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Infos über Zeugen Jehovas
#16
Mir sind dazu keine Statistiken bekannt.

Bei den fuer die USA genannten Zahlen (zwei Drittel der innerhalb der Gemeinschaft aufgewachsenen Kinder verlassen die Gemeinschaft, zwei Drittel der Mitglieder sind Konvertiten, all dies bei moderatem Wachstum der Gemeinschaft) ist davon auszugehen, dass die Zahl der Rueckkehrer statistisch nicht weiter ins Gewicht faellt.

Es ist zudem zu vermuten, dass die Massnahme eher der Abschottung der Gemeinschaft vor aeusseren Einfluessen gilt als dem genannten Zweck. Es gibt ja genuegend andere Massnahmen, die denselben Zweck erfuellen, so dass das in das Grundmuster passen wuerde. Es ist auch der Grund, den man gerne von in der Gemeinschaft verbliebenen Glaeubigen hoert, à la "ein abgestorbenes Glied schneidet man halt ab, damit es nicht den Rest des Koerpers vergiftet".

Eine Rueckkehr ist ja auch nicht einfach. Es ist ja nicht so, dass Rueckkehrer einfach wieder integriert wuerden. Sie bleiben auf lange Zeit Mitglieder zweiter Klasse.


In meinem persoenlichen Bekanntenkreis hatte ich uebrigens eine ZJ, die dieses Kontaktverbot zu ihrer ausgetretenen Tochter nach einiger Zeit ignorierte. Sie hielt das aber vor anderen ZJ verborgen. Das machte ihr das Leben innerhalb der Gemeinschaft, an der sie irgendwie doch noch hing, auch nicht einfacher. Inwieweit sie jetzt unter Gewissensbissen litt, kann ich nicht sagen, da unser Verhaeltnis so eng nun auch nicht wieder war. Es hatte mich sowieso gewundert, dass sie mir das erzaehlte, aber das war in einer speziellen Situation.
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#17
(25-09-2018, 08:58)Leonie.m18 schrieb: Guten Morgen,

ich hätte noch eine etwas konkretere Frage, die ich hier gerne stellen würde.
Und zwar ist es ja so, dass ZJ nach ihrem Austritt von ihrem kompletten sozialen Umfeld abgeschottet werden. Dies soll dazu führen, dass die Abgeschotteten wieder zu den ZJ zurückfinden. Meine Frage ist, ob dies tatsächlich funktioniert oder ob die meisten Ausgetretenen auch weiterhin keine Zeugen Jehovas mehr sind? Oder ist die Einsamkeit so groß, dass die meisten wieder zurückgehen?


Hier steht Aussage gegen Aussage.

Die Zeugen Jehovas werden behaupten, daß dies tatsächlich funktioniert, und durch die Verstoßung durch die eigene Familie viele so einsam und verzweifelt waren, daß sie wieder zurückkehrten.
Steht zumindest so in der Website der ZJ so geschrieben, samt persönlichen Berichten von Ausgetretenen, die dann wieder zurückgekehrt sind.

Die Gegner der Zeugen Jehovas werden behaupten, daß dies nicht funktioniert.
Hier findet man Berichte von Ausgetretenen überall im Internet.
Die Einsamkeit ist sicher sehr schlimm. Abgesehen von der Verstoßung durch die eigene Familie finden die Ausgetretenen sicher schwer Freunde. Zeugen Jehovas dürfen sich nicht mehr mit ihnen treffen, bei anderen Leuten ist es aufgrund der anerzogenen sektenhaften Lebensweise aussichtslos, Freunde zu finden.
Dies gelingt nur wenn alle Werte über Bord geworfen werden (Totaländerung). Das komplette Gegenteil. Eine hedonistische Lebensweise.

Ist ja auch klar, daß alle diese Berichte persönlich eingefärbt sind.
Die Zurückkehrer sowie die Gegner schreiben ihre Sicht.

Liebe und Wut stehen sich hier gegenüber.
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#18
(25-09-2018, 10:48)Ulan schrieb: "ein abgestorbenes Glied schneidet man halt ab, damit es nicht den Rest des Koerpers vergiftet".

Eine Rueckkehr ist ja auch nicht einfach. Es ist ja nicht so, dass Rueckkehrer einfach wieder integriert wuerden. Sie bleiben auf lange Zeit Mitglieder zweiter Klasse.


Dieser Grund dürfte wahrscheinlich ebenfalls vorhanden sein, das ist wahrscheinlich bei allen Sekten so.
Der biblische Satz "die Lauen werden ausgespien" ist sehr schlimm und eigentlich tragisch.
Das heißt, daß nicht nur Ausgetretene gemieden werden, sondern daß jede bibelfundamentalistische Gemeinschaft laue Mitglieder loswerden will.

Daß bei den Zeugen Jehovas Rückkehrer lange Zeit Mitglieder zweiter Klasse sind, habe ich schon oft gelesen. Angeblich müssen sie mehrere Monate lang in der letzten Reihe sitzen. Dies im Widerspruch zu der freudigen "Geschichte vom verlorenen Sohn"
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#19
(18-09-2018, 09:10)Leonie.m18 schrieb: Hallo liebe Leute,

ich möchte mich gerne näher über die Zeugen Jehovas informieren, da ich in diesem Bereich leider noch sehr unaufgeklärt bin.
Besonders interessant wäre es, wenn sich jemand meldet, der vielleicht ein Zeuge Jehovas ist oder war. 
Ich hoffe es reagiert jemand auf meinen Beitrag und es wäre super, wenn dann ein angeregtes Gespräch, gerne auch im Privatchat, entstehen könnte.

Liebe Grüße,
Leonie Icon_smile

Hi, ich bin auch daran interessiert. Ich habe auch viel davon gehört. Die sind überall in der ganzen Welt.
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#20
Die Zeugen Jehovas sind eine sehr interessante Gemeinschaft, und ich habe schon manche Stunden mit ihnen diskutiert und einige Broschüren und auch Bücher von ihnen gelesen.

Zuerst einmal fällt auf, daß diese Menschen alle hochgebildet sind. Jeder Einzelne ein Schriftgelehrter !
Eine gezielte langjährige Bibelschulung
Man findet immer wieder hochinteressante biblische Details in ihren Schriften

Dann fällt die unglaubliche Liebe, Wärme und Geborgenheit dieser Gemeinschaft auf. Die Familien sind beispielhaft, Kinder werden liebevoll erzogen und vor schlechten Einflüssen abgeschirmt, Einsame und Kranke werden durch eine wirklich intakte Gemeinschaft gestärkt. Den Menschen geht es beneidenswert gut  

Allerdings wissen sie - aller Gelehrsamkeit zum Trotz - keine Antwort auf diese zwei Fragen:

1.) Nach der Doktrin der Zeugen Jehovas begann die Endzeit im Jahre 1914
Wir leben seither wirklich in einer furchtbaren Zeit. Zugegeben!
Aber für eine "Endzeit" dauert sie mir zu lange. Das sind ja schon 105 Jahre!  
Jesus hat doch gesagt, daß die Endzeit nur eine Generation lange dauern wird. Siehe Matthäus 24:34
1914 begann zwar eine entsetzliche Zeit des Krieges, aber das ist eben nicht die biblische Endzeit sondern eine andere schreckliche Zeit (wie der Hunnensturm 375 oder der Hundertjährige Krieg oder die Pest im Mittelalter oder der Dreißigjährige Krieg oder der Türkensturm 1683)
Daß wir seit 1914 in der "Endzeit" leben, und diese entgegen den Worten Jesu jetzt schon 105 Jahre dauern solle, können die Zeugen Jehovas auch nicht erklären

Es ist auch anzumerken, daß die Zeugen Jehovas eine hochinteressante Schrift zum Thema der Materialsymbolik des Daniel haben - siehe ihre Homepage jw.org - aber ihr Schrifttum zur Geheimen Offenbarung ist für mich nicht nachvollziehbar, ich empfinde das als reine Raterei


2.) Zeugen Jehovas glauben an die Auferstehung. Nun schreiben aber die Nachfahren der Sadduzäer auf ihrer Homepage, daß es keine Auferstehung gibt, da Moses - der doch jedes religiöse Detail aufschrieb - kein Sterbenswörtchen davon erwähnte
Auch diesen Umstand, daß Moses nichts über die Auferstehung schrieb, können die Zeugen Jehovas nicht erklären
Hier kommen sie mit indirekten Argumenten (wäre Isaak gestorben, hätte er auferstehen müssen, um das von Gott versprochene Große Volk zu gründen; eine matte Argumentation) die in Kontrast zu ihren sonst so brillianten Schriften stehen.

---

In der Tat besitzen die Zeugen Jehovas manch interessantes Schrifttum, sie leben auch ihren Glauben in aller Konsequenz, aber mich konnten sie nicht überzeugen - siehe die oben erwähnten Fragen "angebliche 'Endzeit' dauert nun schon 105 Jahre", "Moses erwähnte die Auferstehung nicht"

Das schöne an ihnen ist ihre echte Nächstenliebe (der Nächste ist für sie allerdings nur der Zeuge Jehovas, nicht aber Angehörige anderer Religionen, außer diese zeigen sich interessiert an der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas) und ihre sehr überdurchschnittliche Bibelkenntnis (sie sind Meister der Auslegung manch komplizierter Bibelstellen; aber nicht aller)
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#21
(26-04-2019, 00:51)Sina schrieb: Zuerst einmal fällt auf, daß diese Menschen alle hochgebildet sind.

Sie haben in Erhebungen im Schnitt den niedrigsten Bildungsstand aller erfasster Religionen; das steht aber alles schon in diesem Thread.
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#22
Ich hatte von 'Schriftgelehrten' gesprochen und meinte damit selbstverständlich die biblische Bildung:

Beitrag # 20
(26-04-2019, 00:51)Sinai schrieb: Zuerst einmal fällt auf, daß diese Menschen alle hochgebildet sind. Jeder Einzelne ein Schriftgelehrter !
Eine gezielte langjährige Bibelschulung
Man findet immer wieder hochinteressante biblische Details in ihren Schriften


Es ist tatsächlich erstaunlich, wenn man mit diesen Menschen spricht.
Jeder Einzelne, auch das 17-jährige Mitglied, weiß mehr aus der Bibel als ein 50-jähriger evangelischer Geistlicher (von evangelischen Theologen an der Universität mal abgesehen)
Die Zeugen Jehovas leben wirklich mit der Bibel in der Tasche
Daß natürlich nicht alles nachvollziehbar ist was sie sagen, ist klar. Ich schrieb unter anderem:

Beitrag # 20
(26-04-2019, 00:51)Sinai schrieb: Es ist auch anzumerken, daß die Zeugen Jehovas eine hochinteressante Schrift zum Thema der Materialsymbolik des Daniel haben - siehe ihre Homepage jw.org - aber ihr Schrifttum zur Geheimen Offenbarung ist für mich nicht nachvollziehbar, ich empfinde das als reine Raterei

Die Zeugen Jehovas behaupteten im Jahre 1914 aus naheliegenden Gründen (Ausbruch des Weltkriegs), daß die biblische 'Endzeit' begonnen habe. Es kämpfte wirklich 'Nation gegen Nation' - und zwar weltweit !
Die großen imperialistischen Mächte Großbritannien und die Grande Nation zogen ganz Afrika und Indien und Australien und überhaupt alle Völker dieser Welt in den Krieg und verfrachteten Kolonialtruppen zum Kampf nach Europa. Negerstämme, die nicht einmal wußten, wo Deutschland liegt, kämpften nun in Metz, Toul und Verdun. Das ach so harmlose katholische Belgien (Herr über "Belgisch Kongo") war eine sehr brutale Kolonialmacht
1917/18 wurden die 3 Kaiser gestürzt. Russisches Reich, Österreich, Deutsches Reich
Dann kam 1918 die Spanische Grippe, die unglaublicherweise mehr Tote forderte als der ganze Weltkrieg !
Dann 1929 die Weltwirtschaftskrise !
Daß in diesen Jahren die Zeugen Jehovas (die damals noch den Namen "Ernste Bibelforscher" führten), Anzeichen der biblischen 'Endzeit' zu erkennen vermeinten, darf man ihnen nicht verübeln  
Szenenwechsel: jetzt schreiben wir 2019. Seit Beginn des Weltkriegs 1914 sind nun 105 Jahre vergangen
1914 begann zwar eine entsetzliche Zeit des Krieges, aber das ist eben nicht die biblische Endzeit - dafür dauert sie schon zu lange.
Es gab schon früher so lange Kriegszeiten (die auch immer wieder durch Kriegsmüdigkeit unterbrochen wurden) aber so was ist eben nicht die biblische Endzeit sondern eine andere schreckliche Zeit (wie der Hunnensturm 375 oder der Hundertjährige Krieg oder die Pest im Mittelalter oder der Dreißigjährige Krieg oder die Aggression der "Hohen Pforte" gegen Europa von 1529 bis 1683)

Meines Erachtens irren die Zeugen Jehovas in der Hauptsache - sie reden nämlich noch immer davon, daß seit 105 Jahren 'Endzeit' wäre

Eine bereits 105-jährige 'Endzeit' erscheint mir als unbiblisch - weil seit dem Jahr 1914 (dem angeblichen Beginn der 'Endzeit') nun schon zu viel Zeit vergangen ist  

Ich habe das mit einem Zeugen Jehovas diskutiert und er wußte keine Antwort
Ein Gleichnis: Eine Expedition findet ein trächtiges Weibchen einer unbekannten Tierart im Amazonasgebiet und bringt es in einen Zoo nach Deutschland. Nach 17 Jahren ist das Tier noch immer 'schwanger'
Nun muß jedem Laien auffallen, daß das Tier zwar einen großen Bauch haben mag, daß es vielleicht krank ist oder einfach eine fettbäuchige Tierart - aber für eine 'Schwangerschaft' dauert das eindeutig zu lange.
Klar wissen wir, daß Elephanten eine Tragzeit von 22 Monaten haben, aber alles hat seine Grenzen . . . Icon_cheesygrin


---


(26-04-2019, 12:56)Ulan schrieb: Sie haben in Erhebungen im Schnitt den niedrigsten Bildungsstand aller erfasster Religionen

Daß jeder von ihnen ein "Schriftgelehrter" der Bibel ist, habe ich bereits im vorliegenden Beitrag und in Beitrag # 20 erwähnt.  

Du dürftest wohl auf die Allgemeinbildung anspielen wollen

Schauen wir uns den Stand der Schulbildung an:

Ob die Zeugen Jehovas hier so weit unterdurchschnittlich sind wie Du glaubst ?
Schwer vorstellbar, wenn ich mir die islamischen Völker anschaue (Tschetschenen, Somalier, Tscherkessen, Tadschiken, Marokkaner, Ägypter, Iraker, die Beduinenstämme Arabiens)

Vielleicht hast Du eine Statistik über die Religionen der USA gelesen

Ich kenne nur Zeugen Jehovas in Deutschland
Hier hat der typische Zeuge Jehovas (männlich) das Abitur. Meiner Meinung nach weit mehr als bei den Katholiken
Akademiker sind sehr spärlich vertreten, in diesem Punkt hast Du recht (weil Bibel und Universität nicht kompatibel sind)
Die typische Zeugin Jehovas (weiblich) hat einen Handwerksberuf (Friseurin, Kosmetikerin, Mode, usw) weil sie Mutter werden will und daher keine Jugendjahre in Schulen verplempern will
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