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Darf man als Buddhist Yoga machen?
#1
Darf man als Buddhist Yoga machen?
Zitat:Der Zimmermann bearbeitet das Holz
Der Schütze krümmt den Bogen
Der Weise formt sich selbst
- Buddha -
Immer wieder höre ich Fragen wie etwa: ‚darf man als Buddhist dies oder das?‘
Meine Antwort ist immer: Als Buddhist darf man alles!
Wenn man an das Karma glaubt steht sowieso schon alles geschrieben.
Es steht geschrieben ob ich morgen einen Unfall verursache und dabei ein Mensch stirbt. Alles steht geschrieben, egal wie wir uns bemühen, unser Schicksal kommt genau wie es kommen soll auf uns zu.
Die Lehrsätze von Buddha sagen uns wie wir uns grundsätzlich verhalten sollen, das ist unbestreitbar. Aber bin ich ein schlechter Buddhist nur weil ich mich manchmal nicht daran halte? Oder weil ich mich bemühe, ernsthaft versuche ein guter Mensch zu sein, aber manchmal daran scheitere?
Die Antwort ist NEIN!
Buddha hat gelehrt nicht zu beurteilen, nicht zu richten. Auch nicht über mich selbst.
In anderen Glaubenslehren gibt es Priester, die den Anhängern sagen was sie tun sollen. Meine Mutter sagt immer:
Zitat:‚das Konzept von Gott finde ich toll, nur stört mich sein Personal‘
Im Buddhismus geht es um das Streben nach Erleuchtung, nach der ganz individuellen Form der höchsten Erkenntnis. Und diesen Zustand müssen wir alleine erreichen, ein Lehrer kann uns den Weg zeigen, gehen müssen wir ihn selber.
Als Buddhist hat man ein gutes inneres Gefühl was man tun sollte, was man machen darf. Und kleine Rückschläge im Leben gehören bei der Reise hin zur Erleuchtung dazu, man sollte dann auch keine Schuld empfinden, nur es bei der nächsten Gelegenheit besser machen, damit ist schon viel erreicht. Buddhismus ist nicht schuldbehaftet, der Weg zum Ziel ist die Reise, und bei dieser Reise geht es darum die Schönheit des Weges zu würdigen, nicht gleich Erfolg und Perfektion einzufordern. Und sich selbst nicht für Fehler zu hassen.
Wenn mein Körper Yoga machen möchte dann gehört dieses Empfinden zu mir, ich muss diesem nachgehen um es zu spüren, zu erleben.
Ich mache jeden Tag fast 1 Stunde Yoga, und ich empfinde unendliches Glück dabei.
So wie ich die Worte des Buddha verstanden habe gibt es kein Gut und kein Schlecht, keine Form und keine Leere.

*shaolin-rainer.com
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#2
(23-12-2019, 06:07)ohhellosven schrieb: Immer wieder höre ich Fragen wie etwa: ‚darf man als Buddhist dies oder das?‘

Wenn man Buddhist sein will, erklärt man damit ja auch, sich nach dem Buddhistischen auszurichten. Aber auf der anderen Seite ist der Mensch frei, er kann soviel und sowenig Buddhist sein, wie er es mag.
Prüfet alles, das Gute behaltet!
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#3
Ich muss gestehen, mir hat sich auch nicht so ganz erschlossen, warum man als Buddhist jetzt kein Yoga machen duerfte. Yoga hat zum Teil sogar buddhistische Wurzeln.

Was im Westen als Yoga laeuft, hat eh mit fernoestlichen Religionen so gut wie nichts mehr zu tun.
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#4
ohhellosven schrieb:Darf man als Buddhist Yoga machen?

Ich dachte die buddh. Praxis ist eher so Meditation (Zen, Vipassana). Yoga machen doch Yogis  Icon_cheesygrin
Ich nehme an, Du beziehst Dich auf Hatha-Yoga Übungen. Diese werden m.W. als Vorbereitung zur Meditation praktiziert, kann ja nicht jeder gleich still und aufmerksam dasitzen...

ohhellosven schrieb:Wenn man an das Karma glaubt steht sowieso schon alles geschrieben.
Es steht geschrieben ob ich morgen einen Unfall verursache und dabei ein Mensch stirbt. Alles steht geschrieben, egal wie wir uns bemühen, unser Schicksal kommt genau wie es kommen soll auf uns zu.

Ich meine das ist eine falsche Auslegung des Kausalitätsgesetzes. Es besagt in erster Linie, dass man für sein Schicksal verantwortlich ist. In jedem Moment legt man die Ursache für eine zukünftige Auswirkung. Lediglich die in der Vergangenheit gelegten Ursachen kann man i.d.R. nicht mehr ändern und muss sie ausbaden.
Daran ist man schon selber "schuld", aber der praktische Nutzen das zu betonen erscheint fragwürdig. Der Buddhismus betont m.E. die Stärke des Einzelnen, das Sich-selbst-eine-Insel-sein, und die Verantwortung jetzt, und die Praxis, die ja indirekt wesentlicher Bestandteil der Zufluchtnahme ist.
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#5
(23-12-2019, 06:07)ohhellosven schrieb: Wenn man an das Karma glaubt steht sowieso schon alles geschrieben.
Es steht geschrieben ob ich morgen einen Unfall verursache und dabei ein Mensch stirbt. Alles steht geschrieben, egal wie wir uns bemühen, unser Schicksal kommt genau wie es kommen soll auf uns zu.


Dies wäre ein ganz schrecklicher Aberglaube
Ein Rückfall in die Zeit lange vor der 'Aufklärung' und noch viel viel weiter zurück . . .
Meines Erachtens ist dieser uralte asiatische Fatalismus auch nicht mit dem Christentum vereinbar

Aschok ist Postflieger, der täglich eine Fuhre Briefe über den Berg transportiert
Wozu denn einen Fallschirm mitnehmen, wenn das Schicksal ohnehin schon feststeht . . . ??

Rahul ist Fischer
Wozu denn Schwimmwesten für die Mannschaft kaufen . . . ?

Chetan pendelt täglich mit seinem Kamel zwischen zwei Ortschaften 30 km durch die Wüste
Wozu denn den Akku des Funkgerätes aufladen, wenn das Schicksal ohnehin schon feststeht ?
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#6
Es gibt auch christliche Kirchen, die an die Prädestination glauben; die Calvinisten waeren das prominenteste Beispiel. Das mit der Vorherbestimmung funktioniert nicht so simpel, wie die Beispiele suggerieren wollen. Wer keine Vorsichtsmassnahmen trifft, der ist halt zum Scheitern praedestiniert. Bei den Christen, die an Prädestination glauben, wird deshalb wirtschaftlicher Erfolg, fuer den man trotzdem hart gearbeitet hat, als Ausdruck von Gottes besonderer Gnade angesehen. Das Unterwerfen unter die dafuer notwendige Plackerei wird als gottgefaelliges Sein gewertet.

Das aber nur am Rande, da es hier im Thread nicht um Christen geht. Jedenfalls muessen Prädestination und Fatalismus nicht unbedingt zusammengehoeren; es kann nur so sein. Ich wuerde aber sagen, Prädestination ist ein Thema, das man eventuell woanders bespricht, da dieser Thread ueber Yoga und Buddhismus ist.
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#7
Sinai schrieb:
ohhellosven schrieb:Wenn man an das Karma glaubt steht sowieso schon alles geschrieben.


Dies wäre ein ganz schrecklicher Aberglaube
Ein Rückfall in die Zeit lange vor der 'Aufklärung' und noch viel viel weiter zurück . . .
Meines Erachtens ist dieser uralte asiatische Fatalismus auch nicht mit dem Christentum vereinbar

Aschok ist Postflieger, der täglich eine Fuhre Briefe über den Berg transportiert
Wozu denn einen Fallschirm mitnehmen, wenn das Schicksal ohnehin schon feststeht . . . ??
...

Du bringst Beispiele, Sinai, wie das des Postfliegers und - wenn ich's richtig verstanden habe - schließt du Karma aus, wie es odhellosven in fatalistischer Weise meint.

Und du meinst, dieser Fatalismus sei nicht mit dem Christentum vereinbar.

Es wird polarisiert zwischen jenem Fatalismus und dem Ausschluss der Wirkung eines Vergangenen. Karma kennen wir nicht nur aus dem Buddhismus, sondern auch aus dem Hinduismus, und ich kann mir nicht vorstellen, dass der Buddhismus und Hinduismus polarisieren, fantasieren und die Unwahrheit sagen. Darum muss man sich ein Verständnis über Karma aneignen, das über solch Polarisieren hinaus geht und als Wahrheit auch zum Christentum gehören muss.

Warum sollte das Christentum Karma denn ausschließen? Das praktiziert der Trivialismus der Theologie, von dem ich mich schon als junger Mann offiziell verabschiedet habe, indem ich aus der katholischen Kirche austrat - Darum suche ich eine weisheitsvolle Anschauung des Christentums mit Karma und auch mit Reinkarnation.
Prüfet alles, das Gute behaltet!
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#8
Sagen wir mal so, das Christentum wie es sich durch die Kirchen herauskristallisiert hat, ist vom modernen Standpunkt aus eher vage.
Die Inder sind da viel technischer, was die Praxisbezogenheit des Buddhismus angeht, und Yoga sowieso.
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#9
(28-12-2019, 11:47)Suchender schrieb: . . . ich kann mir nicht vorstellen, dass der Buddhismus und Hinduismus polarisieren, fantasieren und die Unwahrheit sagen.


Ein schwaches Argument.
Daß es Millionen Gläubige Buddhisten in Ostasien und Millionen Gläubige Hindus in Indien gibt, ist kein Argument für die Wahrheit dieser beiden Lehren
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#10
Nun, das gilt ja fuer das Christentum genauso. "Wahrheit" ist sowieso ein recht flexibler Begriff.
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