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Fragen an die Atheisten
#1
Ich weiß, dass in diesem Forum etliche von Euch vom Atheismus überzeugt sind.

Was hat Euch zu der atheistischen Denkweise gebracht?

Wie müsste Eurer Meinung nach eine Religion sein, damit man ihr mit Respekt begegnen könnte?
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#2
Ich würde mich nicht direkt als Atheisten bezeichnen, sondern eher als eine Art Agnostiker. Als kleines Kind habe ich jedoch alles, was in der Bibel stand, wörtlich geglaubt.
Was mich zum Grübeln brachte, war:
- dass es viele Menschen gab, die das nicht taten, aber trotzdem anständige Menschen waren
- die Theodizee
- die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse (wie bzgl. der Evolution), die der Bibel widersprachen
- die Drohungen mit der Hölle. Das Christentum (auch Jesus selbst) baute jahrhundertelang auf die Angst der Menschen vor einem Jenseits mit grausamsten Leiden, und manche Kreise tun das heute noch
- dass dem biblischen Gott trotz angeblicher Allwissenheit und Güte jedes psychologische Verständnis zu fehlen scheint
- dass man laut Bibel bedingungslos glauben soll und keinesfalls Fragen stellen oder gar zweifeln darf
- usw.

Wie eine Religion sein müsste, damit ich ihr mit Respekt begegnen könnte?
In einer solchen Religion müssten vor allem die Menschenrechte geachtet werden; sowohl die der Gläubigen als auch die der Nicht-Gläubigen. Und zwar nicht nur durch deren menschlichen Vertreter, sondern auch durch ihre Götter bzw. Mythologie.
Bisher habe ich eine solche Religion noch nirgendwo entdeckt.
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#3
Achja, diese Begriffe Icon_cheesygrin Ich bin wohl tatsächlich ziemlich atheistisch. Wobei ich den Agnostizismus für das langfristige Ziel halte. Eigentlich wäre das meiner Meinung nach der vernünftigste Glaube, und auch der menschlichste. Agnostiker (zumindest wenn wir nicht von solchen reden, die einfach nur mit den Schultern zucken) haben meinen Respekt. Ich seh allerdings im Moment kaum Möglichkeiten für mich, bspw. den theistischen Glauben nicht nur anzuzweifeln, sondern tatsächlich abzulehnen. Und je öfter ich mit skeptischem Blick in eine Kirche schaue und einem Gottesdienst beiwohne, desto mehr werde ich darin bestärkt.

Ich schätze, ich habe ein prinzipielles Problem mit der Gottesidee. Das fängt nämlich schon bei der Schöpfung an, deren Motivation ich gerne hinterfragen würde. Mir fällt einfach kein Grund für Gott ein, "alles" zu erschaffen, der uns nicht entweder bedroht oder vollkommen degradiert, zu nicht mehr als einer Ameisenfarm, der ihr Besitzer beim Aufbauen und Sterben zusieht.

Außerdem hab ich ein Problem mit der Idee von einem behütenden Gott. Zentraler Gedanke meiner Kindheit war: Ja, vor was bewahrt er mich eigentlich? Meine Gebete werden ignoriert, überall auf der Welt geschieht unfassbares Leid. Wenn er mich davor nicht bewahrt, vor was denn dann? Das war wohl mein frühestes Zweifeln.

Was mich später bestärkt hat, war, dass die meisten Gläubigen ihre eigene Religion nicht kennen. Ich war auf einem katholischen Kindergarten, einer katholischen Grundschule, einem katholischen Gymnasium und hab dann Abi in katholischer Religion gemacht. Und an allen Ecken gab es diese Momente, wo man förmlich zusehen konnte, dass meine Lehrer und manchmal auch Mitschüler aufhören mussten, darüber nachzudenken, was wir besprochen oder gelesen hatten, weil sie sonst ihren Glauben hätten korrigieren müssen. Es gibt 245 Dogmen, die alle geglaubt werden müssen, um Teil der Kirche zu sein - es ist nicht so, dass die Kirche jemanden exkommuniziert, wenn sie herausfindet, dass er ein einzelnes Dogma ablehnt, sondern dass dieser Gläubiger per Definition nicht Teil der Kirche ist (selbst wenn er es vielleicht denkt). Ehrlicherweise müssten die Mitgliederzahlen weltweit sehr nach unten korrigiert werden. Denn wer glaubt schon, dass Maria vor, in und nach der Geburt von Jesus Jungfrau war? (Medizinisches Wunder lässt grüßen.)

Wenn ich heute in die Kirche gehe, ist mir das ganze nur noch befremdlich. Sprüche murmelnde Massen, die einen toten Körper am Kreuz anbeten und tatsächlich behaupten das Blut ihres Erlösers zu trinken und sein Fleisch zu essen. Man muss schon zugeben, dass diese Außenperspektive recht schräg ist. Stellt euch mal vor, wir würden (ohne Kenntnis des Christentums) so einen Kult im Regelwald vorfinden...

Und natürlich kann man glauben ohne Kirche. Wobei sich mir dann die Frage stellt, woher dann die Gewissheit (oder auch nur die Ahnung) kommen soll, dass es einen Gott oder etwas ähnliches gibt. Denn bei mir hat er sich noch nicht vorgestellt. Und ich vermisse auch nichts. Ich ziehe meine Faszination vom Leben ernsthaft aus meinem Atheismus. Hab noch nie verstanden, wie man daraus nur Sinnlosigkeit und Leere ableiten konnte. Legt euch mal in eine Blumenwiese, starrt in den Himmel und denkt euch: Nichts davon ist selbstverständlich! Das empfinde ich als eine ganz wunderbare und wertvolle Tatsache.
Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen. (Friedrich Nietzsche)
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#4
Ich würde mich selbst nicht als Atheisten bezeichnen, aber auch nicht als Agnostiker.
Eher in Richtung Pantheisten.

Was hat mich dazu gebracht.
Zuerst mal waren es die aufsässigen Moralapostel aus meinem persönlichen Umfeld, die mir meine schon frühen Zweifel an einem persönlichen Gott immer ziemlich gehässig als perönlichen Qualitätsmangel anlasten wollten.

Mir ist da schon als Bub aufgefallen, dass besonders religiöse Menschen die Wirklichkeit immer nur gerne nach Werten bemaßen, in denen sie sich im eigenen Wert als besonders wertvoll wieder spiegeln wollten. Was natürlich immer zu schweren Konflikten führte, wenn man die Zusammenhänge mal aus einer anderen Perspektive diskutieren wollte. Einfach weil sie sich dann immer selbst angegriffen und herab gesetzt fühlten.

Gott musste also etwas sein, dass des Menschen Egozentrik ganz besonders gut bedient. Dazu kam noch erschwerend, dass diese Menschen um sich darauf im Selbstwert vorteilhaft zu bewerten, immer negative Referenzwerte projizieren müssen und damit natürlich viele sensible und intelligente Menschen in ihrem Umfeld, die noch nicht gefestigt sind, zum verzweifeln bringen können. Mit oft schweren schicksalhaften Konsequenzen für die Betroffenen, die sich immer schlecht und schuldig fühlen müssen, damit es den einen erst so richtig gut geht. Icon_wink
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
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#5
Strengen Atheismus, der prinzipiell jedwede Möglichkeit einer transzendenten Macht ablehnt halte ich für ebenso dogmatisch wie religiösen Glauben. Denn auch er gibt eine letzte Antwort auf eine Frage die eine solche nicht endgültig haben kann.
Wir können nur Aussagen über Dinge machen die wir zum einen kennen (die also irgendwie in Bezug zu uns stehen) und über die wir etwas wissen.
Und das ist auch der Grund für mich, nicht gläubig zu sein.
Gottesbilder der einzelnen Religionen mögen zwar existieren, sie halten einer rationalen Prüfung allerdings nicht stand. Und ich sehe für mich keinen Grund, gerade bei den wichtigsten Fragen im Leben (Moral, Sinn, Stellung des Menschen in der Welt...) auf eine logische "Beweisführung" zu verzichten.
Damit möchte ich gar nicht unbedingt sagen, dass Glauben nicht vieleicht sogar hilfreich für einzelne Menschen oder Gemeinschaften sein kann. Es fehlt allerdings die Gewissheit, und mir persönlich ist das zu wenig.
Von daher bin ich nicht gläubig, gehe allerdings auch nicht so weit zu behaupten, ich wüsste das es prinzipiell keine transzendente Macht gäbe. Denn auch dies wäre wieder eine Behauptung ohne Beweis.
Da allerdings nichts auf einen Gott hindeutet (und schon gar nichts darauf, dass dieser uns vorschreibt wie wir zu leben haben) versuche ich meine Antworten auf die Fragen im Leben im Irdischen zu suchen.
Also ein recht pragmatischer Ansatz meinerseits... Icon_razz

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#6
(07-05-2014, 10:23)Keksdose schrieb: Wenn ich heute in die Kirche gehe, ist mir das ganze nur noch befremdlich.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich Kirchen als kulturelle Bauten eigentlich sehr gerne besuche. Und auch Veranstalltungen (nicht unbedingt Gottesdienste) können in Kirchen einen sehr hübschen Rahmen haben. Viele Kirchen bieten ja heute ein recht breites "Programm" an, wie Lesungen, Gospelmusik, Liedermacher..., die nicht vorrangig christlichen Glauben propagieren.
Aber das findet man, denk ich, wohl eher bei den Protestanten.

(07-05-2014, 10:23)Keksdose schrieb: Sprüche murmelnde Massen, die einen toten Körper am Kreuz anbeten und tatsächlich behaupten das Blut ihres Erlösers zu trinken und sein Fleisch zu essen. Man muss schon zugeben, dass diese Außenperspektive recht schräg ist. Stellt euch mal vor, wir würden (ohne Kenntnis des Christentums) so einen Kult im Regelwald vorfinden...

In der Tat. Derlei wirkt für uns nur deshalb nicht befremdlich, weil wir (auch wenn wir nicht selbst gläubig sind) damit aufgewachsen sind.

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#7
(07-05-2014, 07:02)Silas schrieb: Wie müsste Eurer Meinung nach eine Religion sein, damit man ihr mit Respekt begegnen könnte?

Respekt kann man imho nur Menschen gegenüber aufbringen. Ich mache daher keinen Unterschied ob jemand gläubig ist oder nicht, sondern schaue, wie der Mensch sich in der Praxis verhält.

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#8
(07-05-2014, 13:31)Gundi schrieb: Respekt kann man imho nur Menschen gegenüber aufbringen. Ich mache daher keinen Unterschied ob jemand gläubig ist oder nicht, sondern schaue, wie der Mensch sich in der Praxis verhält.

Zustimmung! Occasion14
Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen. (Friedrich Nietzsche)
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#9
Ich bin "praktischer" Atheist. Wenn man will, kann man es auch Agnostiker nennen, da man die Nichtexistenz eines Gottes nicht beweisen kann, und einen deistischen Ansatz halte ich fuer denkbar. Im Prinzip waren schon meine Eltern recht unreligioes, brachten mich aber dazu, die normale christliche "Laufbahn" mit Kommunion, Firmung usw. einzuschlagen. Sogar Messdiener war ich mal Icon_wink. Allerdings kann ich nicht sagen, dass mich der ganze Zirkus irgendwie spirituell ansprach, wobei das auch fuer meine Umgebung, einschliesslich des Pfarrers galt. Der Glaube wirkte auf mich tot, unzeitgemaess. Einen Hauch von dem, was Glauben eventuell ausmachen kann, bekam ich mal bei einem Besuch in einem Benediktiner-Kloster mit. Manchmal begegnet mir das auch in einzelnen Menschen, wo ihr tiefer Glaube sie zu einer positiven Weltsicht und herzlichem Umgang mit ihren Mitmenschen bringt. In diesen Faellen fuehle ich diesen Menschen gegenueber tiefen Respekt. Das ist Glaube, der sich im Leben und nicht in Besserwisserei ausdrueckt.

Im Prinzip war es also die Hohlheit des Ganzen, das mich zuerst dem Glauben gegenueber skeptisch machte. Der naechste Punkt war die Beschaeftigung mit anderen Religionen. Vor allem Buddhismus und Hinduismus haben mich an der Existenz des "wahren" Glaubens zweifeln lassen. Da sind Menschen, die genau so inbruenstig an etwas vollkommen Anderes glauben, als die Christen, und sie sind genau so von der Wahrheit ihres Glaubens ueberzeugt, wie die Christen. Was mich dann zu der Frage brachte: Was ist diese Wahrheit denn, auf der der Glaube beruht?

Das hat mich aber immer noch nicht zu tieferem Nachforschen gebracht. Der Ausloeser war meine Zeit in den USA, wo man unter Dauer"beschuss" von Endzeitpredigern, Zeugen Jehovas, Mormonen, Pfingstbewegten, Baptisten, den Gideon-Bruedern und was weiss ich nicht noch allem steht. Auch dass meine besten Freunde darauf bestanden, mich an den Feiertagen mit in die Kirche (lutheranisch in dem Fall) zu schleifen, tat ein Uebriges. So habe ich denn angefangen zu graben, zu schauen, was dahintersteckt. Was ich gefunden habe, waren bekannte Mechanismen, wie Glaubensgemeinschaften entstehen. An so etwas kann ich nicht glauben.

Zur Frage, was mich vom Glauben uberzeugen koennte: Neben dem Banalen, einem wie auch immer gearteten "Beweis", ist da nicht viel. Wenn man das Uebersinnliche vom Glauben abstreift, bleibt der Humanismus uebrig. Und ehrlich gesagt, das einzige, was dann noch fehlt, sind die gemeinsamen Zusammenkuenfte zum Feiern. Und das kann ich auch ohne Glauben; fuer den Rest reicht der Humanismus aus.
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#10
Selber würde ich mich wohl als Agnostischen- Atheisten bezeichnen.
Ein Atheist macht ja eine Aussage darüber was er glaubt und ein Agnostiker darüber was er weiss oder zu wissen glaubt. Diese Begriffe sind meiner Meinung nach durchaus vereinbar.

Ich glaube nicht an einen Schöpfer, lehne also den glauben der Theisten ab. Zudem weiss ich ja bisher nicht ob ein Gott existiert. Das ist übrigens auch einer der Gründe warum ich nicht an einen Gott glaube.

Mein glaube an einen Schöpfer war aber immer schon eher etwas Loses gewesen. Der glaube wurde dort wo ich aufwuchs nicht wirklich gelebt. Man kann wohl sagen dass ich nie wirklich an einen Gott geglaubt habe.

Auch später hat Religion in meinem Leben einfach keine Rolle gespielt.
------
Für mich spielt es keine Rolle was ein Mensch glaubt. Ich begegne der Religion bzw. ihren gläubigen durchaus mit Respekt. Da mache ich es wie mit allen anderen denen ich begegne.
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#11
Ich bin "atheistischer Christ". Mehr dazu hier: KLICK.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#12
(07-05-2014, 07:02)Silas schrieb: Ich weiß, dass in diesem Forum etliche von Euch vom Atheismus überzeugt sind

"überzeugt" trifft auf mich nicht recht zu - keine gottesexistenz anzunehmen ist für mich schlicht das plausibelste

ich bin ein "schwacher atheist" - leugne also nicht die grundsätzliche möglichkeit der existenz eines, vor allem transzendenten, also der erkenntnis nicht zugänglichen, "gottes" ("starker atheismus" - allerdings wäre ein beweis solcher nichtexistenz epistemisch unmöglich), sehe aber keinen anlaß dazu, eine solche existenz anzunehmen. was mich zum praktischen atheisten macht, der eine solche gottesexistenz nicht in seine weltsicht einbaut

(07-05-2014, 07:02)Silas schrieb: Was hat Euch zu der atheistischen Denkweise gebracht?

fehlende evidenz der behaupteten "götter"

(07-05-2014, 07:02)Silas schrieb: Wie müsste Eurer Meinung nach eine Religion sein, damit man ihr mit Respekt begegnen könnte?

tolerant und demütig. nicht davon überzeugt, die alleinige "wahrheit" gepachtet und damit anspruch darauf zu haben, anderen vorschriften zu machen - auch andere ansichten zu akzeptieren und ihnen grundsätzlich gleiche berechtigung zuzusprechen

religion, als privatsache verstanden und praktiziert, stört z.b. niemanden




ich bin übrigens geneigt, davon auszugehen, daß solcher atheismus (ich kann nichts wissen über etwas, das sich mir nicht plausibel zeigt) eigentlich der natürliche grundzustand sein muß, bevor bestimmte prägungen eintreten. die eigentlich frage muß also lauten:

Was hat Euch zu der gläubigen Denkweise gebracht?
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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#13
(07-05-2014, 10:23)Keksdose schrieb: Und natürlich kann man glauben ohne Kirche. Wobei sich mir dann die Frage stellt, woher dann die Gewissheit (oder auch nur die Ahnung) kommen soll, dass es einen Gott oder etwas ähnliches gibt. Denn bei mir hat er sich noch nicht vorgestellt

yup

bei manchen hat er sich anscheinend "vorgestellt", sie sind aus welchem grund auch immer von seiner existenz überzeugt. ich nehme das interessiert und akzeptierend zur kenntnis, aber ich hatte eben kein solches "erlebnis" auf welchem weg der (wohl nonverbalen) kommunikation auch immer

(07-05-2014, 10:23)Keksdose schrieb: Und ich vermisse auch nichts. Ich ziehe meine Faszination vom Leben ernsthaft aus meinem Atheismus. Hab noch nie verstanden, wie man daraus nur Sinnlosigkeit und Leere ableiten konnte. Legt euch mal in eine Blumenwiese, starrt in den Himmel und denkt euch: Nichts davon ist selbstverständlich! Das empfinde ich als eine ganz wunderbare und wertvolle Tatsache.

so ist es

keinen halt in der transzendenz zu haben oder auch nur zu suchen, verursacht mir keinerlei leidensdruck
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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#14
(07-05-2014, 14:42)Ulan schrieb: Allerdings kann ich nicht sagen, dass mich der ganze Zirkus irgendwie spirituell ansprach, wobei das auch fuer meine Umgebung, einschliesslich des Pfarrers galt

ein kernsatz - den ich für mich auch unterschreibe

den spirituellen anspruch habe ich nicht in der kirche, sondern in kirchennahen gruppen beobachtet. den "Hauch von dem, was Glauben eventuell ausmachen kann", habe ich dort durchaus miterlebt - der "spirituelle anspruch" hat sich aber für mich persönlich nicht erfüllt
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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#15
(07-05-2014, 20:07)petronius schrieb:
(07-05-2014, 10:23)Keksdose schrieb: Und natürlich kann man glauben ohne Kirche. Wobei sich mir dann die Frage stellt, woher dann die Gewissheit (oder auch nur die Ahnung) kommen soll, dass es einen Gott oder etwas ähnliches gibt. Denn bei mir hat er sich noch nicht vorgestellt

yup

bei manchen hat er sich anscheinend "vorgestellt", sie sind aus welchem grund auch immer von seiner existenz überzeugt. ich nehme das interessiert und akzeptierend zur kenntnis, aber ich hatte eben kein solches "erlebnis" auf welchem weg der (wohl nonverbalen) kommunikation auch immer

Das find ich eigentlich schon auch interessant - warum glauben Menschen eigentlich? Ich frag das die Menschen aber ganz selten, zumindest im "real life" da draußen außerhalb des Forums, weil ich immer recht schnell den Eindruck bekomme, die Menschen fühlen sich mit dieser Frage an die Wand gestellt. (Ich vermute nämlich, dass es auch viele Gläubige ohne ein solches Erlebnis gibt, die dann, konfrontiert mit der Frage, sich selbst erstmal die Frage stellen müssen, warum sie die Gottesidee für plausibel halten.) Am ehesten bekomme ich dann noch solche Antworten wie: "Ja, irgendwas wird es wohl schon geben."

Vielleicht wär das ja ne Idee für nen eigenen Thread? (Oder wurde bestimmt schon oft diskutiert.) So quasi als Antwortthread. Ich find das ganz interessant, die verschiedenen Glaubensportraits zu lesen Icon_wink
Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen. (Friedrich Nietzsche)
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