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Ist Buddismus das Gegenteil vom Christentum oder dasselbe?
#31
@Anna
Unabhängig davon, wie Du einen "Gott-Vater" siehst und ohne eine nachträgliche Interpretation durch eine christl. Glaubensgemeinschaft heranzuziehen, Jesu Aussage (bei Bedarf liefere ich die Zitatstelle gerne nach), daß niemand zum Vater kommt außer über ihn, läßt über die verstandene Gotteseinheit nicht allzuviel Spielraum. Diese Sichtweise widerspricht einer buddhistischen aber doch ganz klar. Mein Hinweis zur Erlangung des "Heils" über die Selbsterkenntnis war auch lediglich als Hinweis gedacht, daß hier von keiner Gnade als Voraussetzung die Rede ist.

Daß die "Selbstbespiegelung" ein Problem darstellt, ist völlig klar. Dennoch sind die empfohlenen Wege zu einer "Heilsfindung" völlig unterschiedlich. Als Christ kannst Du Dich auf etwas göttliches, was über Dir steht, berufen, auch diese Einstellung fällt im Grunde genommen in der buddhistischen Lebensweise weg. Mit diesem Mehr an Selbstverantwortung hatte ich zu meinen Zeiten buddh. Lebenseinstellung eine Menge Probleme. - Jesus zieht das (An)Beten zu Gott bewußt in seine Lehre ein und zwar demonstrativ zielgerichtet, auch das wirst Du im buddh. vergeblich suchen...

Gruß
#32
Mammon oder Liebe sagt Jesus in LK 16,13. Wie ist das nun mit Grautönen?
#33
(05-12-2009, 15:12)alwin schrieb: @Anna
Unabhängig davon, wie Du einen "Gott-Vater" siehst und ohne eine nachträgliche Interpretation durch eine christl. Glaubensgemeinschaft heranzuziehen, Jesu Aussage (bei Bedarf liefere ich die Zitatstelle gerne nach),
Ja bitte, welche denn noch?

Zitat:daß niemand zum Vater kommt außer über ihn, läßt über die verstandene Gotteseinheit nicht allzuviel Spielraum.
Über den Inhalt von "Gott-Vater" steht da genau nichts drin

Zitat:Mein Hinweis zur Erlangung des "Heils" über die Selbsterkenntnis war auch lediglich als Hinweis gedacht, daß hier von keiner Gnade als Voraussetzung die Rede ist.
Na das ist ja keine Kunst. Kann man sich etwa bhodi verdienen? Nö, man erwacht einfach. Manche strampeln sich ein Leben ab und sind so verblendet wie vorher, oder gar schlimmer, und bei anderen reicht eine einzige Niederwerfung.
Ist mir vollkommen egal, welches Wort man für dieses Phänomen prägt.

Zitat:Daß die "Selbstbespiegelung" ein Problem darstellt, ist völlig klar. Dennoch sind die empfohlenen Wege zu einer "Heilsfindung" völlig unterschiedlich. Als Christ kannst Du Dich auf etwas göttliches, was über Dir steht, berufen
Ich bin kin Christ. Und wenn ich die Evangelien lesen kann ich mich auf nix berufen, außer auf das, was ich tue und nicht-tue (!) und eh in mir drinnesteckt - also auf die prinzipielle Möglichkeit, Erlösung zu erlangen, ich nenne das "Buddha-Natur" oder "Bedingtes Entstehen, oder einfach "Das Gesetz" oder "Der Mechanismus". Das steht ebensowenig oder -viel "über mir" wie "in mir". Es kann sich eben nicht jeder Christ beliebig auf "Gott" berufen, wie ich mich auf "Buddha-Natur".
Laß uns doch mal auf die praktische Aspekte des Weges zurückkommen.
Ich hab ehrlich gesagt keine Lust mit Schlagworten zu operieren, in denen immer wieder auf dogmatische Auslegungen zurückgegriffen wird.
So wird das einfach nix und deshalb halte ich mich da raus.

Zitat:Jesus zieht das (An)Beten zu Gott bewußt in seine Lehre ein und zwar demonstrativ zielgerichtet, auch das wirst Du im buddh. vergeblich suchen...
Lieber Alvin, es gibt - ich glaube, sogar explizit in Deiner Tradition wird das das stimmungsvolle Verhältnis von "Großem Vertrauen", "Großem Zweifel" und "Großer Entschlossenheit" betont. Schau die mal die letzten Stunden von Jesus an, wie er mit seinem Gott/zu sich spricht. Darin spiegelt sich genau dieses Verhältnis. Und dann guggst Du mal ins Theragatha/Terigatha - was für ne Sammlung an Stoßgebeten :)

_()_
#34
(05-12-2009, 15:57)petra1979 schrieb: Mammon oder Liebe sagt Jesus in LK 16,13.

Jenau, denkst Du denn, das ist beim Buddha anders :) ?

_()_
#35
Ich zitiere hier mal die 4 edlen Warheiten für petra:

# Das Leben im Daseinskreislauf ist letztlich leidvoll.
# Ursachen des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung.
# Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden.
# Zum Erlöschen des Leidens führt der Edle Achtfache Pfad

Punkt 2 deckt sich doch mit der Aussage deines Jesu in LK 16,13
Die gefährlichste Meinung ist die Meinung der Leute, die gar keine eigene Meinung haben
#36
@anna
Das Zitat stammt aus Hoh 14,6.
Zitat:Über den Inhalt von "Gott-Vater" steht da genau nichts drin
Wie sollte denn auch? Wäre Gott für den Menschen beschreibbar, wäre er in diesem Sinne nicht unfaßbar. Durch die Menschwerdung Gott in Jesu (nach christl. Glauben) ist hier ein Bindeglied geschaffen. Gott wird für den Menschen in seiner Ebene erkennbar.

Zitat:ich glaube, sogar explizit in Deiner Tradition wird das das stimmungsvolle Verhältnis von "Großem Vertrauen", "Großem Zweifel" und "Großer Entschlossenheit" betont.
Was verstehst Du unter meiner "Tradition"?

Zitat:Schau die mal die letzten Stunden von Jesus an, wie er mit seinem Gott/zu sich spricht.
Ja, als verzweifelter Mensch. Er war wohl nicht der erste total verzweifelte Mensch auf diesem Planeten. Warum sollte er also das Ideenrad neu erfinden?

Zitat:Laß uns doch mal auf die praktische Aspekte des Weges zurückkommen.
Auf nichts anderes gehe ich bereits voll ein. Für einen Christen ist dieser Gott in jedem Moment seines Lebens ansprechbar.Ob er "ihm" danken will oder eine Fürbitte hat. In der Hast oder in Ruhepausen. Selbst in Gesprächen unter Menschen steht diese Zusage (..wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind...) Daß Christen Gebetshäuser gebaut haben, ist für mich nur unter dem Gedanken eines Zusammenkommens nachvollziehbar. Je nach Masse reicht ein Wohnungszimmer nicht aus.Daß man aber speziell zu einem Dialog mit Gott in ein "Gotteshaus" gehen soll, ist für mich unbegreiflich.

Wenn ich meine Meditation entweder hier in meinem Bürozimmer oder wetterbedingt in der freien Natur abhalte, sehe ich mich ebenfalls auf engste Weise mit Gott verbunden. Erkenntnisse muß ich mir selber erarbeiten, dafür hat Gott mir Verstand und Gefühl gegeben, der Rest gehört zu meinen Hausaufgaben und deren Hilfsmittel.Das aber sehen Christen unterschiedlicher Einstellungen natürlich auch verschieden. Von daher kann eine wirkliche Praxisbeschreiben fast nur eine individuelle Sache sein, auch wenn mir schon klar ist, daß Menschen hier genauso aufs Schubladendenken zurückgreifen wie in anderen Ansichtssachen.

Gruß
#37
@d.n.
Zitat:Punkt 2 deckt sich doch mit der Aussage deines Jesu in LK 16,13
Zwei Aussagen. Was Jesu aussagen angehen, herausgepickt aus einem großen Mosaikbild.Auch Steine zweier verschiedener Häuser können gleich sein, sagt aber nicht zwingend etwas über eine verschiedenartige Funktion aus.

Gruß
#38
Aber inhaltlich kann man doch einen gewissen Konsens erkennen,.. Basis ist, dass das Streben nach Besitz Leid bringt, da man um besitzreicher zu werden, egoistisch handeln muß
Die gefährlichste Meinung ist die Meinung der Leute, die gar keine eigene Meinung haben
#39
Daher ja auch eher als Warnung zu verstehen, unabhängig eines religiösen Ansatzes.

Gruß
#40
(05-12-2009, 15:57)petra1979 schrieb: Mammon oder Liebe sagt Jesus in LK 16,13. Wie ist das nun mit Grautönen?

ich frag mich echt, was du für eine bibel hast

lk16,13

Kein Knecht kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott samt dem Mammon dienen


nix mit "Mammon oder Liebe"

es geht um "gott oder mammon"
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
#41
(05-12-2009, 16:20)anna4 schrieb: ...ich nenne das "Buddha-Natur" oder "Bedingtes Entstehen, oder einfach "Das Gesetz" oder "Der Mechanismus". Das steht ebensowenig oder -viel "über mir" wie "in mir". Es kann sich eben nicht jeder Christ beliebig auf "Gott" berufen, wie ich mich auf "Buddha-Natur"

wieso denn nicht?

denn zumindest deine berufung auf "buddha-natur", welche anscheinend als alles mögliche aufgefaßt werden kann, ist doch höchst beliebig - zumindest so beliebig wie eines christen berufung auf "gott", wenn er argumentativ nicht mehr weiterkommt

schwurbler egal welcher denomination schenken sich da gar nichts
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
#42
(05-12-2009, 18:10)alwin schrieb: @anna Das Zitat stammt aus Joh 14,6.
Ja, weiß ich, ich hatte es ja zitiert.

Zitat:Über den Inhalt von "Gott-Vater" steht da genau nichts drin
Zitat:Wie sollte denn auch? Wäre Gott für den Menschen beschreibbar, wäre er in diesem Sinne nicht unfaßbar. Durch die Menschwerdung Gott in Jesu (nach christl. Glauben) ist hier ein Bindeglied geschaffen. Gott wird für den Menschen in seiner Ebene erkennbar.
Genau wie der Dharmakya im Nimanakaya sichtbar wird.

Zitat:ich glaube, sogar explizit in Deiner Tradition wird das das stimmungsvolle Verhältnis von "Großem Vertrauen", "Großem Zweifel" und "Großer Entschlossenheit" betont.
Zitat: Was verstehst Du unter meiner "Tradition"?.
Wenns nichts anzufangen weißt oder es nicht zu Deiner Tradition gehört, isses ne Verwechslung - dann vergiß es einfach.

Zitat:Schau die mal die letzten Stunden von Jesus an, wie er mit seinem Gott/zu sich spricht.
.
Zitat:Ja, als verzweifelter Mensch.
Ich bitte Dich.

Zitat:Laß uns doch mal auf die praktische Aspekte des Weges zurückkommen.
.
Zitat:Auf nichts anderes gehe ich bereits voll ein. Für einen Christen ...
Bist Du jetzt Christ? Und wenn Du einer bist, wieso sprichst Du für die Christen. Und meinst Du, die Evangelien sind Christen-Eigentum und andere dürfen da nicht drin lesen und zu verstehen suchen?

Zitat:Selbst in Gesprächen unter Menschen steht diese Zusage (..wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind...)
Auch der Dharma kann nicht allein gelebt werden. Überhaupt nichts, was wesentlich zum Menschen gehört.

Zitat:Das aber sehen Christen unterschiedlicher Einstellungen natürlich auch verschieden. Von daher kann eine wirkliche Praxisbeschreiben fast nur eine individuelle Sache sein, auch wenn mir schon klar ist, daß Menschen hier genauso aufs Schubladendenken zurückgreifen wie in anderen Ansichtssachen.
Man kann darüberhinaus mal darüber Gedanken machen, ob in den Evangelien so etwas wie einen 8fachen Pfad durch Jesus gewiesen wird- indem man sie tatsächlich liest und nicht mit seinen vorgefaßten Meinungen, was Christen meinen, zufriedengibt.

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#43
(05-12-2009, 18:41)petronius schrieb:
(05-12-2009, 16:20)anna4 schrieb: ...ich nenne das "Buddha-Natur" oder "Bedingtes Entstehen, oder einfach "Das Gesetz" oder "Der Mechanismus". Das steht ebensowenig oder -viel "über mir" wie "in mir". Es kann sich eben nicht jeder Christ beliebig auf "Gott" berufen, wie ich mich auf "Buddha-Natur"

wieso denn nicht?

Sorry, es sollte heißen "wie ich mich nicht beliebig auf "Buddha-Natur"

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#44
(05-12-2009, 16:21)anna4 schrieb:
(05-12-2009, 15:57)petra1979 schrieb: Mammon oder Liebe sagt Jesus in LK 16,13.

Jenau, denkst Du denn, das ist beim Buddha anders :) ?

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Alles Leben ist Leid. Da steht übringens nicht Ironie oder manches Leben, sondern alles Leben. Das ist eine Feststellung.

Geld oder Liebe ist eine Alternative. Kann jemand den Unterschied zwischen den zwei Sätezen sehen?




Für Atheisten: Gott ist die Liebe.
#45
(05-12-2009, 19:50)petra1979 schrieb: Alles Leben ist Leid. Da steht übringens nicht Ironie oder manches Leben, sondern alles Leben. Das ist eine Feststellung.
Du zitierst falsch - und ohne Zuammenhang. Und das zwurde Dir jetzt 2x erklärt. Das ist auch ne Feststellung.

Zitat:Geld oder Liebe ist eine Alternative. Kann jemand den Unterschied zwischen den zwei Sätezen sehen?
Wollen wir es nicht lieber erst mal mit dem Zusammenhang versuchen:
Wer "Mammon" wählt, wählt Leiden.

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