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die lange historische Angst vor der Verunreinigung der christlichen Glaubens
#46
Beitrag # 1
(24-05-2019, 12:28)Kreutzberg schrieb: Hallo liebe Bibelexperten und Bibelfreunde,

... in (Matthäus 7, 15) wird meines Wissens Jesus zitiert. Der geflügelte Satz vom "Wolf im Schafspelz" sollte als Warnzeichen verstanden werden. Diese Aussage deutet darauf hin, dass eigenwillige Bibel-Interpretationen schon zu Lebzeiten Jesu kusierten . . .


Solange Jesus wirkte, war keine Gefahr daß "Wölfe im Schafspelz" in seiner Jüngerschar zu lehren begannen

Jesus warnte aber davor, daß nach seinem Wirken auf Erden solche falsche Propheten kommen werden

Jesus warnte:
"Hütet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie (harmlose) Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe." Mt 7,15 (EU)

Nachdem Jesus die Jünger verließ und zum Himmel emporgehoben wurde (Lk 24,51 EU), war die Situation für die Jünger schwerer geworden - viele Briefe zeigen dies
Beispielsweise der Brief an die Galater:
"Ich bin erstaunt, dass ihr euch so schnell von dem abwendet, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, und dass ihr euch einem anderen Evangelium zuwendet." Gal 1,6 (EU)
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#47
(07-06-2019, 21:37)Sinai schrieb: Beitrag # 40
(07-06-2019, 15:46)Kreutzberg schrieb: Jesus hat keinen gezielten Dialog zu den Besatzern gesucht.



. . . Zu Deiner Frage ob Jesus einen gezielten Dialog zu den Besatzern gesucht habe
Abgesehen vom Verhör durch Pontius Pilatus das durch gegenseitigen Respekt getragen war, findet sich meines Wissens kein solcher Dialog von Jesus mit der römischen Besatzung

Ganz gleich, ob Besatzer oder sonstiger Fremder - Jesus betonte, daß er nur zu den Verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt ist
( Matth 15,24 )


Diese Einschränkung auf die verlorenen Schafen des Hauses Israel finden wir sogar zwei Mal:

"Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden und betretet keine Stadt der Samariter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel." Mt 10,5-6 (Einheitsübersetzung)

"Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Befrei sie (von ihrer Sorge), denn sie schreit hinter uns her. Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. Doch die Frau kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen." Mt 15,22-26 (Einheitsübersetzung)


Erst nach der Auferstehung wollte Jesus, daß allen Völkern das Evangelium verkündet wird

Der auferstandene Jesus sagte nach der Einheitsübersetzung:

"Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes," Mt 28,19 (Einheitsübersetzung)

"Später erschien Jesus auch den Elf, als sie bei Tisch waren; er tadelte ihren Unglauben und ihre Verstocktheit, weil sie denen nicht glaubten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten.
Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!" Mk 16,14f (Einheitsübersetzung)
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#48
Die verlorenen Schafe Israels deuten aber doch auf eine Einflußnahme nur innerhalb der jüdischen Bevölkerung
- also keine Heiden.
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#49
Was kann man sich unter den "verlorenen Schafen des Hauses Israel" vorstellen ??
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#50
Die Betrachtungen zu antiken Vorstellungen von "Atheismus" fuehren hier nicht weiter. Auch die Philosophen waren groesstenteils keine, anders als behauptet. Mit "Atheisten" sind in der Antike zum Teil auch Christen gemeint, da sie ja die Existenz fast aller Goetter veneinten und sich weigerten, diese zu verehren. Dieser christliche "Atheismus" wurde als gesellschaftsschaedlich angesehen und war das Thema vor roemischen Gerichten.

Ansonsten ist es doch eigentlich gut, wenn die Kirchen keine allgemeinen Umgangsvorschriften mit den Mitgliedern oft sehr inhomogener anderer Gruppen vorgeben. Hier werden eigentlich woertllich "Vorurteile" eingefordert. So etwas sollte normalerweise situationsbedingt erfolgen. Oft sind Mitglieder anderer Gruppen ja gar nicht so weit entfernt in ihren gesellschaftlichen Zielen von Zielen der eigenen Gemeinschaft, und in den Faellen waere eine Zusammenarbeit doch hilfreich. Bei sehr aggressiven Gegnern macht das dagegen weniger Sinn.
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#51
Diese  Begrifflichkeit sagt mir nicht - der beste Rechercheur kann hier sicherlich einen Ehrenpreis gewinnen, wenn das
im web überhaupt zu finden ist.
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#52
(12-06-2019, 14:24)Kreutzberg schrieb: Die verlorenen Schafe Israels . . .


Ich suchte im Google: verlorenen Schafen des Hauses Israel

Es kam der alternative Vorschlag mit folgender Schreibweise: verlorene schafe des hauses israel
und ich fand gleich auf der zweiten Seite:

Der Heilige Stuhl
w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de/.../hf_ben-xvi_aud_20060322.pdf
22.03.2006

BENEDIKT XVI.
GENERALAUDIENZ
Mittwoch, 22. März 2006



"Zu wem werden die Apostel gesandt werden? Im Evangelium scheint Jesus seine Sendung nur auf Israel zu beschränken: »Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt« (Mt 15,24). In analoger Weise scheint er die den Zwölf anvertraute Mission einzugrenzen: »Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden und betretet keine Stadt der Samariter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel« (Mt 10,5f). ( . . . )"



Ein ausführlicher Text, er würde zu umfangreich sein, ihn hierher zu kopieren. Wer will kann den ganzen Text lesen

Immerhin ist ersichtlich, daß die Thematik nicht uninteressant ist

---

Offensichtlich war den Zwölf der Begriff der verlorenen Schafe des Hauses Israel verständlich, sonst hätten sie Jesus sofort gefragt wohin sie gehen sollen um sie aufzufinden.
Waren die Pharisäer, die Sadduzäer, die Samaritaner, die Essener, die hellenistischen Juden Alexandrias, die außerhalb des Römischen Reiches an der Euphratmündung lebenden Israeliten, die außerhalb des Römischen Reiches nördlich des Kaukasus lebenden Israeliten, die außerhalb des Römischen Reiches im Hochland des Iran lebenden Israeliten gemeint ?

Anders gefragt: waren die "verlorenen Schafen des Hauses Israel" aufgrund ihrer abweichenden Lehren oder aufgrund ihrer räumlichen Entfernung von Jerusalem "verloren" ?
(Israeliten mußten zu den drei Festen im Jahr nach Jerusalem zum Tempel reisen; somit durften sie nicht zu weit von Jerusalem entfernt wohnen)

Da den Zwölf die verlorenen Schafe des Hauses Israel offensichtlich ein Begriff war, kann man vermuten, daß er im AT erkärt wurde. Wahrscheinlich mit anderen Worten (das originale AT war ja in Althebräisch geschrieben) - und möglicherweise umschrieben, möglicherweise etwas versteckt.
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