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Papst Franziskus : 5-Jahres-Bilanz
#16
Ich denke man sollte auch stets fair bleiben : wenn eine Kirche inhaltlich gespaltet ist weil eben die Europäer andere Dinge bewegen als die Südamerikaner, dann bleibt immer noch der Auftrag die sog. Einheit der Kirche zu erhalten und zu fördern.
Das ist eine zentrale Aufgabe des Papsttums und daran sind schon viele Päpste zuvor fast zerbrochen.

Das die Einheit der Kirche nur symbolisch zu verstehen ist könnte man als Lebenslüge des Vatikans anprangern. Ein Papst in der heutigen Zeit ist aber in 1. Linie Hoffnungsträger und Schadensbegrenzer im Sinne dieser Leitidee.

Papst Franziskus trägt nun einmal die Bürde einer jahrzehntelangen Fehlentwicklung und er ist auch nur ein Mensch. Auf der anderen Seite darf formal ein Papst keine Schwäche zeigen, weil die Gegner das als Signal eines innerlichen Zerfalls anführen würden.

Ein Papst als Krisenmanager passt aber doch gut in unsere heutige Zeit. Das machen ja inzw. fast alle Staatsoberhäupter.
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#17
(15-08-2018, 17:09)Kreutzberg schrieb: Papst Franziskus trägt nun einmal die Bürde einer jahrzehntelangen Fehlentwicklung 

Wenn man 10 Katholiken fragt, werden wohl acht Deiner Meinung sein:  "jahrzehntelange Fehlentwicklung"

Aber ein solches Statement vermeidet eine inhaltliche  Aussage
Einigen wird die Kirche zu modernistisch sein, anderen zu antiquiert. Beide sind mit der Entwicklung unzufrieden und schimpfen.

Erscheint Dir die Entwicklung der Kirche in den "letzten Jahrzehnten" - sagen wir offen seit dem 2. Vatikanum - schlecht, weil sie die Zügel schleifen läßt, oder weil sie manche alte Werte wieder auf ihre gelb-weiße Fahne schreibt ?

Konkret: ist Dir die Haltung der Kirche etwa beim Thema "Abtreibung" zu lasch und kollaboristisch - oder ist sie Dir zu atavistisch ?

Von "Fehlentwicklungen" zu schreiben, ist allzu bequem, wenn man nicht genau sagen will, was einen stört. 

Die Aussage "die Welt ist schlecht" ist solange sinnleer, als man keine Konkretisierung geben will.
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#18
Ich spreche vom Leitmotiv unterschiedliche Entwicklungen in unterschiedlichen Regionen der Weltkirche auch zuzulassen.

Unser Globus ist und war ausgesprochen inhomogen : diese Tatsache gilt sowohl für die Weltpolitik als auch in der Religion. Der Mut von einer zentralen Steuerung in zentralen Sachfragen abzusehen haben die Kirchenführer einfach nicht. Es ist m. E. offensichtlich woran das im Kern liegt : die (Angst vor Kontrollverlust) ist allgegenwärtig und gerade das fördert den Schwund an Rückhalt enorm !!!

Ich denke man kann mir hierbei nicht vorwerfen keine klare Position zu haben.
Die beschriebene Entwicklung ist schon seit sehr langer Zeit gut zu beobachten gewesen.
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#19
(16-08-2018, 14:56)Kreutzberg schrieb: Ich spreche vom Leitmotiv unterschiedliche Entwicklungen in unterschiedlichen Regionen der Weltkirche auch zuzulassen.

Dann ist es aber nicht mehr EINE Religion.  Wenn dann ein münchner Katholik Sprachurlaub in New York macht und dort eine amerikanische Katholikin kennenlernt, wären beide dem Namen nach zwar "katholisch", gehörten aber dennoch unterschiedlichen Religionen an.

Oder ein Italiener wandert nach Chikago aus. Er würde sich dort nicht verstanden fühlen, wäre in der katholischen Kirche seiner neuen Heimat ein Fremdkörper.

Bei all diesen Ideen sollte man bei aller Euphorie des Augenblicks ("Idee der katholischen Regionalkirchen") nicht die unerwünschten Nebenwirkungen vergessen.

Wem die katholische Kirche zu eng ist, kann ja austreten und eine Freikirche aufsuchen.
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#20
Wenn ein "Apparat" so groß und kontinuierlich gewachsen ist wie die Römisch-Katholische Kirche kann man radikale Reformen nicht so plötzlich umsetzen. Der Vatikan und die RKK ist nun einmal wie ein Tanker zu vergleichen ; für die ein radikaler Bruch mit der Vergangenheit "echtes Gift" darstellt.

Auf der anderen Seite erwarten sehr viele Katholiken und Protestanten Reformen, aber eben keine theologischen sind verfahrenstechnische und organisatorische ... 

Vor diesem Hintergrunde kann ich mir nicht vorstellen, dass so bald keine radikalen Zerreißproben im Vatikan oder in der Evangelischen Kirche folgen werden. Die Verantwortung für die Zukunft der Kirche verlagert sich wahrscheinlich mehr und mehr auf die Kardinäle und Erzbischöfe, welche mit dem neuen Macht-Zuwachs erst einmal richtig umgehen müssen.

Nach meiner Prognose bricht im kommenden Jahrzehnt nach meiner Auffassung eine Zeit des permanenten Umbaus an. Ob das Ziel einer kontinuierlichen Erneuerung aber erreicht werden kann ist natürlich eine ganz andere Frage.
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#21
(Gestern, 13:08)Kreutzberg schrieb: . . . das Ziel einer kontinuierlichen Erneuerung . . .


Ich weiß nicht, ob der Vatikan oder die katholische Christenheit überhaupt das Ziel einer kontinuierlichen Erneuerung hat.
Hier interpretierst Du möglicherweise irgend was hinein.

"Erneuerung" ist per se kein Ziel.
Nicht einmal für Protestanten. Gerade die Letztgenannten gehen tendentiell gerne in Richtung 'back to the roots'
Ihnen kann der Glaube gar nicht urchristlich genug sein. (sola scriptura!)
Das heißt, sie verehren die Schrift - und die ist nun einmal 2000 Jahre alt, das AT sogar noch viel älter!
Hier eine "Erneuerung" zu erwarten, ist fehl am Platz. 

Warum sollten Katholiken oder auch Protestanten die "veraltete" Geschichte von Adam und Eva verwerfen ?

Wenn sich die Katholiken von allem "veralteten" trennen, dann bleibt genau Null übrig
Aber so blöd sind die nicht, daß sie das tun
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#22
(Gestern, 13:08)Kreutzberg schrieb: Der Vatikan und die RKK ist nun einmal wie ein Tanker zu vergleichen

Aus einem Tanker kann man kein Rennboot basteln.
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#23
Ich weiß nicht, woher Du die hartnäckige und vergebliche Idee hast, die kath Kirche modernisieren zu wollen.

Zwar paßte sich die kath Kirche immer wieder dem Zeitgeist an, aber inhaltlich änderte sich nichts.
Früher gab es gotische Dome, dann kamen die barocken Kirchen.  Eine Revolution, aber nur rein äußerlich für die Masse.
Neue Architektur, neuer Malstil, neue Kirchenmusik

Aber es wurden die selben alten Geschichten von Adam und Eva erzählt
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