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Zerreißt der Brexit die Europäische Union?
#31
(14-04-2019, 16:53)Sinai schrieb: - - -
Das "schiefe deutsche Selbstbild" haben nicht die Deutschen gemacht, sondern die in Deutschland regierenden Politiker...

...zusammen mit dem Wähler.
Mme Lagarde mahnt längst höhere Löhne in Deutschland an, um die Außenhandelsdefizite der Handelspartner zu verringern. Statt dessen arbeitet der brave Deutsche weiter für niedrigen Lohn. Die Exporteure bekommen zwar das Entgelt für die gelieferten Waren. Doch wie lange die Banken noch die Kredite für die Exporte gewähren, ist eine Frage, die sich nicht zuletzt für den französischen Präsidenten stellt. Irgendwann kann das Problem nicht mehr mit einem Kuss auf die Wange der Kanzlerin abgetan werden.
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#32
Solange es keine Schutzzölle zum Schutz der heimischen Arbeitskraft gibt, sind höhere Löhne in Deutschland illusorisch

Wenn in Deutschland höhere Löhne gezahlt werden, verteuert das die Fertigung, die Produkte werden teurer - und der deutsche Konsument kauft stattdessen Produkte aus Ostländern (wo die Leute aufgrund sehr niedriger Mieten bereit sind, für niedrige Löhne zu arbeiten)

Solange der Deutsche - oder überhaupt der Westeuropäer - im Wahn des globalen Handelsliberalismus gefangen bleibt, sind höhere Löhne in Deutschland offenbar nicht möglich

Der Deutsche etc. zahlt schweineteure Mieten (es gibt jetzt schon erste Proteste in Deutschland) - liebt es aber, billige Importwaren zu kaufen (nicht mehr nur die berühmten Badepantoffeln, sondern bereits ausgesprochene High-Tech Waren wie die optische Maus für den Computer etc etc) und gräbt sich dadurch selbst das Wasser ab.

Freiwillig funktionierte es eben nie, daß die Leute die teure heimische Ware kaufen. Jeder will den Nachbarn reinlegen: Jeder will gerne einen guten Arbeitsplatz haben, der Nachbar soll die teure Ware kaufen - aber selbst kauft man billige Importware, und der Arbeitsplatz des Nachbarn ist natürlich völlig uninteressant . . .

Daher gab es schon seit 1871 empfindliche Schutzzölle auf viele Waren. (Vorher war das Problem noch nicht so hoch, da es kaum Eisenbahnen gab)

Dafür gibt es ja die Idee des Staates, damit er die Anarchie beendet und für geordnete Zustände sorgt.
Auch Wirtschaftsanarchie ruiniert früher oder später jedes Gemeinwesen

Der Nachtwächterstaat ist schuld an dem ganzen Elend !

Daß nämlich das Wirken von egoistischen Akteuren das Gemeinwohl erhöhe, ist eine falsche Phantasie des Moralfilosofen Adam Smith

Wäre die EU keine neoliberale Organisation, könnte sie sehr segensreich wirken. Aber so, wie sie jetzt ist, ist sie der Untergang der Sozialstaaten

Das Wort "Europäische Union" ist ja nur eine Worthülse. So wie das Wort Flugzeug ein Passagierflugzeug, ein Frachtflugzeug, ein Bombenflugzeug etc bedeuten kann . . . Als die "Europäische Union" gegründet wurde, redeten die daran beteiligten Politiker den Menschen ein, daß nun größerer Wohlstand käme. Aber das Gegenteil war der Fall

Ich halte eine Änderung des Vereins EU für ausgeschlossen. Allzuviele strukturelle Hemmnisse!
Jahrelange sinnlose Konferenzen ohne Ergebnisse wären zu erwarten.
Da wäre es besser, auszutreten (zuerst Großbritannien, dann andere Staaten, ein Dominoeffekt) und dann eine neue EU mit anderen Spielregeln zu gründen
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#33
@Sinai: Du wiederholst Dich dauernd, und die Zusammenhaenge sind, wie schon erwaehnt, ein wenig anders.

Es sind die anderen Laender, die Schutzzoelle brauchen, um sich vor den billigen deutschen Waren zu schuetzen. Wenn es also zu Schutzzoellen kommt, werden in Deutschland weniger Beschaeftigte gebraucht, es gibt weniger Steuern, wahrscheinlich muss man dann noch weiter am Sozialstaat kuerzen.

Die Sache mit den Mieten war absehbar und liegt daran, wie die letzte Finanzkrise "geloest" wurde. Weil sich alle Staaten so verschuldet haben, koennen sie die Zinsen nicht erhoehen, weil sie sonst bankrott gehen. Ohne hoehere Zinsen sind die besten Methoden, mit Geld noch Geld zu verdienen, an der Boerse zu spielen oder in Immobilien zu investieren und dann die Mieter auszuquetschen. Da also der Immobilienmarkt einer der letzten lukrativen Spekulationsplaetze ist, werden die Mieten weiter steigen und steigen. Bis es irgendwann wieder kracht.

Uebrigens, viele der EU-Probleme liegen am Euro. Ohne den wuerde jetzt wohl keiner ueber Probleme reden. Allerdings wird man den ohne Probleme auch nicht mehr los. Das kann schon dieses Jahr sein, oder vielleicht auch erst in zehn Jahren. Wer weiss so etwas schon.
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#34
(14-04-2019, 19:54)Ulan schrieb: Es sind die anderen Laender, die Schutzzoelle brauchen, um sich vor den billigen deutschen Waren zu schuetzen. Wenn es also zu Schutzzoellen kommt, werden in Deutschland weniger Beschaeftigte gebraucht, es gibt weniger Steuern, wahrscheinlich muss man dann noch weiter am Sozialstaat kuerzen.



Das ist das Argument der internationalen Kapitalistenklasse, um dem deutschen Arbeiter Angst zu machen, dabei wird beiläufig irgend eine Äußerung von "Kürzung des Sozialstaats" fallen gelassen, und der blöde deutsche Michl bekommt erwartungsgemäß sofort Schiß und beginnt zu kuschen.

Derartig wird in allen Ländern operiert. In Deutschland wird von einer "Kürzung des Sozialstaats" gefaselt (weil das dem Deutschen besonders weh tut), in der Slowakei wo es eh keinen Sozialstaat gibt, kramt man andere Argumente hervor - dort wird mit teuren Lebensmittelpreisen gedroht etc.
Ein Volk wird gegen das andere ausgespielt

Schutzzölle sind das einzige Mittel, die heimische Arbeitskraft vor Dumping zu schützen. Wir haben hohe Sozialabgaben, eine 40-Stunden-Woche und extrem scharfe Umweltauflagen. All das verteuert unsere Produkte. Wir müssen nun unseren ohnehin schon ins Straucheln gekommenen Sozialstaat vor der immer aggressiver werdenden Dumpingpolitik schützen. Es geht doch nicht an, gegen Wirtschaftsstandorte konkurrieren zu müssen, wo es keinen Wohlfahrtsstaat gibt, eine 60-Stunden-Woche mit nur einer Woche Urlaub im Jahr, wo Kinderarbeit herrscht, Null Arbeitnehmerschutz, wo gemeingefährliche AKW Ruinen billigen Strom liefern, wo alle Chemikalien ins Meer rinnen, wo der Qualm der Industrie in die Luft geblasen wird.
Ein unfaires Spiel


(14-04-2019, 19:54)Ulan schrieb: . . . die besten Methoden, mit Geld noch Geld zu verdienen, an der Boerse zu spielen oder in Immobilien zu investieren und dann die Mieter auszuquetschen. Da also der Immobilienmarkt einer der letzten lukrativen Spekulationsplaetze ist, werden die Mieten weiter steigen und steigen. Bis es irgendwann wieder kracht.



Das schaut in der Tat so aus. Ein Deutscher ist auf dem globalen Arbeitsmarkt überhaupt nicht mehr konkurrenzfähig, wenn er in einem Land lebt, wo horrende Mieten zu zahlen sind

Wenn Du heute bei einem internationalen Elektrokonzern arbeitest (keine Namen), dann sagt Dir der Direktor bald, daß Du zu hohe Gehaltswünsche hast, denn Du mußt ja mit Deinem Kollegen in der Niederlassung in Fernost konkurrieren, der ja die selbe Arbeit wie Du, ums halbe Geld macht

Der "Kollege" in der Niederlassung in Fernost wird als Lohndrücker gegen Dich verwendet. Schuld daran ist der Kapitalismus !


(14-04-2019, 19:54)Ulan schrieb: Uebrigens, viele der EU-Probleme liegen am Euro. Ohne den wuerde jetzt wohl keiner ueber Probleme reden. Allerdings wird man den ohne Probleme auch nicht mehr los. Das kann schon dieses Jahr sein, oder vielleicht auch erst in zehn Jahren. Wer weiss so etwas schon.


Das mit dem Euro klingt sehr interessant, der Euro hat viele Kritiker gegensätzlicher Schule.
Präzisiere Deinen Standpunkt und begründe diesen.

Übrigens möchte ich anmerken, daß viele vermeintliche "Europa-Gegner" in Wahrheit Kapitalismus-Gegner sind, die oft zwei europäische Sprachen auf hohem Niveau beherrschen (zB Englisch und Französisch), unzählige Male dort auf Sprachkurs waren und die dortigen Kulturen lieben

Diese Menschen lieben Europa, sie mögen Spanier, Franzosen, Schweden, Ungarn, Griechen, . . . aber sie lehnen die zum kapitalistischen Moloch mutierte EU voll ab. In der Organisation namens "Europäische Union" regieren internationale Frächter, Agrarunternehmer, Großbanken und können merkwürdigerweise ihre Interessen gegen die Millionen Bürger durchsetzen . . . irgend was ist da faul an diesem System - trotz aller Wahlen

Daß die EU in der Krise steckt, kann täglich schwerer geleugnet werden (Ungarn, BREXIT, Gelbwesten in Frkr, etc), der Karren ist im Sumpf, aber es ist niemand klar, in welcher Richtung der rettende Boden liegt.
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#35
(14-04-2019, 19:54)Ulan schrieb: - - -
Es sind die anderen Laender, die Schutzzoelle brauchen, um sich vor den billigen deutschen Waren zu schuetzen.
- - -

Tja, wie sollen das die Franzosen machen? Die dürfen doch nicht.
Sollte Macron noch stärker auf Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit drängen, bekommt er es nicht nur mit den Gelbwesten, sondern auch mit andersfarbigen Westen zu tun...

(14-04-2019, 19:54)Ulan schrieb: Wenn es also zu Schutzzoellen kommt, werden in Deutschland weniger Beschaeftigte gebraucht, es gibt weniger Steuern, wahrscheinlich muss man dann noch weiter am Sozialstaat kuerzen.

Mit deutschen Warenausfuhren wird derzeit ein Handelsbilanzüberschuss von fast 300 Milliarden Euro/ Jahr erzielt. Da bleibt viel Raum für Preissenkungen.
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#36
Wenn in Deutschland angeblich die Wirtschaft floriert, stellt sich die Frage, warum dann dem Volk die Garstigkeiten des Hartz IV zugemutet werden müssen ??

Irgendwas stimmt nicht an der Story
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#37
(15-04-2019, 21:40)Sinai schrieb: Wenn in Deutschland angeblich die Wirtschaft floriert, stellt sich die Frage, warum dann dem Volk die Garstigkeiten des Hartz IV zugemutet werden müssen ??

Irgendwas stimmt nicht an der Story

Was nicht stimmt, ist schlicht Dein Blick auf die Angelegenheit. Der Anteil der Hartz IV-Empfaenger an der Bevoelkerung betraegt 7,7%. Nimmt man die Leute in prekaeren Verhaeltnissen dazu, kommt man auf zusammen etwa 15%. Das ist zwar unangenehm fuer diesen Personenkreis, aber die Mehrheit der Bevoelkerung betrifft das ueberhaupt nicht. Der Mehrheit der Bevoelkerung geht es sehr gut, und sie waehlen halt die Leute, die ihre Interessen vertreten und nicht diejenigen einer immer noch kleinen Minderheit.
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#38
(15-04-2019, 21:59)Ulan schrieb: Der Anteil der Hartz IV-Empfaenger an der Bevoelkerung betraegt 7,7%. Nimmt man die Leute in prekaeren Verhaeltnissen dazu, kommt man auf zusammen etwa 15%.


Der offizielle Wert von 15 % dürfte stimmen und ich will ihn gar nicht in Frage stellen.

Die ganze Wahrheit schaut halt so aus:
Da sich nur wenige trauen, in Hartz IV zu gehen (weil sie vorher die ererbte Wohnung verkaufen müssen), bieten die Leute lieber ihre Arbeit dem Wucherer an. Jetzt haben sie "Arbeit". Keine "prekäre" Arbeit zwar (Jurist muß Fenster putzen gehen), aber dennoch ein sozialer Abstieg: Jurist muß Bürosachbearbeiter werden (da sitzt er im Großraumbüro mit 7 Leuten die nicht mal Abitur haben, und die ihn sofort mobben)

Und das Schlimme ist: wenn er einmal drei Jahre unter seiner Qualifikation eingesetzt ist, dann kommt er nie mehr raus! Denn bei jeder Bewerbung wird gefragt "was haben Sie die letzten Jahre gearbeitet" (Lebenslauf)

Wenn man alle Leute nimmt, die einfach einen "Scheißjob" haben, da kommt man wohl mindestens auf 50 %
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#39
Und diese Statistik beruht auf was? Bauchgefuehl?
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#40
Irgendwann kommt der Punkt, wo die Leute sich die Frage stellen, ob die von der Regierung kolportierte Meinung der Wahrheit entspricht, oder ob aus sehr nachvollziehbaren Gründen (Machterhalt) nachgeholfen wird

Ich will nicht das Schlagwort "Deklassierung" des Karl Marx verwenden, aber jeder weiß, daß die ehrlich arbeitenden Menschen ins Trudeln gerieten und am Abstieg sind

Ausnahmslos alle Leute in meiner Umgebung sind über den grauslichen "Arbeitsmarkt" verzweifelt
Alte haben massive Pensionskürzungen, 50-Jährige müssen sich jede Frechheit gefallen lassen um nicht im menschenverachtenden Hartz IV zu landen wo sie aufgrund des Zwanges ihre Wohnung verkaufen zu müssen, noch mehr verarmen (manchmal hilft es ihnen nichts und früher oder später erwischt es sie ohnedies trotz aller Speichelleckerei), Eltern haben massive Sorgen mit ihren vom "Arbeitsmarkt" abgewiesenen Kindern (50 Bewerbungen und dennoch kein Angebot für eine der Ausbildung entsprechende Arbeit), Schüler sprechen abfällig über das Gesellschaftssystem (heute ist das nicht mehr grundlos)

Früher mußten die Leute nicht so kuschen wie heute
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#41
(12-04-2019, 23:16)Ulan schrieb: Die gewaehlten Regierungen der Mitgliedsstaaten haben in der EU das Sagen. Die EU vertritt also das, was die EU-Buerger gewaehlt haben.

Das ist ja der Punkt, den die Populisten missverstehen.


Meinst Du konkret Rechts- oder Linkspopulisten, oder Demokraten ?

Lateinisch Populus = Griechisch Demos

Ein und derselbe Begriff, in zwei Sprachen

Es war schon vor Jahrtausenden so, daß der Schwache den Starken anpatzen wollte
Merke: manchmal zurecht, manchmal zu unrecht
panem et circensespanem (Brot und Spiele) war schon im alten Rom
ein Trick von schäbigen Politikern / Rechtspopulisten / Linkspopulisten / Demokraten / Demagogen / Volksbetrügern


--------


Wenn sich die EU ernst nehmen würde, dann hätte sie von Anfang an festgelegt, daß alle Wahlen in den Mitgliedsstaaten gleichzeitig sein müßten !

Damit der fiktive Souverän der EU - der Bürger - die Möglichkeit hat, unfähige Politiker abzustrafen

Aber so wie es jetzt ist, wählt heute Italien, in 8 Monaten dann Griechenland, ein Jahr später Deutschland usw usw usw

Ein unbrauchbarer Wahlmodus der dazu führt, daß sich nichts ändert - zum Wohle der Nomenklatura
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#42
(13-04-2019, 04:49)Ulan schrieb:
(13-04-2019, 00:48)Sinai schrieb: Die EU ist nicht Fisch, nicht Fleisch. Das ist ihr Hauptproblem. Sie ist kein Staat wie die Vereinigten Staaten von Amerika, sie ist aber auch keine Freihandelszone wie die EFTA

Sie ist eine unsaubere Sache

Was soll das fuer Kritik sein? Das ist ein Problem mit der deutschen Sprache, wenn Du keine geeignete Schublade findest, wo Du die EU einordnen kannst.


Ich weiß zwar nicht, warum Du die Fehler dieser EU so glühend verteidigst, aber laß Dir sagen, es ist kein Problem der deutschen Sprache

Briten sind auch nicht "very amused" mit der EU
Und manch andere Völker auch nicht

Wo liegt das Problem ?

- Die Vereinigten Staaten von Amerika sind ein echter Staat
- Die EFTA ist eine bloße Freihandelszone

Die EU ist ein unsauberes Konstrukt irgendwo dazwischen. Kein Staat, aber leider dennoch über Gebühr anmaßend

Ein Spielplatz, eine Börse für Frächter, Pharmakonzerne, Gentechniker, Atomlobbies, Agrarindustrielle,  Großbanken

Der Souverän (der Bürger) bleibt auf der Strecke - wie man sieht

So etwas wird sich nicht mehr lange halten
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#43
Die meisten Entscheidungen der EU werden von allen gewaehlten Regierungen der Mitgliedsstaaten getragen - einstimmig wohlgemerkt. Wenn die EU einen Hauptfehler hat, ist es ihre mangelnde Handlungsfaehigkeit, wegen dieses Zwangs zur Einstimmigkeit in den meisten Fragen.

Diese Idee, die EU wuerde Dinge ueber die Koepfe der Buerger hinweg entscheiden, ist halt eine Idee der Populisten, mit der die eigenen Entscheidungen, von denen sie annehmen, dass sie bei ihren Waehlern eventuell nicht gut ankommen, auf jemanden geschoben werden, der keine eigene Stimme im eigenen Land hat. Man kann natuerlich auch das als Fehler der EU sehen: dass sie keine Stimme in den Mitgliedsstaaten hat, das solches Wahlkampfgefasel richtigstellen kann. Das macht es den Populisten einfach.

Das sieht man ja in Laendern wie Ungarn, wo die Regierung ungestraft Luegen ueber die EU verbreitet und sogar hanebuechenen Schwachsinn in die Schulbuecher schreibt, die EU wuerde Ungarn finanziell ausbluten, obwohl genau das Gegenteil der Fall ist: Ungarn ist mit Polen der groesste Nettoempfaenger von Geld in der EU. Die polnische Wirtschaft hat mit EU-Geldern einen rasanten Aufschwung hingelegt, aber auch dort profilieren sich Parteien damit, schlecht ueber die EU zu reden. Die ungarische Regierung ist halt unfaehig und setzt das Geld nicht vernuenftig ein. Das Unvermoegen der EU, diesem betruegerischen Treiben von Politikern in den Mitgliedsstaaten ein Ende zu setzen, spricht fuer ihre generelle Machtlosigkeit. Bei der Brexitabstimmung ist ja mit aehnlich fingierten Zahlen gearbeitet worden, um die Leute zu ueberreden.

Neben dem Zwang zur Einstimmigkeit bei den wichtigen Entscheidungen, der dazu fuehrt, dass nie irgendwelche wichtigen Entscheidungen gefaellt werden, ist natuerlich der Euro ein Konstruktionsproblem der EU; darueber haben wir aber schon genug geredet. Im Prinzip brauchen wir die EU, um nicht zum Spielball der grossen Spieler auf dem Weltmarkt zu werden. Die Idee, wir braeuchten nur die EU loszuwerden und koennten dann machen, was wir wollen, ist eine Milchmaedchenrechnung, geanu wie die Idee von Konform da oben, unser Handelsbilanzueberschuss wuerde sich irgendwie in tatsaechliche Macht umrechnen lassen; er ist nicht mal zusaetzlicher Gewinn, da schon jetzt voll eingerechnet in unsere Wirtschaftsdaten, was wohl erst bei den unausweichlichen Abschreibungen irgendwann sichtbar werden wird.

Ein paar Reformen waeren aber wohl noetig.
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