Umfrage: Glaubt ihr an die Menschenwürde?
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Glaubt ihr an die Menschenwürde?
#16
Auf Wikipedia heisst es:

"Menschenwürde ist ein unbestimmter Rechtsbegriff, der in der deutschsprachigen Rechtsphilosophie und Rechtstheorie für bestimmte Grundrechte und Rechtsansprüche des Menschen steht (dies ist von der umgangssprachlichen Bedeutung des Begriffes Würde zu unterscheiden). Im modernen Sinne versteht man darunter, dass alle Menschen unabhängig von all ihren Unterscheidungsmerkmalen wie Herkunft, Geschlecht, Alter oder Zustand denselben Wert haben, und dass dieser Wert über dem aller anderen Lebewesen und Dinge steht."

und weiter:

"Innerhalb der deutschen Rechtstheorie wird die Vorstellung, dass die Menschenwürde als ein ethisches Grundprinzip zeitlos sei und als Maßstab über jeder Staatsform stehe, nicht uneingeschränkt vertreten, wiewohl ihr nach dem Wortlaut von Artikel 1 des Grundgesetzes Allgemeingültigkeit zukommt."


Fett markierte Begriffe wurden dabei durch mich hervorgehoben.

Derlei zeigt imho ganz gut, wie schwierig der Begriff "Menschenwürde" eigentlich ist und dass es sowohl in der ethischen Festlegung als auch in der praktischen Umsetzung Unsicherheiten gibt und eben keinen einheitlichen Konsens.
Es gibt es keine Instanz, welche uns etwa bei Gesetzen und Rechtsnormen sagt, ob diese konform mit der Menschenwürde sind oder nicht.
Ist Hartz4 mit der Menschenwürde vereinbar, weil die existenziellen Bedürfnisse abgesichert sind? Oder verletzt es die Menschenwürde, weil es Individuen vom gesellschaftlichen Leben und der Teilhabe an Kunst, Kultur, Wissenschaft etc. ausgrenzt bzw. ihnen auch keine Möglichkeit einräumt, ihre Situation zu verbessern?

Was also meinen Leute (wie etwa Mustafa), wenn sie sagen, sie "glauben an die Menschenwürde"? Wer so etwas in den Raum stellt, darf aufgrund der Vielseitigkeit dieses Begriffes und seiner Anwendung eine konkrete Erklärung seiner Aussage nicht schuldig bleiben.

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#17
(25-04-2018, 10:51)Ulan schrieb: "Die Würde des Menschen ist unantastbar", ist keine Tatsachenfeststellung, sondern eine rechtliche. Er beschreibt einen Rechtsrahmen, nicht die Realitaet dieser Welt.

Richtig, aber dahinter steckt eine (humanistische) Idee, die von Menschen, welche von der Idee überzeugt sind, mit Herzblut hochgehalten wird.
Sowas würde ich wie gesagt auch als eine Art 'Glauben' bezeichnen, also ein Glaube an die Richtigkeit der Idee. Natürlich kein Glaube an eine irgendwie objektiv feststellbare Existenz.
Ihre 'Existenz' bezieht sich auf eine kulturelle 'Realität', bzw. wirkt in den darauf basierenden Verhaltensweisen.

Aber Ekkard hat ja darauf hingewiesen, dass für das Forum mal entschieden wurde, das Wort Glauben nicht auf solche Weise zu verwenden, von daher hat sich meine Fragestellung ohnehin erledigt.
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#18
(25-04-2018, 21:10)Mustafa schrieb: Aber Ekkard hat ja darauf hingewiesen, dass für das Forum mal entschieden wurde, das Wort Glauben nicht auf solche Weise zu verwenden, von daher hat sich meine Fragestellung ohnehin erledigt.

Vorher hätte ich noch gerne gewusst, ob du an Zitronen und Vitamine glaubst?
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
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#19
Zitat:Im modernen Sinne versteht man darunter, dass alle Menschen unabhängig von all ihren Unterscheidungsmerkmalen wie Herkunft, Geschlecht, Alter oder Zustand denselben Wert haben, und dass dieser Wert über dem aller anderen Lebewesen und Dinge steht.
Würde ist was anderes als ein Wert. Die Würde ist vielen Menschen gar nichts wert, sie geben sie bereitwillig hin. Wo bleibt die Würde eines Menschen, der besinnungslos besoffen in einer Ecke liegt? Man gibt seine Würde sofort her, wenn man dafür einen Vorteil erlangt oder Geld bekommt. Für Geld läßt der Mensch sich vor der Fernsehkamera in einer Spielshow lächerlich machen und verarschen.
Dabei ist die Menschenwürde auch noch unterschiedlich groß. Offenbar ist der Papst um einiges würdiger als die Merkel, wenn sie sich vor ihm neigt und den Ring an seiner Hand küßt.
Beinahe angeekelt empfand ich es, als ich sah, wie bei einer katholischen Priesterweihe die jungen Männer ausgestreckt alle Viere von sich spreizend auf dem Bauch lagen. Kann man sich eine unwürdigere Haltung noch vorstellen? Ebenso wird es den Muslimen nicht bewußt, wie unwürdig, wie würdelos sie sich machen, wenn sie im Gebet die Ärsche in die Luft hinauf halten. Ich frage mich unwillkürlich, warum Allah sich von diesem Anblick nicht beleidigt fühlt. Der Christ sinkt auf die Knie nieder und erhebt die Hände, eine Demutsgeste, in der er sich selbst als unwürdig (!) bekennt.
Sollte man seinem Gott nicht aufrecht, erhobenen Hauptes gegenüber treten? "Du hast mich erschaffen, so wie ich bin. Ist es meine Schuld, wenn ich Fehler habe?"
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#20
(29-04-2018, 14:50)Ahriman schrieb: Würde ist was anderes als ein Wert.
Hier fasst du den Begriff "Wert" zu eng. Hier ist ein "normativer Begriff" gemeint. Würde umfasst somit Zuschreibungen aus dem Wertekanon unserer Gesellschaft. Sie beschreibt keinen sachlich gegebenen Zustand, wie z. B. "in der Gosse liegen". Des Menschen Würde soll unantastbar sein, gemeint ist die staatliche oder gesellschaftspolitische Macht. Wenn man sich den Zustand unserer Gesellschaften ansieht, so ist würdeloses Verhalten durchaus festzustellen. Das ist (mal wieder) der Unterschied zwischen Sollen und Sein, siehe z. B. hier.

(29-04-2018, 14:50)Ahriman schrieb: Sollte man seinem Gott nicht aufrecht, erhobenen Hauptes gegenüber treten? "Du hast mich erschaffen, so wie ich bin. Ist es meine Schuld, wenn ich Fehler habe?"

Ganz bestimmt, wenn überhaupt, Ahriman.
Die Zuschreibung "Würde" hat hingegegen nichts mit Fehlbarkeit oder Schuld zu tun. Die normative Zuschreibung gilt für das Handeln aller Arten von Institutionen bis hinunter zum individuellen Verhalten dem Anderen gegenüber (SOLL nicht IST!)
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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