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Haben Tiere eine Religion?
#31
Man kann die Definition ja dekonstruieren, bzw. an ihren geschichtlichen Bindungen erkennen, dass sie beschränkt ist. So könnte eine Lehre bspw. bei Tieren dadurch vorliegen, dass sie im Falle eines Tigers Jagdverhalten teils angeboren teils erworben haben.
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#32
(02-03-2017, 11:59)Haevelin schrieb: Man kann die Definition ja dekonstruieren, bzw. an ihren geschichtlichen Bindungen erkennen, dass sie beschränkt ist. So könnte eine Lehre bspw. bei Tieren dadurch vorliegen, dass sie im Falle eines Tigers Jagdverhalten teils angeboren teils erworben haben.

Tiger haben ein Gebiss, mit dem sie kaum Gras fressen können. Krokodile haben ein Maul, das einfach zuschnappt und sich Pflanzenkost überhaupt nicht eignet. Außerdem haben Fleischfresser Verdauungsorgane, die sich ziemlich von denen der Wiederkäuer unterscheiden und auch sonst pflanzliche Nahrung gar nicht aufspalten können. Tiger müssten täglich ein halbe Tonne Kohlköpfe durch ihre Gedärme schicken um noch wenigsten ein bis auf die Knochen abgemagertes und furz**** "Dasein" zu erleben.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
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#33
Die Frage ist, wie so etwas wie Evolution gedacht werden muss. Dazu kann aber die Vernunft in der Religion einen wichtigen Hinweis liefern. Newman, der Kardinal, hat ja die Integration von Evolution und Religion gelehrt und viele andere wie Teilhard de Chardin auch.
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#34
(02-03-2017, 17:52)Haevelin schrieb: ... wie so etwas wie Evolution gedacht werden muss.
Machst du gerade den Versuch, Evolution religiös zu deuten oder zu verstehen? Dann versuche mal die Festigkeit von Eisennägeln religiös zu deuten oder zu verstehen. Dann erkennst du den Unsinn besser. Man kann bestenfalls Nägel dazu verwenden, Bilder zu befestigen oder Menschen ans Kreuz zu nageln. Da bekommt Religion eine Aufgabe, was sein soll und was nicht.

Genauso die Entwicklungsgeschichte: Man kann Variation und Selektion verwenden, um Bakterien zu züchten, die Klärschlämme reinigen, oder für Biowaffen taugen. Auch hier hat Religion die verdammte Pflicht, den Menschen klar zu machen, was sein soll und was nicht!

Das aber hat mit ganz anderen, nämlich gesellschaftlichen Problemen zu tun, als die Evolutionslehre selbst.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#35
Ja, das ist ja schon stark. Aber du hast Ethik und Wissenschaften noch getrennt gedacht. Im ältesten Systemprogramm des deutschen Idealismus wird deren Einheit vorgeschlagen. Ähnlich gibt es auch hinduistische Gelehrte, die davon ausgehen, dass in den Veden bereits alles steht, also Eisenbahn, Telegrafen etc. . Es wäre interessant, dass auch für die Bibel stark zu machen.
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#36
Ich denke, dass Menschen, die so einen Ansatz haben, sich von ihrer Sehnsucht nach Einheit ueberwaeltigen lassen. Diese krampfhaften Versuche, etwas in die alten Texten hineinzuprojizieren, das sich bei objektiver Betrachtung der Textaussagen nicht halten laesst, kennt man ja nicht nur von hinduistischen Gelehrten. Meist funktioniert so etwas nur, wenn man Einzelaussagen aus ihrem Zusammenhang reisst und zweckentfremdet. So etwas hat fuer mich immer den Geruch von intellektueller Unehrlichkeit. Es ist eine Art Selbstbefriedigung dieses Einheitsbeduerfnisses.

Mir ist klar, dass auch das Christentum selbst auf genau so einem Vorgehen aufgebaut ist. Jesus selbst wurde ja schon von den Evangelisten im AT gesucht und gefunden, auch wenn die meisten dieser Zuschreibungen doch sehr an den Haaren herbeigezogen oder aktiv konstruiert sind.

Insofern finde ich diese Verknuepfung von Tieren und Religion ebenfalls sehr fragwuerdig, wenn man dafuer schon eine fragwuerdige Definition von Religion nehmen muss, die bis zur Unkenntlichkeit verbogen wird, damit sie irgendwie passt.
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#37
Ich möchte das, was Ulan geschrieben hat ganz klar unterstützen!

(03-03-2017, 10:23)Haevelin schrieb: ... du hast Ethik und Wissenschaften noch getrennt gedacht. Im ältesten Systemprogramm des deutschen Idealismus ...
Dem muss ich genauso deutlich widersprechen. Denn eine Methodenlehre ("Wissenschaft") kann keine Sollforderungen stellen außer jene, die man an die Methoden selbst stellt. Sollforderungen, wie beispielsweise ethische sind allein davon abhängig, was Menschen untereinander vereinbaren. Natürlich sind solche (An-)Forderungen dann nicht sinnvoll zu erfüllen, wenn sie wissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechen.

Damit sind wir auch wieder bei Tieren. Die sind dabei raus, weil sie nicht zur menschlichen Gesellschaft gehören - egal, wie kommunikativ und intelligent sie im Einzelnen auch sein mögen.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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