich kann das nicht nachvollziehen; denn so tief ins Detail geht m. E. der Glaube nicht. Man hat sich eher mit dem "Jammertal" auf dieser Welt eingerichtet. Betrachtet man das Opfer Jesu als Engagement für das "richtige (gesetzestreue) Leben", so ist die "Erlösung" von der dauernd geredet wird, nicht durch Blut, sondern nur durch Verhaltensänderung und einem gemeindlichen Vergebensprozess zu erreichen. Die blutige Seite der Verfolgung Jesu ist dann nur ein Fall, wie er vielen Menschen zustößt, die in ernste Konflikte mit der jeweiligen Obrigkeit geraten (Nawalny z. B.). (12-02-2025, 15:06)Ulan schrieb: 6. Der Import des PlatonismusWir haben das immer als "typisch katholisch" abgetan. Aber auch im Protestantismus ist z. B. außerehelicher Sex verpönt und gehört zum unerwünschten "Lotterleben". Ich stimme Schnädelbach zu, dass wir hier entweder einen Sargnagel des Christentums vor und haben oder Emanzipationsbedarf. Immerhin werden inzwischen homosexuelle Paare gesegnet, wie Eheleute - gegen erbitterten Widerstand traditioneller Gruppen in unserer Kirche. (12-02-2025, 15:06)Ulan schrieb: 7. Der Umgang mit der historischen WahrheitDas hört sich gerade so an, wie ich das aus unserem Bibelkreis mitgenommen habe: Die Geschichten sind nicht historisch sondern als Glaubensgeschichten zu lesen, insbesondere als Anpassungen an Geschichten des AT. Andererseits verlangt unsere Kirche auch nicht, die biblischen Geschichten im Wortsinne zu glauben. Unsere Pfarrer waren eher erstaunt, dass wir Gemeindeglieder ein offenes Ohr für diese Lesart hatten. (12-02-2025, 15:06)Ulan schrieb: In einem achten Kapitel geht's um das Christentum heute. Kann sich das Christentum reformieren und seine Geburtsfehler loswerden? Schnädelbachs Antwort ist klar: es koennte, aber es waere dann kein "Christentum" mehr, sondern so etwas wie ein reformiertes Judentum. Also eigentlich ist die Antwort dann doch "Nein". Er meint, das Christentum haette sein eigentliches Ende in der modernen Welt sowieso schon hinter sich, es haette es nur noch nicht gemerkt. Na ja, das wird wohl noch ein Weilchen auf sich warten lassen.Ein Christentum, das sich wie unser User "Sinai" an scheinbar schwierigen Bibeltexten abarbeitet, ist wohl wirklich vorbei - zumindest im Bereich des deutschen Protestantismus. Uns Gemeindeglieder interessieren die Texte des NT nur als Allegorien, sozusagen als Fallbeispiele erwünschten Verhaltens. (12-02-2025, 15:06)Ulan schrieb: Irgendeine Relevanz fuer die gesellschaftliche Diskussion hat das alles wohl eher nicht, ...Das entspricht auch meiner Beobachtung vor Ort auf evangelischer Seite. Und ja, für heute relevante Textstellen sind "eher handverlesen". RE: Der Fluch des Christentums - Farius - 22-08-2025 (12-02-2025, 15:06)Ulan schrieb: In einer neulichen Diskussion mit dem User Keiler, in der wir Probleme in der Lehre des Christentums angesprochen hatten, hatte ich auf einen Artikel des kuerzlich verstorbenen Prof. Herbert Schnädelbach verlinkt, welcher urspruenglich im Jahr 2000 in "Die Zeit" erschienen war (Ausgabe 20) und dort eine laengere Diskussion ausgeloest hatte, die sich ueber Wochen erstreckte. Bei der Verlinkung ging es mir nur darum, dass die von Keiler angesprochenen Probleme altbekannt sind, aber praktisch in der Religionsausuebung so gut wie keine Rolle spielen, ausser bei fundamentalistisch orientierten Konfessionen, die eng am Bibeltext kleben. Insofern ist die praktische Wirkung von Schnädelbachs Artikel ebenfalls minimal; es sind Gedanken, die einem kommen, wenn man aus irgendeinem Grund das Christentum hinter sich gelassen hat, sich aber immer noch fuer das Thema interessiert. Trotzdem finde ich, man koennte seine Punkte hier kurz besprechen.Lieber Ulan, Ein guter Beitrag, aber was hier dieser Schnädelbach - selbst wenn er ein noch so grosser Professor für was auch immer gewesen sein mag - mit Christentum hat dies eigentlich fast gar nichts zu tun: 1. ERBSÜNDE: Dass Adam und Eva durch Sünde den Tod in die Welt gebracht haben sollen ist doch ein Agriff auf die Intelligenz als solches. Eine völlig falsche Lesart der Genesis! Gott in seiner Vollkommenheit erschafft nicht ein Menschenpaar, das er dann erst einmal prüfen muss!! Adam und Eva müssen schon vorher existiert und Fehler begangen haben - ist doch offensichtlich. Wenn man hingegen Gott als nicht vollkommen annimmt, dann ist eh jeder Mensch sündhaft, unabhängig davon, ob Adam und Eva sich damals versündigt haben oder nicht. Die Erbsünde hat die katholische Kirche erfunden und hat mit Christentum rein gar nichts zu tun - denn nach dem unsinnigen Dogma der Ablehnung der Präexistenz der Seele konnte Das Böse nicht mehr erklärt werden. 2. Die Rechtfertigung als blutiger Rechtshandel Hier geht man davon aus, dass Gott dermassen dumm und einfältig sei, dass er erst in einer gewaltigen Arbeit von über 13 Milliarden Jahren den Kosmos mit all den verschiedenen Gestirnen und der Erde mit der vielfältigen, herrlichen Natur erschafft, dann sündhafte Menschen dazu gibt um dann letztlich seinen eigenen, vielgeliebten Sohn fürchterlichen Qualen auszusetzen, dass die Sünden dieser Menschen damit getilgt werden - und da er ja aufgrund des freien Willens nicht wissen konnte, wieviel die Menschen sündigen, muss er jetzt so viele Menschen erschaffen, dass sich die Qual seines Sohnes damit die Waage hält!!?? Wie einfältig muss jemand sein, solchen Unsinn anzunehmen - und dann auch noch zu verbreiten?? Bei der katholischen Kirche hingegen ist einerseits zu erkennen, in welch grossem Dilemma sie stand, wegen ihrer falschen Dogmen und andererseit war die kirchliche Macht dermassen gross, dass sie dem ungebildetetn Volk, das ja bewusst ungebildet gehalten wurde mit dem Schwert jeder Unsinn aufgezwungen werden konnte. Es gibt keine christliche Vorliebe für Blutorgien und was da alles aufgezählt wurde - das hat mit Christentum rein gar nichts zu tun. Luziferische und teuflische Kräfte haben die katholische Kirche geleitet und ihre abgrundtiefen sadistischen und sexuellen Gelüste durch die Priesterschaft ausgelebt - in ihr haben sie willige Werkzeuge gefunden!! Mit Christentum hat das rein gar nichts zu tun! 3. Der Missionsbefehl Luther 1912 ist zu entnehmen: " Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes..." Von einem Befehl keine Rede!! Hier hat die katholische Kirche ihre Gier nach Reichtümer - irdische Güter - gerechtfertigt um beispielsweise die Urbevölkerung halb Südamerkas auszurotten !! Mit Christentum hat sowas rein gar nichts zu tun!! 4. Der christliche Antijudaismus Jede Art von Anti - seien es Juden oder Semiten - widerspricht jedem christlichen Verhalten - und der Holocaust hätte locker von der Kirche verhindert werden können. Menschen, die sich christlich verhalten, würden einen Holocaust NIE dulden. Mit Christentum hat sowas rein gar nichts zu tun!! 5. Die christliche Eschatologie Wiederum hat der Schreiber die katholische Sicht widergegeben, die eben davon ausgeht, dass Gott Menschen erschafft, um sie dann - jedenfalls fast alle - der ewigen Verdammnis zu übereignen. Nur die grosse Macht der Kirche war in der Lage, solch unsinnigen Annahmen zu verbreiten. Mit Christentum hat sowas rein gar nichts zu tun!! 6. Der Import des Platonismus Auch hier irrt der Schreiber - denn Gott hat schon mit Adam und Eva gezeigt, dass die Erde erschaffen wurde, um die Menschen zu prüfen, weil sie offenbar in der 'realen' Welt (wie er sie nennt) versagt haben - und nicht, wie der Schreiber in katholischer Manier annimmt, dass Gott es nicht besser kann! Auch wenn Jesus sagt, dass wir auch dahin kommen sollen, wo er hingeht, zeigt doch, dass unsere wahre Hewimat nicht diese Erde sein kann. 7. Der Umgang mit der historischen Wahrheit Wenn für den Schreiber, wie es scheint, alles falsch ist, wofür es nicht noch zusätzliche Zeugen gibt, dann ist das bestenfalls sehr kurzsichtig. Jesus hat nie Auftrag erteilt, seine Lehre aufzuschreiben - Jesus hat wiederholt gesagt, dass der Geist der Wahrheit kommen werde und alles erklären werde, was sie noch nicht begreifen. Wenn dann aber die katholische Kirche über viele Jahrhunderte alles was nur im enferntesten als mediale Gabe gewertet wurde und noch vieles dazu auf dem Scheiterhaufen verbrannt hat, damit ja nie mehr ein Geist der Wahrheit durch ein Medium sprechen kann, dann nimmt er doch den einzigen Zeugen die Möglichkeit, dafür einzustehen. Achtes Kapitel Von der Lehre des wahren Christentums wird kein Jota vergehen - die Menschen werden die Kirche(n) untergehen lassen und deren Fehler erkennen und korrigieren. RE: Der Fluch des Christentums - Ulan - 22-08-2025 (22-08-2025, 08:00)Farius schrieb: Lieber Ulan, Ich wuerde eher sagen, dass Deine persoenliche Interpretation des Christentums weniger mit dem Christentum, wie es sich heute darstellt, zu tun hat, als die Interpretation, die Herbert Schnädelbach seinen Ausfuehrungen zugrundelegt. Insofern gibt es da eigentlich kaum Schnittpunkte in der Diskussion. Du zweifelst ja selbst christliche Allgemeinplaetze an, und mit Deinem Ersatzglauben befasst sich Schnädelbach verstaendlicherweise nicht. RE: Der Fluch des Christentums - Sinai - 22-08-2025 Ich habe kurz deinen Beitrag #26 überflogen und stieß auf die Urbevölkerung Südamerikas (22-08-2025, 08:00)Farius schrieb: " Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes..." Von einem Befehl keine Rede!! Das Gold der Inkas wurde von den Conquistadores gewaltsam eingesammelt - da bedurfte es keiner Missionstätigkeit ! Gold war so reichlich vorhanden, dass selbst die Dachrinnen aus diesem nichtrostenden Metall waren. Dann kam die Missionstätigkeit der bettelarmen südamerikanischen Volksmassen - aber da gab es nichts zu holen. Ein Fass ohne Boden! Die Jesuiten errichteten Dörfer mit Gütergemeinschaft - die reducciones de indios Deutsche Bezeichnung etwas irreführend: Reduktionen "Reduktion" kommt von reducir = "zusammenführen" oder "ordnen" Die Jesuiten wollten die zerstreut lebenden indigenen Völker (z. B. Guaraní) in organisierte Dorfgemeinschaften zusammenführen. Dort sollten sie nach christlichen Prinzipien leben, unterrichtet, missioniert und zugleich vor Ausbeutung durch Sklavenjäger oder koloniale Großgrundbesitzer geschützt werden. Die Jesuiten wollten die zerstreut lebenden indigenen Völker (z. B. Guaraní) in organisierte Dorfgemeinschaften zusammenführen. Die Jesuiten führten ein Mischsystem aus europäischer Verwaltung und Bewahrung indigener Kultur ein: Gottesdienste, Unterricht und Verwaltungssprache oft auf Guaraní, nicht nur Spanisch Handwerk, Musik und Kunst wurden gefördert. Berühmt wurde die Guaraní-Barockmusik Im den reducciones sollten sie nach christlichen Prinzipien leben, unterrichtet, missioniert und zugleich vor Ausbeutung durch Sklavenjäger oder koloniale Großgrundbesitzer geschützt werden. Jede Reduktion war wie ein eigenes kleines Gemeinwesen organisiert: mit Kirche, Schule, Krankenstation, Werkstätten, Landwirtschaft, gemeinsamer Vorratshaltung. Auf dem Höhepunkt gab es über 30 Jesuitenreduktionen mit mehr als 150.000 Menschen Sie gelten heute manchen Historikern als eine utopische Sozialordnung (manchmal "christlicher Kommunismus" genannt), weil es kein Privateigentum von Feldern, Häusern, Vieh, Werkstätten gab (bloß die Bekleidung war Privateigentum - wie in der späteren Sowjetunion) 1767 wurden die Jesuiten aus allen spanischen Kolonien vertrieben - die Reduktionen zerfielen rasch Wie dem auch sei - es war eine ziemlich utopische Art von Wirtschaftsgemeinschaft Reichtum für die Kirche entstand bei diesem gigantischen karitativen christlichen Sozialprojekt sicher nicht Und dass die Priester der alten Kulte mit ihren blutigen Menschenopfern verboten wurden (bei lebendigem Leib die Brust aufschneiden und das Herz herausreißen - oder die berüchtigte Kopfjägerei mit ihren Schrumpfköpfen), war für die indigenen Völker eine Befreiung ! RE: Der Fluch des Christentums - Sinai - 22-08-2025 Beitrag #25 (14-02-2025, 18:57)Ekkard schrieb: Uns Gemeindeglieder interessieren die Texte des NT nur als Allegorien, sozusagen als Fallbeispiele erwünschten Verhaltens. Du willst also, dass Politiker vorgeben, was erwünschtes Verhalten ist. Und das Christentum diene dazu, dies ideologisch zu unterstützen Damit die Leute nicht murren und bereitwillig mit allem einverstanden sind Das Christentum als Dressur Die Christen werden das bald durchschauen und sich von solchen Gemeinden abwenden RE: Der Fluch des Christentums - Sinai - 22-08-2025 Hallo Ulan Mit Befremden fällt mir nun auf, dass Du es warst, der den vorliegenden Thread mit dem Titel "Der Fluch des Christentums" begonnen hat Warum sprichst du von einem "Fluch" ? Du kannst sagen, die Bürde des Christentums - aber Fluch klingt schon sehr ungewöhnlich und aggressiv Oder ist das mit dem "Fluch" ein Buchtitel ? |