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Der Sabbat
#1
Hallo,


Ich muss folgende Aufgabe in meinem Religionsunterricht machen.
Und ich hab ehrlich gesagt nicht die größten Kentnisse übers Judentum, geschweige denn über den Sabbat:

"Nicht das Judetum hat den Sabbat bewahrt, sonder der Sabbat hat das Judentum bewahrt."

Erklären Sie die Aussage auf dem Hintergrund Ihrer Kentnisse zu Gen 1.
Bereiten sie ein Kurzreferat von etwa 2 Minuten vor.

Wäre echt nett wenn mir da jemand helfen könnte.

;D
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#2
Schau mal hier rein, sollte was drinstehn (ist ein Word-Dokument, musst du öffnen):

http://www.zh-kirchenspots.ch/www.zh-kir...SABBAT.doc
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#3
Ich kann da jetzt nicht soviel herausfiltern, Was ich benutzen könnte aber ist schon mal ein teil.
Wenn jemand noch mehr informationen hat :)
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#4
Googel doch mal nach "sabbat juden bewahrt" ^^ da findest du sicher was
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#5
(09-12-2009, 22:23)Romero schrieb: Googel doch mal nach "sabbat juden bewahrt" ^^ da findest du sicher was

Genau das habe ich schon eingeben. Nichts gefunden :(
Nur das was eben gepostet wurde..
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#6
Viel mehr brauchst du doch nicht für ein 2-Min-Referat.

Hallo Freunde

Der Sabbat ist der heilige Tag der Juden und erinnert daran, dass blabla und man besinnt sich drauf blabla, und weil man sich drauf besinnt, vergisst man Gott und seine Gebote nicht, noch mehr bla.

Irgend so? Arbeite mal was aus und schlags vor, dann helfen wir liebend gern.
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#7
Geh auf Bibel-Online.net und gib als Suchbegriff Sabbat ein, da gibt´s jede Menge (78) Bibelstellen die sich auf den Sabat beziehen, da solltest genug finden (und auch noch aus 1. Hand)
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#8
Ja ich muss das aber nicht Sabbat allgemein halten sonder ich soll dieses Zitat erklären. Was sabbat ist, da muss man ja wirklich nur googlen und vorlesen. Aber wegen diese Zitat, daran scheitere ich.
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#9
Soll wohl soviel heißen wie: Das gemeinsame Feiern des Sabbat hat den weltweit verstreuten Juden geholfen, ihre jüdische Identität zu bewahren, sprich, ihre Religion und sie daran gehindert, sich mit den Bevölkerungen in den jeweiligen Aufenthaltsländern zu vermischen durch ständiges daran Erinnern, dass sie ein auserwähltes Volk sind. Als wichtigste regelmäßige Institution sozusagen. Und das über fast 2000 Jahre hinweg.
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#10
Okay das ist doch schon mal was.

Danke :)
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#11
(09-12-2009, 21:59)Henrik749 schrieb: "Nicht das Judentum hat den Sabbat bewahrt, sondern der Sabbat hat das Judentum bewahrt."

Erklären Sie die Aussage auf dem Hintergrund Ihrer Kentnisse zu Gen 1.
Genesis 1, die Schöpfungsgeschichte über 6 Tage, in denen Gott seine Werke geschaffen hat. Am 7. Tage aber ruhte er von allen seinen Werken.

Will man zum Gottesvolk gehören, dann tut man es Gott gleich; man feiert den 7. Tag jeder Woche. Eine Schicksals- und Solidargemeinschaft, ein Volk, ist für das Herdenwesen "Mensch" ein idealer Lebenszuschnitt. Ein allen gemeinsames (rituelles) Verhalten fördert diese Gemeinschaft.

Man muss sich klar machen, dass die Ebenbildlichkeit des Menschen mit Gott, die in Genesis erwähnt wird, das Mitmachen an der Schöpfung bedeutet. D. h. des Menschen Werke sind, wenn sie gute Werke sind, Schöpfungen (wir sprechen ja auch von Kreationen, Kreativität!). Also gibt es noch eine Parallele zu Gottes Wirken.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#12
Der "Sch"(!)abbat ist eben etwas was ein jüdisches, frommes Leben völlig prägt. Die ganze Woche, das ganze Leben ist darauf ausgerichtet, nur unterbrochen durch die Feiertage.

Und der Schabbat ist mit das Ereignis, welches fromme Juden von ihrer Umwelt abgrenzte und immer noch abgrenzt und ein Gemeinsames unter den Juden schafft.

So fällt mir nun auch kein anderes Gebot ein, welches ständig so präsent ist und daran, dafür gearbeitet werden muss. Vieles andere macht man oft unbewusst oder tritt "zu selten" auf.

Zum Zitat: "Nicht das Judetum hat den Sabbat bewahrt"

1. Muss es nicht Juden statt Jude(n)tum heissen? Das Judentum ist nichts aktives, sondern nur ein Sammelbegriff.

2. Juden haben nicht immer den Schabbat bewahrt. Hierzu gibt es die jüdische Lehre, dass wenn alle(!) Juden einmal zwei Schabbatot halten, die kommende Welt (=> Moschiach) beginnt. Einen Schabbat hielten die Juden in der Wüste. Auf den zweiten warten wir seit dem.

"sonder der Sabbat hat das Judentum bewahrt."

Siehe oben.
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#13
Ansonsten ein paar Anmerkungen zu dem Text (Link von Romero):

Natürlich wirkt es bisweilen skurril, wenn man sieht, was strenggläubigen Juden am Sabbat alles verboten ist. Sie dürfen nicht kochen, nicht backen, dürfen kein Feuer entzünden, das Haus nicht verlassen, nicht schreiben... Das macht die Gestaltung dieses ausserordentlichen Tages weiss Gott nicht einfach.Das Haus darf man sehr wohl verlassen und alles andere wurde vorher schon getan, muss also einfach nicht mehr getan werden, es kann geruht werden.

Fragt man allerdings nach den Gründen für das spezielle Verhalten an diesem speziellen Tag, so wird es spannend. Das Hauptkriterium für erlaubte, resp. verbotene Tätigkeiten ist nämlich das wirtschaftlich zweckgerichtete Verhalten.Ich hätte hier nicht "wirtschaftlich", sondern "schaffend" gesagt, da auch vieles verboten ist, was nun wirklich nicht wirtschaftlich ist. So darf auch nichts zerstört werden.

Der Sabbat ist darum alles andere als ein Trauertag. Er ist keine Form von weltabgewandter Askese. Der Sabbat ist ein Freudentag. Am Sabbat soll die Schöpfung gefeiert werden. Darum sind Kerzen, Festmahlzeiten, schöne Kleider, Toralesungen geboten; aber auch Sex ist erlaubt...
Nicht nur erlaubt, sondern geboten. Sex ist Pflicht am Schabbat.

Wer wie Walser die Stunden nicht aus materialistischer Sicht betrachtet, dem erschliessen sich die Stunden als offene Räume, in denen man gar spielen und scherzen kann. Fast gar wie die Juden an ihrem heiligen Tag?Den Schabbat aber nun darauf zu reduzieren, bedeutet ihn nicht völlig erfasst zu haben und vieles zu missen, was alles zusammen den Schabbat ausmacht. Er wird eben nicht nur "gehalten" sondern auch "geheiligt". Zwei Aspekte in einem Gebot. Er ist nicht nur eine Ruhepause in der Zeit, sondern eben auch Feiertag.
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#14
Hi :)
so einiges habt Ih ja schon zusammengetragen. Es gibt einen Spruch, juedisch, der ist so formuliert:
"Erst haeltst Du den Sabbath - dann haelt der Sabbath Dich"
das besagt, es ist auch eine Sache der Gewoehnung. Am Sabbath, wenn man das i der Konfession im Allgemeinen so haelt, ist auch der Tag, einander zu besuchen, besonders auch Kranke, aber Kankheit soll dann nicht das Thema sein, sondern gerade das, dem etwas davon abzunehmen "1 / 60" pro Gast werde es leichter, mit Befindlichkeitsstoerungen klarzukommen. Es ist das Durch-Leuchten der Schoepfung, dass sie sehr gut genannt werden konnte, wie sie eigentlich ist, denn die ganze Zeit ist G0TTES Zeit. ER muehte sich die "6 Tage" lang ja auch darum, das koennen wir also in unserm Tagesmass auch tun. Wie Jakob sagte, man weiss doch, wann der Sabbath wieder ist, und kann vorher kochen, putzen, jammern, sorgen, um diesen Tag zur Erfrischung der Lebensselen zu verwenden, nicht nur der eigenen, sondern auch der aller Gaeste, Angehoerigen, des Personals und auch des Haustiers, das einem in der Woche dient.
Das beinhaltet sogar, dass man nicht regelrecht rechnet. Was man macht, wird einfach etwas verspielter gemacht.
Der Sabbath hat auch gern etwas mehr in sich als 24 Std. weil er abends beginnt, wenn die Sonne untergeht, aber erst ab 3 sichtbaren Sternen endet, wenn wirklich Nacht ist.
In einem Ort, wo sonst keine Juden leben, ist es sehr eigenartig, den eignen Sabbath zu erleben, wenn keiner weit und breit den auch hat, da geht man wie ein Tourist durch den eigenen Ort und kriegt etwas Abstand davon und geniesst ihn auf andere Weise.
Manchmal sitzt man dann auch mit ner drolligen Panne da, wenn man sich nicht richtig vorbereitet hatte, denn wir kaufen und verkaufen ja auch nichts am Sabbath.
Trifft man sich mit anderen, ist es auch ein Thema, um lange drueber zu diskutieren, wie man etwas angenehmer gestalten koennte.
Es sind 39 Taetigkeiten, die wir unterlassen, exakt genommen - das ist auch sowas wie ein Gedankensport, damit umzugehn - es gibt schon Erfindungen, die eigens dem Sabbath zuliebe erfunden wurden, z.B.der Sabbath-Elevator, ein Aufzug, der immerzu faehrt und jede Etage kurz anhaelt, von sich aus - ob da auch mal ein Jude zusteigt, waere nicht relevant - es waere anders, wenn der extra ein Gefaehrt fuer sich zu fahren aktivierte
- oder die Grubenlampe fuer Bergleute, die ohne einen Funken zu erzeugen angeht - das wurde ein Sicherheitselement fuer viele - aber erfunden hat sie ein Rabbiner, der eigens Ingenieurwesen studierte, um dem Geheimnis drauf zu kommen, wobei alles Funken entstehn und wie sie zu vermeiden waeren, denn "wir machen keine neuen Feuer an am Sabbath"
- der rabbinische Gedankenganz dazu ist aber fuer Nicht-Praktiker ziemlich kompliziert
Auch gehoert zum Sabbath, dass es das beste Essen der Woche geben sollte und zwar 3 Mahlzeiten, und wenn moeglich mit aermeren Gaesten dazu damit die auch ein kleines Fest haben

Wir nennen den Sabbath eine "Prinzessin" und "Braut" und begruessen ihn in der Gemeinde mit ganz alten hoefischen Gesaengen spanischer Herkunft, wie einen Vereinsgeist, der uns ueberkaeme. Im Zentrum steht seit dem Babylonischen Exil immer auch religioes, in der Hl.Thorah ein Stueck weiter zu verlesen, sodass man pro Jahr einmal die 5 Buecher Moses hoerte und las und ein bisschen mit Kommentaren aus tausenden von Jahren unserer Herkunft durchwuerzte.

- und das alles zusammen macht es auch zu etwas Abgehobenem, verglichen dazu lebte man sonst ziemlich dumpf dem Zufall nach dahin, denk ich manchmal.

Insgesamt kann daher der Sabbath zu etwas werden, was auch Juden sehr zur lieben Gewohnheit werden kann, wenn sie nicht sonderlioch religionsgelehrt leben - man kann ja ein Leben lang ploetzlich wieder Sehnsucht danach bekommen, innerlich wieder umkehren und ihn wieder aufnehmen.
mfG WiT
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