Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bedeutung der Tora, des Tanach
#91
(08-09-2009, 10:42)jam schrieb: natürlich tun sie das
was soll es denn sonst beschreiben ,woran denkst du dabei?

es beschreibt eben gar nichts - so wie ja auch ein märchen nichts reales beschreibt
Zitieren
#92
(08-09-2009, 09:53)Romero schrieb: Wo du grad mit der Reihenfolge der Schöpfung kommst, jam, schon gemerkt, dass in Kapitel 1 die Tiere vor dem Menschen erschaffen werden, und in Kapitel 2 umgekehrt?
Wenn man sich hierbei auf schlechte Übersetzungen verlässt.

Dabei ist bei Vers 7 und Vers 19 erst einmal völlig offen, wann dieses geschah und in welcher Abfolge, ganz im Gegensatz zu Kapitel 1 wo die Abfolge angegeben ist.

So sehe ich gerade in der Einheitsübersetzung nach und finde: "Gott, der Herr, formte aus dem Ackerboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und führte sie dem Menschen zu, um zu sehen, wie er sie benennen würde." welche deine Frage bedingt. Nur steht im hebräischen Text hier nichts davon, dass G'tt die Tiere dann formte: "...ויצר יהוה אלהים מן־האדמה כל".

ויצר würde ich hier mit antreiben, bringen usw. übersetzen und nicht mit formen/bilden. Mit dem Erschaffen hat es dann noch weniger zu tun.

Eine bessere Übersetzung wäre hier: "G'tt brachte von der Erde die Tiere des Feldes... nach Adam".
Zitieren
#93
(08-09-2009, 10:42)jam schrieb: natürlich tun sie das
was soll es denn sonst beschreiben ,woran denkst du dabei?
Der erste Bericht beschreibt die Erschaffung der Welt und die Position des Menschen darin. Der zweite Mensch setzt dann die Erzählung alleine mit dem Menschen fort, um seine Aufgabe in der Schöpfung vorzustellen. An sich eine ganz normale Erzähltechnik, nur hier bei der Bibel wird daraus sonst etwas konstruiert.
Zitieren
#94
ja trotzdem ist die erste der Ideal Zustand wie die Schöpfung sein sollte zum beispiel gleichwertigkeit Mann und Frau und Vegetarier usw,
die zweite Geschichtliche muß man erst durchgehen und sie muß erst vollendet werden die Menschen und alles,
die erste kann man vielleicht denke ich als Ziel als Gottes Ruhe oder Neue Welt sehen,so wie Adam Kadmon als Ideal steht.
jam
Zitieren
#95
(08-09-2009, 10:56)petronius schrieb: es beschreibt eben gar nichts - so wie ja auch ein märchen nichts reales beschreibt
Völlig unabhängig davon, ob man diese Erzählung für das Wort G'ttes hält oder für ein Märchen, kann man sich mit der zeitlichen Abfolge, inneren Widersprüchen usw. beschäftigen und ebenso beschreibt auch ein Märchen etwas.
Zitieren
#96
(08-09-2009, 11:06)jam schrieb: ja trotzdem ist die erste der Ideal Zustand wie die Schöpfung sein sollte zum beispiel gleichwertigkeit Mann und Frau und Vegetarier usw.
Ja, zu Beginn war die Welt so erschaffen, dass sie auf diesen Idealzustand zulief, welcher aber auch erst erreicht worden wäre, wenn Adam ganz g'ttgefällig gewesen wäre. So aber macht der Mensch einen Umweg, fiehl erst einmal, die Beziehung der Welt zu ihm änderte sich hierdurch und seit dem ist er mit der Reperatur dieses Fehlers beschäftigt, um dann zum vorgezeichneten Ideal des ersten Berichts wieder anzuschliessen.
Zitieren
#97
(08-09-2009, 11:07)Jakow schrieb:
(08-09-2009, 10:56)petronius schrieb: es beschreibt eben gar nichts - so wie ja auch ein märchen nichts reales beschreibt
Völlig unabhängig davon, ob man diese Erzählung für das Wort G'ttes hält oder für ein Märchen, kann man sich mit der zeitlichen Abfolge, inneren Widersprüchen usw. beschäftigen und ebenso beschreibt auch ein Märchen etwas.

ich sagte doch: nichts reales

denn davon (was sein sollte/was ist) hat ja wieder jam geredet
Zitieren
#98
Mit deinem Beitrag 92 hast du meinen Einwurf entkräftet, sehr interessante Info, danke Jakow. Ich hätte da noch eine Frage bzw. Behauptung, die du vielleicht auch entkräften oder bestätigen kannst.

In den Bibeln der mir zugänglichen Sprachen steht:

"Und der HERR, Gott, gebot dem Menschen und sprach: Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen. Vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse aber, von dem darfst du nicht essen, denn sobald du davon isst, musst du sterben." (Ich habe in 5 verschiedenen deutschsprachigen Bibeln nachgesehen, da steht immer ca. dasselbe)

"And the LORD God commanded the man, saying, Of every tree of the garden thou mayest freely eat:
But of the tree of the knowledge of good and evil, thou shalt not eat of it: for in the day that thou eatest thereof thou shalt surely die. " (in Englisch auch)

"L'Éternel Dieu donna cet ordre à l'homme: Tu pourras manger de tous les arbres du jardin;
mais tu ne mangeras pas de l'arbre de la connaissance du bien et du mal, car le jour où tu en mangeras, tu mourras." (in Französisch auch)


Jetzt würde mich interessieren, wie das auf Hebräisch ausschaut. Muss der Mensch nun wirklich büssen, weil er die Erkenntnis von Gut und Böse erlangt hat, bzw. weil er sich Gottes Wille, dass der Mensch nicht unterscheiden könne zwischen Gut und Böse, widersetzt hat?
Zitieren
#99
(08-09-2009, 11:33)Romero schrieb: Jetzt würde mich interessieren, wie das auf Hebräisch ausschaut.

So:
ויצו י-ה-ו-ה אל-הים על־האדם לאמר מכל עץ־הגן אכל תאכל ומעץ הדעת טוב ורע לא תאכל ממנו כי ביום אכלך ממנו מות תמות
:icon_cheesygrin:

(08-09-2009, 11:33)Romero schrieb: Muss der Mensch nun wirklich büssen, weil er die Erkenntnis von Gut und Böse erlangt hat, bzw. weil er sich Gottes Wille, dass der Mensch nicht unterscheiden könne zwischen Gut und Böse, widersetzt hat?
Das ergibt sich weder aus dem Orginal noch aus einer Übersetzung, sondern ist ja schon Auslegung. Es fällt aber auf, dass ohne eine solche Erkenntnis und Wissen um Gut und Böse, G'tt hier auch nichts gebieten kann. Damit der Mensch hier entscheiden kann, einen freien Willen bei dieser Entscheidung hat und nicht alleine tut, was G'tt befiehlt, bzw. nicht tut, weil es Sein Wille ist. In diesem Sinne hat er diese Erkenntnis schon und weiss um Gut und Böse.

In diesem Sinne wird der Baum nach vielen jüdischen Gelehrten auch nicht so verstanden, dass die Frucht einem diese allgemeine Erkenntnis gibt, sondern dass Adam durch sein Handeln, zur Erkenntnis kommen wird, dass sein Handeln folgen hat. Es wird ihm hier dieses also deutlich vorgesagt. Dadurch dass er dieses Gebot missachtete, er von der Frucht ass, bekam er dann auch die Erkenntnis. Er ass davon, wurde sterblich, starb. Interessant dabei ist für mich auch, dass hier eine Erkenntnis des Gestorbenseins angedeutet wird.

Darum wird die Frucht, der Baum im Judentum auch als normaler Baum angesehen, welcher einfach nur diesem Gebot unterworfen war. Die Erkenntnis lag also nicht im Baum, in der Frucht selber, sondern im Gebot und den Folgen daraus.

Ansonsten verweise ich auf die Analyse dieser Stelle durch Rabb. Hirsch, welche mir leider nicht vorliegt, aber obiges eindeutig aus den Worten usw. ableitete.
Zitieren
(08-09-2009, 14:07)Jakow schrieb:
(08-09-2009, 11:33)Romero schrieb: Jetzt würde mich interessieren, wie das auf Hebräisch ausschaut.

So:
ויצו י-ה-ו-ה אל-הים על־האדם לאמר מכל עץ־הגן אכל תאכל ומעץ הדעת טוב ורע לא תאכל ממנו כי ביום אכלך ממנו מות תמות
:icon_cheesygrin:

:icon_cheesygrin: :icon_cheesygrin: :icon_cheesygrin:

(08-09-2009, 14:07)Jakow schrieb:
(08-09-2009, 11:33)Romero schrieb: Muss der Mensch nun wirklich büssen, weil er die Erkenntnis von Gut und Böse erlangt hat, bzw. weil er sich Gottes Wille, dass der Mensch nicht unterscheiden könne zwischen Gut und Böse, widersetzt hat?

Das ergibt sich weder aus dem Orginal noch aus einer Übersetzung, sondern ist ja schon Auslegung. Es fällt aber auf, dass ohne eine solche Erkenntnis und Wissen um Gut und Böse, G'tt hier auch nichts gebieten kann. Damit der Mensch hier entscheiden kann, einen freien Willen bei dieser Entscheidung hat und nicht alleine tut, was G'tt befiehlt, bzw. nicht tut, weil es Sein Wille ist. In diesem Sinne hat er diese Erkenntnis schon und weiss um Gut und Böse.


Genau das ist der Widerspruch, den ich gemeint habe.

(08-09-2009, 14:07)Jakow schrieb: In diesem Sinne wird der Baum nach vielen jüdischen Gelehrten auch nicht so verstanden, dass die Frucht einem diese allgemeine Erkenntnis gibt, sondern dass Adam durch sein Handeln, zur Erkenntnis kommen wird, dass sein Handeln folgen hat. Es wird ihm hier dieses also deutlich vorgesagt. Dadurch dass er dieses Gebot missachtete, er von der Frucht ass, bekam er dann auch die Erkenntnis. Er ass davon, wurde sterblich, starb. Interessant dabei ist für mich auch, dass hier eine Erkenntnis des Gestorbenseins angedeutet wird.

Darum wird die Frucht, der Baum im Judentum auch als normaler Baum angesehen, welcher einfach nur diesem Gebot unterworfen war. Die Erkenntnis lag also nicht im Baum, in der Frucht selber, sondern im Gebot und den Folgen daraus.

Ansonsten verweise ich auf die Analyse dieser Stelle durch Rabb. Hirsch, welche mir leider nicht vorliegt, aber obiges eindeutig aus den Worten usw. ableitete.

Aha. Interessant Eusa_think Danke für die ausführliche Antwort.
Zitieren


Möglicherweise verwandte Themen…
Thema Verfasser Antworten Ansichten Letzter Beitrag
  [split] PLEASE HELP! Abtreibung? Todesstrafe der Tora Lhiannon 19 19168 29-12-2009, 19:53
Letzter Beitrag: WiTaimre
  Länge der Tora WerWas 4 22838 28-03-2009, 18:33
Letzter Beitrag: WerWas
  Fragen zum Tanach Mustafa 23 18827 15-02-2009, 17:50
Letzter Beitrag: jam

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste