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Was im Tempel geschieht
#1
Gestern Abender hielt ich eine interessante Email von einer ehemaligen Mormonin, die Berliner gut kennt. Darin war eine PDF-Datei enthalten, indem sie mir ihre ersten Erfahrungen im Tempel der Mormonen schilderte, und das, was dort geschiet, mit anderen Quellen verglich. Hier meine Zusammenfassung ihres Artikels:

Totentaufe:

Mormonen taufen sich im Namen von Verstorbenen, ein Brauch, der im Christentum nicht praktiziert wurde, und über den Paulus sich eher abfällig äußerte, so nach dem Motto "diese da tun das".

Garment:

Das garment ist die "heilige Unterwäsche" der Mormonen, die sie vor Unglück (wie ein Amulett), vor allem aber vor Satan, schützen soll. Darin sind Symbole eingenäht, die von den Freimaurern kommen, was kein Wunder ist, denn diese ganze Zeremonie des Endowments ist von den Freimaurern geklaut.

Endowment:

Das Endowment (übersetzt etwa mit "Begabung") geschieht in zwei Teilen. Im ersten Teil wird ein Film gezeigt, der die mormonische Lesart der Erschaffung der Welt darstellt, wonach der Erzengel Michael als Adam auf die Welt kam, und vorher gemeinsam mit Jesus (Jehova) die Erde im Auftrag Gottes (Elohim) erschuf. Adam und Eva werden vom Teufel versucht, und die Apostel Petrus, Jacobus und Johannes eilen ihnen zur Hilfe. Dass das Quatsch ist, ist wohl leicht zu sehen!
Im zweiten Teil lernen die Mitglieder gewisse Zeichen, Wörter, und, bis 1990, auch Strafen kennen, wenn man was verrät. Demnach waren "Kehle aufschlitzen", "Bauch aufschneiden", und "Gedärme rausreißen" , akzeptable Strafen für Verräter. Wenn sie diesen von den Freimaurern geklauten Zeichen etc. gelernt haben, gehen sie durch einen Schleier, der den Eintritt ins celestiale Reich symbolisiert, wo ein Tempelmitarbeiter Gott symbolisiert. Übrigens, Frauen erfahren nie die Kennwörter und geheime Namen ihrer Männer, die Männer hingegen die ihrer Frauen. Da sieht man wieder mal den mormonischen Sexismus!

Tempelehe/Siegelung:

Das widerum ist in meinen Augen der größte Schmarrn! Eine Ehe und Familienbande, die über den Tod hinaus bestehen. Männer dürfen, wenn sie geschieden oder Witwer sind, mehrere Frauen (nacheinander) heiraten, Frauen bleibt es verwehrt.

Fazit: Wer so etwas glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen!
#2
(29-06-2015, 05:01)Jutta schrieb: Gestern Abender hielt ich eine interessante Email von einer ehemaligen Mormonin, die Berliner gut kennt. Darin war eine PDF-Datei enthalten, indem sie mir ihre ersten Erfahrungen im Tempel der Mormonen schilderte, und das, was dort geschiet, mit anderen Quellen verglich. Hier meine Zusammenfassung ihres Artikels:

Fazit: Wer so etwas glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen!
Der Tempel ist ein heiliger Ort. Ich bin nicht der Ansicht, sich in einem Forum darüber auszulassen.
Der Friede fängt in dir an
#3
(29-06-2015, 08:13)Berliner schrieb:
(29-06-2015, 05:01)Jutta schrieb: Gestern Abender hielt ich eine interessante Email von einer ehemaligen Mormonin, die Berliner gut kennt. Darin war eine PDF-Datei enthalten, indem sie mir ihre ersten Erfahrungen im Tempel der Mormonen schilderte, und das, was dort geschiet, mit anderen Quellen verglich. Hier meine Zusammenfassung ihres Artikels:

Fazit: Wer so etwas glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen!
Der Tempel ist ein heiliger Ort. Ich bin nicht der Ansicht, sich in einem Forum darüber auszulassen.

Wirklich? Wenn er so "heilig" ist, warum stehen denn die Endowmenttexte in Deutsch oder Englich im Internet? Und, warum finden wir auf YouTube so viele Filme (z.B. hier:"https://www.youtube.com/watch?v=Ms6ny86rXU4"), die zeigen, was da abgeht? Kann dein Gott den Tempel nicht schützen?

Wenn du darüber nicht reden willst, und die "Heiligkeit" des Tempels" vorschiebst, ist das für mich okay, zeigt aber auch, welche Geheimniskrämer Mormonen sein können. Vielleicht werden sie darum von Geheimdiensten mit Kusshand genommen?
#4
(29-06-2015, 08:23)Jutta schrieb:
(29-06-2015, 08:13)Berliner schrieb: Der Tempel ist ein heiliger Ort. Ich bin nicht der Ansicht, sich in einem Forum darüber auszulassen.

Wirklich? Wenn er so "heilig" ist, warum stehen denn die Endowmenttexte in Deutsch oder Englich im Internet?

Weil es halt nicht fuer jeden ein heiliger Ort ist.

Mal sehen, wie lange das ueberhaupt noch bei dieser Geheimniskraemerei bleibt. Wenn ich das richtig sehe, war der Umgang mit dem Tempel im letzten Jahrzehnt oder so etwas im Fluss. So etwas Besonderes ist der Tempel nicht mehr, da jetzt ueberall welche gebaut werden und nicht nur einige wenige existieren. Die Rituale wurden auch etwas entruempelt, vor allem, was Ueberschreitungen der persoenlichen Intimssphaere angeht, was heutzutage in den USA nicht mehr so gut ankommt. Mit dem Verlust vieler Eigenheiten mag auch irgendwann der Grund fuer die Abriegelung wegfallen.
#5
(29-06-2015, 09:18)Ulan schrieb:
(29-06-2015, 08:23)Jutta schrieb:
(29-06-2015, 08:13)Berliner schrieb: Der Tempel ist ein heiliger Ort. Ich bin nicht der Ansicht, sich in einem Forum darüber auszulassen.

Wirklich? Wenn er so "heilig" ist, warum stehen denn die Endowmenttexte in Deutsch oder Englich im Internet?

Weil es halt nicht fuer jeden ein heiliger Ort ist.

Mal sehen, wie lange das ueberhaupt noch bei dieser Geheimniskraemerei bleibt. Wenn ich das richtig sehe, war der Umgang mit dem Tempel im letzten Jahrzehnt oder so etwas im Fluss. So etwas Besonderes ist der Tempel nicht mehr, da jetzt ueberall welche gebaut werden und nicht nur einige wenige existieren. Die Rituale wurden auch etwas entruempelt, vor allem, was Ueberschreitungen der persoenlichen Intimssphaere angeht, was heutzutage in den USA nicht mehr so gut ankommt. Mit dem Verlust vieler Eigenheiten mag auch irgendwann der Grund fuer die Abriegelung wegfallen.

Vieles, wie etwa die angedrohten Strafen, wurden klammheimlich entfernt. Andere Regelungen wurden erleichtert. Aber, warum diese "Entrümpelung", wenn alles, was da getan wird, ewige Gültigkeit hat? Die Mormonen schießen sich doch damit selbst ins Knie.
#6
(29-06-2015, 10:56)Jutta schrieb: Aber, warum diese "Entrümpelung", wenn alles, was da getan wird, ewige Gültigkeit hat? Die Mormonen schießen sich doch damit selbst ins Knie.

Kann schon sein, und das sollte Dir doch eigentlich recht sein Icon_wink. Nichtsdestotrotz kann die LDS die gesellschaftlichen Realitaeten nicht ignorieren. Ich sehe hier vor allem zwei Gruende:

1. Die mormonische Gesellschaft saekularisiert zunehmend, genau wie der Rest auch. Selbst in Utah ist das spuerbar. Dort herrscht ja nicht eine Wagenburgmentalitaet wie z.B. in Deutschland, wo Mormonen eine nicht sehr geschaetzte Minderheit sind, was sektiererische Verhaltensweisen verstaerkt. Ein Mormone waere fast Praesident der USA geworden. In solchen Zeiten faellt der aeussere Druck weg, und auch in Utah gibt es viele Mormonen, die bestenfalls noch "through the motions" gehen, ansonsten aber leben wie jedermann sonst auch. Diese Normalisierung findet ihren Weg auch ins Ritual, weil viele Mormonen keine Lust mehr auf die ollen Kamellen haben.

2. Teile des Rituals waren in oeffentliche Kritik geraten. Wenn fuer die Zeremonie dieses Poncho-aehnliche, an den Seiten offene Dings angelegt wurde, so waren die Leute darunter bis vor einiger Zeit nackt. Bei der Segnung werden auch einige Kraftpunkte gesegnet, was sich auch auf die Geschlechtsorgane bezieht. Normalerweise wurde da wohl ein gewisser Abstand gehalten, aber allein die nicht enden wollenden Geruechte, dass so Mancher bei der Segnung herzhaft zugreift, wurden fuer die Kirche untragbar. Das hatte dann Konsequenzen.
#7
Eigentlich wollte ich was dazu schreiben. Aber bei so viel Absurdem fällt mir nichts mehr ein. Der Tempel ist kein Ort von Geheimnissen, sondern ein heiliger Ort. Ganz offensichtlich brodelt um ihn dieselbe Gerüchteküche, wie um die Kirche insgesamt. Als ehemaliger Tempelarbeiter, der diese Berufung viele Jahre lang ausübte, bin ich mit dem Tempel gewissermaßen vom Dachgeschoß bis in den den Keller vertraut. Daher weiß ich aus Erfahrung, wie streng die sittlichen Normen im Tempel eingehalten werden müssen. Der Tempel ist absolut kein Freudenhaus.

Und was die Änderungen betrifft. Die Tempel sind voll und die Arbeit muß schneller gehen. Das ist der Grund für Kürzungen. Es muss Zeit gewonnen werden. Wir brauchen mehr Tempel für mehr Menschen.
#8
(29-06-2015, 13:14)Berliner schrieb:
(29-06-2015, 13:02)Ulan schrieb: 2. Teile des Rituals waren in oeffentliche Kritik geraten. Wenn fuer die Zeremonie dieses Poncho-aehnliche, an den Seiten offene Dings angelegt wurde, so waren die Leute darunter bis vor einiger Zeit nackt. Bei der Segnung werden auch einige Kraftpunkte gesegnet, was sich auch auf die Geschlechtsorgane bezieht. Normalerweise wurde da wohl ein gewisser Abstand gehalten, aber allein die nicht enden wollenden Geruechte, dass so Mancher bei der Segnung herzhaft zugreift, wurden fuer die Kirche untragbar. Das hatte dann Konsequenzen.
Eigentlich wollte ich mich überhaupt nicht zu dem Thema äußern. Aber welch Unsinn da berichtet wird, schockiert mich so langsam. Dieses "Poncho-aehnliche ... Dings" ist eine Priestertums-Robe. Sie wird genauso getragen wie ein Talar, nämlich mit Kleidung darunter.

Auf den Rest aus Absurdistan will ich erst gar nicht eingehen.

Bist wohl schlecht informiert. Hier das, was mit dem "Ponchoähnlichem Ding" im Tempel geschieht:


Zitat:Die Vorverordnungen

Der Name dieser Zeremonien ergibt sich aufgrund der Plazierung vor dem Erhalt des Endowments. Für Verstorbene werden die Verordnungen massenweise abgearbeitet. Die hier beschriebene Prozedur bezieht sich daher auf den Empfang durch Lebende.

Der Endowmentempfänger kauft sich im Tempelladen ein Paar Garments und betritt dann den Tempel. Er wird in einen Raum geschickt, wo er von einem Tempelarbeiter Belehrungen über die bevorstehenden Zeremonien und den Umgang mit den Garments empfängt. Er hört also von der Waschung, der Salbung, dem Neuen Namen und dem Endowment, von denen er vorher noch keine Kenntnis hatte, und wird ermahnt, seine Garments ständig zu tragen, sie nicht öffentlich zu zeigen, sie nicht auf den Fußboden zu werfen usw. Der Tempelarbeiter beruhigt vorsorglich, dass alle folgenden Zeremonien vielleicht ungewohnt aber nicht entwürdigend sein werden.

Anschließend wird der Verordnungsempfänger mit einer Art Poncho aus sehr leichtem Stoff in den Umkleideraum geschickt, wo er sich aller Kleidung entledigt und den Poncho überzieht, der etwa bis zu den Knien reicht und an der Seite offen ist. Damit geht er in einen kleinen Raum - den Waschungsraum.
Die Waschung Ein Tempelarbeiter nimmt eine rituelle Waschung vor, indem er seine Hand in ein Gefäß mit Wasser taucht und dann die betreffende Stelle des Körpers durch Berührung mit der Hand benetzt. Dabei benutzt er folgende Worte: „ Bruder/Schwester [Name des Empfängers], mit Vollmacht wasche ich dich, damit du rein sein mögest vom Blut und den Sünden dieser Generation. Ich wasche deinen Kopf, damit dein Verstand klar arbeiten und schnelle Wahrnehmung haben möge; deine Augen, damit sie deutlich sehen und die Dinge Gottes erkennen mögen; deine Ohren, damit sie das Wort des Herrn hören mögen; deinen Mund und deine Lippen, damit sie nicht arglistig sprechen; deine Arme, damit sie das Schwert zur Verteidigung von Wahrheit und Tugend führen mögen; deine Brust und Eingeweide, damit ihre Funktion gestärkt sein mögen; deine Lenden und Hüften, damit du fruchtbar sein mögest in der Verbreitung des göttlichen Samens; deine Beine und Füße, damit du rennen und nicht müde, laufen und nicht schwach werden mögest.“ Dann wird man mit einem Handtuch zu Vorbereitung der nächsten Zeremonie abgetrocknet. Die Salbung Ein weiterer Tempelarbeiter nimmt die rituelle Salbung vor. Der Vorgang ist der gleiche wie bei der Waschung, nur dass jetzt statt des Wassers Olivenöl verwendet wird. Der Text wird dahingehend angepasst, bleibt ansonsten jedoch unverändert.

Nach diesen Vorverordnungen darf der Endowmentempfänger seine Garments anlegen, wobei er aufgefordert wird, sie von nun an für immer zu tragen, und wird zum Umkleiden entlassen. Quelle: "http://www.mormonentum.de/kirchen/hlt/tempel/vorverordnungen.html"

Hört sich nicht nach "Absurdistan" an, sondern nach etwas, was in deinen Tempeln geschieht.
#9
(29-06-2015, 13:02)Ulan schrieb: 2. Teile des Rituals waren in oeffentliche Kritik geraten. Wenn fuer die Zeremonie dieses Poncho-aehnliche, an den Seiten offene Dings angelegt wurde, so waren die Leute darunter bis vor einiger Zeit nackt. Bei der Segnung werden auch einige Kraftpunkte gesegnet, was sich auch auf die Geschlechtsorgane bezieht. Normalerweise wurde da wohl ein gewisser Abstand gehalten, aber allein die nicht enden wollenden Geruechte, dass so Mancher bei der Segnung herzhaft zugreift, wurden fuer die Kirche untragbar. Das hatte dann Konsequenzen.

Übrigends, hier ist der einzige Ort, wo Frauen im Mormonismus erlaubt wird, priesterlich tätig zu sein, wenn sie andere Frauen waschen und salben.
#10
(29-06-2015, 13:14)Berliner schrieb: Dieses "Poncho-aehnliche ... Dings" ist eine Priestertums-Robe. Sie wird genauso getragen wie ein Talar, nämlich mit Kleidung darunter.

Heute ja. Das ist eine der relativ neuen Reformen, aus genannten Gruenden.
#11
Sorry, ich habe Dein ponchoähniches Dings verwechselt und meinen Text gerade erst korrigiert.
Der Friede fängt in dir an
#12
(29-06-2015, 13:32)Berliner schrieb: Sorry, ich habe Dein ponchoähniches Dings verwechselt und meinen Text gerade erst korrigiert.

Toll, dass du auch mal fehler machst, und diese zugeben kannst.
#13
(29-06-2015, 13:34)Jutta schrieb: Toll, dass du auch mal fehler machst, und diese zugeben kannst.
Ich kann das. Und Du?
Der Friede fängt in dir an
#14
Im Übrigen gehören Tempelverordnungen in den Tempel und nicht in das Internet.
Der Friede fängt in dir an
#15
(29-06-2015, 13:14)Berliner schrieb: Der Tempel ist absolut kein Freudenhaus.

Das war auch nicht impliziert. Allerdings gab es immer wieder Berichte, dass einige Mitarbeiter Grenzen ueberschritten. Ob die stimmen oder nicht ist dabei zweitrangig; die Kirche reagierte jedenfalls darauf.

(29-06-2015, 13:14)Berliner schrieb: Der Tempel ist kein Ort von Geheimnissen...
(29-06-2015, 13:38)Berliner schrieb: Im Übrigen gehören Tempelverordnungen in den Tempel und nicht in das Internet.

Was denn nun? Wenn Mormonen nicht ueber das Geschehen dort reden duerfen, ist das kein Geheimnis? Jetzt mal abgesehen davon, dass es heutzutage ein mehr oder weniger offenes Geheimnis ist, da sich nicht jeder an die Verbote haelt.


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