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Ein interessanter Gedanke von Doris Dörries zum Thema...
#1
In einem Interview mit dem Vegetarierbund sagte Doris Dörries:

"Das fasziniert mich am Zen-Buddhismus:

keine Konzepte zu haben und erst mal Dinge möglich zu machen, sich zu öffnen, und nicht die Dinge zu separieren in: die Küche und der Tempel, das Heilige und das Profane."

Quelle: vebu.de/menschen/interviews/312-wie-man-sein-leben-kocht

Vielleicht kann das auch ein wenig zur Klärung so mancher anderer Diskussion im Forum beitragen.

Gruss

DE
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#2
Ein Pir aus meiner Sufilinie hat mal gesagt: "Gott ist auch im Klo"
Das sagt für mich im Prinzip das selbe aus wie dieses Zitat.

Meine Hochachtung vor allen die es auch nur einigermaßen schaffen danach zu Leben.
As Salamu Aleikhum
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#3
(15-07-2010, 10:06)zahira schrieb: Ein Pir aus meiner Sufilinie hat mal gesagt: "Gott ist auch im Klo"

Eusa_dance

Das gefällt mir...
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#4
(15-07-2010, 10:06)zahira schrieb: Ein Pir aus meiner Sufilinie hat mal gesagt: "Gott ist auch im Klo"
Das sagt für mich im Prinzip das selbe aus wie dieses Zitat.

Meine Hochachtung vor allen die es auch nur einigermaßen schaffen danach zu Leben.

wie lebt man denn nach so was?
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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#5
Lieber Petronius,
indem man den göttlichen Aspekt nicht nur in den wohlriechenden, schönen "heilewelt" Dingen sieht, sondern auch in einer funktionierenden Verdauung, dem zerknitterten Gesicht morgens frisch nach dem Aufstehen im Spiegel, im Morgenmuffel, dem nervigen Sprössling, dem launischen Kollegen etc. Und auch indem man seine Handlungen nicht trennt in Heilige Handlungen und Alltagshandlungen. Indem man auch im Kloputzen, Fensterputzen, Bügeln, dem Arbeitsplatz eine Art von Dienst an den Mitmenschen und dadurch eine Art Gottesdienst betrachtet, nicht nur Gebet, den Besuch der Kirche, des Gottesdienstes, oder irgendwelche Ehrenamtliche Jobs.
Verstehst du was ich meine?
As Salamu Aleikhum
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#6
(15-07-2010, 19:05)zahira schrieb: Lieber Petronius,
indem man den göttlichen Aspekt nicht nur in den wohlriechenden, schönen "heilewelt" Dingen sieht, sondern auch in einer funktionierenden Verdauung, dem zerknitterten Gesicht morgens frisch nach dem Aufstehen im Spiegel, im Morgenmuffel, dem nervigen Sprössling, dem launischen Kollegen etc. Und auch indem man seine Handlungen nicht trennt in Heilige Handlungen und Alltagshandlungen. Indem man auch im Kloputzen, Fensterputzen, Bügeln, dem Arbeitsplatz eine Art von Dienst an den Mitmenschen und dadurch eine Art Gottesdienst betrachtet, nicht nur Gebet, den Besuch der Kirche, des Gottesdienstes, oder irgendwelche Ehrenamtliche Jobs.
Verstehst du was ich meine?

ich denke schon. eine art pantheistischer ansatz, obwohl das jetzt vielleicht auch nicht wirklich das trifft, was du meinst

ich erinnere mich nur, mal (nicht von dir) heftigst geprügelt worden zu sein für die bemerkung, daß, wer will, natürlich auch in jedem hundehaufen die manifestation gottes sehen kann...

...und habe deshalb noch mal nachgefragt
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#7
In dem Artikel, den ich gelesen habe, kommt im Grunde etwas anderes zum Tragen, was sich etwas weniger platt anhört, als "die Manifestation Gottes in einem Hundehaufen" oder "Gott ist auch auf dem Klo".

Bei näherem Hinsehen geht es um Lebenskunst; sei es beim Kochen (eingangs hingewiesener Artikel von Der-Einsiedler), sei es bei der Bewältigung irgendwelcher Aufgaben im Leben, wozu meinetwegen auch die Reinigung vom Hundekot gehört. Es geht darum, der gerade verrichteten Tätigkeit Aufmerksamkeit, ja Interesse, angedeihen zu lassen, wie man dies von einem Künstler seinem Werk gegenüber erwarten kann. Wir teilen allzugern unsere Lebenstätigkeiten ein in solche, die wir gern tun und solche, die wir verachten und hassen. Damit verlieren wir einen Teil unserer Zeit, einen Teil unserer Zufriedenheit oder gar Glück.
Natürlich mache ich auch nicht aus allem ein Kunstwerk, und ich hasse gewisse Tätigkeiten (insbesondere die Reinigung von Schuhwerk von Hundekot). Der Artikel und vielleicht auch das, was Zahira geschrieben hat, lässt mich aufhorchen, im Alltag mit Bedacht auch an ganz gewöhnliche Dinge heran zu gehen.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#8
Zu dem Thema der Achtsamkeit im Alltag gibt eine schöne Seite die mit Tich Nhat Than in Zusammenhang steht.
quelle-des-mitgefuehls.de

es gibt unter anderem "Anleitungen" für eben genau das was Ekkard schreibt. Vielleicht findet der Eine oder Andere etwas für sich Anwendbares.
As Salamu Aleikhum
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#9
zahira schrieb:Zu dem Thema der Achtsamkeit im Alltag gibt eine schöne Seite die mit Tich Nhat Than in Zusammenhang steht.
Genannter Autor hat einige sehr interessante Bücher auch in dem Zusammenhang geschrieben. Kann ich aus eigener Erfahrung nur empfehlen. Die CD's von ihm bringen seine Ausführungen in oftmals sehr humoristischer Form zum Ausdruck!

Gruß
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#10
(16-07-2010, 00:05)Ekkard schrieb: Es geht darum, der gerade verrichteten Tätigkeit Aufmerksamkeit, ja Interesse, angedeihen zu lassen

hm... - eigentlich dachte ich, daß es beim zen um genau das gegenteil geht. der berühmte bogenschütze konzentriert sich eben nicht auf die technik des schießens...

(16-07-2010, 00:05)Ekkard schrieb: Der Artikel und vielleicht auch das, was Zahira geschrieben hat, lässt mich aufhorchen, im Alltag mit Bedacht auch an ganz gewöhnliche Dinge heran zu gehen.

das ist sicher sinnvoll. was du auch tust, tu es gut und so, daß du stolz darauf sein kannst
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#11
Lieber Ekkard,

so kann man das interpretieren, ich selbst würde das "Interesse" aber weglassen. Interesse ist für den Zenbuddhismus kein Thema, sondern ausschliesslich Achtsamkeit. Man kann am Kloputzen kein "Interesse" haben, wohl aber diese Tätigkeit achtsam ausüben. Der schon erwähnte Thich Nhat Hanh hat in seinem wirklich lesenswerten Buch "Das Wunder der Achtsamkeit" das wunderschöne Beispiel des SPÜLENS gewählt, und ich muss sagen, dass ich seitdem anders spüle... Icon_wink Nicht "interessiert", aber achtsam(er)...

Lieben Gruss

DE
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#12
(16-07-2010, 23:16)petronius schrieb: hm... - eigentlich dachte ich, daß es beim zen um genau das gegenteil geht. der berühmte bogenschütze konzentriert sich eben nicht auf die technik des schießens...

Es geht nicht um die Technik des Schießens, und auch mehr um Kontemplation als um Konzentration. Er "wird Eins" mit dem Bogen und seine Achtsamkeit ist bei der Handlung und beim Pfeil bis das gewünschten Ziel erreicht ist. Hört nicht auf in dem Moment wo der Pfeil abgeschossen ist.

So wie man beim Spülen der Spülende wird und die Achtsamkeit beim Tun ist bis das Ziel erreicht ist, und man sich erst dann der nächsten Handlung zuwendet.

Das versteh ich persönlich unter Achtsamkeit.
As Salamu Aleikhum
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