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Shin-Buddhisten?
#16
Zitat:Komisch, dass ich Dir da gar nicht so sehr folgen mag. Ich denke, dass das mit dem "durchgeknallten Samurai" genau so wahrscheinlich ist, wie, dass Deutschland wieder eine faschistische Phase erlebt - also, gar nicht mal so undenkbar.



Ich persönlich halte diese Gefahr für Deutschland, Osterreich und noch mehr für Italien für sehr viel  wahrscheinlicher, als für Japan.
Japaner sind im Durchschnitt deutlich gebildeter, so dass dieser Jōdo-Shinshū sich besser mit der Bevölkerung verträgt, als irgendwo anders.

Und ideologische Weltanschauungen haben halt nun mal das Potential, dass sie die kritische Informations-Schleuse beim Menschen in ihrer Funktion stark beeinträchtigt kann.

Pegida z.B. Christen die das Abendland  vor der Unterwanderung durch den Islam retten wollen. Christen die sich gerne der Nächstenliebe rühmen, sobald sie selber alle satt sind. Welch großartige Zeiten für Redner, die den Gläubigen ganz aus dem Herzen reden und aber ganz andere Absichten haben.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#17
Pegida ist nicht christlich. Das ist lediglich vorgeschoben. In der Gegend, wo diese Bewegung populaer ist, spielt das Christentum fast keine Rolle mehr.

Hier driften wir aber in allgemeine Themen ueber Ideologien ab. Konzentrieren wir uns lieber auf das Thema.
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#18
(26-10-2019, 19:31)Ulan schrieb: Pegida ist nicht christlich. Das ist lediglich vorgeschoben. In der Gegend, wo diese Bewegung populaer ist, spielt das Christentum fast keine Rolle mehr.

Hier driften wir aber in allgemeine Themen ueber Ideologien ab. Konzentrieren wir uns lieber auf das Thema.

Ja.. ich denke, dass sogenannte fernöstliche Religionen und Weltanschauungen mit den dort lebenden Menschen verwachsen sind und dass diese Menschen von frühester Kindheit an lernen, wie sie damit umgehen können.
Ich denke dass jemand aus Hamburg oder aus Wien, der sich "hier" als buddhistischer Mönch verkleidet.. weit ab von jeglicher Erleuchtung lebt.
Und ich denke, dass alle diese fernöstlichen Religionsschulen hier in Europa nichts anderes sind, als Ginpelfängerei, um naiven "Pfauen" die Geldscheinfedern zu rupfen. Vielleicht liege ich falsch, aber das werde ich im Laufe der Diskussion noch sicher herausfinden.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#19
Beitrag # 15
(26-10-2019, 19:19)Felix schrieb: . . . als ich nämlich erfuhr, dass Richard Wagner nach seinen 13 Opern unter dem Eindruck der Philosophie Schopenhauers noch eine buddhistische Oper "Die Sieger" plante, wozu es aber nicht mehr kam. Schon Wagners christliche letzte Oper "Parsifal" enthält deutliche buddhistische Anklänge.


Derartiges habe ich noch nie gehört.

Eine "buddhistische Oper" - was soll denn das sein ??

Neugierig geworden, tippte ich ins Google: Wagner Oper Die Sieger
und fand tatsächlich folgenden Eintrag:
Die Sieger (Oper) - Wikipedia
Dort stehen tatsächlich folgende Bemerkungen:
"Die Sieger ist eine von Richard Wagner im Jahr 1856 geplante buddhistische Oper.
Den Text dazu hatte er bereits ausgearbeitet. Zu einer Vertonung kam es jedoch nicht mehr.
( . . . )
Ab Herbst 1854 hatte sich Richard Wagner intensiv mit Arthur Schopenhauers Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung beschäftigt und begann zugleich, sich für den Buddhismus zu interessieren."

Man lernt nie aus !

Aber wer weiß ob das stimmt, es kann ja jeder der will, einen Wikipedia-Artikel schreiben
Wikipedia ist kein Lexikon-Verlag wie etwa Brockhaus, wo alle Artikel gewissenhaft intern überprüft werden, bevor sie gedruckt werden

Anmerkung zu Richard Wagner:
1859-1865 waren seine Wanderjahre, 1866-1871 lebte er in Tribschen, 1872-1881 waren seine Bayreuther Jahre, er starb 1883

Es war also nicht so, daß Richard Wagner eine ominöse Oper plante und er kurz darauf verstarb und ihn niemand fragen konnte was er da geplant hatte - sondern Richard Wagner wirkte noch Jahrzehnte nach 1856

Seine Idee von einer angeblich "buddhistischen Oper" hatte er offenbar fallengelassen. Möglicherweise war das ein spontaner Einfall, eine Schnapsidee oder eine Spielerei, von der er entdeckte daß das ein Unsinn ist

Rätsel über Rätsel

Was soll das eigentlich heißen, er "plante" eine "buddhistische Oper" ?
Wann ist eine Oper buddhistisch ?


--


Ich fand einen Schweizer Eintrag:
Wagner im Ring - Richard Wagners Liebe zum Buddhismus ...
srf.ch › kultur › musik › richard-wagners-liebe-zum-buddhismus
"Wagner war nicht nur Opernkomponist, er war auch ein philosophischer «Hans Dampf in allen Gassen». Die buddhistische Philosophie hatte es ihm besonders angetan."

srf bedeutet Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)
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#20
(26-10-2019, 20:10)Sinai schrieb: Ich fand einen Schweizer Eintrag:
Wagner im Ring - Richard Wagners Liebe zum Buddhismus ...
srf.ch › kultur › musik › richard-wagners-liebe-zum-buddhismus
"Wagner war nicht nur Opernkomponist, er war auch ein philosophischer «Hans Dampf in allen Gassen». Die buddhistische Philosophie hatte es ihm besonders angetan."

srf bedeutet Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Ich fand diesen Eintrag:*https://www.dw.com/de/wie-viel-hitler-steckt-in-wagner/a-39896127
Die Frage könnte auch lauten: "wieviel "Richard Wagner" steckte in Hitler.. und warum hatte Hitler ein so großes Herz für den Japanischen Buddhismus im Zweiten Weltkrieg.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#21
@Sinai

Weil manche deiner Beiträge so ungnädig beurteilt werden, zunächst mal ein dickes Lob: Du tust gut daran, nicht alles unbesehen zu glauben, was in Wikipedia steht oder irgendein Felix im Forum behauptet!

An Wagners Plan einer buddhistischen Oper gibt es aber keinen Zweifel. Seine zweite Ehefrau Cosima, die Tochter von Franz Liszt , hat akribisch Tagebuch geführt, über 1300 Seiten, und notiert am 6. Januar 1881, zwei Jahre vor Wagners Tod, seinen köstlichen Satz: "Wenn du mich gut hältst, gut kleidest, gut nährst, dann komponiere ich doch noch "Die Sieger".

Wie viele andere Komponisten trug Wagner die Pläne für seine Werke oft jahrzehntelang mit sich herum, bevor sie in ihrer Endfassung druckfertig vorlagen. Wenn du im Internet weiter suchst, findest du auch noch andere Texte, die Wagners Verhältnis zu Schopenhauer und den Buddhismus betreffen.
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#22
(26-10-2019, 21:58)Felix schrieb: An Wagners Plan einer buddhistischen Oper gibt es aber keinen Zweifel.

Wagner hatte das Buch "Introduction à l'Histoire du Bouddhisme indien" von Eugène Burnouf gelesen und schrieb davon angeregt am 16. Mai 1856 eine Prosaskizze zu einem Drama nach einer buddhistischen Legende nieder. Die Oper, die er vor Augen hatte, hätte "Die Sieger" heißen sollen.

In diesem Zusammenhang konzipierte er auch ein musikalisches Thema, das später als Welterbschaftsmotiv im 3. Akt von Siegfried Verwendung fand.
MfG B.
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#23
(26-10-2019, 19:37)Geobacter schrieb: Ja.. ich denke, dass sogenannte fernöstliche Religionen und Weltanschauungen mit den dort lebenden Menschen verwachsen sind

Ich möchte das generalisieren: M. E. sind alle religiösen Lehräußerungen in der Form, in der sie vom jeweiligen Religionsstifter getätigt wurden, "Kinder" ihrer Zeit und ihres Umfeldes. Wären sie das nicht, wären sie vermutlich bei den damaligen Adressaten nicht "angekommen".

Ist aber die originale Sprache des Stifters (vergl. Buddhas oft sehr blumige, bilderreiche, weitschweifige und hochredundante Lehrreden!) für uns heutige Menschen überhaupt noch verständlich, spricht sie uns an, kann sie uns das vermitteln, was sie offenbar den Zeitgenossen des Stifters vermittelte?

Mir geht seit kurzer Zeit ein Gedanke durch den Kopf: Was wäre, würde man die einzelnen Religionen radikal von ihrem zeitbedingten kulturellen Ballast befreien und auf ihr jeweiliges Kernanliegen "reduzieren"? Wäre das überhaupt eine Reduktion oder käme dabei das über die Jahrtausende hinweg gleich gebliebene "Zentrale" einer Religion zum Vorschein - etwas, das wir verstehen, das uns aber Spielraum für eine zeitgemäße Interpretation lässt und das uns auch heute noch berühren kann?

Ich hätte sogar einen Vorschlag zur Methode: Verdichtende Darstellung des "Ziels" einer jeder Religion in einem einzigen Satz oder zumindest in ganz wenigen! - Beispiel gefällig? Shin-Buddhismus zielt auf die Transformation des Bewusstseins zum Zweck der endgültigen Leidbefreiung.
Namu Amida Butsu.
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#24
(27-10-2019, 13:14)caber schrieb: Mir geht seit kurzer Zeit ein Gedanke durch den Kopf: Was wäre, würde man die einzelnen Religionen radikal von ihrem zeitbedingten kulturellen Ballast befreien und auf ihr jeweiliges Kernanliegen "reduzieren"?

Mag zwar dem einen oder anderen so vorkommen, dass ich Religionen nicht leiden kann.
Aber der Schein trügt.

Religion, wenn sie denn genug Platz für alle hat und nicht den ideologischen Purismus (Fundamentalismus mit Ausgrenzung) anstrebt.. fördert sie den Gemeinschaftssinn, gibt den Menschen eine kulturelle Identität und ist ein Ort der Entspannung und des mal Abschaltens.
Auch Atheisten fühlen sich in einem solchen Umfeld wohl...

Wenn man den Religionen all ihre heidnischen und abergläubischen Traditionen weg nimmt, werden sie zur Brutstätte des Wahnsinns.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#25
Fanatismus: Psychoanalyse eines unheimlichen Phänomens
P Conzen - 2005 - lptw.de IN die Suchfunktion von Google eingeben.
Die Antwort für dich @Caber, was passieren  täte, wenn man Religionen auf die "reine" Heilslehre reduzieren würde.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#26
(27-10-2019, 13:14)caber schrieb: M. E. sind alle religiösen Lehräußerungen in der Form, in der sie vom jeweiligen Religionsstifter getätigt wurden, "Kinder" ihrer Zeit und ihres Umfeldes. Wären sie das nicht, wären sie vermutlich bei den damaligen Adressaten nicht "angekommen".

Ist aber die originale Sprache des Stifters (vergl. Buddhas oft sehr blumige, bilderreiche, weitschweifige und hochredundante Lehrreden!) für uns heutige Menschen überhaupt noch verständlich, spricht sie uns an, kann sie uns das vermitteln, was sie offenbar den Zeitgenossen des Stifters vermittelte?

Mir geht seit kurzer Zeit ein Gedanke durch den Kopf: Was wäre, würde man die einzelnen Religionen radikal von ihrem zeitbedingten kulturellen Ballast befreien und auf ihr jeweiliges Kernanliegen "reduzieren"?


Eine interessante These betreffend Buddha
Siddharta Gautama redete in einer Sprache dieser Zeit an diesem Ort (vor 2500 Jahren in Nepal)

Für Deutsche ist das absolut unverständlich, Graue Erde, Acht Schätze, Kleiner Wagen, Großer Wagen, Lotussitz, Blumenstrauß und was es sonst noch an Grässlichkeiten und Zungenbrechern gibt

Das sind offenbar Wörter der antiken Begriffswelt einer bestimmten Region Südasiens
Ein Adelssohn der indoarischen* Sprache der aber dann den Umgang mit den Drawiden suchte - dabei kam ein unverständlicher Mix heraus. Indoarische Wörter zwar (Sanskrit) aber mit drawidischen Bedeutungen unterlegt

* Siehe die Karte Sprachfamilien in Indien
Indien - Wikipedia
4.3 Sprachen und Schriften

Diese "blumige" Sprache verstehen nur Leute, die der buddhistisch geprägten Kultur angehören. Ein jahrhundertelanger Prozeß, das zu verstehen.
Es dauerte wohl in China und Japan Jahrhunderte bis die Leute (und auch nicht alle) das verstanden. Der Buddhismus brachte auch Begriffe und Worthülsen und Redewendungen nach China und Japan.


--


Mit der biblischen Religion ist es ja genau so
Viele althebräische Schlüsselbegriffe (scheol, nefesch, moloch) wurden durch die Septuaginta stümperhaft ins Altgriechische "übersetzt" (hades, psyche, angelos) wodurch die Bedeutung völlig verändert wurde
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