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Gibt es einen ,, zweiten" Gott?
#16
Womit du natürlich recht hast.

Was ich festhalten wollte ist, dass der von mir angemerkte, zum Apokryphon des Johannes gehörig Text ganz gut zu Joh 8,44 passen würde.

Ergänzend reiche ich den Kommentar von Michael Waldstein (in: H.-M. Schenke u.a. Nag Hammadi, Studienausgabe. S. 76) nach:

Ein höchst kritischer Midrasch zu Gen 1-7 dominiert den zweiten Teil des AJ. Explizit wird festgehalten: „nicht wie Moses sagt“. Der Gott, der nach Gen Schöpfer der Welt ist, ist die ungestaltete, unwissende Fehlgeburt der Weisheit, Jaldabaoth, der auch den Teufelsnamen Samael tragt (NHC 11,1 p.l 1,18). Das von Jaldabaoth eingerichtete System sexueller Zeugung verdunkelt das Licht der Erkenntnis und versklavt den Menschen. Dieser Handlungsablauf bezeugt eine intensive Auseinandersetzung innerhalb hellenistisch-jüdischer Tradition, in der der exklusive Anspruch des Gottes Israels von einigen Intellektuellen als gegen die (nach mittelplatonischer Anthropologie konzipierte) Göttlichkeit des Menschen gerichteter Neid zurückgewiesen wird. Aus dieser entschiedenen Zurückweisung erklärt sich die seltsame Kreuzform, in der das AJ eine hellenistisch-jüdische Gottesvorstellung in zwei Stücke teilt: in einen oberen Gott, der persönlich als der mittelplatonische Urgrund identifiziert wird, aber doch wesentliche Züge des Gottes Israels beibehält, und den unteren Gott Jaldabaoth, der persönlich als der Gott Israels (und als der Teufel) identifiziert wird, aber doch wesentliche Züge des platonischen Demiurgen beibehält.
MfG B.
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#17
(29-01-2020, 08:09)theologengezänk schrieb: Es gibt so etwas wie einen zweiten Gott, genannt Luzifer, ...

Zu diesem wird "Phosphoros-Lucifer" nach Vorstufen bei Athanasios und Eusebios erst durch Hieronymus. Und zwar durch eine die Fehldeutung von Jes 14,12.
MfG B.
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#18
Gott als der Eine, Ewige, Absolute, der den "kein Auge je gesehen hat"..., kann nicht handeln, Er ist statisches Sein. Will man also einen Schöpfer haben, dann muss man gewissenhafterweise einen zweiten, persönlichen, gestalthaften Gott einführen. Im indischen nennt der sich "Ishvara", er ist Brahman (das unpersönliche Absolute) verbunden mit Maya, also seiner Fähigkeit, die Welt ohne Beginn und Ende zu erschaffen, zu erhalten und wieder aufzulösen (ich verlinke hier gern, weil der Artikel richtig gut geworden ist).
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#19
(29-01-2020, 12:42)Bion schrieb: Dieser Handlungsablauf bezeugt eine intensive Auseinandersetzung innerhalb hellenistisch-jüdischer Tradition, in der der exklusive Anspruch des Gottes Israels von einigen Intellektuellen als gegen die (nach mittelplatonischer Anthropologie konzipierte) Göttlichkeit des Menschen gerichteter Neid zurückgewiesen wird.

Danke fuer das Zitat. Ich kann diesen Gedanken uebrigens nachvollziehen. In Diskussionen ueber die Eden-Geschichte habe ich auch schon darauf hingewiesen, dass Gott dort anscheinend Angst vor der Goettlichkeit des Menschen hat und ihm diese nicht goennt. Das springt einem eigentlich ins Auge, aber wird von vielen Lesern wohl ausgeblendet, da mit ihrem Gottesbild nicht vereinbar.
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#20
Nun ja, es ist leicht einzusehen, dass "der Mensch" wenig Göttliches hat außer vielleicht seiner Schaffenskraft. Folglich muss eine mythologische Geschichte der Art "Werdensgeschichte" irgendwie den Dreh finden, warum das so und nicht anders geworden ist.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#21
Laut einigen Handschriften wird Johannes 1 :18 mit Gott wiedergegeben und nicht Sohn. Das wūrde bedeuten, es gibt einen zweiten Gott neben Gott, nåmlich Jesus.

MfG Rixbib
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#22
Rixbix schrieb:Laut einigen Handschriften wird Johannes 1 :18 mit Gott wiedergegeben und nicht Sohn. Das wūrde bedeuten, es gibt einen zweiten Gott neben Gott, nåmlich Jesus.
Geht aus den Handschriften auch hervor, dass beide Götter als allmächtig betrachtet werden?
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#23
Die Bibel beschreibt nur den Vater als allmächtig

MfG Rixbib
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#24
(01-03-2020, 13:43)Rixbib schrieb: Laut einigen Handschriften wird  Johannes 1 :18  mit Gott wiedergegeben und nicht Sohn. Das wūrde bedeuten, es gibt einen zweiten Gott neben Gott, nåmlich Jesus.
- - -
Es gibt viele Götter. Jesus nannte sie.

Johannes 10,33-36 (Luther):
Zitat:Die Juden antworteten ihm: Um eines guten Werkes willen steinigen wir dich nicht, sondern um der Gotteslästerung willen und weil du ein Mensch bist und machst dich selbst zu Gott. 34 Jesus antwortete ihnen: Steht nicht geschrieben in eurem Gesetz (Psalm 82,6): »Ich habe gesagt: Ihr seid Götter«? 35 Wenn jene »Götter« genannt werden, zu denen das Wort Gottes geschah – und die Schrift kann doch nicht gebrochen werden –, 36 wie sagt ihr dann zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst Gott –, weil ich sage: Ich bin Gottes Sohn?

Mit dem Menschen will der Souverän den Kreis der Götter zu erweitern.

1. Mose 1,26-27 (Luther):
Zitat:Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. 27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.

Ist auch Satan ein Gott?

Jedenfalls kann Satan anscheinend Leben erschaffen.

2. Mose 7,11-12 (Luther):

Zitat:Da ließ der Pharao die Weisen und Zauberer rufen und die ägyptischen Zauberer taten ebenso mit ihren Künsten: 12 Ein jeder warf seinen Stab hin, da wurden Schlangen daraus; aber Aarons Stab verschlang ihre Stäbe.

Offenbar ist Satan unsterblich. Um ihn unschädlich zu machen, kann er nicht getötet, sondern muss inhaftiert werden.

Offenbarung 20,1-3 (Luther):

Zitat:Und ich sah einen Engel vom Himmel herabfahren, der hatte den Schlüssel zum Abgrund und eine große Kette in seiner Hand. 2 Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, das ist der Teufel und der Satan, und fesselte ihn für tausend Jahre 3 und warf ihn in den Abgrund und verschloss ihn und setzte ein Siegel oben darauf, damit er die Völker nicht mehr verführen sollte, bis vollendet würden die tausend Jahre. Danach muss er losgelassen werden eine kleine Zeit.

Das war nun rein biblisch argumentiert. Naturalistisch orientierte Mitwirkende dieses Forums  vertreten selbstverständlich eine völlig andere Sicht.
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#25
Ja, die Bibel nennt Satan auch einen Gott, weil er diese Welt beherrscht. Er ist aber nicht unsterblich. Er landet am Ende im Feuersee, ein symbolisches Bild für Vernichtung.

MfG Rixbib
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#26
Das mit dem Stab und der Schlange ist interessant. Satan ist aber kein Schöpfer, eher ein Illusionist. Als Gott später Staub zu Stechmücken machte, konnte er das nicht nachahmen. Gott wurde ja schöpferisch tätig, als er Lebewesen aus dem Staub erschuf wie z. B. den Menschen Adam. Als Gott aus dem Staub Stechmücken erschuf, konnte Satan nicht mehr mithalten, weil er kein Leben erschaffen kann.

MfG Rixbib
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#27
(05-03-2020, 16:05)Rixbib schrieb: Ja, die Bibel nennt Satan auch einen Gott, weil er diese Welt beherrscht. Er ist aber nicht unsterblich. Er landet am Ende im Feuersee, ein symbolisches Bild für Vernichtung.
- - -

Hierzu folgende Schriftstellen:

Offenbarung 20,10 Luther):
Zitat:Und der Teufel, der sie verführte, wurde geworfen in den Pfuhl von Feuer und Schwefel, wo auch das Tier und der falsche Prophet waren; und sie werden gequält werden Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

und

Offenbarung 20,14-15 (Luther):

Zitat:Und der Tod und die Hölle wurden geworfen in den feurigen Pfuhl. Das ist der zweite Tod: der feurige Pfuhl. 15 Und wenn jemand nicht gefunden wurde geschrieben in dem Buch des Lebens, der wurde geworfen in den feurigen Pfuhl.

Dass Satan getötet wird, steht also nicht geschrieben. Im Gegensatz dazu müssen jene  Menschen, “die für zu leicht befunden werden”,  mit dem zweiten Tod - dem endgültigen - rechnen.
Ewiges Leben ist offenbar nicht widerrufbar.
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#28
konform schrieb:Dass Satan getötet wird, steht also nicht geschrieben.
Wenn von seinem finalen Aufenthaltsort als "zweiter Tod" gesprochen wird, sollte dagegen doch nichts einzuwenden sein, oder?
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#29
Der Teufel landet im Feuersee. Der symbolisiert den zweiten Tod oder ein Tod auf ewig. Offenbarung ist ja symbolisch geschrieben.. Feuer symbolisiert eine Vernichtung. Man wird dort nicht gequält. Der Tod und der Hades werden ja auch dort hineingeworfen.Der Tod kann ja nicht gequält werden. Aber er wird nicht mehr sein oder er wird ausgelöscht sein.

MfG Rixbib
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#30
Man kann einen Verstorbenen ohnehin nicht quälen. Bewussstlos ist und bleibt bewusstlos (Narkose ist ähnlich). Man kann aber Lebende ganz wunderbar quälen, indem man quälende Mythen als Wahrheit "verkauft".
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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