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Naturalismus - Die Grenzen
#31
(27-01-2019, 01:03)Mustafa schrieb:
(26-01-2019, 22:35)Ekkard schrieb: Das kann m. E. jedoch auf einer derart abstrakten Ebene stattfinden, dass die (mathematische, philosophische) Tätigkeit quasi als von der (unmittelbaren) Erfahrung abgekoppelt erscheint und auch so erforscht werden kann. Das (außerordentliche abstrakte) "Container-Kalkül" funktioniert z. B. genau so!

Und es funktioniert sehr gut. Im praktischen Einsatz z.B. in der modernen Softwareentwicklung zu finden.
Das 'Hinzudenken' von objektiv-faktisch nicht vorhandenen Dingen kann sehr gut geeignet sein, um praktische Probleme zu lösen.

Und m.E. auch nicht nur im mathematisch-logischen Bereich, sondern auch in der Kultur.
Selbst wir als Personen mit einem Namen existieren nur 'kulturell', naturwissenschaftlich gesehen sind wir nur Exemplare einer Tiergattung.

Das wage ich stark zu bezweifeln. Ich verstehe auch nicht wieso man immer "nur" sagt als wäre es irgendwie eine Abwertung Exemplar einer Tiergattung zu sein. Diesen Gedanken hab ich noch nie verstanden wir sind "nur" Materie usw. davon halte ich nichts.

Dieses 'Hinzudenken' oder Ekkards abstrakte "Container-Kalküle" eben diese führen zu Problemen, denn wenn man diese Kalküle so weit von der Erfahrung abgrenzt, dass sie nur noch ihrem eigenen Zweck dienen, wie z.B der Mathematik selber, dann verliert die ganze Methode ihren Wert. Jegliche Wissenschaften die ihre 'Container' so weit abstrahieren, dass man vergisst, dass sie eben aus dem direkten Einfluss von Erfahrung enstanden sind, diese verlieren sich schnell in sich selber. Ein Beispiel wäre für mich die Metaphysik dich sich so vielen Problemen stellen musste, eben weil sie diesen großen Fehler gemacht hat, sich komplett von der Erfahrung zu isolieren.
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#32
(25-01-2019, 23:57)Holmes schrieb: Das die Natur nicht logisch funktionieren muss, das habe ich auch verstanden, deswegen auch mein Einwand, dass man Logik auch an die Natur anpassen müsste und nicht die Logik an unsere Modelle. 
Wäre sicher nicht ganz falsch.. aber... unsere Sinne sind leider nur für ein winzig kleines "Spektrum" der Natur ausgelegt.  diese Sehschwäche lässt sich diesbezüglich damit ein wenig kompensieren, indem wir unsere Sinne und Gehirne zusammenschalten. Und ich persönlich bin mir sogar ziemlich sicher, dass alles menschliche Bewusstsein überhaupt nur ein Schwarm-Prozess ist. Basierend auf dieser Vernetzung.
Und wenn es aber dann auch so ist, dass der Schwarm um ein vielfaches klüger als das Einzelindividuum ist, dann  wird wohl nichts daraus, dass wir jemals unsere Logik der Natur anpassen werden. Wir sind nämlich an ein Überleben in der Natur angepasst. Unsere Logik basiert also auf opportunistischen Grundlagen.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#33
(27-01-2019, 15:04)Geobacter schrieb:
(25-01-2019, 23:57)Holmes schrieb: Das die Natur nicht logisch funktionieren muss, das habe ich auch verstanden, deswegen auch mein Einwand, dass man Logik auch an die Natur anpassen müsste und nicht die Logik an unsere Modelle. 
Wäre sicher nicht ganz falsch.. aber... unsere Sinne sind leider nur für ein winzig kleines "Spektrum" der Natur ausgelegt.  diese Sehschwäche lässt sich diesbezüglich damit ein wenig kompensieren, indem wir unsere Sinne und Gehirne zusammenschalten. Und ich persönlich bin mir sogar ziemlich sicher, dass alles menschliche Bewusstsein überhaupt nur ein Schwarm-Prozess ist. Basierend auf dieser Vernetzung.
Und wenn es aber dann auch so ist, dass der Schwarm um ein vielfaches klüger als das Einzelindividuum ist, dann  wird wohl nichts daraus, dass wir jemals unsere Logik der Natur anpassen werden. Wir sind nämlich an ein Überleben in der Natur angepasst. Unsere Logik basiert also auf opportunistischen Grundlagen.

Denkst du nicht, dass dieses "anpassen" in Zukunft eben diese komplexeren Probleme auch in Betracht ziehen muss und wir deswegen, um uns diesen Problemen widmen zu können, eben die traditionellen Arten menschlichen Denkens verlassen werden. Ich denke das kann ganz natürlich passieren über kulturelle Evolution oder eben aus direkten Einflüssen von menschlicher Methodik und zweitens wäre mir lieber, da ich die ganzen kulturellen Umwege lieber nicht gehen wollen würde, wenn ich das könnte, aber das hat ja bekanntlich das Kollektiv zu entscheiden. 

Unsere Natur hat sich eben heute schon so weit verändert, dass wir uns nicht nur an die direkte Natur anpassen müssen, sondern auch an das was wir aus ihr machen und was wir von ihr erfahren und das überfordert die meisten Menschen. Mit Natur meine ich natürlich die menschlichen Probleme an dir wir uns anpassen müssen und die sind heute eben weitaus komplexer als man sie von damals kennt, deswegen benötigt man auch, um sich an diese anpassen zu können, neue Werkzeuge und ich denke wir sind so weit "alte Werkzeuge" auszutauschen. In langer Vergangenheit wurden diese Werkzeuge ja über lange Zeiträume ausgewechselt, aber heutzutage denke ich muss dies schneller gehen.
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#34
(27-01-2019, 19:12)Holmes schrieb: Denkst du nicht, dass dieses "anpassen" in Zukunft eben diese komplexeren Probleme auch in Betracht ziehen muss und wir deswegen, um uns diesen Problemen widmen zu können, eben die traditionellen Arten menschlichen Denkens verlassen werden.

Eher nicht...

Das Menschliche Gehirn ist ein Beziehungsorgan. Von daher gibt es sowohl die Schwarmintelligenz wie auch die Schwarmdummheit.
Beispiel Präsidentschaftswahlen in Amerika. Ein bisschen mehr als Hälfte von ca. 350 Millionen Amerikaner haben einen Präsidenten gewählt, welcher ihnen versprochen hat, all ihre  komplexesten Probleme auf einfachste Art zu lösen. Ohne Rücksicht auf nichts und niemand..

Beispiel Brasilien: Dass die Ökosysteme um den Amazonas ein Lungenflügel unseres Planeten sind, hat auch dort die Wähler nicht daran gehindert, sich einen Präsidenten zu wählen, welcher ihnen versprochen hat, zukünftig darauf keine Rücksicht mehr nehmen zu wollen.
Die Menschen wollen ihre Problem möglichst einfach lösen.

Wenn uns noch etwas retten kann, dann höchstens eine globale Naturkatastrophe, die wir nicht selber verursacht haben.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#35
(26-01-2019, 22:35)Ekkard schrieb: Ich verstehe immer weniger, worauf du hinaus willst. Ich hatte ja eingeräumt, dass wir Menschen letztlich alles aus irgendwelchen Erfahrungen herleiten. Das kann m. E. jedoch auf einer derart abstrakten Ebene stattfinden, dass die (mathematische, philosophische) Tätigkeit quasi als von der (unmittelbaren) Erfahrung abgekoppelt erscheint und auch so erforscht werden kann. Das (außerordentliche abstrakte) "Container-Kalkül" funktioniert z. B. genau so!
Wenn du das so gemeint haben solltest, dann stimme ich dir zu.

Worauf ich hinaus wollte war eigentlich, dass dadurch eigentlich der Physikalismus bestätigt zu sein scheint. Die Sichtweise, dass alle Eigenschaften real existierender Objekte physisch seien wäre für mich die einzige Schlussfolgerung und ein Dualismus bzw. Idealismus ist in unserer heutigen Zeit nicht mehr haltbar.
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#36
(02-02-2019, 14:35)Holmes schrieb: Worauf ich hinaus wollte war eigentlich, dass dadurch eigentlich der Physikalismus bestätigt zu sein scheint. Die Sichtweise, dass alle Eigenschaften real existierender Objekte physisch seien wäre für mich die einzige Schlussfolgerung und ein Dualismus bzw. Idealismus ist in unserer heutigen Zeit nicht mehr haltbar.

Wie funktioniert die Welt? Weit mehr als die die Hälfte der Menschheit interessiert diese Frage gar nicht. Ich schätze sogar, dass es weniger als 20% sind, die sich dafür interessieren. Schaut man die Startseite von www Google News an, hat man an Hand des Infomationsangebotes einen recht guten Überblick, wofür sich die Mehrheit der Menschheit so interessiert. Das meine ich wirklich in vollem Ernst.

Schaut man sich diesbezüglich das gegenwärtige Informationsangbot auf Fernsehkanälen an.. kommt man zum selben Ergebnis.

Verschwörungstheorien scheinen besonders hohe Einschaltquoten zu bringen. Der Sonntag auf DMAX ist ausnahmsweise voll und ganz den entspannten Ludolfs vom Schrottplatz gewidmet. Das Programmangebot von "Kabel Doku" widmet sich besonderes den Präastronautikern und anderen Verschwörungs-Myteriengläubigen.. Dazwischen gibt es noch sechs bekannte Privatsender, die sich keine professionellen Schauspieler mehr leisten können, um der ganzen Nachfrage der Iinteressierten an privaten Lebensgeschichten aus dem dreckigsten soizalen Untergrund Deutschlands überhaupt noch einigermaßen nachkommen zu können. Ich sag jetzt mal lieber gar nicht, was hier in meinem Heimatland Italien so alles..

Schaut fast so als, als wenn die allermeisten Menschen vor nichts mehr Angst haben, als sich mal damit auseinandersetzen zu müssen, wie die Welt wirklich funktioniert. Und ich fürchte, dass das noch viel schlimmer werden könnte.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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