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Homoöpathie, quasireligiöser Betrug oder akzeptables Placebovehikel?
Hallo Isabelle,

sorry, ich habe deine Antworten an mich wohl übersehen. Aber interessant, dass der alte Thread wieder aus der Versenkung geholt wurde.

(26-03-2022, 12:13)Isabella66 schrieb: Obwohl ich mich mitlerweile ein bischen mit Homöopathie auskenne, aber eigentlich noch ein Laie bin, aber die Honöopathie als Zusatz zur Allgemeinmedizin bei mir nicht mehr weg zu denken ist, kann ich dieses Schütteln oder Klopfen eines Glases mit homöopathischer Flüssigkeit nur als völlig hirnrissig bezeichnen.

Nun ja, das Schütteln ist nicht weniger "hirnrissig" als der Glaube daran, dass Hochpotenziertes irgend eine Wikrung haben könnte.

(26-03-2022, 12:13)Isabella66 schrieb: Bei mir war es mal so, dass ich mehrere Mittel auf einmal benötigte und meine Homöopathin hat mir gesagt, dass es sehr wichtig ist, die in dem verschließbarem Wasserglas enthaltene Lösung unbedingt 100 mal auf ein Telefonbuch oder ähnliches zu klopfen, so dass sich die Mittel ausreichend miteinander vermischen.

So weit ich informiert bin, geht es beim Schütteln weniger um das Mischen, sondern darum, die Struktur des Wassers zu verändern. Je nach Ausgangssubstanz überträgt sich eine Information auf das Wasser und das macht dann die Wikrung aus.
Das ergibt natürlich überhaupt keinen Sinn, aber so wurde es mir erklärt.

(26-03-2022, 12:13)Isabella66 schrieb: Da ich aber im Grunde genommen ein sehr fauler Mensch bin, habe ich im Geheimen meiner Therapeutin den Vogel gezeigt und mir kein Telefonbuch geholt, worauf ich hätte klopfen können und siehe da, die homäopathischen Mittel, die sehr wohl von mir an die 10 mal geschüttelt wurden, hatten trotzdem die Wirkung, die ich benötigte.

Das zeigt halt, dass an der Homöopathie nichts dran ist. Hätte man dir Zuckerkügelchen gegeben, so wäre der Erfolg genauso eingetreten.

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(26-03-2022, 12:42)Isabella66 schrieb: Mir ist im Lauf der Zeit aufgefallen, dass es mitlerweile viele Allgemeinmediziner gibt, die auch homöopathische Mittel empfehlen.

Ja, erschreckend. Da geht man zu einem studierten Mediziner, in der Hoffnung, nach den aktuellen wissenschaftlichen Standards behandelt zu werden, und dann kommt der mit so einem Hokuspokus. Wäre für mich Grund genug, den Mediziner zu wechseln.
Von mir aus kann ja jeder Homöopathie, Teufelsaustreibung, Heilsteinbehandlung und Chakrentherapien machen lassen, wenn er denn daran glaubt. Aber von einem studierten Mediziner erwarte ich doch seriöseres.
Die Vertreter der Homöopathie freut das natürlich. Wenn sogar der Herr/die Frau Doktor so etwas anbietet, dann muss da doch was dran sein.

(26-03-2022, 12:42)Isabella66 schrieb: Das zu erklären, dazu ist ein Fachmann von Nöten.

Es gibt bei den Anbietern von Homöopathie keine Experten. Die erzählen natürlich, dass das System super kompliziert sei und das nicht jeder Laie verstehen würde. Alles Augenwischerei, da Homöopathie nun mal keine Wikrung über den Placeboeffekt hinaus hat.

(26-03-2022, 12:42)Isabella66 schrieb: Aber soviel ich weiß, ist bei der klassischen Homöopathie es gerade umgekehrt, nämlich da ist in der Regel weniger mehr.

Ja, eine der Unlogiken, auf denen das System beruht.

(26-03-2022, 12:42)Isabella66 schrieb: Ich nehme an, dass dieser Allgemeinmediziner meiner Bekannten davon ausgegangen ist, die Anzahl der täglichen Globuli nach ihrem Körpergewicht zu berechnen und das kann mitunter gerade das Gegenteil bewirken, nämlich keine Besserung, sondern sogar eine Verschlechterung.

Ne, du kannst so viele Globuli schlucken wie du magst, da passiert nichts. Gibt doch immer wieder mal Leute, die absichtlich extreme Überdosen von Globuli nehmen um zu zeigen, dass es keinerlei Auswirkungen hat.

(26-03-2022, 12:42)Isabella66 schrieb: So ein verantwortungsloser Mensch, der sich nur am Rande auskennt, sollte auf gar keinen Fall auf Menschen los gelasen werden.

Studien zeigen keine Wikrung der Homöopathie über den Placeboeffekt hinaus. Da sie quasi keinen Wirkstoff enthalten, wirken sie auch nicht im Körper. Homöopathie stellt somit keine Gefahr für die physische Gesundheit dar. Nur deshalb ist es wohl auch erlaubt, dass auch Nichtmediziner die Dinger verschreiben dürfen.

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(25-03-2022, 21:32)Ulan schrieb: Der Erwerb der homoeopathischen Weiterbildung ist fuer einen Arzt also eine finanziell lukrative Entscheidung.

Ganz aktuell: Die Zusatzbezeichnung Homöopathie wird aus der (Muster-)Weiterbildungsordnung für Ärzte gestrichen.
*https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/134597/Zusatzbezeichnung-Homoeopathie-soll-aus-MWBO-gestrichen-werden

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Ah, okay. Solange die Extra-Verguetung auch gestrichen wird, erledigt sich das Problem hoffentlich bald von alleine. Homoeopathische Beratungsgespraeche wurden (ich erinnere mich nicht mehr genau und habe gerade keine Lust zu suchen) sieben- oder neunfach so hoch bezahlt wie ein normales aerztliches Beratungsgespraech; das war es letztlich, warum so viele Aerzte diese Zusatzbezeichnung haben wollten.
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(06-06-2022, 19:50)Gundi schrieb: Da geht man zu einem studierten Mediziner, in der Hoffnung, nach den aktuellen wissenschaftlichen Standards behandelt zu werden, und dann kommt der mit so einem Hokuspokus.


Weil's einträglicher ist. Da bist gutzahlender Privatpatient - und der Mediziner steht da außerhalb des Schußfeldes der kritisch prüfenden Krankenkassa.
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Die meisten GKV in D übernehmen homöopathie. Nix Privatpatient.

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(06-06-2022, 22:54)Gundi schrieb: Die meisten GKV in D übernehmen homöopathie. Nix Privatpatient.

Ja - den Schnuppertermin zahlen sie. Aber der Mediziner sagt dir gleich, dass er bei einer allfälligen Therapie dann mehr will

Wir kennen schon diese Schmähs !

Genauso wie die "kostenlose Erstberatung" beim Anwalt. Reine Geschäftsanbahnung.

Im Süddeutschen Raum sagt man Gimpelfang
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