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Übersetzungen und Interpretationen von Bibelausdrücken: Gefühle versus Handlungen
#1
Hallo!

Ich wende mich an Euch, weil ich auf psychologische Fragen Antworten suche und dazu einiges theologisches Wissen brauche. Denn leider kann ich weder Altgriechisch noch Hebräisch; außerdem geht mir Wissen in Bezug auf die Bibelauslegung im Laufe der Jahrhunderte ab.

Ich zitiere ein paar Ausdrücke aus der Bibel:
  • Gott FÜRCHTEN
  • nicht des Nächsten Haus […] BEGEHREN (9. + 10 Gebot)
  • deinen Vater und deine Mutter EHREN (4. Gebot)
  • den Nächsten LIEBEN
Bei diesen Ausdrücken habe ich in Großbuchstaben alle diejenigen Ausdrücke geschrieben, um die es mir geht.

Von vielen Leuten werden diese Ausdrücke als Gefühle verstanden, die man haben oder nicht haben soll, gegebenenfalls mit Handlungen verbunden (insbesondere im Falle der Nächstenliebe).

Daher meine Fragen:
  • Was bedeuten diese Ausdrücke im Original?: Gefühle? Handlungen? Oder beides? Oder ist das Auslegungssache?
  • Wie haben die Kirchen im Laufe der Jahrhunderte dies Ausdrücke ausgelegt? Hat diese Auslegung dem Sinn der ursprünglichen Bibelfassung entsprochen?
  • Entspricht das Verständnis mancher Leute, die diese Verben als Gefühle auslegen, der früheren und/oder heutigen offiziellen Auslegung der Bibel?
Danke für Eure Antworten.


Rosa canina

P. S. 1.:
Ich bin neu im Forum und weiß daher nicht, ob ich den Beitrag an der richtigen Stelle im Forum eingebracht habe. Entschuldigt mich bitte, falls er ganz wo anders hingehört.

P. S. 2.:
Gibt es bei Euch einen Knopf für Sonderzeichen? Da ich im Ausland wohne und über eine andere Tastatur verfüge, muss ich das ß durch Kopieren einfügen.
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#2
(27-05-2020, 14:06)Rosa canina schrieb: P. S. 2.:
Gibt es bei Euch einen Knopf für Sonderzeichen? Da ich im Ausland wohne und über eine andere Tastatur verfüge, muss ich das ß durch Kopieren einfügen.

Am lesbarsten sind Beiträge, wenn beim eingeben auf  typographische (künstlerische) Gestaltungen und Formatierungen verzichtet wird.

Die letzte deutsche Rechtschreibreform  erlaubt es auch auf "scharfe" "ß" zu verzichten und bei Bedarf auch mal drei normale S hintereinander zu setzen. Als Ä - Ü - Ö verstehen wir auch "ae" .. "ue".. "oe" usw. usf.  Überhaupt kein Problem für uns.

Du tust dir also selber und auch uns allen nur eine Gefallen, wenn du dich beim Verfassen der Beiträge und deiner Gedanken auf den Inhalt beschränkst. Alle formellen Höflichkeitsanreden kannst du weglassen, solange nicht jemand ausdrücklich darauf Wert legt. Das merkst du dann schon.

Gedankensprünge durch Absätze trennen, Groß (Gross) und Kleinschreibung, wenn möglich beachten und ab und zu auch mal die Editierfunktion benutzen, um die ärgsten Flüchtigkeitsfehler noch rechtzeitig selber zu korrigieren, bevor man die "Schande" nach ca. 30 min. für immer so stehen bleibt. Icon_smile

Fürs Zitieren anderer Forums-User gibt es Buttons (Knöpfe) und sogar einen Übungsthread.

Also, noch mal herzlich Willkommen.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#3
(27-05-2020, 14:06)Rosa canina schrieb: Ich wende mich an Euch, weil ich auf psychologische Fragen Antworten suche und dazu einiges theologisches Wissen brauche.

Ich bin neu im Forum


Hallo 'Rosa canina' - Willkommen im Forum !

Theologisches Wissen ist zur Beantwortung psychologischer Fragen oft nicht hilfreich.

Beispielsweise ist der Begriffshof des von Dir genannten Wortes "lieben" in Psychologie und Bibel in keiner Weise kongruent

Eigentlich wäre eine Bibelübersetzung vonnöten, wo in den jeweiligen Stellen die richtig gemeinten Begriffe drin stehen

"Nächstenliebe", "Feindesliebe" sind Begriffe, die erst einmal definiert gehören
Das alles hat mit der "Liebe" im psychologischen Sinn (euphorischer Taumel von Glücksgefühlen aufgrund eines großen Ausstoßes verschiedener, einander beeinflussender, die Paarbildung begünstigender Hormone) wenig zu tun

Das sind zwei Paar Stiefel

Liebe zwischen Eltern und Kind ist wieder etwas ganz anderes

Liebe zur Wissenschaft oder Liebe zur Weisheit (Philosophie) ist wieder etwas ganz anderes

----

Wenn Du nun Antworten auf "psychologische Fragen" suchst, wird Dir theologisches Wissen oft nichts helfen - außer Du bist in der Lage, die betreffenden Stellen zu erkennen, wo die psychologische Bedeutung des Wortes auch tatsächlich gemeint ist. Dies kann nicht automatisiert (Worterkennung des Computers) erfolgen - hier ist Denken erforderlich

Darum ist es auch aussichtslos, eine Bibelübersetzung durch ein Übersetzungsprogramm erstellen zu wollen

Auf der einen Seite eine Vermengung von Wörtern der althebräischen, aramäischen, altgriechischen Begriffswelten zu einem bunten Salat, der dann in eine andere Sprache "übersetzt" werden soll - und womöglich (Dein Wunsch) noch mit der Fachsprache der Psychologie kompatibel sein sollte
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#4
(27-05-2020, 14:06)Rosa canina schrieb: Ich zitiere ein paar Ausdrücke aus der Bibel:
  • Gott FÜRCHTEN
  • nicht des Nächsten Haus […] BEGEHREN (9. + 10 Gebot)
  • deinen Vater und deine Mutter EHREN (4. Gebot)
  • den Nächsten LIEBEN
Ich denke, dass es völlig normal  und auch üblich ist, wenn wir Gehörtes oder Gelesenes durch unser jeweils eigenes "Kopfkino" (eigene Erfahrungsgswelt) zu deuten und zu verstehen versuchen.
Die "Schauspieler und Szenebilder in unserem jeweils eigenen Kopftheater, sind, wie gesagt, unsere jeweils eigenen Erfahrungen.

Für mich als einen, durch seine eigenen Erfahrungen geprägten Atheisten, bedeutet Gott zu fürchten:
sich ständig  vor den Manipulationsabsichten seiner Mitmenschen in acht nehmen zu müssen. Gott ist ja schließlich eine menschliche Idee und weil der Mensch von der Evolution (allgegenwärtig schwierigen Überlebensumständen unserer Vorfahren) zum Opportunisten erzogen wurde und seine Überlebenchancen als Einzelindividuum nicht all zu großartig und von langer Dauer sind, muss er sich seinen Platz (Rangordnung) in einer Herde suchen. Weswegen ER/SIE auch ein sehr sehr eitlerl latent narzisstischer Opportunist geworden ist... Icon_smile

Dass des "Nächsten" seines "Schlafplatzes" zu begehren oder gar für sich zu beanspruchen, jeden Wolf in große Schwierigkeiten bringen würde.. wenn er kein unerfahrener Welpe mehr ist...sagen ihm sicher schon seine Instinkte. Warum wir Menschen wohl ein Gebot dafür brauchen?

Vater und Mutter ehren.
Das Problem dabei ist, dass sich niemand die eigenen Eltern aussuchen kann und bei der Zuteilung auch noch ziemlich Pech haben kann. Nicht nur was die genetisch bedingten Erbkrankheiten angeht. Weil aber Jesus es mit dem Ehren seiner leiblichen Eltern auch nicht besonders hatte.. jedenfalls zeigt uns das die Bibel.. ist dieser Punkt jetzt mal vernachlässigbar.

Den Nächsten lieben.
Wir lieben unsere eigenen Kinder halt mal mehr, als die Kinder anderer Eltern. Und im Ernstfall würden wir eher alles geben, unsere eigenen Kinder  und besten Freunde zuerst zu retten. 
Wenn wir dann auch im normalen Alltag versuchen, die Überlebenschancen unserer eigenen Sprösslinge vorausplanend zu fördern..bedeutet das, dass all diese ganzen anderen Nächsten, welche uns strategisch wenig,  bis gar nichts nützen, zunächstmal nicht sonderlich interessieren. Natürlich müssen wir dabei aber immer auch einkalkulieren, dass man nicht vorhersehen kann, wie sich die Dinge entwickeln und es von daher immer gut ist, wenn man die eigenen Beziehungsnetzwerke nicht zu sehr einschränkt. Und damit uns das nicht all zu schwer fällt, sind wir mit einer Art Speigelneuronen ausgestattet, die es uns ermöglichen Gefühle, Leid und Freude anderer ein bisschen nach zu empfinden. Alles evolutionäre Strategien, die das überleben unserer ansonsten sehr egoistischen Gene sichern.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#5
(27-05-2020, 14:06)Rosa canina schrieb: Daher meine Fragen:
  • Was bedeuten diese Ausdrücke im Original?: Gefühle? Handlungen? Oder beides? Oder ist das Auslegungssache?

Mir ist nicht ganz klar, was Du genau mit "Gefuehlen" hier meinst. Bei den urspruenglichen Geboten ging es sicherlich um Handlungen. Allerdings hat Jesus das laut Evangelien so ausgelegt, dass auch derjenige, der diese Handlungen nur denkt/wuenscht bereits suendigt.

Dazu Matthaeus 5 (EU):

"21 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemanden tötet, soll dem Gericht verfallen sein. 22 Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein;..."

" 27 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. 28 Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen."

Falls Du das mit "Gefuehl" meinst, so ja, auch der Gedanke ist laut Evangelium schon Suende. Fuer die Aussage braucht es keiner grossen Interpretation, das steht so direkt da.

(27-05-2020, 14:06)Rosa canina schrieb: Gibt es bei Euch einen Knopf für Sonderzeichen? Da ich im Ausland wohne und über eine andere Tastatur verfüge, muss ich das ß durch Kopieren einfügen.

Ich benutze selbst eine amerikanische Tastatur - die hat noch weniger deutsche Buchstaben - und da behilft man sich halt mit dem, was man hat. Passt schon!

Nur faend ich's besser, wenn Du auf den besonderen Font verzichten wuerdest. Das macht das Antwort-Editieren doch gleich viel angenehmer.
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#6
Danke für Eure Antworten. (Oder ist diese Höflichkeitsfloskel auch schon zu viel? Tut mir Leid, ich bin andere Foren gewohnt, bei denen großer Wert darauf gelegt wird, höflichkeitsfloskelen zu verwenden.)

Aber jetzt zur Sache:
Vielleicht habe ich mich in meinem Beitrag nicht verständlich genug ausgedrückt:
Der Hintergrund meiner Frage ist, dass ich Leute kenne, die sehr in der christlichen Religion verhaftet sind und bei denen folgende psychologischen Prozesse ablaufen:
    • Bsp. Nächstenliebe: »Ich mag meine Schwiegermutter nicht. Deshalb muss ich Gott darum bitten, dass er mir diese Sünde verzeiht.« 
    • Bsp. Begehren: »Ich bin neidisch. Das ist eine Sünde vor dem Herrn. Ich darf nicht neidisch sein.«
    • Bsp. Eltern ehren: »Ich muss mich zwingen, meine Eltern gern zu mögen, sonst ist das nicht gottgefällig.« 

Vom psychologischen Standpunkt aus ist es sehr problematisch, seine Gefühle zu verdrängen. Natürlich kann man seine Gefühle nicht x-beliebig ausleben (das meine ich mit »Handeln«), das wäre schlecht gegenüber den Mitmenschen. Aber genauso ungesund ist es, sich selbst vermeintlich »gute« Gefühle einzureden; denn das macht einen auf die Dauer krank. Gesund ist es, seinen Gefühlen genug Raum zu geben, sie in sich selbst wahrzunehmen, – und erst dann nach ethischen Kriterien zu entscheiden, was man daraus macht, den anderen gegenüber.

Und jetzt frage ich mich:
Haben Jesus und andere zu wenig psychologisches Verständnis, insofern als sie von den Menschen verlangen, ihre Gefühle zu verdrängen? Oder sind die ursprünglichen Begriffe falsch übersetzt worden? Oder waren die Begriffe mehrdeutig, und die Kirchen haben die falschen Interpretationen gewählt? Oder haben die Christen, die nicht mit Theologie vertraut sind, die Begrifflichkeiten zu unhinterfragt aufgenommen?
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#7
Nun, wie gesagt, die Texte werden wohl schon richtig gelesen. Was davon nun wirklich von Jesus stammt, ist eine separate Frage, die wir aber jetzt nicht unbedingt vertiefen muessen.

Ich verstehe Dich so, dass Du die Rigorositaet der christlichen Forderungen an die persoenliche "Reinheit des Herzens" als unrealistisch hoch siehst, was letztlich nur Schuldgefuehle verursacht. Im Prinzip geht das ja noch weiter: die Erbsuende ist etwas, mit dem Du geboren bist und das Du gar nicht vermeiden kannst. Dieses "sich immer schuldig Fuehlen" wird wohl als christliche Demut verkauft.

Im Prinzip ist der realistischere Ansatz wohl, dass man zumindest versuchen sollte, sich nicht in Hass und Ablehnung zu versteigern. Der Mensch ist halt fehlbar, und fuer die Uebertretungen gibt's dann das goettliche Vergeben. Zumindest ist jetzt klar, warum es Beichte oder Bussuebungen gibt.

Mit etwas mehr psychologischem Verstaendnis sieht man natuerlich die Fallen, die das System aufstellt; aber dafuer hast du ja Deinen Verstand. Im Prinzip muss man das Ganze in zeitgemaesse Sprache umsetzen, um damit noch etwas anfangen zu koennen. Eigentlich will der moderne Humanismus ja auch nichts Anderes, nur ohne diesen ganzen Schuldkomplex. Man kann halt nicht mehr tun, als dies zu versuchen, und manchmal geht es halt nur bis zu einem gewissen Punkt. Ich denke, der ernsthafte Versuch sollte ausreichend sein, um sich nicht unnoetig Vorwuerfe zu machen.

Als Fazit: es ist zwar Mode, die alten Texte so lange anders zu lesen, bis man daraus das liest, was einem persoenlich gefaellt, aber das ist halt realistischerweise nicht immer der Fall. Da sollte man dann halt nicht weiter am Wortlaut kleben, sondern sehen, ob man nicht wenigstens die Idee der Naechstenliebe etwas verinnerlichen kann, ohne gleich den ganzen Tag auf den Knien herumzurutschen Icon_wink .
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#8
(27-05-2020, 21:25)Rosa canina schrieb: Oder sind die ursprünglichen Begriffe falsch übersetzt worden?

In manchen Fällen wohl mit Absicht. Um die Mission zu ermöglichen


(27-05-2020, 21:25)Rosa canina schrieb: Oder waren die Begriffe mehrdeutig

Auch dies ist manchmal der Fall


(27-05-2020, 21:25)Rosa canina schrieb: , und die Kirchen haben die falschen Interpretationen gewählt?

Teils absichtlich (um die Mission zu ermöglichen) - teils unabsichtlich weil den Christen das Verständnis des Althebräischen und des Aramäischen
nach dem ersten Drittel des zweiten Jahrhunderts mehr und mehr verloren ging. Und Sprachen bestehen nicht nur aus Vokabeln, da ist viel kulturelles Verständnis erforderlich

Später kam von nichtkirchlicher Seite das Problem der politischen Umstürzler dazu, die die Bibel für ihre Zwecke mißbrauchen wollten

Ganz abgesehen davon sind manche Teile der Bibel - weil in Zeiten der Verfolgung
geschrieben - erkennbar verschlüsselt oder (was noch viel schlimmer ist) unerkennbar verschlüsselt; da stolpern dann alle darüber

Und in Zeiten, wo keine Verfolgung herrschte, wollte die alte israelitische Priesterschaft die Masse des Volkes gerne von den höchsten Stufen des Wissens fernhalten


(27-05-2020, 21:25)Rosa canina schrieb: Oder haben die Christen, die nicht mit Theologie vertraut sind, die Begrifflichkeiten zu unhinterfragt aufgenommen?

Auch dies dürfte der Fall sein. Damals und heute. Aber kann man von "Christen, die nicht mit Theologie vertraut sind" verlangen, Begriffe zu hinterfragen ?

Was wäre das für eine seltsame Religion, wo die Neubekehrten mißtrauisch sein sollen und Begriffe "hinterfragen" sollen . . . ??
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#9
(27-05-2020, 23:01)Ulan schrieb: die Erbsuende ist etwas, mit dem Du geboren bist


Leider ist der Mensch von Geburt an mit überproportional vielen Fehlern verseucht !

Wenn man sieht, wie gesund ein Hirschrudel ist - und daneben ein Dorf ansieht, da gibt es Fettleibige, Zuckerkranke, Schwachsinnige, psychisch Kranke en masse

Angeborene Krankheiten sind bei Menschen sehr häufig.
Der Vater Alkoholiker, die Mutter Kettenraucherin - der Nachwuchs entsprechend erbgeschädigt

Und der Mensch ist leider von Geburt an wenig sozial, kleine Kinder sind oft sehr grausam zu anderen kleinen Kindern

Ein Fehlverhalten von Geburt an, offenbar ein ererbtes Verhalten, man kann auch das Vokabel "Erbsünde" verwenden
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#10
(27-05-2020, 23:17)Sinai schrieb: Was wäre das für eine seltsame Religion, wo die Neubekehrten mißtrauisch sein sollen und Begriffe "hinterfragen" sollen . . . ??
In allen fundamentalen und totalitären Religionsgemeinschaften geht es darum, Macht/Kontrolle über Gefühle/Emotionen und Gedanken der "Bekehrten" zu erlangen. Wie man das bewertet....?
Die allermeisten, besonders eifrigen und fanatischen Mitglieder solcher Glaubenssekten, sind von ihrer Persönlichkeitsstruktur her gar all zu oft extrem gehässige,. wenn nicht sogar auffallend bösartige Narzissten.. die sich selber besonders gut darin gefallen, sich als außergewöhnliche AUSERWÄHLTE zu fühlen. Dementsprechend interpretieren sie die Bibel oder passen auch mal für sie ungünstigere Übersetzungen den eigenen Befindlichkeits-Erfordernissen an.

Also.... immer schön misstrauisch bleiben und vor allem alles hinterfragen, was jemand behauptet, dem sein Glaube ein Gott ist.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#11
(27-05-2020, 21:25)Rosa canina schrieb:    • Bsp. Nächstenliebe: »Ich mag meine Schwiegermutter nicht. Deshalb muss ich Gott darum bitten, dass er mir diese Sünde verzeiht.« 
    • Bsp. Begehren: »Ich bin neidisch. Das ist eine Sünde vor dem Herrn. Ich darf nicht neidisch sein.«
    • Bsp. Eltern ehren: »Ich muss mich zwingen, meine Eltern gern zu mögen, sonst ist das nicht gottgefällig.« 

Das Reh mag den Berglöwen auch nicht. Leider hat aber Gott die Welt so erschaffen, dass der eine den anderen fressen muss, um nicht selber zu verhungern. Die ganze lebendige Natur/Schöpfung ist darauf aufgebaut. Massenweise Parasiten, Krankheitserreger .. und die allermeisten davon quälen ihre Wirte oft auch noch über Wochen,  Monate und manchmal sogar über Jahre hinweg erbärmlich zu Tode.. Dem lieben Gott scheint das alles recht gut zu gefallen, denn sonst hätte er in seiner Allmacht, wenigstens ein paar von diesen heimtückischen und grauenhaften Kreaturen weglassen können.

So gesehen, muss man vor "Gott" auch keine Angst haben und auch vor  der eigenen Schwiegermutter nicht. Icon_smile
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#12
(27-05-2020, 23:34)Sinai schrieb:
(27-05-2020, 23:01)Ulan schrieb: die Erbsuende ist etwas, mit dem Du geboren bist

Leider ist der Mensch von Geburt an mit überproportional vielen Fehlern verseucht !

Ist das so?

(27-05-2020, 23:34)Sinai schrieb: Wenn man sieht, wie gesund ein Hirschrudel ist - und daneben ein Dorf ansieht, da gibt es Fettleibige, Zuckerkranke, Schwachsinnige, psychisch Kranke en masse

Nur weil Kranke im Hirschrudel nicht alt werden. Das erledigen die Raubtiere, der Mensch oder die werten Artgenossen. Es zeichnet ja gerade des Menschen sehr soziales Verhalten aus, dass wir unsere Mitmenschen nicht wegen irgendwelcher angeblicher Fehler um die Ecke bringen, sondern ihnen sogar helfen (versuch' das mal in einem Hirschrudel zu finden). Fettleibigkeit ist uebrigens ein schoenes Beispiel; das ist eher ein Beispiel, dass wir es geschafft haben, in eine Situation zu kommen, dass es uns zu gut geht. Frueher galt das teilweise als schoen und als Zeichen von Reichtum.

(27-05-2020, 23:34)Sinai schrieb: Angeborene Krankheiten sind bei Menschen sehr häufig.
Der Vater Alkoholiker, die Mutter Kettenraucherin - der Nachwuchs entsprechend erbgeschädigt

Was hat das mit angeborenen Krankheiten oder "Erbschaedigung" zu tun?

(27-05-2020, 23:34)Sinai schrieb: Und der Mensch ist leider von Geburt an wenig sozial, kleine Kinder sind oft sehr grausam zu anderen kleinen Kindern
Ein Fehlverhalten von Geburt an, offenbar ein ererbtes Verhalten, man kann auch das Vokabel "Erbsünde" verwenden

Das Gegenteil ist der Fall. Dass der Mensch besonders sozial ist, ist eine seiner herausragenden Eigenschaften. Dass es dabei auch zu Konkurrenzverhalten kommt, ist klar, aber Menschen haben zumindest ein angeborenes Gerechtigkeitsgefuehl. Uebrigens ist auch Grausamkeit Sozialverhalten. Wie bei allen unseren naeheren Verwandten, wird die Rangfolge auch bei Menschen schon im Kindesalter herausgearbeitet. Sie ist bei uns nur durchlaessiger als bei den meisten Tieren, auch wegen unserer sehr langen Lebenszeit und der enormen Groesse unserer sozialen Gruppen.

Aber an Deiner Ausfuehrung sieht man sehr schoen, wie manchmal biologische Missverstaendnisse auf religioese Ansichten treffen. Und der Begriff "Erbsuende" zeigt wohl eher, dass der Kirchenvater Augustinus nicht richtig Griechisch konnte und deshalb auf eine bloede Idee gekommen ist, die uns im Westen seit damals plagt (die deutsche Uebersetzung macht's noch schlimmer).

Uebrigens ist das tatsaechlich mal ein Beispiel dafuer, wie nicht korrekte Uebersetzungen zur Ueberbewertung von Suende und Schuld fuehren koennen, wie sie der originale Text gar nicht hergibt, ganz im Sinne des ersten Threadbeitrags.
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#13
(27-05-2020, 23:34)Sinai schrieb: Leider ist der Mensch von Geburt an mit überproportional vielen Fehlern verseucht !

Wenn man sieht, wie gesund ein Hirschrudel ist - und daneben ein Dorf ansieht, da gibt es Fettleibige, Zuckerkranke, Schwachsinnige, psychisch Kranke en masse

Angeborene Krankheiten sind bei Menschen sehr häufig.
Der Vater Alkoholiker, die Mutter Kettenraucherin - der Nachwuchs entsprechend erbgeschädigt

Und der Mensch ist leider von Geburt an wenig sozial, kleine Kinder sind oft sehr grausam zu anderen kleinen Kindern

Ein Fehlverhalten von Geburt an, offenbar ein ererbtes Verhalten, man kann auch das Vokabel "Erbsünde" verwenden

Wenn man sich so "anliest", was hochtrabbende Christen sich so alles an verdrehten und strohdummen Verschwörungstheorien zulegen, um ihren eigenen Mehrwert daran zu ermessen, könnte man fast meinen, dass religiöser Eifer eine der allerschwersten Erb-Sünden überhaupt ist. Icon_cheesygrin

Die relative Gesundheit von Hirschrudel ist darauf zurückzuführen, dass ungünstige oder kranke Erbanlagen in freier Natur nicht lange genug überleben um sich fortzupflanzen. Ein Hirschkalb mit auch nur ein klein wenig zu kurzen Beinen, oder einem auch nur ein klein wenig schlechterem Gehör, wird immer als erstes vom Wolf gefressen. Und wenn man weis, dass selbst viele der gesündesten Hirsche schneereichere Winter gar nicht überleben würden, wenn nicht der Hirsche ärgster Fressfeind, der Mensch, erbarmen mit ihnen hätte.... Andersherum beim Menschen.

Schaut fast so aus, als wenn wir von Natur her besonders soziale Gene hätten. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Überlebensvorteil. So dass auch immer mehr von solchen überleben und sich fortpflanzen können, deren erblichen Veranlagungen, Zuckerkrankheit, Fettsucht und sogar Schwachsinnigkeit verursachen.

Auch die Anfälligkeit für Abhängikeitskrankeiten wie Alkoholsucht, Drogenmissbrauch usw. usf, soziopathische und psychopathische Verhaltensstörungen sind häufig erblich vorbedingt. Wenn die Drüsen in unserem Körper und deren Botenstoffe sowie Hormone  nicht im richtigen Verhältnis zusammenarbeiten, ist es um unser seelisches/psychisches Gleichgewicht nicht am allerbesten bestellt. Auch in besonders frommen gottesfürchtigen Familien gibt es diessbzügliche immer wieder die bösartigsten "Missgebrurten"....
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#14
Beitrag # 12
(28-05-2020, 05:35)Ulan schrieb:
(27-05-2020, 23:34)Sinai schrieb: Angeborene Krankheiten sind bei Menschen sehr häufig.
Der Vater Alkoholiker, die Mutter Kettenraucherin - der Nachwuchs entsprechend erbgeschädigt

Was hat das mit angeborenen Krankheiten oder "Erbschaedigung" zu tun?


Das Fehlverhalten wird heimgesucht auf Kinder und Enkel

Wörtlich:
"Kinder und Kindeskinder bis ins dritte und vierte Glied"
Lutherbibel 1545
2 Mose 34

Dies ist eine unerbittliche Warnung!
Es ist leider tatsächlich so, daß dann Kinder und Kindeskinder für das Fehlverhalten büßen müssen.
Beispiel: Kinder von Drogensüchtigen
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#15
@Sinai: Bei den Bibelstellen geht's nicht um angeborene Krankheiten. Dass Kinder von Drogensuechtigen meist gesundheitliche Schaeden davontragen, ist klar. Dass sie daran Zeit ihres Lebens zu knabbern haben werden, auch. Nur hat das primaer erst mal nichts mit angeborener "Erbschaedigung" im biologischen Sinn zu tun; das waeren Krankheiten und Leiden, die uabhaengig vom Verhalten der Eltern waeren. Das Problem, das Du ansprichst, ist real, nur die Bezeichnung ist nicht richtig.

Das hat jetzt aber alles erst einmal nichts mit dem Thema des Threads zu tun, wo es, wenn ich das richtig verstanden habe, eher darum geht, ob es "Suenden in Gedanken" gibt, oder nur "Suenden der Tat".
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