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Warum die Rekord-Kirchenflucht?
#16
Davut schrieb:
eddyman schrieb:Ich finde, das Eigentliche wurde noch überhaupt nicht angesprochen!
 
Das stimmt. Denn zum "Eigentlichen" gehört der Glaube.

Genau darüber muss die Kirche eben hinausgehen. Ansonsten brauch sich niemand wundern, wenn sich die Menschen zunehmend diese transformative Erfahrungen in Yoga, buddh. Meditation oder christl. KOntemplation suchen.
Es ist nunmal ein himmelweiter Unterschied, ob ich von "Erlösung" in einer weiteren Predigt höre (die mich am allerschlimmsten auf die Zeit nach meinem irdischen Ableben verweist), oder sie wirklich an mir selbst erfahre!
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#17
(29-09-2020, 11:55)Davut schrieb:
(28-09-2020, 20:13)eddyman schrieb: Ich finde, das Eigentliche wurde noch überhaupt nicht angesprochen!
 

Das stimmt. Denn zum "Eigentlichen" gehört der Glaube.

Und was ist dieses "Eigentliche"?
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#18
(29-09-2020, 18:00)eddyman schrieb: Mein Punkt ist, dass solange die Kirchen dieses "innerliche Schisma" nicht auflösen, und eine konkrete christliche spirituelle Praxis (s. Kontemplation, "Mystik") zur Normalität wird, wird sich substanziell nichts verbessern, auch wenn zB der synodale Weg erfolgreich sein sollte, usw., und dann wieder alle eintreten würden. Die Auflösung des "äußeren Schismas" (und nicht mal die werden sie schaffen) wäre noch lange nicht ausreichend.
 

Pardon, das (der ganze Beitrag) hört sich alles verwirrt/verwirrend an und ist auf jeden Fall kein "Schisma" innerlich der Kirche - vom gegenwärtigen Synodalen Weg Deutschlands mal abgesehen.

MfG
Wer in Glaubenssachen den Verstand befragt kriegt unchristliche Antworten (W. Busch) 
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#19
Davut schrieb:Pardon, das (der ganze Beitrag) hört sich alles verwirrt/verwirrend an und ist auf jeden Fall kein "Schisma" innerlich der Kirche - vom gegenwärtigen Synodalen Weg Deutschlands mal abgesehen.

MfG

Nicht verwirrend, was ich damit meine habe ich ja oben erläutert.
Das innerliche Schisma der Kirche ist, dass der mentale Glaube (also der traditionelle Ansatz, Gottesdienstbesuch, Glaubensbekenntnis, Sakramentsempfang, usw.) und existenzielle Erfahrung (siehe die kontemplativen Strömungen) keinen Treffpunkt haben, also religiöses Erfahren (nicht Sicherheit und Trost!) bisher nicht in die traditionellen Formen integriert wurde.

Auch der synodale Weg scheint mir dazu nichts beitragen zu können, werden doch ausschließlich Veränderungen der traditionellen Formen gefordert - es ist lediglich ein Geplänkel zwischen der Kirchenbasis und den Kirchenoberen, welche äußerliche Religiosität das Kirchenleben in Zukunft bestimmen soll. Von einer Verstärkung der Innerlichkeit habe ich in dieser Diskussion noch nichts vernommen.
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#20
(30-09-2020, 14:56)eddyman schrieb: Auch der synodale Weg scheint mir dazu nichts beitragen zu können, werden doch ausschließlich Veränderungen der traditionellen Formen gefordert - es ist lediglich ein Geplänkel zwischen der Kirchenbasis und den Kirchenoberen, welche äußerliche Religiosität das Kirchenleben in Zukunft bestimmen soll. 

Der synodale Weg ist weniger ein Geplänkel innerhalb der deutschen katholischen Kirche, sondern eine Auseinandersetzung zwischen der römischen Kurie und der deutschen Kirche, von der Bischofskonferenz abwärts. Diese beiden Fronten befinden sich auf Kollisionskurs.  

MfG
Wer in Glaubenssachen den Verstand befragt kriegt unchristliche Antworten (W. Busch) 
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#21
(28-09-2020, 20:13)eddyman schrieb: Papst Benedikt hat bereits in seiner Amtszeit davon gesprochen, wie wichtig eine Entweltlichung für die Kirche ist, um das Evangelium authentisch verkünden zu können. Über Papst Franziskus brauchen wir nicht reden. 

Generell kann man dem Massenexodus aus  beiden christlichen Kirchen, der wohl beispielhaft in der ganzen Religionswelt auf der Erde ist, nicht durch eine Flucht in die Wissenschaft begegnet  werden -  auch in diesem Forum nicht . Es ist ein durch und durch praktisches Problem, das fast alle Kirchendissidenten - von einigen ausgetretenen "Drewermännern" vielleicht abgesehen,   in einer Art Kosten-Nutzen-Analyse für sich so entschieden haben.

Wenn nun ein Papst (Benedikt) die Entweltlichung der Kirche fordert, ist sein Nachfolger (Franziskus) dieser Meinung ganz und gar nicht. Genau da prallt die Vergeistigung des Professors Ratzinger auf die Volksnähe  des Jesuiten Jorge Bergoglio, der mit seinem ganzen Gestus des populären Bischofs von Rom viel besser "rüberkommt" -  aber die Kirchenflucht letztendlich auch nicht verhindert. Ob er es überhaupt schafft, etwas bei den römischen Kurien-Betonköpfen zu bewegen?

Benedikt hätte das Gegenteil praktizieren müssen: Nicht eine Entweltlichung der Kirche ist für deren Fortbestand vonnöten sondern ihre Verweltlichung. Wer auf die heutigen  Probleme keine Antworten hat, erreicht seine eigenen Gläubigen halt nicht mehr.

Zitat:eddymann schrieb:  Der Glaube von Himmel und Fegefeuer und Paradiesen hatte seine Aufgabe in der Vergangenheit.....

Das war schon immer Blödsinn, und wurde von den Klerikern und der Kirche nur eingesetzt, um deren Angst- und Belohnungsprinzip zu untermauern. So, wie es heute der Islam noch bei den Selbstmordattentätern und den ihnen verheißenen Jungfrauen im Paradies macht. Aber damit kann man seit der Aufklärung nun wirklich keine Gläubigen mehr an sich binden.



Zitat:Eddymann schrieb:  Der Mensch will immer mehr.... , mehr Glück, mehr Besitz,  usw. Angenommen, die christlichen Kirchen würden also einen konkreten erfahrbaren authentischen inneren Weg aufzeigen, dann müssten sie nur die Türen aufsperren und die Gläubigen würden kommen....

Da ist was dran. Aber dafür müßten die Glaubensgemeinschaften, alle wie sie da sind, ihre Richtung ändern. Zumindest in diesem Punkt hätten sie sogar von Erich Honecker lernen können, der nicht müde wurde  zu verkünden: "Vorwärts  immer, rückwärts  nimmer".    Nur hielt er sich selbst nicht daran - und die Religionen auch nicht. Das Ergebnis besprechen wir hier.



Zitat:eddymann schrieb: Noch kurz zu den ewig Gestrigen, die in der Kirche heimisch sind........

ja, die ewig  Gestrigen dominieren die Kirchengemeinden. Sie sind dort "heimisch". Die anderen, die Mehrheit,  bleiben als "Karteileichen"  draußen vor. Sie schlagen vielleicht noch einmal im Jahr zu Weihnachten  auf.  Wenn zu den Festtagen vor dem Weihnachtsbraten die Weihnachtsgeschichte von der Krippe im Stall in der Kirche vorgelesen wird. 

Die Prozentzahl der regelmäßigen Kirchgänger wird sowieso immer kleiner. Und die demografische Entwicklung besiegelt ihren Niedergang, wie man an den grauen Haaren sieht, die das Bild in den Kirchenbänken bestimmen. Sie sterben aus.



Zitat:eddymann schrieb: .... alle interessiert nur ihre Religiosität, aber von dem was Religion eigentlich ausmacht, keine Rede.
 
Nein, da lehrt die Praxis anderes: Man wird gezwungen, an Dogmen zu glauben, die zu verschiedenen Anlässen in  Jahrhunderten von Menschen entwickelt wurden. Und war man nicht willig, so drohte Gewalt! Eine eigene Religiosität war und ist unerwünscht. 
Sie  wurde und wird heute noch als Häresie verschrien und mit  Kirchenausschluß/Exkommunizierung "bestraft". Seit der Aufklärung fehlt den Kirchenmännern dazu die Macht. Sie können keine Daumenschrauben oder Schlimmeres mehr anwenden (lassen).  Das überfällige Ergebnis findet man allerdings seit Jahren  in der Statistik wieder. 

Es nützt nichts, sich in die kuschelige Ecke seiner angenehmen kirchlichen Wohnsitzgemeinde zurückzuziehen, nach dem Motto: "Ach, bei uns ist das ja nicht so schlimm." Was Kirche ist, bestimmt nicht jener bemerkenswerte Jesus von Nazareth, der nie eine Kirche gewollt hat. Das bestimmen Leute in bunten Kostümen oder schwarzen Talaren. Da schießt einem unbewußt der 68er Slogan in den Kopf: "Unter den Talaren -  der Muff von tausend Jahren".  Die Uraufführung war zwar in der Hamburger Uni, aber sie paßt auch auf den ganzen Zinnober im römischen Petersdom, hinter dem sich der katholische Klerus bei seinen Kardinalstreffen verschanzt.

War das  aber der angebliche Auftrag an Petrus, auf einen solchen Fels "seine" Kirche bauen zu sollen? Nein, von feinem Tuch, viel frömmelnder lateinischer Liturgie und weihrauchgeschwängerter Luft war in Jesu einfacher Botschaft keine Rede. Das ist es auch, was die Leute aus den Kirchenbüchern treibt. Die Kirchen brauchen neue Navis............
Wer in Glaubenssachen den Verstand befragt kriegt unchristliche Antworten (W. Busch) 
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#22
Das hab ich schon öfter mal gemacht, meine Posts aus dem Forum zusammengetragen, gut gegliedert, sprachlich ausgefeilt und dann als Artikel angeboten. So auch mit den Gedanken von hier, nur... will bis jetzt noch keiner  Eusa_snooty  Icon_cheesygrin
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