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Depression?
#1
Hallo zusammen,

Bin zwar neu, aber dennoch möchte ich mir was von der Seele reden, denn ich habe eine Befürchtung. Seit einigen Wochen fühle ich mich verstärkt abgekämpft und stetig Müde. Alles scheint gerade zu schwierig zum Bewältigen zu sein, obwohl ich keinem sonderlichen Stress ausgesetzt bin. Irgendwie scheint mir auch der Antrieb verloren gegangen zu sein, dabei könnte ich nicht einmal sagen, wann das genau passiert, beziehungsweise warum passiert ist. Nun befürchte ich das ich eventuell eine Depression habe. Habe deshalb erst einmal bei "Doktor" Google recherchiert. Dabei bin ich auf diese Seite gestoßen. Wirklich verstanden habe ich aber nichts und ich weiß nicht, wie "gut" diese Seite ist, da ich ja zum Glück noch keine Erfahrung mit Depressionen hatte. Ging es Euch auch schon mal so, oder kann mir einen Rat geben? Zum Doc traue ich mich momentan noch nicht.

Danke,

Laurent7
Nicht alles lässt sich wissenschaftlich erklären
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#2
Selbst- und Suchmaschinen-Diagnosen sind mit äußerster Vorsicht zu "genießen".
Gelegentliche Lustlosigkeiten sind normal und können auf Verdauungsprobleme/Fehlernährung zurück gehen.
In allen anderen Fällen ist der Hausarzt zuständig (und ggf. Fachärzte). Scheu vor dem Gang zum Hausarzt ist fehl am Platz! Mit einer echten Depression ist nicht zu spaßen; denn sie hat hirnorganische Ursachen, die abgeklärt gehören - aber nicht hier im Forum.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#3
(25-04-2018, 18:23)Laurent7 schrieb: Zum Doc traue ich mich momentan noch nicht.
Weil du genau was befürchtest?

An deiner Stelle würde ich mich sowieso nicht auf eine Depression festlegen: gerade Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit können auch Symptome einer ganzen Reihe anderer Krankheiten sein; und andere Symptome schilderst du ja nicht. Daher läge es für mich in der Tat nahe, erst einmal zum Arzt zu gehen, ganz ohne Interpretation die Symptome zu schildern, Blut klauen lassen und die Laborwerte abzuwarten.

Danach kannst du immer noch entscheiden, was du weiter unternimmst.
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#4
Erst mal andere koerperliche Ursachen vom Arzt ausschliessen zu lassen, erscheint mir ein sehr guter Vorschlag zu sein. Ansonsten ist Depression heute sowieso eher eine Art weit verbreitete Volkskrankheit und sollte eigentlich jedem Arzt vertraut sein. Diagnosen kann Dir hier niemand stellen, also bleibt letztlich nur der Gang zum Arzt, wenn es mit dem Antrieb nicht mehr funktioniert, mal rauszugehen (koerperliche Anstrengung hilft tatsaechlich bei vielen Formen von Depression; was aber bei echten Depressionen nicht viel hilft, wenn man es nicht schafft, als Reaktion auf die guten Vorschlaege zu handeln).

Aber, wie gesagt, da sollte ein Arzt drauf schauen. Es waere schade, wenn man eine andere ernste Erkrankung uebersieht, weil man sich ueber die vermeintliche Ursache zu sicher ist.
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#5
(25-04-2018, 18:23)Laurent7 schrieb: ... Seit einigen Wochen fühle ich mich verstärkt abgekämpft und stetig Müde. ...

Sofern 's nicht an der Sommerzeitumstellung liegt^^ (Spass) würde ich mich auf keinen Fall auf Dr. Google verlassen, sondern tatsächlich zum Arzt gehen.
Das ist meine ganz persönliche Ansicht. 
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#6
Hallo,

wie geht es dir denn jetzt? Also ich denke so einen "Durchhänger" hat bestimmt jeder mal von uns. Aber wenn du nicht mehr da herauskommst, dann musst du dich auf jeden Fall einem Arzt vorstellen. Denn ansonsten kann es zu echten Problemen kommen.
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#7
Mich würde es auch interessieren wie es dir jetzt geht.  Die genannten Symptome lassen zumindest keine online Diagnose zu. Wenn Du an einer richtigen Depression leidest bekommst Du das früher oder später sehr deutlich mit, denn es ändert deine Persönlichkeit völlig. Es ist von Person zu Person sehr unterschiedlich, aber bei mir war es so das ich den Wert des Lebens völlig aus den Augen verloren habe. Es fühlt sich alles völlig sinnlos und bedeutungslos an. Schöne Dinge die Du mal schön fandest verblassen und verlieren an Bedeutung. Alles wird ein mit der Zeit egal  und am Ende verliert selbst das eigene Leben an Wert.  Wenn Du merkst das selbst deine Hobbys von heute auf morgen keinen Spaß mehr machen und Du selbst den Haushalt liegen lässt, dann können das durchaus schon ernste Anzeichen sein. Trotz allen würde ich in diesen Fall zu einen Arzt raten oder als Alternative wenigstens mit Freunden dich austauschen. Manchmal hat man im Leben auch schlechte Phasen, allerdings sind das nicht immer gleich Depressionen.
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#8
(25-04-2018, 20:29)Ekkard schrieb: Mit einer echten Depression ist nicht zu spaßen; denn sie hat hirnorganische Ursachen, 

Klar, die wissenschaftliche Sicht. Man kann es sich aber zu einfach machen, das als körperliche Krankheit abzutun. Will man die Auswirkung beseitigen, muss man die Ursache zerstören, und die liegt, so würde ich sagen, eher in der Psyche, genauer im unbewussten Bereich. Auch Psychopharmaka "doktorn" nur an der Oberfläche rum, die Ursache bleibt.
Der direkteste Weg, das Unbewusste bewusst zu machen, ist Meditation. Der Schlüssel ist hierbei 'Konstanz' oder 'Ausharren', und das Praktizieren in einer Gruppe von großem Wert.
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#9
Das ewige Geschimpfe auf die Wissenschaft finde ich nicht sonderlich konstruktiv.
(11-08-2018, 15:29)eddyman schrieb: Man kann es sich aber zu einfach machen, das als körperliche Krankheit abzutun.
Jede einseitige Sichtweise macht es sich zu einfach,
(11-08-2018, 15:29)eddyman schrieb: Auch Psychopharmaka "doktorn" nur an der Oberfläche rum, die Ursache bleibt.
so auch die einseitige Verteuflung von Medikamenten.
(11-08-2018, 15:29)eddyman schrieb: Der direkteste Weg, das Unbewusste bewusst zu machen, ist Meditation. Der Schlüssel ist hierbei 'Konstanz' oder 'Ausharren', und das Praktizieren in einer Gruppe von großem Wert.
Erst recht macht es sich zu einfach, wer auf eine vage Symptombeschreibung des Betroffenen hin gleich ein "Patentrezept" parat hat.

Ich gehe davon aus, dass du dem Betroffenen noch nicht einmal direkt in die Augen gesehen hat, geschweige denn, dass du seine Lebensumstände detailliert genug kennst. Aber natürlich, Meditation hilft immer, auch wenn die Ursache der Symptome vielleicht eine Infektion ist.

Überhaupt hat sich der Threadstarter seit dem Eingangsbeitrag nicht wieder gemeldet. Wir können nur hoffen, dass die Funkstille nichts schlimmeres bedeutet, als dass er das Interesse an dem Forum schlicht wieder verloren hat.

Sicherlich macht auch die Wissenschaft immer wieder Fehler, aber sie lernt wenigstens daraus. Und dass es zuweilen Depressionen mit rein organischer Ursache gibt, kannst du auch nicht einfach abtun. Dagegen hilft dann Meditation genauso wenig, wie gegen Diabetes. "Patentrezepte" und Vorurteile haben jedoch die unangenehme Eigenschaft, sich solchen Erkenntnissen gegenüber hartnäckig zu verschließen, nach dem Motto: "Mein gesunder Menschenverstand weiß es besser, als alle Wissenschaft!"
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#10
(12-08-2018, 07:59)AncheCameo schrieb: Das ewige Geschimpfe auf die Wissenschaft finde ich nicht sonderlich konstruktiv.

Das ist auch meine Meinung.  Es war die Wissenschaft (die Schulmedizin), die uns seit ca. 1820 aus dem Würgegriff des Aberglaubens befreite.

Erst durch strenge Methodik gelang es, Placebo von Wirkung zu trennen. Die methodische Erforschung von Ursache und Wirkung ermöglichte die erfolgreiche Suche nach der Kausalität von Krankheiten.

Zu sagen "von diesem Kräutertrank wirst du gesund" ist keine Kunst, das kann man leicht behaupten. Kranke griffen in früheren Zeiten danach wie ein Ertrinkender nach einem Strohhalm.
Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen früher durch Quacksalber das Leben verloren. 

Die Wissenschaft hat uns aus dieser Umklammerung des Aberglaubens befreit. Allerdings ist zu sagen, daß heute leider manchmal durch ihre Verwebung mit Geschäftsinteressen mancher Pharmakonzerne die Wissenschaft manchmal geknebelt ist

Forschung ist kostspielig, die Universitäten können das mit ihrem lächerlichen Budget oft nicht tragen, und so arbeitet die universitäre Forschung in manchen Ländern eng mit der Pharmaindustrie zusammen, der Professor muß seinen Titel hergeben, um objektive Forschung vorzutäuschen, wo nicht selten das Interesse der Börse regiert.
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#11
Die Wiege der wissenschaftlichen Methodik in der Heilkunde war im antiken Griechenland.
Während der alte Orient hinter jeder Krankheit einen Dämon vermutete, den der Priester durch Bannformeln und Opferrituale ausschalten wollte, lehnte sich laut Golo-Mann der Grieche gegen dieses orientalische Denken auf und suchte bei Krankheiten nach Kausalität

Der Hippokratische Eid stammt nicht aus Zufall aus dem alten Griechenland.
Leider gelangte durch das Christentum der orientalische Dämonenglauben in der Heilkunde nach Europa.
Die alte Universität von Salerno konnte zwar noch bis ins 13. Jahrhundert halbwegs ungestört forschen, aber dann wurde auch diese Institution diszipliniert. Die Erforschung der Kausalität wurde als gottlos diffamiert. Damit war die Heilkunde in Europa erledigt.
In der Islamischen Welt wurde jedoch altes griechisches Schriftgut ins Arabische übersetzt und somit konserviert. 
Arabische Ärzte waren im Mittelalter hoch geschätzt. Immerhin kannten sie den Einsatz von Drogen (Opium) und konnten dadurch schmerzlos operieren. Beispiel Graue Star Operationen (Katarakt) und Amputationen von Gliedmaßen
In der Tat ist das Wort "Arzt" ein arabischer Begriff
Durch die Kreuzritter kam Kunde von arabischen Ärzten nach Europa
Ein englischer Gelehrter übersetzte heimlich ein von Kreuzrittern erbeutetes ärztliches Lehrbuch aus dem Arabischen ins Englische, und transportierte damit antikes griechisches Wissen nach Europa. 
Aber es dauerte Jahrhunderte, bis antikes griechisches Wissen in die europäische Heilkunde einzog. Erst ab 1820 begann die Heilkunde in Europa zu florieren.

Ein Studentenlied aus dieser Zeit singt "der Mediziner ist kein Christ" - dies dürfte zutreffend sein, denn die Schulmedizin ist eigentlich eine atheistische Disziplin

Daher hat auch die religiös geprägte chinesische Krankenbehandlung hier nichts verloren.

Es steht jedem Kranken frei, sich zu entscheiden, ob er eine religiös begründete Behandlung will, oder eine auf trockener Kausalität begründete Behandlung.

Unzulässig ist es jedoch, wenn man religös begründete Behandlung mit der Etikette der Wissenschaft versieht. 
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#12
Dem Threadstarter möchte ich empfehlen, einen Schulmediziner aufzusuchen, und zwar einen Facharzt für Psychiatrie
Nur dieser ist in der Lage, eine Diagnose zu stellen
Ich habe einmal gelesen, daß viele Depressionen nur das äußerliche Symptom einer anderen psychischen Erkrankung sind, unter der der Kranke leidet, wodurch dann eine Depresson entsteht.

Das kostet zwar Geld, aber wenn das Auto Probleme macht, sucht man ja auch den Mechaniker auf und ist bereit dafür zu zahlen.
Selbst herumprobieren und Ezzes aus einem Internetforum durch andere Bastler/Laien - noch dazu durch Ferndiagnose würde man keinem Automotor zumuten. 

Der Psychiater kann dann, wenn er die Diagnose gestellt hat, eine passende Selbsthilfegruppe empfehlen.
Wohlgemerkt eine passende, mit Leuten derselben Diagnose - und nicht irgendeine. Sonst ist das kontraproduktiv. 
Immer wieder hört man von guter Hilfe durch Gruppentherapie. 
Und das kostet nichts, wenn sich so eine Gruppe vielleicht zwei Mal wöchentlich für einen Abend zusammensetzt um Erfahrungen auszutauschen.
Mehr kann ich dazu nicht sagen, denn erstens kenne ich den Fall nicht und zweitens bin ich kein Facharzt, nicht einmal ein Arzt
Ich lese gerne in populärmedizinischen Zeitschriften, bin aber kein medizinischer Fachmann.
Und ein medizinischer Fachmann, der Mitglied dieses Religionsforums ist, würde sich hüten, eine Ferndiagnose zu stellen. Das wäre strafbar und er würde seinen Arztberuf riskieren.

Zum Stichwort Meditation möchte ich sagen, daß das ohne die Diagnose zu kennen, keine gute Idee ist.
Das kann dazu führen, daß der psychisch Kranke zu grübeln beginnt, was als Krankheit gilt. 
Unbedingt den Facharzt aufsuchen, der hat die Ausbildung.
Außerdem ist Meditation manchmal eine Rutsche ins Sektenmilieu. Man geht in ein Meditationsforum, findet vermeintlich Gleichgesinnte, und kommt in den Einfluß einer Organisation, die einem Guru dient
Für psychisch Kranke kein guter Weg
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#13
(12-08-2018, 07:59)AncheCameo schrieb: Jede einseitige Sichtweise macht es sich zu einfach,
(Ich habe auf Ekkart, nicht auf den Themensteller geantwortet)
Mit "zu einfach" meine ich keine "Sichtweise", also nicht theoretisch. Eine praktische Auseinandersetzung mit dem Unterbewussten kann aeusserst unangenehm sein. Da ist es einfacher zu sagen, dass es eine rein koerperliche Krankheit ist, der man nur mit Tabletten (die ja sicherlich auch Wirkung zeigen) begegnen kann. 
Auch habe  ich nicht gesagt, dass Meditation ein Patentrezept ist, sondern nur der schnellste Weg. Gerade bei akkuten Problemen ist sicherlich eine Psychotherapie vorzuziehen.
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#14
Nur zur Einordnung: Eine gewisse Umstellung des Lebens ist natuerlich Teil der Behandlung einer echten Depression. Die medikamentoese Behandlung ist lediglich der Anstoss, der das ermoeglichen soll. Depression geht normalerweise mit fehlendem Antrieb einher, und oft ist schon das morgendliche Aufstehen eine gewaltige Anstrengung. Da ist eine punktuelle Entscheidung, einen Arzt aufzusuchen, schon ein grosser Erfolg. Die Medikation gibt dann idealerweise den Antrieb zurueck, der dann Aenderungen im Leben erst ermoeglicht.

Es weiss wahrscheinlich jeder, dass z.B. Bewegung (Sport, Wandern, etc.) bei Depression hilft und sie sogar beseitigen kann. Dieses Wissen nuetzt dem unter einer Depression Leidenden aber herzlich wenig, wenn schon das aus dem Bett steigen als Qual empfunden wird. Das Medikament ist da der notwendige "Tritt in den Hintern" und hat sich im Idealfall nach kurzer Zeit erledigt. Diszpliniertes Verhalten wie Meditation faellt auch in die Kategorie, die bei echter Depression den Patienten ueberfordert.
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