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relativierungsbedürftige Wundergeschichten
#76
(11-10-2019, 17:23)Sinai schrieb: "Die Mischna bildet die Basis des Talmud. Sie ist das erste kanonische Werk der mündlichen Überlieferung des Judentums und man nennt sie auch „Gesetzeskodex“."
Mischna - Wikipedia

Nochmals:

Dass die Mischna ein Gesetzeskodex ist, ist unbestritten. Nur sie "Gesetzeskodes des Talmuds" zu nennen, ist Unsinn.

Talmudische Argumentation basiert auf der Mischa (mündliche Tora), aber auch auf Gesetzestexten der schriftlichen Tora.
MfG B.
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#77
(11-10-2019, 17:32)Sinai schrieb: "Die Mischna stellt die wichtigste Sammlung religionsgesetzlicher Überlieferungen (Halacha) der rabbinischen Zeit dar und bildet damit die Grundlage der späteren talmudischen Argumentation (Gemarah)."
Mischna - Wikipedia

Richtig!

Nichts anderes habe ich gesagt.

Die Mischna ist eine Quellensammlung halachischer Tradition. Das heißt, sie gab zur Zeit ihres Entstehens die Rechtspflege der Vergangenheit und der Gegenwart wieder. Sie gilt als schriftliche Fassung der mündlichen Tora. Im Grundbestand lag sie bereits zur Zeit Jehuda ha-Nasis vor. Endredigiert wurde ca. 220 nC.

Der Talmud entstand in der Zeit zwischen 500-800 nC. Grundlagen der talmudischen Argumentation waren die mündliche Tora (Mischna), die schriftliche Tora und in geringerem Maße die Baraitot (die sog. "äußeren Lehren").
MfG B.
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#78
Bin da nicht so vom Fach..

das hab ich aber gerade auch geoogelt: https://de.wikipedia.org/wiki/Aggada

Zitat: Die Aggada hingegen entspricht der universalistischen Tendenz im Judentum und dem allgemeinen Bedürfnis des Menschen, jede normative, gesetzliche oder rationale Ordnung mit einer einschlägigen Erzählung ihres Sinns begleiten zu können.

Sinais Empörung darüber, dass hier im Forum die historische Existenz von Mose und anderen biblischer Protagonisten "geleugnet" wird, ist also völlig unangebracht. Zumal selbst die allermeisten Juden auch selbst ganz gut damit zurechtkommen, dass es sich bei all diesen mythologischen Gründervätern ihrer Religion, wohl sehr wahrscheinlich nur um mythologischen Fiktion handelt.

Natürlich kann  sich das Christentum solch ketzerischen Luxus überhaupt nicht leisten.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#79
Wenn man sieht, was fuer Geschichten zum Text der Tora hinzuerfunden wurden in diesen auslegenden Texten (vom Aggada-Typus), fragt man sich sofort, wie jemand auf die Idee kommen koennte, die Geschichten der Tora woertlich zu nehmen. Manche Leute scheinen da eine Art Denkblockade zu haben.
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#80
(11-10-2019, 19:01)Ulan schrieb: Wenn man sieht, was fuer Geschichten zum Text der Tora hinzuerfunden wurden in diesen auslegenden Texten (vom Aggada-Typus), fragt man sich sofort, wie jemand auf die Idee kommen koennte, die Geschichten der Tora woertlich zu nehmen. Manche Leute scheinen da eine Art Denkblockade zu haben.

Das eigentlich Fundament des Christentums ist die Saga des Alten-Testaments.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#81
Kehren wir wieder zum Prozeß Jesu zurück, wie er im Evangelium geschildert wird.

Lexikon > Prozess Jesu
Zitat:
"Die in der Mischna festgehaltenen Vorgaben, wie Kriminalprozesse abzuhalten seien, lassen sich mit den Berichten der Evangelien nicht in Einklang bringen."

Dies ist ein unpassendes Argument, da zur Zeit Jesu die Mischna noch gar nicht existierte
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#82
Der nächste unsinnige Einwand.

Nochmals:

Die Mischna ist niedergeschriebene jüdische Rechtstradition. In ihr ist festgehalten, was zur Zeit ihres Entstehens und in der Vergangenheit angewandtes Recht war.

Wenn du diesen einfachen Satz nicht verstehen kannst oder nicht verstehen willst, werde ich mich nicht weiter bemühen.
MfG B.
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#83
Nochmals: Zur Zeit Jesu regierten die Sadduzäer im Sanhedrin und die sicher auch alte Tradition der Pharisäer war damals rechtlich nicht relevant

Zwei konkurrierende Rechtsschulen mit unterschiedlichen Rechtsansichten. Unterschiedlichen Speisevorschriften, unterschiedlichen Kalendern, . . . das Gesetz (die Thora) wurde unterschiedlich ausgelegt

Die pharisäische Rechtstradition setzte sich erst nach dem Jahre 70 durch - sie wurde dann etliche Generationen später in der Mischna systematisch niedergeschrieben

Rechtsansichten der Mischna sind zwar schon lange vor der Niederschrift der Mischna im Judentum gültig (konkret seit dem Jahre 70) - aber zur Zeit Jesu eben nicht !

Damals war wie gesagt die Rechtsansicht der Sadduzäer die herrschende Lehre
und die Rechtsnormen der Mischna können da nicht herangezogen werden
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#84
Woher hast du diesen Unsinn?
MfG B.
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#85
Die Pharisaeer wurden schon in der Makkabaeer-Zeit zur dominanten Fraktion.

Ich weiss sowieso nicht, was diese unsinnigen Einwaende jetzt wieder sollen. Dass der Prozess rechtswidrig war, bestreiten nicht mal konservative Theologen.
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#86
"Das Amt des Hohepriesters war seit der Regierungszeit Herodes des Großen kein erbliches, lebenslanges Amt mehr, sondern wurde von den jeweiligen Machthabern, das heißt sowohl von den Herodianern als auch später von den römischen Statthaltern, nach politischer Opportunität an ein Mitglied der Priesteraristokratie der Sadduzäer vergeben"
Kajaphas - Wikipedia
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#87
Du hast wirklich ein Talent dafuer, Einzelsaetze aus Erklaerungen herauszugreifen und dann konsequent misszuverstehen. Dein Zitat widerspricht meiner Aussage nicht.
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#88
(11-10-2019, 22:05)Sinai schrieb: Dies ist ein unpassendes Argument, da zur Zeit Jesu die Mischna noch gar nicht existierte

Stimmt wohl nicht ganz, was du da behauptest. https://de.wikipedia.org/wiki/Tannaim

Und was die Zeit Jesu angeht, über die es ohnehin nur nur vage Spekulationen gibt, passt zumindest die Zeit der Tannaim recht gut  zur Zeitrechnung der Evangelisten. Selbst wenn die Mischna erst nach der "gesamtbaulichen Umänderung" des Jüdischen Tempels durch wütende Römer...um das Jahr 70 herum... das erste mal auch "redaktionell" erfasst wurde, scheint sie doch schon deutlich älter zu sein.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#89
Es ist ja in der Mischna selbst nachzulesen, wie sie verstanden werden will.

Dazu G. Stemberger:

Nach dem Verständnis der Rabbinen ist die Mischna "mündliche Tora", zusammen mit der schriftlichen Tora Mose am Sinai gegeben, wie der Traktat Abot, nachträglich als Theologie der Mischna in diese eingefügt, gleich zu Beginn betont: "Mose empfing Tora vom Sinai und übergab sie den Ältesten" usw. in einer ungebrochenen Traditionskette bis zu den Rabbinen der Mischna.

Theologische Aussagen sind nicht zu überprüfen, wohl aber historische Aussagen, die darauf bauen. Oft verbindet man mit dem Begriff der "mündlichen Tora" die ausschließlich mündliche Weitergabe ihrer Traditionen. Das bezieht man nicht nur auf die Vorstufen der Mischna, sondern auch auf diese selbst und andere rabbinische Schriften, die erst nach Jahrhunderten schriftlich niedergelegt, bis dahin aber rein mündlich tradiert worden seien. Daran knüpft die weitere These, dass die Mischna zwar spät redigiert worden sei, sie aber in weiten Teilen in die Zeit des Zweiten Tempels, ja in seine Frühzeit zurückreiche.

Günter Stemberger. Einführung in die Judaistik.  2002 München. Verl. C.h. Beck. S. 85
MfG B.
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