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Homosexualität und Zeugen Jehovas
#1
Heute habe ich einen alten Arbeitskollegen (ein Zeuge Jehovas der mich regelmäßig mit seinen biblischen Lehren und dem Wachtturm bombardiert) darauf angesprochen, daß den Zeugen Jehovas immer wieder Kindesmißbrauch vorgeworfen wird.

Ein schwerer Vorwurf !

Der Zeuge Jehovas sagte mir, daß das so zu erklären sei, daß die Zeugen Jehovas keine Homosexuellen in ihren Versammlungen dulden, und diese aus der Gemeinschaft verstoße

Zur Warnung ihrer Kinder haben die Zeugen Jehovas nun ein Video ins Internet gestellt:
Ein Mann, eine Frau jw.org

Dieses Video wird nach seiner Auskunft von allen Schwulenorganisationen extrem heftig bekämpft

Als Antwort auf die biblische Haltung zur Homosexualität würden die Zeugen Jehovas seit Jahren von den Homosexuellen mit bösartigen Verleumdungen bekämpft werden
#2
Also Homosexuelle können sich ändern, wenn sie von den Zeugen bepredigt werden?

Dass das natürlich ausgemachter Unsinn ist, dürfte auch die Führung der Zeugen wissen, aber am ehesten hält man seine Schäfchen über Feindbilder bei sich. Sad but true. Vielleicht finden sich ja einige homosexuelle Gebetsgemeinschaften zusammen, die durch das Gebet schaffen, die Zeugen von ihrer Homophobie zu befreien.
#3
Ich habe mir das aufwühlende Video soeben zum zweiten Mal angesehen.


(11-08-2020, 22:45)ha’adam schrieb: Also Homosexuelle können sich ändern, wenn sie von den Zeugen bepredigt werden?

Keine Ahnung. Ich werde ihn demnächst fragen
Vorläufig glaube ich aber, daß die Zeugen Jehovas gar nicht im Homosexuellenmilieu fischen, und im Gegenteil die Homosexuellen verstoßen
#4
Es wurde gesagt, dass sich Menschen ändern können und Zeugen deshalb weiter predigen müssen.
Das lässt keinen anderen Schluss zu.

Es ist gut, wenn Menschen die Schriften ernst nehmen. Dazu bedeutet aber auch, sie nicht nur so zu lesen, wie es einem selbst passt, sondern sie im Kontext ihrer Zeit zu lesen, weil man nur dann dem Verständnis des Autoren nahekommen kann.
Und die Bewertung einer freiwilligen Unzucht ist etwas ganz anderes als die Bewertung einer Neigung, gegen die ein Mensch nichts machen kann.
Natürlich muss niemand seine Neigungen ausleben, aber gerade bei einem solch tiefgreifenden Thema wie sexuelle Identität gehört auch die körperliche Verwirklichung dazu. Ein Mensch kann selbst entscheiden, in welchem Maße er eine Neigung zurückstellen kann. Aber einem Menschen zu erklären, er müsse seine Neigung zurückstellen, ohne zu wissen, in welchem Maße er das kann, ist schlichtweg ungerecht (schon weil man sich bei der Neigung, andere Menschen belehren zu müssen, selbst wenig zurückhaltend gibt) und wenig liebevoll. Weil Du einem Menschen nicht untersagen kannst, auf Glück hin zu streben und eine gesunde Sexualität gehört zum Glück dazu. Deswegen ist der Kampf gegen die Ehe gleichgeschlechtlicher Partner, wie sie im erzkonservativen Milieu geführt wird, auch hanebüchen: denn Partner, die heiraten, wollen ihre Neigung eben reglementieren und in einen höheren Sinnzusammenhang stellen.
#5
(12-08-2020, 08:31)ha’adam schrieb: Weil Du einem Menschen nicht untersagen kannst, auf Glück hin zu streben und eine gesunde Sexualität gehört zum Glück dazu.


Du hast den Knackpunkt sehr schnell gefunden und präzis beschrieben.
Die Zeugen Jehovas sagen, dass Homosexualität keine gesunde Sexualität sind.

Zwar hat die WHO der United Nations im Jahre 1991 Homosexualität in der ICD-10 (International Classification of Deseases, 10th Revision) aus der Liste der Krankheiten entfernt, und die ICD-10 sind in allen Mitgliedsländern der Vereinten Nationen gültig, aber bekanntlich lehnten die Zeugen Jehovas die Vereinten Nationen vor Jahrzehnten mit klaren orten ab.

In den älteren "Wachttürmen" und "Einsichten" aus dem Beginn der 80er Jahre ist das noch ganz deutlich geschrieben

Seit aber die Zeugen Jehovas nach jahrzehntelangen Verfahren in Deutschland "Körperschaft Öffentlichen Rechts" und in Österreich "Anerkannte Religionsgemeinschaft" werden konnten, geben sie sich bedeckt, um ihren Gegnern keine Handhabe zu geben, ihnen ihren neuen rechtlichen Status (mit dem zahlreiche Privilegien verbunden sind - wie etwa das Recht in Öffentlichsn Schulen Religion zu unterrichten, und massive steuerliche Vorteile, etc) nicht zu gefährden.

Ausführungen zu themenfremdem Status und Entwicklung der ZJ entfernt.
Ein Doppel dieses Beitrags wurde entfernt/Ekkard.
#6
(11-08-2020, 22:45)ha’adam schrieb: Vielleicht finden sich ja einige homosexuelle Gebetsgemeinschaften zusammen, die durch das Gebet schaffen, die Zeugen von ihrer Homophobie zu befreien.

*https://www.jw.org/de/bibliothek/zeitschriften/erwachet-nr4-2016-august/bibel-homosexualitaet/

"Behandle jeden so, wie du selbst behandelt werden möchtest" (Der Leitsatz der Zeugen Jehova)
Eine relative Bibel-Fetischisten-Phobie und eine spezielle ZJ-Phobie ist also nie falsch.

Die Zeugen Jehovas sind nämlich von Natur aus gar keine so guten lieben Menschen, die sie im Predigtdienst Unbekannten gegenüber vorspiegeln zu sein. In dieser Maske öffentlich aufzutreten, werden sie ausführlich eingeübt und bisweilen sogar nach allen psychologischen Regeln der Schauspielschule gedrillt. Der erste Eindruck muss immer sitzen (Vorstellungsgespräch). Da gibt es eine genau festgelegte  Kleiderordnung für Männer und Frauen. Haarschnitt, Rasur und Make-up sind nach Drehbuch festgelegt. Was gesagt werden soll und nicht gesagt werden darf, ist auch nach Drehbuch-Skript genau festgelegt.

Seelenfänger, die dir etwas vorspielen das sie selber in ihrer ganzen eigenen Persönlichkeit als Menschen gar nicht sind. Ist das ehrlich? Ist Gott Jehova wirklich ein solch armseeliges kleines "Arschloch". dass er sich des Scheines der oberflächlichen (psychologischen) Täuschung bedienen muss, um die Totalkontrolle über das Denken, Fühlen und Handeln von Menschen zu erlangen, die mal in einer schwierigeren Lebenskrise gar nicht wissen, worauf sie sich da einlassen.

Der Mensch muss lernen dürfen, mit seiner eigenen Sexualität umzugehen, seine eigene Sexualität unbefangen kennen zu lernen. Das geschieht für gewöhnlich in der Entwicklungsphase der Pubertät.
Wird der natürlichste aller menschlichen Triebe in dieser Entwicklungsphase von der Gesellschaft negativ stigmatisiert und verunmenschlicht, sind die Ergebnisse einer solchen Erziehung, im späteren Leben seelisch und geistig verunmenschlichte Krüppel, die nur all zu gerne mit sadistischer Präzision die Totalkontrolle über das Denken, Fühlen und Handel der Menschen in ihrem unmittelbaren Umfeld ausüben.

Wenn der Mensch als Individuum nicht lernt, sein ureigenes Verhältnis zwischen Schamgefühl und Trieb selbst zu beherrschen, dann wird dieser Mensch versuchen seine Mitmenschen in ihrem Verhalten der eigenen Unfähigkeit und Inkompetenz anzupassen. Wer will sich schon selbst gerne als Ungeheuer wahrnehmen. Und weil dieser unser ureigener, individuell unterschiedlichst ausgeprägter Sexualtrieb  sich auch damit nicht ganz stilllegen lässt,  in dem wir alles meiden was ihn reizen könnte.. kommt es dann immer wiedermal zu unkontrollierten Ausbrüchen. Vergewaltigungen, Kindesmissbrauch, sadomasochistsche Seelenquälerei gegenüber sogenannter Schutzbefohlener... usw. usf.

Dass jeder Mensch Hautkontakt und gegenseitige Fellpflege braucht, um geistig und auch körperlich gesund zu bleiben..und das von Jehova selbst so  in die Gene programmiert worden ist - falls man ihn als Schöpfer sieht.... Wirklich erstaunlich.. was Religion an Rechtfertigungspotenzial der eigenen Dummheit so alles zu bieten hat.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
#7
(12-08-2020, 11:14)Sinai schrieb:
(12-08-2020, 08:31)ha’adam schrieb: Weil Du einem Menschen nicht untersagen kannst, auf Glück hin zu streben und eine gesunde Sexualität gehört zum Glück dazu.


Du hast den Knackpunkt sehr schnell gefunden und präzis beschrieben.

Die Zeugen Jehovas sagen, dass Homosexualität keine gesunde Sexualität sind.
Was diese selber geistig nicht ganz gesunden Zeugen Jehovas so alles sagen, ist in Wirklichkeit auch nur krank.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
#8
Hmm, das Thema hier scheint mir doch ein wenig anders ausgerichtet zu sein, als die Ueberschrift uns glauben machen will.

Das Verhaeltnis der Zeugen Jehovas zur Homosexualitaet ist klar.

Postuliert wird aber eine boeswillige Verleumdungskampagne von Homosexuellenverbaenden, wieder mal ohne Quellen oder den Vorwurf sonstwie zu substanziieren. Den etwas fragwuerdigen Umgang der Zeugen Jehovas mit Kindesmissbrauch haben wir doch schon einmal thematisiert. Zusammenfassend kann ma da wohl sagen, dass die ZJ in der Tat Vertuschungsversuche unternommen haben - aber das kennt man ja auch von der RKK zu Genuege. Andererseits ist das nie so weit gegangen, dass das Gericht grundlegend einschreiten musste - die Behoerden wurden irgendwann doch eingeschaltet. Verurteilungen gab's zwar, aber eben nur weil die ZJ die Opfer diffamiert hatten.

Dieser Thread erscheint mir weitgehend ueberfluessig, da das alles schon genuegend breitgetreten wurde.
#9
(12-08-2020, 21:03)Ulan schrieb: Dieser Thread erscheint mir weitgehend ueberfluessig, da das alles schon genuegend breitgetreten wurde.

Ja, dann wären auch 90 % der Threads überflüssig - zumal ja die meisten Themen schon genuegend breitgetreten worden sind . . .

(12-08-2020, 21:03)Ulan schrieb: Postuliert wird aber eine boeswillige Verleumdungskampagne von Homosexuellenverbaenden


Obacht! Ich schrieb in Beitrag #1, dass nach Auskunft des erwähnten Zeugen Jehovas die Zeugen Jehovas als Antwort auf die biblische Haltung zur Homosexualität von den Homosexuellen mit bösartigen Verleumdungen bekämpft werden würden

Ich habe da gar nichts "postuliert", sondern die Meinung des Zeugen Jehovas zitiert - die ohnehin wohlbekannt sein dürfte
#10
Argumentierst Du mal wieder gegen Strohmaenner? Wer ist denn das Subjekt in dem Satz, auf den Du angeblich antwortest?

Es macht also keinen Unterschied.
#11
(11-08-2020, 23:16)Sinai schrieb: Ich habe mir das aufwühlende Video soeben zum zweiten Mal angesehen.


(11-08-2020, 22:45)ha’adam schrieb: Also Homosexuelle können sich ändern, wenn sie von den Zeugen bepredigt werden?

Keine Ahnung. Ich werde ihn demnächst fragen
Vorläufig glaube ich aber, daß die Zeugen Jehovas gar nicht im Homosexuellenmilieu fischen, und im Gegenteil die Homosexuellen verstoßen


Ich habe ihn nun mit Deiner Frage konfrontiert und er hat nur lapidar gesagt, das würde in dem erwähnten Video beantwortet
#12
1. Ich weigere mich wie schon zuvor, Videos anzusehen an Stelle von Argumenten. Also, was soll ein Video schon plausibel machen/beweisen?

2. Bei nochmaligem Lesen des Startbeitrages fällt mir dessen Diffusität von Kindesmissbrauch zu Homosexualität auf, als hätte das Eine mit dem Anderen etwas zu tun. Und genauso diffus geht der ganze Thread weiter.

Die beiden Punkte "Homosexualität" und "Kindesmissbrauch" werden von Ulan in #8 treffend zusammen gefasst. Weiter in dieser Schmuddelecke zu wühlen, halte ich für nicht diskussionswürdig.
Thema geschlossen!
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard


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