Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Charakteristikum der Wahrheit
#16
(20-10-2017, 21:28)Ekkard schrieb: Das liegt doch nur an der unklaren, bezugsrahmenfreien Frage! Übrigens sind die (logischen) Gegenteile von Wahrheit nicht die Lüge, sondern die Unwissenheit und Ungewissheit. Wenn eine Aussage nicht wahr ist, dann kann sie Ansichtssache sein, unklar, mehrdeutig, sinnlos oder eine Aussage ohne sichere Prüfung. Sprich: Das Urteil über eine Aussage kann nicht bestätigt werden.


Ich betrachte die Lüge auch nicht als Gegenteil der Wahrheit sondern als ihr ähnlich, denn sie täuscht ja Wahrheit vor. Unwahrheit ist ähnlich aber ohne den bewussten Akt.
Ja Unwissenheit gilt es zu bekämpfen dabei stößt der Fragende eben auf eine Vielzahl von Antworten die es zu prüfen gilt um herauszufinden, welche von den vielen Antworten, die wahre(n) und welche die unwahren Antworten sind. Mehrdeutigkeit sehe ich hier auch der unpräzisen Fragestellung geschuldet. Man könnte sagen die ideale Frage erzeugt nur eine Wahrheit. Umso unspezifischer sie gestellt sind umso mehr Wahrheiten bieten sich an.

Das Urteil über eine Aussage kann nicht bestätigt werden. Mmmh klingt so einfach der Satz ist aber für mich grad schwer zu verstehen.
Ist das Urteil nicht mit der Frage auch schon kreiert und wartet auf seine Bestätigung?

Zum Bezugsrahmen kann ich jetzt eigentlich nur die Frage nennen. Sie ist der Bezug aus der die Wahrheit entsteht.
Frage ich z.B. einen Freund wo er gestern um 13Uhr war. So habe ich mit dieser Frage Wahrheit (-en) erschaffen.
So könnte er dann wahrheitsgemäß Antworten und sagen er war in Deutschland. Das ist sicherlich eine Wahrheit in diesem Bezug. Da meine Frage sehr unspezifisch war konnte er mir eine wahre Antwort geben, welche aber nicht meiner Intention entsprach. Hier hat die Frage also mehr Wahrheiten erschaffen als ich beabsichtigt hatte, meine Frage zielte ja auf eine andere oder sagen wir konkretere Wahrheit ab. Ich will es schon genauer wissen. Ich müsste ihn dann also etwas genauer Fragen.
Alternativ könnte er mir aber auch falsche Antworten liefern und behaupten er wäre zu dieser Zeit in London gewesen in einem Pub und hat zu Mittag gegessen. Vielleicht hat er das ganz unbewusst getan weil er es schlicht verwechselt hat mit vorgestern oder er hat bewusst gelogen. So stehen einem also stets wahre und falsche Antworten gegenüber, die es zu erkennen gilt. Falsche kann man dann nochmals in bewusst falsche und unbewusst falsche untergliedern. Daher hab ich diese beiden Begriffe als Vergleich hergenommen.

Mit der Überprüfbarkeit ist das so eine Sache. Natürlich haben wir den Anspruch, dass eine Wahrheit überprüfbar sein sollte, damit wir auch damit etwas anfangen können. Aber wenn ich eine Frage stelle auf die es eine wahre Antwort gibt, ich diese aber nicht finde oder gar erkenne, wird sie dadurch nicht mehr existent? Auch ohne deren Erkennbarkeit müsste sie doch existent sein nur durch die Frage selbst.


(20-10-2017, 21:28)Ekkard schrieb: Schwurbelei, die den Begriff der Prüfung und der prinzipiellen Nachprüfbarkeit umschifft. Eine so genannte "Wahrheit" kann nur Bestand haben, wenn sie prüfbar ist und die Prüfung besteht. Anderenfalls ist sie alles Mögliche andere z. B. eine ideologische Aussage, eine Wunschvorstellung, eine Forderung (Postulat, wohl bekannt bei den Parteien und Religionen).


Da sehe ich das anders. Stellt doch das Kriteritum der Unzerstörbarkeit erst die Nachprüfbarkeit her. Wie sonst sollte man eine Unterscheidung vornehmen ohne sie auf "Standhaftigkeit" zu prüfen. Sie umschifft es nicht sie benennt es.

Wie in der Naturwissenschaft, wird dort mehrfach geprüft ob das Ergebniss stand hält. Immer wieder das standhalten, standhalten gegenüber neuen "Attacken". Nur so ergeben sich Wahrscheinlcihkeiten mit der man zu Aussagen kommt. Also stärkt doch der Charakter der Unzerstörbarkeit den Glauben derjenigen, die sich damit beschäftigen, daran, dass es sich bei dem Ergebnis bzw. der Antwort um die wahrscheinlichste handelt. Eine Restunsicherheit bleibt aber zumeist. Daher nur Wahrscheinlichkeiten.
Die Wahrheit kann nur Bestand haben wenn sie prüfbar ist. Für den Menschen klar, da hast du recht. Aber auch für die Wahrheit selbst?
Der Wahrheit ist es doch egal ob sie gut, schlecht, brauchbar oder überprüfbar ist. Sie wird erzeugt durch die Frage und ist erst mal unentdeckt aber existent. Sicherlich postuliert sie sich für uns erst in der Erkennbarkeit. Insofern ist es also wichtig Fragen so zu stellen, das ihre Wahrheiten überprüfbar bleiben nur dann haben sie einen Bestandswert für den Menschen.

Grüße Edwin
Zitieren
#17
(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Ich merke bei dieser Thematik immer wieder deutlich wie ich an die Grenzen der Sprache stoße um mich so auszudrücken, dass klar wird worauf ich hinaus will. Ich bitte da um Entschuldigung.

Du hast mein tiefstes Mitgefühl, denn aus eigener Erfahrung kann mit dir fühlen!

(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Um also über verschiedenste Wahrheiten sprechen zu können muss ich erst mal wissen was eine Wahrheit ausmacht. Vorher kann ich doch gar nicht über mehrere Wahrheiten sprechen.
Aus diesem Grund habe ich mich damit beschäftigt die Wahrheit etwas genauer zu erfassen. Und gegebenenfalls genauer zu definieren.
Was unterscheidet nun die Wahrheit z.B. von einer Lüge oder Unwahrheit?

Die Wahrheit kann Lügen erschaffen, aber Lügen können keine Wahrheit erschaffen.
Der Unterschied liegt darin, dass das Eine (die Wahrheit) etwas anderes erschaffen kann, als es selber ist und das Andere (die Lüge) nur das erschaffen kann was es ist.
Wahrheit bringt mehr. Lüge bringt nicht mehr. In einer Zahl ausgedrückt ist die Wahrheit die "2" und die Lüge ist die "1".... wenn du diesen Gedanken verstehen kannst.

Was die Wahrheit ausmacht ist dass sie mehr kann als die Lüge. Wahrheit bringt Unterschiede hervor.
Lüge bringt nur das Gleiche hervor.
Will man über Wahrheiten sprechen, muß man also auch über Unterschiede sprechen.
Wahrheit bringt also viele Wahrheiten hervor und ist sozusagen das Hervorbringende, Erweiternde, Aufbauende, Vermehrende, das Zusätzliche.
Lügen bringen nur Lügen hervor und brauchen als Grundlage die Wahrheit um Lügen zu können, sie sind abhängig davon dass schon etwas existiert, also das eine Wahrheit existiert. Sie brauchen ein Anderes.
Lügen existieren nicht allein, Wahrheit existiert auch allein.
Oder: Wahrheit ist selbstständig und eine Lüge ist unselbstständig weil sie nie alleine existiert.
Lügen können nicht ohne Wahrheit existieren. Wahrheit kann ohne Lügen existieren.

Würden wir uns das Universum (oder viele Universen) vollkommen wegdenken so dass wirklich absolut Nichts da wäre, so wäre die Wahrheit dass da nix ist. Und somit würde eine Wahrheit nur aus dem Nichts bestehen. Weil dieser Zustand der völligen Leere das ausdrückt was wahr ist.
Da es aber zumindest 1 Universum gibt, ist da etwas da. Und das ist ein vielfältiges Sein. Also ist die Wahrheit das Alles.
Und darum gibt es auch viele Wahrheiten. Und darum wiederum, eben weil es Alles gibt, gibt es viele Möglichkeiten der Lügen.

(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Adamea schrieb folgendes: „Wahrheit aber funktioniert immer und ist unzerstörbar, sie ist ewig "lebend", auch wenn sie kein Lebenwesen bemerkt und selbst kein Lebenwesen ist.“
Betrachten wir mal Lüge Unwahrheit und Wahrheit im Vergleich und dazu das Merkmal Unzerstörbarkeit, so trifft dieses Merkmal meines Erachtens tatsächlich nur auf die Wahrheit zu.
Denn, eine Lüge kann durch Wahrheit zerstört werden. Eine Wahrheit kann aber von einer Lüge nie zerstört werden, aber durchaus verdeckt werden.

Ja, diesen Gedanken hatte ich auch. Und eben noch den obig genannten Gedanken. Am Anfang steht sozusagen die Wahrheit als erstes. Das hört sich jetzt nur sehr religös an und ist ggf einem Vorurteil diverser Denker ausgeliefert.

(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Das Verdecken der Wahrheit durch die Lüge (oder Unwahrheit) könnte durch die Wahrheit, genauer gesagt durch das Erkennen der Wahrheit (aber auch durch eine andere Lüge), jedoch jederzeit beseitigt werden. Man denke an die Metapher des einstürzenden Lügengebäudes, welches um die Wahrheit herumgebaut wurde um sie zu verdecken (weil es sie nicht zerstören kann). Dieses Lügengebäude aber ist zerstörbar.

Ja, darum ist die Wahrheit unzerstörbar. Und sie ist auch dann vorhanden wenn sie keiner Erkennt, was dazu führen kann das eine Lüge immer auf wackeligen Beinen steht, wenn diese ggf auch sehr lange halten können.
Wahrheit ist das Haltbare. Lüge ist das Zerfallende.
Also ist die Wahrheit das ewig Gültige und die Lüge das Vergängliche.
Selbst wenn sich auch Wahrheiten verändern so tragen sie ihren wahren Kern weiter. Wärend der Kern der Lügen sich auflöst.

(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Adamea schrieb auch: „Das was zig mal geprüft wird und immerwieder ein gleiches Ergebnis zeigt, trägt Wahrheit.“

Hier stellt sich nun die Frage wie oft geprüft werden kann/soll/muss um sicherzustellen, dass es keine „standhafte Lüge“ sondern unzerstörbare Wahrheit ist. Im Grunde ja ewig, da man sich nie sicher sein kann ob es eine stabile Schale (Lüge/Unwahrheit) ist oder nun doch der Kern (die Wahrheit) .

"Im Grunde ja ewig", ja es ist genau diese Ewigkeit die Wahrheit ewig gültig macht. Sich ihrer ewig sicher sein zu können, bedingt die ewige Überprüfung und das Erhalten/Bekommen ständiger Bestätigung. Wahrheit will ständig neu erlebt und erfahren werden.
Genau dass ist das wahre der Wahrheit. Das Ständige und damit Beständige.

Wahrheit besteht aus dieser ständigen Überprüfung. Lügen wollen ja nicht gerne überprüft werden.

Das Merkmal der Wahrheit ist dass sie so oft man will und Lust hat, ständig überprüfen kann und darf! Sie HÄLT.
DER Halt im Leben ist die ständige Wahrheit. Sie täglich sehen zu können bringt ein Sicherheitsgefühl oder ein Wissen darum dass etwas einer Vorsorge bedarf, wenn die Wahrheit Dinge zeigt die sich zukünftig verschlechtern könnten. Wahrheit muß nicht immer nur das Schöne zeigen, sie muß auch dazu fähig sein vor Gefahr zu warnen.

Ein ständig gleiches Ergebnis nach einer Überprüfung die tägliche Gewissheit dass noch alles stimmt. Gerade weil das Leben einer ständigen Veränderung unterworfen ist, muß die Wahrheit ständig und dauerhaft überprüft werden.
DIE ständige Überprüfbarkeit ist ihr Merkmal. Ein Ergebnis dass ständig gleich ist, bestätigt die derZEITige Gültigkeit der Wahrheit.

Oder: Es ist wie mit der Liebe, nur wenn wir sie täglich neu Bestätigt bekommen ist sie für uns wirklich wahrnehmbar und noch da.
Die tägliche neue Wahrnehmung ist ein Merkmal der Wahrheit.
Würden wir keine Bestätigungen der Liebe mehr bekommen, würde die Wahrnehmung ihrer zerfallen.
Zweifel an der Liebe könnten sich einschleichen und ggf würde man diesen Zweifeln glauben schenken und so auch bei noch vorhandener Liebe den Zweifeln glauben und sich selbst belügen.
Wahrheit ist also als lebendiges "Produkt" im Umgang miteinander etwas das sich täglich neu zeigen muß wie die Liebe. Das macht die Lebendigkeit der Liebe und deer Wahrheit erst aus.
Liebe und Wahrhweit LEBEN vom Geben und Nehmen.

Diese "Wahrheiits-Dauerbeweiserei" ERHÄLT die Wahrheit und macht sie durch das Andauernde ewig gültig.
Wahrheit ist also Bewegung. Das Belebende.
Also zeigt gerade die ständige Prüfung und Bestätigung der Wahrheit DIE Wahrheit.

(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Die Wahrheit gibt sich aber nicht selber Preis nach dem Motto...
...Wobei, einige Leute meinen, dass diese Bestätigung das „gute Gefühl“ ist, welches ihnen diese Antwort liefert. Da sehe ich aber Gefahr drin, dann auch Lügen können gute Gefühle erzeugen...

Wahrheit muß täglich vom ANDEREN gegeben werden wie die Liebe auch. Wenn man sie sich selber aus dem Bauch ziehen muß, ist man schon auf dem Weg des Zweifels.
Gerade weil sich die Wahrheit nicht selber zeigt, MUSS sie gebracht werden.
(Wahrheit=Licht. Bringen=Bewegung. Licht+Bringen=Lichtbringer. = Das Eine muss zum Anderen. = 1 + Strecke + anderes 1 = 3)

(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Aber ok. Halte ich mal fest. Ein Kriterium welches ich in der Wahrheit sehe, und welches sie einzigartig gegenüber Lüge und Unwahrheit macht ist ihre Unzerstörbarkeit.
Was meine ursprünglich zweite Frage betrifft, wie ließe sich das erkennen, könnte man nun festhalten durch stetes prüfen. Eine letzte Unsicherheit wird somit immer bleiben was die Erkenntnis der Wahrheit anbetrifft....

Durch die ständige Prüfung und Bestätigung wird ein gesundes Maß an Sicherheit erlangt.
An einer absoluten Sicherheit sollte sich der Mensch generell nie gewöhnen, da diese auf der Erde niemals existiert.

Die Wahrheit sagt nun mal auch dass es auf Erden immer ein Restrisiko gibt.
Unsicherheit ist also auch ein Merkmal der irdischen Wahrheit.
Wir können Unsicherheit nur so gering wie möglich halten. Dazu ist ein edler fairer Umgang mit allen Menschen notwendig.

(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Könnte man sagen, dass erst durch die Frage eine Wahrheit geboren wird?
Anders gefragt, Gäbe es ohne Fragen überhaupt Wahrheiten?

Eine neue Wahrheit wird durch Fragen sichtbar, oder geboren.
Fragen bringen die verdeckte Wahrheit hervor.
Ohne Fragen bleibt die Wahrheit im Raum der unentdecken Möglichkeiten. Also ja, Wahrheit würde es auch ohne Fragen geben.
Wie gesagt ist Wahrheit unscheinbar und zeigt sich nicht immer von selber, wir können aber immer ANzeichen entdecken.

(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Ist es denn nicht auch so, dass umso genauer eine Frage gestellt ist, umso weniger Wahrheiten auftauchen.

Hä? Was meinst du, der Satz ist komisch?
Eine genauere Frage, könnte eine Antwort beinhalten auf die der Fragende dann selber kommt.

(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Hier ist die Sprache wieder super. Auftauchen. Das suggeriert ja, dass sie also schon da waren aber erst jetzt sichtbar wurden, eben durch die Frage.
Werden sie also durch Fragen erst erschaffen oder „nur“ geformt. Wie aus einer zuvor undifferenzierten Wahrheitsmasse.

Ja Wahrheit wird erst geform, FORMULIERT. Vorhanden ist sie bereits.
Und sie ist ein Aufbauprodukt, also das was vorhanden ist, ist nur das Potenzial zur Unendlichkeit ihrer.
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
Zitieren
#18
Ekkard,
deine Eintrag habe ich noch nicht ganz gelesen, aber sofort ins Auge gesprungen ist mir diese Bemerkung:
(20-10-2017, 21:28)Ekkard schrieb:
(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Adamea schrieb folgendes: „Wahrheit aber funktioniert immer und ist unzerstörbar, sie ist ewig "lebend", auch wenn sie kein Lebenwesen bemerkt und selbst kein Lebenwesen ist.“
Das ist - mit Verlaub - grober Unfug. Das Leben wäre viel einfacher, wenn es so wäre!

Mit Verlaub, dein Urteil solltest du besser erklären können, als es nur mit dem Titel "grober Unfug" zu bezeichnen!

Wahrscheinlich bist du nur wieder in einem ganz anderen Gedankenzweig zum Thema, welches m.E. gerne auch gesagt werden darf.

Warum funktionert Wahrheit im Leben nicht? Oder wie hattest du das gemeint?
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
Zitieren
#19
(21-10-2017, 10:19)Adamea schrieb: Ekkard,
deine Eintrag habe ich noch nicht ganz gelesen, aber sofort ins Auge gesprungen ist mir diese Bemerkung:
(20-10-2017, 21:28)Ekkard schrieb:
(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Adamea schrieb folgendes: „Wahrheit aber funktioniert immer und ist unzerstörbar, sie ist ewig "lebend", auch wenn sie kein Lebenwesen bemerkt und selbst kein Lebenwesen ist.“
Das ist - mit Verlaub - grober Unfug. Das Leben wäre viel einfacher, wenn es so wäre!

Mit Verlaub, dein Urteil solltest du besser erklären können, als es nur mit dem Titel "grober Unfug" zu bezeichnen!

Wahrscheinlich bist du nur wieder in einem ganz anderen Gedankenzweig zum Thema, welches m.E. gerne auch gesagt werden darf.

Warum funktionert Wahrheit im Leben nicht? Oder wie hattest du das gemeint?

Die Wahrheit die du dir zusammenglaubst Adamea, ist das Ideal dessen was du DIR als Wahrheit wünscht. In Wirklichkeit ist die echte Wahrheit unerträglich grausam, sie kennt kein Erbarmen, keine Gnade, kein Mitgefühl keine Liebe und keinen Hass..

Versuch dir mal vorzustellen ohne Kleidung, ohne Nahrung, ohne überhaupt irgendwelche Werkzeuge, ein paar Wochen allein und nur auf dich selbst gestellt, in einem abgelegenen Teil  der Welt durch die Wildnis zu ziehen.. Dann stell dir mal vor wie sehr unsere Vorfahren die Wahrheit gehasst haben müssen...

Die Wahrheit des Glaubens ist eine Selbsttäuschung.. Diese Selbsttäuschung machte das Leben unserer Vorfahren etwas erträglicher. Die Welt war nämlich nie ein Paradies.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
Zitieren
#20
Hallo Geobacter, die Crux dieser Diskussion ist, dass der Bezugsrahmen völlig unklar ist - und von Edwin auch nicht konkretisiert wird. Die Wahrheit über die Lebensrealität ist tatsächlich die völlige Teilnahmslosigkeit der belebten und unbelebten Natur uns Menschen gegenüber. (Ungefähr so oder noch ein Bisschen krasser habe ich dich verstanden. Und dem stimme ich auch zu.)

Nun heißt es, die Wahrheit sei unzerstörbar, und dies sei ihr Merkmal. Welche Art Wahrheit könnte denn "unzerstörbar" sein und in welcher Beziehung? Bei gewissen, einfachen Tatsachenbehauptungen, deren Prüfung evidente Ergebnisse liefern, mag das ja auch stimmen. Aber beispielsweise allen temporären Wahrheiten, z. B. der Hans ist 5 Jahre und kleiner als seine Kumpels, wird durch die Veränderungen in der Zeit irgendwann nicht mehr richtig sein. Folglich ist die ursprüngliche Wahrheit ungültig geworden, also zerstört. Dasselbe gilt nahezu für alles, was sich ändert oder auch ändern kann.
Insbesondere trifft dies auf den Wahrheitsgehalt von Aussagen im soziologischen Bereich zu. Die traditionellen Religionen kranken doch alle daran, dass ehemals wahre Lebenskünste heute nicht mehr "gut" sein sollen. Daher auch mein Urteil: Grober Unfug.

Mir ist die bezugsrahmenfreie, grundsätzliche und "unzerstörbare" Wahrheit höchst suspekt als Idealisierung zahlreicher relativer Wahrheiten (eigentlich: momentan korrekter Tatsachenbeschreibungen). Also diejenigen, die es angeht: Butter bei die Fische! (Um was geht es???)
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Zitieren
#21
(21-10-2017, 16:16)Geobacter schrieb: Die Wahrheit die du dir zusammenglaubst Adamea, ist das Ideal dessen was du DIR als Wahrheit wünscht. In Wirklichkeit ist die echte Wahrheit unerträglich grausam, sie kennt kein Erbarmen, keine Gnade, kein Mitgefühl keine Liebe und keinen Hass...

Wie in den ersten Zeilen meines Beitrages mit der Nr. 5 gesagt:
(19-10-2017, 14:27)Adamea schrieb: Wahrheit ist also auch etwas dass Neutralität erfordert um das Wahre zu erkennne.

Vielleicht ist meine Formulierung nicht die Beste?
Mit Neutralität habe ich auch das gemeint, was du oben geschrieben hast, sie darf kein Mitgefühl usw. haben. Wahrheit soll ja das Wahre zeigen, das Wahre aber sind ja nicht nur Gefühle sonderen auch Funktionen und Prozesse.
Eine Wahrheit muß sich also auch auf Fakten und logische Zusammenhänge beziehen und nicht nur auf Gefühle und Belange der Menschen.
Die Neutralität ist sozusagen ihr Wesen ihr Charakter. (Was sagst du dazu Edwin?)
Achtung es folgt ein religöses Denken:
Würde man den Begriff Wahrheit nun mit dem Begriff "Gott" umbenennen, so wäre dieser Gott, diesen entsprechenen Gedanken nach, neutral zu allem. Ein Gott (als Wahheit vorgestellt) dürfte nicht über Gut+Böse unterscheiden weil in beiden Wahrheit ist.

Wahrheit bewegt sich nur eben auch in denen von dir genannten Angelegenheiten z.B. als Gefühle. Wahrheit bewegt sich aber auch zu allen Dingen die existieren und zu jeder Ursache und Wirkung die Veränderungen bringt.
Wahrheit muß alle Ebenen oder Bereiche ihrer Ausdrucksmöglichkeiten neutral bewerten.
Dazu braucht Wahrheit eine neutrale Grundeinstellung. Wahrheit selbst hat keine Gefühle, also auch kein Mitgefühl.
Gefühle sind nur etwas Wahres, also nur ein Teil der Wahrheit des lebendigen Seins.

Menschen können Wahrheit am besten nur ohne eigene Gefühle finden. Das bedeutet ohne jede Interpretation. Jede Interpretation ist mit den Gefühlen dessen der Interpretiert verhaftet und somit oft verfälscht.
Wahrheitssuchende müssen ihre Gefühle beiseite stellen können um Wahrheit finden zu können. 
Wahrheit selbst interpretiert nicht.
Wahrheit sucht nicht per Interpretation nach der Wahrheit einer Angelegenheit, sonderen sie kennt es und nennt das Wahre beim Namen. Nur wir Menschen verwenden die Interpretationsfähigkeit um Wahrheit zu finden.

Wahrheit muß und darf nicht interpretieren, sie zeigt nur das Wahrhaftige, das Wahre, in einer Angelegenheit und erleuchtet, belichtet und deckt "Fakten" auf. Wahrheit zeigt das Gegebene und Wahre einer Angelegenheit.

Das Wahre (K) an der Wahrheit (S) ist ihre Wahrhaftigkeit (G) und so eine Gültigkeit (Gesetz).
Die Wahrheit trägt das Wahre und Wahrhaftige einer Angelegenheit.
Die Wahrhaftigkeit in allem was war, ist und sein wird ist der wahre Kern in jeder Sache, hier, dort und überall in alle Ewigkeit.

Wahrheit ist selbst das "Licht", ein Sein, ein Gegebenes, sie ist das was eine Sache zur Sache macht, sie ist das was einer Frage Grund ist, der Wesenskern.... Wenn nun jemand bei der Wahrheit steht, erkennt er das Wahre in einer Angelegenheit, so kann er eine Wahrheit aufdecken, dann hat er, als Außenstehender von außen das Licht (die Wahrheit) befreit und so das Erscheinen einer verdeckten Wahrheit ermöglicht, also sichtbar gemacht was für andere unsichtbar war.
Wie das Heben eines Schleiers. Das was da ist, war und immer sein wird, kann dann wahrhaftig als Wahrheit da sein.

Ich weiß jetzt nicht ob meine Formulierung gut genug ist damit ein andere meinen Gedanken verstehen kann.
Wahrheit ist also sowohl ein Inneres, eine Art "Sich selbst" und wird durch ein äußeres Sein befreit. Das Äußere geht zum Inneren und so kommt das Inere nach Außen.
Wahrheit kann sich zwar auch von selbst nach Außen bewegen und sich zeigen, aber sie muß oft auch durch einen anderen im Äußeren stehend, also von Außen gebracht "befreit" werden.

(21-10-2017, 16:16)Geobacter schrieb: Versuch dir mal vorzustellen ohne Kleidung, ohne Nahrung, ohne überhaupt irgendwelche Werkzeuge, ein paar Wochen allein und nur auf dich selbst gestellt, in einem abgelegenen Teil  der Welt durch die Wildnis zu ziehen.. ...

Ja, in dieser Situation IST die Wahrheit bitter!
Wenn nun niemand da ist der im Äußeren steht und diese Situation erkennt, wird diese Wahrheit leider nicht ihr Ende finden.
Gerade weil sich WahrheitEN veränderen lassen, können auch bittere Wahrheiten beendet werden. DAZU braucht es aber einen "Erlöser", also einen der die Situation voll checkt, begreift, erkennt, erfassen kann und DIE Veränderung auslöst.
DAS befreien einer Wahrheit ist ja ein nach Außen bringen und hat dann ja eben eine AußenWIRKUNG, Wahrheit kann ja dann erst im Äußeren wirken und zum Tragen kommen.
Wahrheit verändert!
Die Wahrheit selbst ist also auch der VeränderungsFAKTOR.
Das Merkmal der Wahrheit ist ihre Kraft ALS Wahrheit zur Veränderung.

Das was du oben gesagt hast ist nur 1 Situationsbeschreibung vieler Wahrheiten. In diesem Thread soll es aber um den Charakter der Wahrheit gehen. Ihr habt Edwin wohl nur nicht richtig verstanden?
Edwin fragt in diesem Thread nach dem Charakter der Wahrheit nicht nach Situationen oder Sachlagenen in denen sich Wahrheit ABSPIELT. Da ist ein großer Unterschied.
Wahrheit spielt sich ab kommt durch xy zum Ausdruck, aber darum geht es in diesem Thread (zumindest nicht außschließlich) nicht.
DER KERN der Frage, ist die Frage nach dem Charakter, den Merkmalen der Wahrheit UM EBEN die Fragen nach Sachlagen und Situationen zu erkennen.
Edwin wollte ja gerade hierzu eine Formulierung finden und hat m.E. seine Frage sehr deutlich dargestellt!
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
Zitieren
#22
(21-10-2017, 23:00)Ekkard schrieb: Hallo Geobacter, die Crux dieser Diskussion ist, dass der Bezugsrahmen völlig unklar ist - und von Edwin auch nicht konkretisiert wird.

Edwin fragte nach dem Charakter der Wahrheit. Er hat dies deutlich, kurz und leicht verständlich gesagt. Aber ich kenne das, manche Menschen brauchen viele Worte und lange Texte bis sie eine Einfache Aussage verstehen können.
Ja, das Einfache ist kompliziert WEIL es einfach ist.

(21-10-2017, 23:00)Ekkard schrieb: Nun heißt es, die Wahrheit sei unzerstörbar, und dies sei ihr Merkmal. Welche Art Wahrheit könnte denn "unzerstörbar" sein und in welcher Beziehung?

Nicht welche Art Wahrheit DIE Wahrheit. Die Wahrheit aller Wahrheiten.
Unzerstörbar ist dass was alles aushält.

Vielleicht kann die Frage helften: Was war zuerst da die Wahrheit oder die Lüge?
Ach jaaaa... ich weiß dass ihr die Lüge nicht als Gegenteil von Wahrheit seht. Das stimmt, nur m.E. ist der Begriff "Gegenteil" verhängnisvoll gewählt.
Eine Lüge IST ein komplett ANDERES als Wahrheit.

Begriffsumbenunnungsversuch in schriflicher Kuzrfassung:
Wahrheit = Das 1 Orginalbild.
Lüge = die Fälschung des Orginalbildes.
Unwahrheit, Unwissen, Fehlen der Teile = die Spiegelung DES Orginalbildes und somit "geistig" Orginal aber nicht Real, sondern nur als Projektion und somit nur Träger der Information des Äußeren, also eine Teil-Wahrheit.

(21-10-2017, 23:00)Ekkard schrieb: ...z. B. der Hans ist 5 Jahre und kleiner als seine Kumpels, wird durch die Veränderungen in der Zeit irgendwann nicht mehr richtig sein. Folglich ist die ursprüngliche Wahrheit ungültig geworden, also zerstört. Dasselbe gilt nahezu für alles, was sich ändert oder auch ändern kann.

Eine ungültig gewordene Wahrheit hat ihre Wahrheit in der Erinnerung. Wenn sich die Eltern von Hans zurückerinern, sind sie sich gewiss darüber dass die Erinnerung keine Irrvorstellung ist. Die BILDER der Vorstellung in ihrer Erinnerung zeigen die Wahrheit einer vergangenen Zeit.
Die Veränderung verändert nicht die vergangene Wahrheit einer Zeit und dient zu einer wahren Erinnerung!
Auch Erinnerungen können Wahrheit oder Lüge/Täuschung/Illusion/Irrungen sein!
Der Wahrheitskern "Hans in jungen Jahren" bleibt also geistig vorhanden.

Würde die Menschheit kommplet ausgelöscht werden und kein denkendes Wesen mehr da sein, so wäre nur niemand mehr da der sich daran Erinert, dass da denkende Wesen waren. Niemand würde diese Wahrheit aus der Vergangenheit kennen.
Aber es wäre eine Wahrheit.
Wir existieren und können Denken. Sind wir weg, ist nur keiner mehr da, der das erkennen kann.
Wahrheit würde sozusagen im Raum stehen, unerkannt, unentdeckt, unerreichbar weil niemand da ist der sie finden kann.

Diese Wahrheit existiert auch wenn sie nichtmehr existiert!
Somit ist Wahrheit als Wahrheit unsterblich.
Die unsterbliche Wahrheit baucht nichteinmal die Existenz um zu existieren.

(21-10-2017, 23:00)Ekkard schrieb: Butter bei die Fische! (Um was geht es???)

Um den Charakter der Wahrheit.
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
Zitieren
#23
(22-10-2017, 09:30)Adamea schrieb: Würde die Menschheit kommplet ausgelöscht werden und kein denkendes Wesen mehr da sein, so wäre nur niemand mehr da der sich daran Erinert, dass da denkende Wesen waren. Niemand würde diese Wahrheit aus der Vergangenheit kennen.
Aber es wäre eine Wahrheit.
Wir existieren und können Denken. Sind wir weg, ist nur keiner mehr da, der das erkennen kann.
Wahrheit würde sozusagen im Raum stehen, unerkannt, unentdeckt, unerreichbar weil niemand da ist der sie finden kann.
Diese Wahrheit existiert auch wenn sie nichtmehr existiert!
Somit ist Wahrheit als Wahrheit unsterblich.
Die unsterbliche Wahrheit baucht nichteinmal die Existenz um zu existieren.

Wenn die Sonne die Erde verbrennen läßt und somit kein denkendes Wesen mehr existiert, ist Wahrheit unserer Existenz immernoch da.
Wenn es nun im Universum zur Bildung eines neuen Planeten kommt auf dem erneut denkende Wesen leben, so gäbe es da eine Wahrheit die nur niemand kennt.
Könnten die neuen denkende Wesen, diese Wahrheit je finden?
Würden alle Erfindungen und Entdeckungen dir wir machten, erneut erfunden werden?
Würden diese neuen Wesen alle Entscheidungen genau so treffen wir oder würden sie andere Entscheidungen fällen und damit nur eine andere Version von denkenden Lebenwesen auf einem Planeten bilden?
Wären unsere Ideen für diese neuen Wesen greifbar weil unser Bewusstsein in einem göttlichem Feld des Allwissens ist?
Wäre unsere Wahrheit aus der Vergangenheit für die Wesen in der Zukunft noch zugänglich?
Gäbe es einen Raum der Idee in form von Signalen oder Impulsen, also Daten?
Wäre dieses Feld dann "Gott" und sein Inhalt (Wissensdaten) das Allwissen?
Könnte sich diese Wesen dann nicht einen Allwissenden Gott vorstellen, vielleicht würden sie auch andere Begriffe oder Namen für Gott wählen?

Warum sollte das Universum das lebendiges denkendes Leben hervorbringen konnte, es nicht nocheinmal können?
Würde es der Wahrheit entsprechen sagen zu können dass dies unmöglich sei? Müsste man nicht wahrlich annehmen können dass es erneut geschehen kann?
Ist die Wiederholbarkeit ein Merkmal der Wahrheit, also das Replizierbare?
Richten wir unser Urteil nicht gerade auch auf die Wiederholbarkeit und machen dies zu Fakten und Urteilskraft eines Urteils?
Das Merkmal von Wahrheit, Gültigkeit und  Festlegung von Wissen ist doch in der Wissenschaft die Replizierbarkeit, also wiedrholbarkeit.
Ist dies was hier unten auf Erden im Kleinem für uns gültig ist, auch oben im Großen "Himmelreich" gültig?

Die Endlosigkeit und die Endlichkeit bilden die Endlosigkeit.
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
Zitieren
#24
(20-10-2017, 23:07)Edwin schrieb: Ich betrachte die Lüge auch nicht als Gegenteil der Wahrheit sondern als ihr ähnlich, denn sie täuscht ja Wahrheit vor.
Unwahrheit ist ähnlich aber ohne den bewussten Akt.

Woran bestimmst du ob etwas ein Gegenteil ist?
Was bedeutet für dich wenn sich etwas ähnlich ist?
Was meinst du mit, die Lüge sei der Wahrheit durch Täuschung ähnlich?
Warum ist eine Unwahrheit durch den unbewusstsein Akt der Lüge und, deinen Ausführung zufolge, so auch der Wahrheit, ähnlich?
Du sagst ja dass die Lüge der Wahrheit ähnelt und die Enwahrheit auch diese Ähnlichkeit hat.
Ich verstehe deine Formulierung nicht wirklich.

Ich meine das Wahrheit und Lüge sich Gegenteil sind und sehe in einem Gegenteil ein gegenteiliges Sein, also den Gegenzustand.

Ich bin mir nur nicht sicher in der Formulierung, von daher wäre es schön eine bessere Formukierung finden zu könnnen.
Ich hatte hier diese Diskusion schon, und habe hier keine Formulierungslösung finden können.
Um dies erneut kurz darzustellen:
z.B. 1 Münze hat 2 Seiten. 1 hat also 1 Sein, nämlich das Münze-Sein.
Die Seiten sind ja nur 2 voneinander getrennte "Zustände" des Einen. Diese 2 sind jedoch Vervunden ZUR Münze, also es besteht ein Übergang vom einem zum Anderen.
Nimmt man nun 2 Münzen, sind da 2 Seine. 2 Dingliches (mit jeweils 2 Seiten).
Ist die zweite Münze ein Gegenteil zum Anderen? Oder sind die 2 Seiten sich Gegenteile?

Eine Münze mag gleich einer anderen Münze sein, ist aber für sich stehend ein GegenTEIL, also ein gegenstückliches Sein mit gleichem Aussehen.
Das Selbe ist ja nicht das Gleiche und ein Gleiches ist nicht das Selbige.
Zeigt das nicht auch den Unterschied der zwischen Dualität und Polarität besteht?
Polar = 2 Verschiedenes. Dual ist EINS MIT 2 "Gesichter".

Was macht ein Gegenteil zum Gegenteil?

LG
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
Zitieren
#25
(20-10-2017, 21:28)Ekkard schrieb:
(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Adamea schrieb auch: „Das was zig mal geprüft wird und immerwieder ein gleiches Ergebnis zeigt, trägt Wahrheit.“

Hier stellt sich nun die Frage wie oft geprüft werden kann/soll/muss um sicherzustellen, dass es keine „standhafte Lüge“ sondern unzerstörbare Wahrheit ist. Im Grunde ja ewig, da man sich nie sicher sein kann ob es eine stabile Schale (Lüge/Unwahrheit) ist oder nun doch der Kern (die Wahrheit) .
Das ist eine gute Frage. Sie wird durch eine unsinnige Formulierung provoziert.
Eine wahre Aussage bedarf einer einzigen Prüfung, die Bestandteil der Aussage sein muss. Natürlich gebe ich mich auch damit zufrieden, dass man allgemein weiß, wie man die Wahrheit prüfen kann. "-zigmal" prüfen ist Quatsch oder Kaffeesatz lesen.

Übrigens produzieren Naturwissenschaftler aus eben diesem Grund keine Wahrheiten, sondern Theorien mit reproduzierbaren Resultatn. Sie werden solange eingesetzt, wie sie sich innerhalb der Messunsicherheiten bestätigen. Tun sie das nicht mehr, so werden sie modifiziert.

"So lange eingesetzt", bedeutet ständig wiederholt. Also wird zig mal geprüft.
Das ist das Selbe nur von der anderen Seite kommend.

Jaaaa, es bedarf im GRUNDE nur eine wahre Aussage.
Du hast mich NICHT verstanden.
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
Zitieren
#26
(22-10-2017, 09:30)Adamea schrieb: Nicht welche Art Wahrheit DIE Wahrheit. Die Wahrheit aller Wahrheiten.
Unzerstörbar ist dass was alles aushält.

Vielleicht kann die Frage helften: Was war zuerst da die Wahrheit oder die Lüge?
Ach jaaaa... ich weiß dass ihr die Lüge nicht als Gegenteil von Wahrheit seht. Das stimmt, nur m.E. ist der Begriff "Gegenteil" verhängnisvoll gewählt.
Eine Lüge IST ein komplett ANDERES als Wahrheit.
Hier geht es um die Absolute Wahrheit die Wahrheit aller Wahrheiten? So etwas gibt es nicht. Wahrheit ist das auf was man sich geeinigt hat, deswegen auch der versuch von Ekkard euch eine Konkretisierung rauszulocken. Wenn ihr konkret werdet und z.B eine Wahrheit über allen Wahrheiten verlangt, dann gibt es keine Wahrheit außer man kommt wieder mit einem Gott, der die Wahrheit für alle definiert, aber dann kann ich damit nicht in einen Konsens gehen. Deswegen müsst ihr es mir schon genauer Definieren, an was für eine Art „Wahrheit“ ihr hier ran kommt und nochmal wenn ihr eine Allgemeingültige Wahrheit sucht, dann sucht ihr vergeblich. Unzerstörbar soll auch bestimmt heißen auf Ewigkeiten gültig, damit kann ich auch nicht konform gehen. 
Zitieren
#27
(21-10-2017, 23:00)Ekkard schrieb: Hallo Geobacter, die Crux dieser Diskussion ist, dass der Bezugsrahmen völlig unklar ist - und von Edwin auch nicht konkretisiert wird. Die Wahrheit über die Lebensrealität ist tatsächlich die völlige Teilnahmslosigkeit der belebten und unbelebten Natur uns Menschen gegenüber. (Ungefähr so oder noch ein Bisschen krasser habe ich dich verstanden. Und dem stimme ich auch zu.)

Edwin hat in der Tat nicht definiert, was er mit Wahrheit überhaupt meint. Im ging, bzw. geht es um die Erkennbarkeit der "Wahrheit" überhaupt. Also nicht irgend einer bestimmten Wahrheit, sondern um das erkennbare Charakteristika jeglicher Wahrheit. So hab ich das in seinem 2. Ansatz, uns zu erklären, was er mit seiner Frage genau meint, verstanden.


Meine Antwort darauf: "Wahrheit braucht wenig Worte".. (Sie kommt meist sehr bescheiden daher)


Je umfangreicher die Wahrheit mit Worten und Eigenschaften ausgeschmückt werden muss, um zu überzeugen, um so mehr handelt es sich dabei wohl eher um eine Lebenslüge. In Anspielung darauf, dass die "harte Realität" des Lebens gerade eben oft durch  Lebenslügen etwas erträglicher wird... und mit dem Hinweis auf unsere Vorfahren und ihren wesentlich schwierigeren Lebensumständen, als sie UNS heute vorliegen, dürfte eben bei diesen unseren Vorfahren die "Wahrheit" nie besonders beliebt gewesen sein... So war  das gemeint.

[Ironie] Und natürlich leben ja auch gerade deswegen heute noch viele "Lebensberater und Lebensberaterinnen" sehr gut von dieser scheinbare ewigen Wahrheit.. (bitte selbst nach "Jahresumsätze der Esoterikindustrie) googeln [/Ironie]
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
Zitieren
#28
@Adamea oder @Edwin: Sag' doch einfach mal ein konkretes (ein fassbares) Beispiel für eine "Wahrheit"?!
Sorry: "Wahrheit über Wahrheiten" ist Geschwurbel ohne fassbaren Sinn.

@Adamea: Auch nach rund 2150 Worten und dem üblichen Lamento machst du nicht begreiflich, um welche Arten (meinetwegen auch Klasse von) Wahrheit(en) es geht. Über 2100 Worte für buchstäblich keine fassbare Information.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Zitieren
#29
(22-10-2017, 19:20)Ekkard schrieb: @Adamea oder @Edwin: Sag' doch einfach mal ein konkretes (ein fassbares) Beispiel für eine "Wahrheit"?!

@Adamea: Auch nach rund 2150 Worten und dem üblichen Lamento machst du nicht begreiflich, um welche Arten (meinetwegen auch Klasse von) Wahrheit(en) es geht. Über 2100 Worte für buchstäblich keine fassbare Information.

Es ist sehr schwer deinen Verstand und Willen zu treffen.

Weitere Erklärversuche in weiteren Worten:
Es ist eine wahre Wahrheit dass es das Universum gibt (selbst wenn es eine Illusion wäre, so wäre die Illusion wahr) und damit alles Sichtbare.
Es ist eine wahre Wahrheit dass es das Denken gibt, und somit das Unsichtbare ist, jedoch bemerkbar durch unsere Ausdrucksfähigkeit und Energie. Denken kann sich in 2 Richtungen bewegen, nach vorne in die Zukunft und durch Erinnerung zurück in die Vergangenheit, dennoch ist Denken etwas dass nur zu einer Zeit im Hier und Jetzt geschieht.
Es ist eine wahre Wahrheit das es Energie, Signale und Gefühle gibt.

Ich weiß leider nicht was für dich/euch als Beispiel gültig ist, welche Merkmale ein Beispiel eurer Meinung nach tragen muß um als Beispiel Gültigkeit für euch zu haben.

Die Arten der Wahrheit sind alles Fassbare und Sichtbare betreffen, alles nichtfassbare aber messbare und alles was vom Menschen noch nicht erfasst und gemessen wurde weil wir es noch nicht erkannt haben. Das Unbekannte ist genauso wahr und als Wahrheit da auch wenn wir es nicht erfassen konnten oder je erfassen werden.

Es ist sehr schwer mit wenigen Worten die Wahrheit zu beschreiben, weil der Begriff Wahrheit eigendlich die Erklärung ist und nicht weiter zerkleinert/auseinanderdefiniert werden kann. Wenn man den Begriff Wahrheit nicht versteht kann keine Erklärung oder Beispiel verstanden werden.
Wahr+Heit drückt ein Sein aus dass einen Zustand hat.
Jeder Zustand kann als Zustand nur dann da sein wenn gleichzeitig auch etwas da ist dass diesen Zustand hat, trägt.
Wahrheit braucht also ein Objekt und/oder eine Gegenben-heit / Begebenheit mit einem Zustand an dem sich so das Sein als Wahrheit zeigen kann.

Das Merkmal der Wahrheit ist die EchtHeit eines VorhandenSeins.
Wahrheit hat einen Richtungswert: "Es ist wie es ist."
Wahrheit ist das was IST.
Wahrheit ist das Alles. (Art, Weise und Sein)
Wahrheit HAT Arten und IST in jeder Art ein bestimmtes Sein dieser Art.

Beispiel:
Wenn du eine Maschine hast soll sie eine Aufgabe erledigen, also Erghebnisse liefern. Das tut sie durch ihre perfekte Konstruktion und somit ihrer Funktion. Diese Maschine muß perfekt funktionieren und darf keine Fehler haben, selbst wenn kleinerFehler nicht unbedingt eine Funktion verhinderen, so ist doch jeder kleine Fehler eine mögliche Quelle für größere Defekte, also eine Gefährtung der Funktion.
1 EINZIGE Funktion kann durch VIELES vernichtet werden. (Das ist eine Wahrheit.)
Eine Maschine die eine Aufgabe zu erfüllen hat, hat also nur 1 Möglichkeit, die Perfektion im Zusammenspiel ihrer BauTeile.
Es gibt also nur 1 Richtung die diese Maschine haben muß um wirklich, wahrhaftig zu Funktionieren.
Die Summe der Bauteile, egal wie viele  Bauteile eine Maschine haben kann, müssen ALLE aufeinander abgestimmt sein und ergeben so ein ganzes Sein.
Alle Teile bilden DIE Maschine die Funktioniert.
Sowie Teile dieser Maschine kaputt sind, kann die Maschiene nicht mehr ihre wahre Aufgabe und Bestimmung erfüllen.

Es gibt für die Maschine sehr viele Möglichkeiten (Stellen) für Defekte und damit für "Falsch", aber es gibt nur 1 Funktion für "Richtig".
Wahrheit ist das EINE Richtige!
Lüge und Falschheit, also die Verläufe in das Gegenteil von Funktion, nämlich defekt, sind vielfältiger. Es braucht also die Vielen um das Eine zu erreichen.
Wahrheit ist Funktion. Das was immer sichergestellt sein muß, erhalten werden muß, gewartet und gepflegt werden muß.
Lüge, Täuschung, Unwahrheit ist ein vielschichtiger Störfaktor des Guten, Wahren und Schönem in der Funktion des gesammten lebendigen Lebens.
Die Wahrheit ist das wahre Gesicht in jeder Situation und so beste Funktion, also auch Harmonie.
Funktion und Harmonie sind die Merkmale der Wahrheit.

Es ist nur so dass nicht jeder Mensch mit einer Wahrheit in Harmonie leben kann, WEIL dieser Mensch bereits zu viele Täuschungen und Lügen erlebt hat.
Wird eine Wahrheit zu lange unterdrückt, unzugänglich gehalten also verschwiegen, so schlägt sie bei einigen Menschen in ein gegenteiligen Wert um und kann keine Harmonie mehr herstellen. Wie eine Maschine die nicht verwendet wurde, muß sie erst entrostet, geölt und gesäubert werden.
Wahrheit ist nicht nur Verdeckt durch Unkenntnis oder Unwissen sonderen sie wird leider auch oft nicht gepflegt und/oder in den Schmutz gezogen, also verdreckt/verstaubt.

Wahrheit ist wie 1 Goldstück dass durch viele entdeckt werden kann und zum Glänzen gebracht werden kann.
Doch wie jedes Stückchen Gold kann man Wahrheit einsperren wie Gold in einer Schatzkammer, niemand kann dann einen Nutzen aus der Wahrheit ziehen auch wenn die Wahrheit das Gold existiert.
Wahrheit ist dass Mittel das Funktioniert wie eine perfekte Maschine, wenn es dem Menschen ermöglicht wird diese Maschine "Wahrheit" wirklich bedienen  zu erkönnen.
Eine Maschine "Wahrheit" braucht immer auch einen "Wärter, Hüter" Arbeiter der sie im Gang erhält, also pflegt.

Die Wahrheit ist Funktion und Erhaltung des Lebens.
Dazu gibt es viele Wahrheits-Möglichkeiten.

(habe heut keine Zeit = unkorrigierter Text)
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
Zitieren
#30
(23-10-2017, 07:17)Adamea schrieb: Es ist sehr schwer deinen Verstand und Willen zu treffen.

Weitere Erklärversuche in weiteren Worten:
Es ist eine wahre Wahrheit dass es das Universum gibt (selbst wenn es eine Illusion wäre, so wäre die Illusion wahr) und damit alles Sichtbare.

Adama .... entweder oder....  (entweder ist es wahr oder es ist nicht wahr..) "Die Wahrheit" kann aber auch nicht wahr und somit auch falsch sein.. Schon viele Menschen haben genau deswegen viele Jahre und sogar ihr ganzes Leben unschuldig im Gefängnis verbracht. Sind unschuldig zum Tode verurteilt worden.



Wahrheit ist immer eine Interpretation dessen was wir meinen oder glauben, dass es ein Fakt > eine Tatsache ist. Wenn du nachts in den Himmel schaust, dann meinst du, oder glaubst du, dort "die Wahrheit" zu sehen. Tatsächlich aber, siehst du dort alles andere als die Wahrheit.. (hab ich dir schon mal zu erklären versucht).. denn "tatsächlich" siehst du dort nur eine Überlagerung (so eine Art Fotomontage) von Zeit-Ebenen, deren ältesten schon viele Milliarden Jahre alt sind. Das ist so, weil Licht ungefähr 1 Sekunde braucht, um die Strecke von "Dreihunderttausend" Kilometer zurückzulegen.

Das Bild der Sterne. die wir da gleich neben dem Mond sehen, ist aber im Unterschied zum Bild des Mondes, schon Jahrzehnte oder Jahrtausende alt.
Wir sehen am Nachthimmel also keine Wahrheit...

Das ist auch ein Problem bei der Interpretation von Fotografien, die Naturwissenschaftler von bestimmten Bereichen des Alls, machen.. diese Fotos sehen für uns Laien und Unwissenden unglaublich schön und spektakulär aus. Weil aber eben die Astrophysiker in ihrer Begeisterung selbst auch oft vergessen, dass (aus genannten Gründen) die ganzen Details auf diesen Fotos nicht so ganz dem Bild Wahrheit entsprechen, und auch diese Fotos nur eine Zusammenfassung vieler unterschiedliche  Zeitebenen zeigen, ist es gar nicht so 100prozentig sicher, dass wir in einem "Uni"-Versum leben.

Also nochmal:

Wahrheit ist die Interpretation von scheinbaren oder unwiderlegbaren Fakten (Tatsachen). So eine ganz allgemeingültige, alles umfassende, endgültige, immerwährende, nie endende, absolut widerspruchslose... "Wahrheit" ....ist mit aller Wahrscheinlichkeit äußerst unwahrscheinlich.

Behauptungen, die etwas ANDERES MEINEN, sind dann schon erst recht keine "Wahrheit", sondern Lebenslügen, mit denen sich die Menschen dahinter, SCHÖN und GUT als objektive Tatsachen festlegen,, und dann aber..auch ständig alle anderen davon überzeugen müssen (heiliger Krieg), damit der schöne Selbstbetrug zum eine Bestätigung von Außen bekommt und zum anderen auch Beistand bekommt, die vielen Bösen, die es halt anders sehen, auf möglichst weiter Distanz zu halten...

Wahrheit muss im Umkehrschluss falsifizierbar sein. https://de.wikipedia.org/wiki/Falsifikation.. Das ist aber bei Lebenslügen die zur allgültigen Wahrheit erhoben werden.. ziemlich unerwünscht.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
Zitieren


Möglicherweise verwandte Themen...
Thema Verfasser Antworten Ansichten Letzter Beitrag
  Gibt es die romantische Liebe in Wahrheit? raimund-fellner 15 4702 29-01-2018, 22:19
Letzter Beitrag: Geobacter
  Wahrheit Ekkard 97 48205 03-09-2017, 15:23
Letzter Beitrag: scilla
  Realität, Mythos und Wahrheit Ekkard 7 6462 25-03-2013, 17:03
Letzter Beitrag: Bion

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste