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Religiöse Grundpositionen im Judentum ?
#31
(23-10-2009, 20:48)Romero schrieb: Aber Petro, du denkst einfach zu hellenistisch... :icon_cheesygrin: Vergiss nicht, in diesem Forum wird einem beim Thema "Judentum" Logik zum Vorwurf gemacht.
Es geht nicht um Logik im Forum, sondern um Diskussion, also ein Gespräch, bei dem sich unterschiedliche Denkweisen artikulieren.

Es ist tatsächlich so, dass das Denken in Mitteleurope "hellenistisch" geprägt ist: Analyse, Logik und Schlussfolgerung. Wenn man so will, gilt das Eine, und dieses schließt alles andere aus - auch bekannt als Lehrsatz.

Anders im Judentum, soweit man religiöse Fragen anspricht - und soweit ich die jüdischen Teilnehmer verstanden habe. (Es soll mich freuen, wenn dies alles von jüdischer Seite erweitert oder präzisiert werden könnte.)

Dort mag das Eine gelten, und etwas Anderes in Erwägung gezogen werden. Wie sagte Jakow so schön: "So gibt es im Judentum zahlreiche Diskussionen und Ansichten darüber, wo und was G'tt überhaupt ist. Alle beziehen sich letztlich dabei wieder auf die Tora, egal ob G'tt nun in den Himmeln wohnt, ausserhalb der Welt exisitert oder diese Welt sein Ausdruck ist, Er in allem und jedem ist. Auch Diskussion darüber ob es G'tt überhaupt gibt, existieren ..."
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#32
Ich habe da eine Frage: Gehört das jüdische "Speisegesetz", die Kaschrut, auch zu den Grundpositionen? Anders gesagt, müssen Juden sich daran halten, gewisse Tiere nicht zu essen, milchiges und fleischiges zu trennen, etc.?
Für die, die nicht wissen, was dieses Speisegesetz ist, http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdisc...isegesetze hier der Link dazu.
Was gschieht mit denen, die sich nicht dran halten?
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#33
(24-10-2009, 05:23)Witch of Hope schrieb: müssen Juden sich daran halten, gewisse Tiere nicht zu essen, milchiges und fleischiges zu trennen, etc.? Was gschieht mit denen, die sich nicht dran halten?
Nix oder fast nix. Bei weitem nicht alle Juden halten sich dran, oder nicht vollständig oder nicht einheitlich im Verständnis ...

Versuchsweise Gemeinschaftsdruck könnte in manchen Gemeinden sein ... oder Hilfsangebote für den Weg ...
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#34
(23-10-2009, 23:10)Ekkard schrieb:
(23-10-2009, 20:48)Romero schrieb: Aber Petro, du denkst einfach zu hellenistisch... :icon_cheesygrin: Vergiss nicht, in diesem Forum wird einem beim Thema "Judentum" Logik zum Vorwurf gemacht.
Es geht nicht um Logik im Forum, sondern um Diskussion, also ein Gespräch, bei dem sich unterschiedliche Denkweisen artikulieren

dagegen hat keiner was

was stört, ist, wenn jemand seine denkweise ständig wieder anders artikuliert, weil er nicht mehr zu dem stehen oder damit konfrontiert werden will, was er gerade noch gesagt hat

(23-10-2009, 23:10)Ekkard schrieb: Wie sagte Jakow so schön: "So gibt es im Judentum zahlreiche Diskussionen und Ansichten darüber, wo und was G'tt überhaupt ist. Alle beziehen sich letztlich dabei wieder auf die Tora, egal ob G'tt nun in den Himmeln wohnt, ausserhalb der Welt exisitert oder diese Welt sein Ausdruck ist, Er in allem und jedem ist. Auch Diskussion darüber ob es G'tt überhaupt gibt, existieren ..."

wenn es denn so sein sollte (was ich allerdings zutiefst bezweifle), daß sich im judentum alles in einem "nichts genaues weiß man nicht" auflöst, dann sehe ich nicht, wie jakow dazu kommt, irgendeine aussage unsererseits über das judentum zurückzuweisen. alles ist doch schließlich möglich, alles mag gültig sein - oder nun etwa doch nicht?

ist es denn dann ein vorrecht der "nicht hellenistisch denkenden" juden, halt einmal das, mal das gegenteil zu behaupten - aber auf jeden fall dem jeweils grade das andere sagenden vorzuhalten, er sei im unrecht?

nein, ekkard - das hat mit "hellenistischem denken" nichts zu tun
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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#35
(24-10-2009, 16:28)petronius schrieb: nein, ekkard - das hat mit "hellenistischem denken" nichts zu tun
Es ist ein Kennzeichen solcher Debatten, dass ein "Sowohl-als-auch" (und vielleicht, situationsbedingt: "Auch wieder nicht") uns nicht passt. Wie du andeutest: Darauf kann man sich nicht verlassen.

Und genau diese Denke meine ich: Situationsbedingte Ansichten sind für uns "schwierig", zumal die Randbedingungen einer langen, vielfältigen Tradition entspringen, die für uns undurchsichtig erscheint.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#36
Es ist aber nicht richtig, dass du dabei unsere Denkweise kritisierst. Du verlangst einerseits, dass wir "Hellenisten" uns gefälligst in die "jüdische Denkweise" eindenken sollen um sie zu verstehen. Wenn wir hingegen fordern, dass der betreffende "jüdisch Denkende" seine Erklärungen auf unsere hellenistischer Denkweise ummünzt, damit wir sie verstehen, schreien du und Jobst laut "Diskriminierung" und/oder "Polemik".

Ich frage ohne Hoffnung auf klare Antwort: Warum erwartest du von uns, dass wir eine fremde Denkweise schnell mal übernehmen und uns ihr anpassen, während die Vertreter anderer Denkweise nicht die geringste Bemühung zeigen müssen, ihre Aussagen unserer Denkweise zum besseren Verständnis anzupassen?
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#37
Dann diskutiere halt einfach unter der Prämisse einer "forumsinternen Freundschaft" und nicht als Feind einer dir fremden Ansicht. (Das gilt zwar für jede und jeden, mich eingeschlossen. Aber du hast die Frage nun mal gestellt.)
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#38
Es geht mir auch gar nicht darum, dass du als Mod. eine andere "Denkweise" abblockst. Aber so war meine Aussage eigentlich gar nicht zu verstehen, ich weiss nicht wie du auf "Feindschaft" kommst. Ich möchte dir aber nicht unterstellen, dass du mir etwas böswillig unterstellen wolltest, das würde nur wieder zu Streit führen.

Ich bitte nur darum, beide gleichermassen zu behandeln. Statt sich aufeinander zu zu bewegen, muss/müsste im Moment die hellenistische Denkweise 100% des Wegs zurücklegen, während sich die semitische ruhig zurücklehnen kann. Ich fordere nicht etwa das Gegenteil dieses Szenarios, sondern ein Treffen in der Mitte des Wegs aufeinander zu. Diese Ansätze würde ich bei dir auch gerne erkennen.
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#39
Ich kann die Forderung nur weiter reichen, an alle eben.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#40
Danke, das ist alles was ich wollte.
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#41
(24-10-2009, 17:57)Ekkard schrieb:
(24-10-2009, 16:28)petronius schrieb: nein, ekkard - das hat mit "hellenistischem denken" nichts zu tun
Es ist ein Kennzeichen solcher Debatten, dass ein "Sowohl-als-auch" (und vielleicht, situationsbedingt: "Auch wieder nicht") uns nicht passt. Wie du andeutest: Darauf kann man sich nicht verlassen.

Und genau diese Denke meine ich: Situationsbedingte Ansichten sind für uns "schwierig", zumal die Randbedingungen einer langen, vielfältigen Tradition entspringen, die für uns undurchsichtig erscheint.

es hat nicht zwangsläufig mit "situationsbedingten Ansichten" zu tun, wenn nach belieben mal das eine, mal das gegenteil behauptet wird

wären dieese aussagen "situationsbedingt", dann müßte zumidest erläutert werden, in welcher situation nun was gelten soll

wenn ich aber z.b. nach jüdischen glauben frage und jemand erzählt mir was vom jüdischen volk (also, daß juden nichts glauben müssen), dann fühle ich mich rein "situationsbedingt" verarscht
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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#42
(23-10-2009, 23:10)Ekkard schrieb: Dort mag das Eine gelten, und etwas Anderes in Erwägung gezogen werden. Wie sagte Jakow so schön: "So gibt es im Judentum zahlreiche Diskussionen und Ansichten darüber [...] Auch Diskussion darüber ob es G'tt überhaupt gibt, existieren ..."
Woraus ja auch gleich fälschlich geschlossen wurde, derjenige würde nicht auf G'tt vertrauen, bzw. nicht darauf, dass Er so existiert, wie in der Tora offbart.
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#43
(24-10-2009, 16:28)petronius schrieb: was stört, ist, wenn jemand seine denkweise ständig wieder anders artikuliert, weil er nicht mehr zu dem stehen oder damit konfrontiert werden will, was er gerade noch gesagt hat
Nichts wird hier korrigiert oder geändert, sondern Du schliesst hier immer falsch, aus den Aussagen von anderen. Und die Klarstellung davon verwirrt dich dann völlig. Sonderbarerweise haben nur zwei Teilnehmer hier immer wieder dieses Problem.
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#44
(24-10-2009, 22:21)petronius schrieb: wenn ich aber z.b. nach jüdischen glauben frage und jemand erzählt mir was vom jüdischen volk (also, daß juden nichts glauben müssen), dann fühle ich mich rein "situationsbedingt" verarscht
Nu, das Problem nach wie vor ist (siehe entsprechende Threads), dass du nach dem "Glauben der Juden" gefragt hast. Und hierzu passt die Antwort.

So sagte ich schon mehrfach, dass wir nichts dafür können, wenn du dich so unklar ausdrückst, dass du ganz andere Dinge fragst, als du eigentlich dabei im Kopf hast.
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#45
(24-10-2009, 05:23)Witch of Hope schrieb: Ich habe da eine Frage: Gehört das jüdische "Speisegesetz", die Kaschrut, auch zu den Grundpositionen? Anders gesagt, müssen Juden sich daran halten, gewisse Tiere nicht zu essen, milchiges und fleischiges zu trennen, etc.?
Das es ein solches Gesetz gibt, ergibt sich aus den anderen Positionen. Aber welches dabei genau, darüber gibt es vielfache Diskussionen. So trennen bspw. Sefardim auch Fisch und Milchig, während Aschkenasim nur Fleisch und Milchig trennen. Ebenso gibt es hier grossen Unterschieden in den verschiedenen Richtungen und privat handhaben viele es dann auch noch ganz anders, als sie müssten.

(24-10-2009, 05:23)Witch of Hope schrieb: Was gschieht mit denen, die sich nicht dran halten?
Worauf bezieht sich diese Frage?
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