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Bistümer rufen zum Dialog an für weitere Restrukturierung
#1
Guten Tag,

... ich weiß nicht ob mein Beitrag hier richtig gelandet ist ; hoffe aber schon ...

Die einzelnen Bistümer der deutschen Kirche rufen in nächster Zeit vermehrt zum Dialog mit der Basis auf.
Es geht um Anregungen zur 2. Stufe der Umstrukturierung. Wenn ich das richtig verstanden habe ist selbst
die Administration der Großgemeinden so nicht mehr zu halten.

Ich gehe davon aus, dass man die Pfarrmitglieder hier einbinden möchte um keinen neuen Aufschrei zu
provozieren. Für mich stellt sich aber die Frage, ob hier ein echter oder gespielter Dialog stattfinden wird.

Ein Vorschlag, der vom Kirchenvorstand (Pfarreirat) stillschweigend verworfen wird dass passiert ja keines-
wegs selten. Eine gute Idee kostet sicherlich immer auch Geld, egal wie man das organisiert. Es stellt sich
für mich auch die Frage : weshalb kommt es nun zur Dialogbereitschaft und wie sieht diese dann konkret
aus ? - Mein Eindruck stammt aus dem Bistum in Aachen, aber so etwas passiert nun wohl überall.
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#2
(02-02-2018, 14:50)Kreutzberg schrieb: Guten Tag,

... ich weiß nicht ob mein Beitrag hier richtig gelandet ist ; hoffe aber schon ...

Die einzelnen Bistümer der deutschen Kirche rufen in nächster Zeit vermehrt zum Dialog mit der Basis auf.
Es geht um Anregungen zur 2. Stufe der Umstrukturierung.

Ich verstehe nicht worüber du mit wem jetzt über was diskutieren möchtest, Kreutzberg. "Katholiken", haben soweit ich weis. ein eigenes Forum.. dort werden solche Themen sicher behandelt.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
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#3
Das ist schon okay, das hier zu diskutieren.

Das Geld ist, glaube ich, nicht das Problem, wenn ich mir so die Zahlen anschaue. Auch wenn es in einzelnen Jahren mal zu Mindereinnahmen kommt und die Zahl der Kirchenmitglieder jaehrlich sinkt, steuert die exzellente Wirtschaftslage in Deutschland mit staendig steigenden Steuereinnahmen da weitgehend gegen, da ja die Kirchenssteuer eine prozentuale Angelegenheit der Gesamteinkommenssteuer ist. Das Steueraufkommen war also tendenziell sogar steigend und das letzte Jahr stellte einen neuen Einnahmerekord auf.

Nur, immer weniger junge Leute wollen Priester werden. Das Problem ist also eher eines des Glaubens selbst. Die Kirchen sterben von innen weg.
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#4
Ich sehe mir das Ganze von der protestantischen Seite aus an. Was soll die Basis denn diskutieren wollen? Es gibt da einige "brennende" Fragen, die nicht zur Diskussion stehen (Schwangerschaftsabbruch, Zeitung von gestern, Lehrverständnis, Frauen als Priesterinnen, weitere Berufshindernisse bei Kirchens, ...).
Mir scheint das eigentliche Problem die weltanschauliche Bindung zu sein an mythologische Vorstellungen und Welterklärungsmodelle uralterTraditionen. Diese "Modelle" tragen nicht mehr, bieten keine Motivationshilfe und werden überwiegend zum Hemmschuh für ethische Entwicklungen, die es längst gibt, für Christen aber eher einen gewissen Ungehorsam ihren Kirchen gegenüber bedeuten. Die Laien haben da mehr Mut als die Kirchenführer.

Ein Beispiel: Das "bald anbrechende Reich Gottes" (Jesus) ist eher eine Horrorvision (Gottesstaat) als ein Frieden stiftendes Bild einer gerechteren Welt. Wollen "die" Bischöfe wirklich an diese Wurzeln heran? (Ich glaube nicht!)
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#5
(02-02-2018, 14:50)Kreutzberg schrieb: Ich gehe davon aus, dass man die Pfarrmitglieder hier einbinden möchte um keinen neuen Aufschrei zu
provozieren. Für mich stellt sich aber die Frage, ob hier ein echter oder gespielter Dialog stattfinden wird.

Die Realität in den Gemeinden sieht oft so aus, dass man sehr antiautoritär denkt. Hat früher der Priester noch den Ton angegeben, muss er sich heute mit den Gemeinden oftmals gut stellen, wenn er seinen Job vor Ort behalten will. Ich kann mich da gut an meine aktivere Zeit erinnern. Ein reiferes Gemeindemitglied meinte nur: Priester kommen und gehen, das einzige was bleibt, ist die Gemeinde. Wenn du da als Pfarrer nicht bei jedem noch so dämlichen Faschingsfest der Gemeinde mitgemacht hast, dann Gnade dir Gott ;)
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#6
Ich sehe mir das aus schweizerischer Sicht an. Zumindest in der kath. Kirche kannst Du den Dialog mit der Basis vergessen, weil diese nämlich, vor allem die jüngere Generation,  eine ganz andere Welt/Glaubenssicht vertritt als die Bischöfe und die röm. Kurie! Die Bevormundung, z.B. auch bei Bischofswahlen, ist haarsträubend. Der Kanton Zürich will schon lange ein eigenes Bistum und nicht mehr länger am Gängelbande des erzkonservativen Bischofs von Chur hängen. Und die Zürcher hätten ein Druckmittel. Wenn sie nämlich (als finanzstärkster Kanton) den Geldhahn zudrehen, geht das Bistum Chur am Tropf.

So wie ich die Dinge sehe, läuft es sowieso auf ein Schisma hinaus. Die Basisgemeinden lösen sich von Rom und finden zur Urkirche zurück.

Gruss
Christoph
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#7
(04-02-2018, 21:19)Egosumquisum schrieb: Ich sehe mir das aus schweizerischer Sicht an. Zumindest in der kath. Kirche kannst Du den Dialog mit der Basis vergessen, weil diese nämlich, vor allem die jüngere Generation,  eine ganz andere Welt/Glaubenssicht vertritt als die Bischöfe und die röm. Kurie! D

Fragt sich halt, warum sie dann katholisch sind, wenn sie dem Lehramt nicht zustimmen können. 


Zitat:Die Basisgemeinden lösen sich von Rom und finden zur Urkirche zurück.

Was ist die Urkirche und wo findet man verlässliche Informationen darüber?

Man erlebt heute oft den Bezug zur Urkirche. Aus Mangel an Informationen über diese Urkirche empfinde ich den Bezug oft als irdische Sehnsucht nach dem Paradies.
Wenn man sich vorstellt, dass die Urkirche mehr oder minder im Judentum beheimatet war und sich anschaut, wieviele Regeln und Gebote für den durchschnittlichen Judenchristen noch verbindlich gewesen sein dürften, wären wohl die wenigsten - heute nach vollkommener Individualität - christlichen Gläubigen bereit, zu dieser Urkirche zurückzukehren. Allein die jüdischen Speisevorschriften wurden erst im 2. JH durch Bischof Eleuterius aufgehoben. Die Urkirche als die Sehnsucht des individualistischen Menschen, dem schon die wirklich mininmalen Regeln und Glaubensüberzeugungen des Lehramts im 21. JH zu viel sind :)
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#8
Du bist also der Meinung, bei den Regeln und Glaubensüberzeugungen des Lehramts im 21. Jahrhundert handelt es sich nur um Minimalitäten. Und welche Kirche soll das sein? Die kath. oder reformierte Glaubensgemeinschaft?
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#9
Katholisch
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#10
Ich denke die Evangelische Kirche wird einen vergleichbaren Prozess einläuten müssen :
> wie das früher war ist hier sicher unrelevant. Die Bistümer versuchen den erodierenden Verwaltungsapparat zu retten bzw. neu zu strukturieren. Aus Großpfarren sollten Mega-Großpfarren werden um es mal etwas heftiger auszudrücken.

Die Substanz der intakten Großpfarren wird ja heute schon primär durch die Ehrenamtler gestützt. Der Dialog mit den Pfarrangehörigen ist sicherlich ein tolles Signal, wenn es ehrlich gemeint wäre. Das Bistum ist aber weit entfernt von einer offenen Kirche, welche sie aber schon verwirklicht hält.

Wenn im Schnitt mal gerade 15 - 20 Prozent der Christen die Messen besuchen, zeigt sich die Kluft recht deutlich. Eine Messe halten bei gerade mal 20 Kirchenbesuchern macht sicherlich keinen Sinn auf Dauer.

Es muss an dieser Stelle offen bleiben : wie dieser Dialog konkret ablaufen wird. Aus meinem Umfeld weiß ich jedoch, dass eine Bitte um Vorsprache beim Bischof in meiner Gemeinde abgelehnt wurde. Wenn es konkret wird, dann macht das Bistum nach wie vor die Schleusen zu und antwortet schriftlich. Es ist wohl immer noch so, dass zu viel nähe hier nicht gewünscht wird.

Diesen Prozess zu begleiten und zu beobachten ist sicherlich durchaus interessant.
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