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tot
#76
Hallo Rosemarie,
Wenn unsere Generation laut Umfrage teilweise den Zustand „tot“ nicht fürchtet, dann ist das erst einmal eine Tatsache. Wenn man alle „Angebote“ der Religionen so anschaut, dann ist ihnen die phantasievoll ausgemalte Wunschvorstellung nicht abzusprechen. Denkt man diese Vorstellungen aber zuende, so ergibt sich daraus entweder ein abartiges Leiden oder Langeweile und Überdruss pur. Fange beim Nachdenken so bei 200 und mehr Jahren an!

Es sei denn, du gehst durch ein neues Leben voller Mühe und Arbeit. Die Natur hat mit der Generationenfolge aber genau das „erfunden“.

(29-07-2019, 17:31)Rosmarie schrieb: Wer modern und logisch denkt, kann nur ein materialistisches Weltbild haben!
Vom „materialistischen Weltbild“ des 19. Jahrhunderts sind wir weit entfernt. Wir nähern uns mit Riesenschritten einer Informationsgesellschaft (auch erkenntnismäßig). Was man früher für „Geist“ gehalten hat, löst sich bei näherem Hinsehen in eine Flut von Informationsströmen auf. Gesteuert werden diese Ströme durch Regelkreise der materiellen Welt, deren „Stellschrauben“ wiederum durch Informationsströme beeinflusst werden z. B. Leben.

Kreativität findet man in allen Kunstrichtungen insbesondere in der Kunst der Mediziner, Ingenieure, Mathematiker, Physiker, Chemiker, Biologen, …
Selbst das Nachdenken (Philosophie) ist eine hohe Kunst mit Kreativitätscharakter.

Ich bin aber nach der Lektüre unserer Tageszeitung nicht davon überzeugt, dass die „jüngere Generation“ „andere Probleme“ hat, als präzise und folgerichtig zu denken. Anderenfalls werden die Dinge aus dem sprichwörtlichen Ruder laufen. Beispiel Kunststoff. Wie kann man etwas herstellen, bei dem man sich nicht überlegt hat, wie man es wieder los wird?

(29-07-2019, 17:31)Rosmarie schrieb: Aber Kreativität zunehmend auch, und die spielt sich auf anderen Ebenen ab. Es wiegt also nicht mehr nur die messerscharfe Logik, sondern auch Ideen, Gedankenspiele, Brain-Storming… Menschen, die in diesen Bahnen erfolgreich sind, nehmen notgedrungen auch mal Unausgegorenes oder Verwaschenes, nicht eindeutig Beweisbares in Kauf, um einen Gedanken zu verfolgen und ihn irgendwann auf seine Stimmigkeit hin überprüfen zu können.
Nee, das hat aber nichts mit kritikloser Glaubensgaukelei zu tun, sondern ist eine Methode, Möglichkeiten auszuloten.

(29-07-2019, 17:31)Rosmarie schrieb: Menschen mit solchen Denk- oder Kreativitätsmustern sind vielleicht offener für etwas, was sich durch handfeste Versuche nicht beweisen lässt.
Die Methoden entbinden doch nicht vom präzisen Nachdenken! Uns als Menschheit bringt die kollektive Todesangst (und eine Reihe anderer Ängste) an den Abgrund des Versagens aller ökologischer Regelkreise. Solange die Menschheit nicht mächtig genug war, ihre Antagonisten zu kontrollieren, spielte diese Ängste keine Rolle bzw. eine sehr unrühmliche als Erziehungsmittel mit dem Blick auf ein Jenseits (Hölle).

Nun aber ist es Zeit, (zumindest) den Tod in weitem Stil als notwendig zu erkennen und anzuerkennen. „tot“ darf dazu kein Schreckgespenst sein, sondern muss zur Chance auf ein Weiterleben der Art werden.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#77
Hallo Ekkard,

deine Antwort ist sehr interessant. Im Detail möchte ich noch in Ruhe darüber nachdenken.

Einig sind wir darin, dass der Tod in dem System, in dem wir leben, also auf dieser Welt, notwendig ist. Das beinhaltet aber nicht, dass er in dem System einer "geistigen Welt", von dem ich überzeugt bin, nicht notwendig ist.
Herzliche Grüße
Rosmarie
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#78
(30-07-2019, 07:03)Rosmarie schrieb: Einig sind wir darin, dass der Tod in dem System, in dem wir leben, also auf dieser Welt, notwendig ist. Das beinhaltet aber nicht, dass er in dem System einer "geistigen Welt", von dem ich überzeugt bin, nicht notwendig ist.

Was verstehst du unter geistiger Welt, Rosmarie?

Unserer Welt ist geistig. Sie findet in unseren Köpfen/Gehirnen statt. Materie ist Energie. Materie/das Universum speichert Informationen. (Geist)
Wo soll diese besondere geistige Welt von der du meinst, denn stattfinden? Und warum muss diese andere geistigen Welt unbedingt so etwas ganz "Exotisches" sein?
Ich verstehe schon was dir am Herzen liegt. Dass sich dieses individuelle Ich mit dem körperlichen Ableben einfach in Nichts auflöst ist eine sehr unangenehme Vorstellung und solang man nichts Genaueres darüber weis, will man halt hoffen können.

"Das Leben" ist unser aller Schöpfer. Dein Geist, mein Geist, Ekkards Geist, unser aller Geist.... lebt auch in den Gehirnen unserer Mitmenschen mit denen wir eine  mehr oder weniger engere Beziehung haben. Unser individuellen Erfahrungen, Ideen und auch Irrtümer.. Die Gehirne anderer Menschen sind die lebenden Speicher all dieser Informationen..

Ich dachte immer, dass  es ab einem gewissen Alter mit diesen "ICH ICH ICH" wenigsten ein kleines bisschen besser wird und dass man irgendwann anfängt darüber nachzudenken, was man im Leben an Irrtümern alles vermeiden hätte können... Und sich dann damit tröstet, dass  nun wenigsten die anderen noch was davon haben, weil die jetzt dank unserer individellen Dummheit nicht mehr auf allen Tretminen dieser Welt  selber herumstampfen müssen...
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#79
Ich moechte nur kurz darauf hinweisen, dass auch die Physik davon ausgeht, dass in unserem Universum grundsaetzlich keine Information verloren geht, wobei jetzt schon laenger darueber diskutiert wird, ob Schwarze Loecher dieses Prinzip verletzen oder nicht. Physik ist manchmal etwas komplexer, als viele Menschen sich das vorstellen.
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#80
ach.. ich denke,  die Franzosen, bei denen Gott immer Urlaub macht und Jesus seinen Paradies-Wein einkauft, die wissen über  den "tot" mehr als wir. "Le petit mort" der "Urknall des Lebens.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#81
Hallo Ekkard,

heute habe ich ausnahmsweise mal einen richtig schlechten Tag. Das sage ich nicht, um meine Beschränktheit, deine Ausführungen durchgängig zu verstehen, zu kaschieren. Ich habe ohnehin nur eine gesunde Halbblildung und kein Vollstudium, komme also bei einigem, was du darlegst, sowieso ins Schleudern.

Noch heute Morgen wollte ich auf einige deiner Absätze eingehen. Auch eben noch. Aber nun stelle ich fest, dass ich schon beim ersten passen muss...

Ich tue nun einfach das, was ich für die nächsten Tage sowieso vorhatte: Ich verabschiede mich von euch. Der Grund dafür ist nicht, dass mir eure Argumentationen grundsätztlich zu hoch wären. Hier sind ja auch viele andere, die wie ich nicht die naturwissenschaftlichen Kenntnisse haben wie du oder andere hier und mit denen ihr trotzdem Gespräche führt.
Ich finde vieles hier auch sehr interessant. Zudem bin ich in einem Alter, wo ich geistige Herausforderungen als gutes Training, nicht einzurosten, ansehe.
Aber ich hatte mich hier angemeldet, weil ich "Religionsforum" so interpretiert hatte, dass ich Gesprächspartner auf meiner oder irgendeiner anderen Glaubensbasis finden könnte. Das scheint mir jetzt nicht mehr gegeben. Ich möchte meinen Weg aber weitergehen und mich mit dem beschäftigen, was rechts und links an diesem Weg liegt. Und ich möchte mich darüber unterhalten, wo das Ziel sein könnte und wie es aussehen könnte. Seitdem ich hier bin, beschäftige ich mich nun aber damit, dass mein Weg von euch grundsätzlich als Irrweg eingeschätzt wird.
Das entspricht nicht dem, was ich mir erhofft hatte. 

Ich danke euch, Ekkard, Ulan und Geobacter, für euer Willkommen und für die Zeit, die ihr mit Antworten an mich verbracht hat.
Ich wünsche euch, dass ihr das an Erkenntnis findet, was ihr sucht.

Habt eine gute Zeit!
Herzliche Grüße
Rosmarie
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#82
Hallo Rosemarie,
ich glaube nicht, dass man eine "Glaubensbasis" wirklich diskutieren kann. Denn "Glaube" heißt ja "Vertrauen in einen Ausgangspunkt" - in der Regel auch sehr persönlichen.

Diskussion ist die Annäherung anderer an diese Ausgangspunkte, an anderer Stelle habe ich von "Anliegen" gesprochen. Nun denn: Danke für deine Beiträge und viel Erbauliches in anderen "Welten" (z. B. Foren, Gesprächskreise, Familie)
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#83
(30-07-2019, 17:45)Rosmarie schrieb: Ich danke euch, Ekkard, Ulan und Geobacter, für euer Willkommen und für die Zeit, die ihr mit Antworten an mich verbracht hat.
Ich wünsche euch, dass ihr das an Erkenntnis findet, was ihr sucht.

Schade Rosmarie,

aber ich kann die gut verstehen. Du möchtest halt lieber mit Leuten reden, die ein bisschen so denken wie du.
Wenn du den Volker kennst (Reklov), sag ihm einen schönen Gruß.

Alles Gute .. GEO
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#84
Schade eigentlich. Vielleicht waere das Anliegen auch besser in seinem eigenen Thread aufgehoben gewesen und nicht in einem, der sich einfach nur mit dem Zustand "tot" beschaeftigt. Was Dir, Rosmarie, vorschwebte, war ja eigentlich genau das Gegenteil.

Im Moment scheint auch gerade keiner der eher durch solche Themen angesprochenen Leute praesent zu sein.
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#85
Danke, Ulan! Du hast dich mir gegenüber bemüht und das weiß ich zu schätzen. Für mich ist friedlicher, möglichst auch noch ein bisschen bemühter zwischenmenschlicher Umgang eines der ganz hohen Güter.

Ja, schade. Aber ich vermute, dass dieses Forum durch eine ähnliche Weltsicht wie der deinen, bzw. Ekkards, geprägt ist. Es ist schließlich das gute Recht eines jeden, der sich ein Forum zulegt, dessen Grundtendenz zu bestimmen.

Dir ein herzliches Danke!  Icon_razz
Herzliche Grüße
Rosmarie
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#86
Hallo Ekkard und Geobacter,

bitte, bitte entschuldigt, dass ich eure Antworten erst jetzt entdeckt habe. Nun bin ich in Eile. Aber ich melde mich noch einmal und bedanke mich!  Icon_razz
Herzliche Grüße
Rosmarie
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#87
(30-07-2019, 22:21)Ekkard schrieb: … ich glaube nicht, dass man eine "Glaubensbasis" wirklich diskutieren kann. Denn "Glaube" heißt ja "Vertrauen in einen Ausgangspunkt" - in der Regel auch sehr persönlichen.

Diskussion ist die Annäherung anderer an diese Ausgangspunkte, an anderer Stelle habe ich von "Anliegen" gesprochen.

Hallo Ekkard,

darin stimmen wir überein. Wie sollten im naturwissenschaftlichen Sinne letztlich unbeweisbare Annahmen so diskutiert werden können, dass man einen Konsens erreicht?
Interessant waren eure Antworten aber allemal. Ich denke, ich werde sicher noch öfter mal hereinschauen und Antworten zu dem einen oder anderen Thema lesen.

Was das von dir angesprochene Diskutieren in anderen Foren betrifft, so hatte ich vor einigen Tagen mal gesucht und habe nichts gefunden, was mich mit Vorfreude erfüllt hätte. Da ich keiner Konfession mehr angehöre (ich war katholisch), möchte ich mich auch nicht gerade in einem von einer der beiden großen Konfessionen getragenen Forum anmelden.

Dankeschön für alles und euch allen hier gutes Gedeihen!
Herzliche Grüße
Rosmarie
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#88
(30-07-2019, 22:40)Geobacter schrieb: Schade Rosmarie,

aber ich kann dich gut verstehen. Du möchtest halt lieber mit Leuten reden, die ein bisschen so denken wie du.
Wenn du den Volker kennst (Reklov), sag ihm einen schönen Gruß.

Hallo Geo,

danke für deine einfühlsame Reaktion! 

Deine Antworten haben mir so manchen Denkanstoß geliefert. Vor allem beeindruckt mich, dass du offensichtlich von einer Art "Sendungswunsch, uns selbst und damit die Welt zu verbessern" (?) erfüllt bist. Ich finde es großartig, wenn sich Menschen auch in unserer heutigen Zeit Idealen verschreiben.
Vermutlich sind wir uns zwar beide einig, dass vieles von dem, was du als fortschrittliche Entwicklung von uns Menschen ansehen würdest, nicht eintreten wird. 
Aber dass Ideale nicht erreichbar sind, sollte uns nicht davon abhalten, uns für eine Entwicklung einzusetzen, in der wir uns ihnen annähern.

Volker (Reklov) kenne ich nicht. Ich kenne leider überhaupt niemanden (außer meinen Freundinnen, die altersmäßig abbauen), mit dem ich über derlei Themen sprechen könnte.

Dir besonders alles Gute!
Herzliche Grüße
Rosmarie
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