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Der israelitische "Altar" - eine Schlachtbank ?
#46
(15-05-2016, 22:26)Ulan schrieb: Ich glaube, es bringt nichts, mit der Vergangenheit zu hadern. Was passiert ist, ist passiert.   . . .


Gilt das auch für das, was in Auschwitz geschah ?
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#47
(22-05-2016, 18:45)Sinai schrieb:
(15-05-2016, 22:26)Ulan schrieb: Ich glaube, es bringt nichts, mit der Vergangenheit zu hadern. Was passiert ist, ist passiert.   . . .

Gilt das auch für das, was in Auschwitz geschah ?

Im Grundsatz ja. Wenn Du nicht gerade selbst einen Angehoerigen dort verloren hast und somit Deiner Trauer Ausdruck verleihst, was bringt es hier, zu hadern? Das Wichtige ist doch sowohl bei den Umstaenden, die zu Auschwitz gefuehrt haben und dem, was dort geschah oder bei Menschen- und anderen Opfern, die schon lange Geschichte sind, dass man sich dessen bewusst wird, dass solche Dinge zum Spektrum menschlichen Agierens gehoeren, dass man sie moralisch fuer die heutige Zeit einordnet, Lehren fuer sich selbst daraus zieht und in der Zukunft aehnliche Entwicklungen nicht nur vermeidet, sondern aktiv verhindert.

Dabei ist Auschwitz natuerlich zeitlich viel naeher und eventuell (von Opfer- oder Taeterseite) mit Menschen verknuepft, die zur eigenen Familie oder zum Bekanntenkreis gehoeren. Es ist eigentlich schade, dass es demonstrativer Verurteilungen noch bedarf, um ja nicht in den Verdacht zu geraten, man wuerde so etwas gutheissen; eigentlich sollte das mittlerweile eine Selbstverstaendlichkeit sein. Auch das Leugnen der dortigen Vorgaenge ist Zeichen der Verkrampfung, die mit dem Themenkomplex immer noch herrscht. Manch einer scheut sich auch nicht, aus diesen Unsicherheiten (von beiden Seiten) politisches Kapital zu schlagen. Insofern wiederhole ich hier ganz bewusst, dass etwas mehr Gelassenheit hier gut tun wuerde. Dazu braucht es aber noch etwas Zeit.

Diese Zeit ist aber fuer die Opferbraeuche, um die es hier geht, laengst vergangen. Die Menschopfer wurden erst durch Tieropfer ersetzt (vor etwa 3000 Jahren?), dann im Christentum durch ein magisches Ritual (Transubstantiation; vor etwa 2000 Jahren), und schliesslich durch eine Symbolhandlung (bei Juden und spaeter den Protestanten). Sich also ueber Dinge aufzuregen, die die Menschheit bereits vor Tausenden von Jahren als unangebracht verworfen hat, oder anders ausgedrueckt, deren ethische Betrachtung sich schon damals geaendert hatte, was zu Aenderungen der Praxis fuehrte, ist ziemlich sinnlos. Die Korrekturen sind laengst erfolgt.

Was anderes waere es, sich ueber den Symbolismus eines Festes wie des gestrigen Fronleichnam auseinanderzusetzen. Hier geht es um die Verherrlichung des Blutes und des Leibes Christi im Opfersakrament. Im Prinzip knirscht es dabei gewaltig mit unseren heutigen Vorstellungen von was ethisch vertretbar ist und was nicht. Auch Symbolhandlungen koennen durchaus kritisch betrachtet werden. Das gehoert dann aber in den "christlichen" Bereich.
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