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Beweis für Nichtexistenz Gottes
#31
(21-08-2009, 14:22)humanist schrieb: Diese genetische Veranlagung zur Religiösität ist eben nicht als Empfangsantenne zu verstehen. Die Vorstellung von Gott erzeugt das Gehirn selbst.
Also ich habe mir die Sendung nicht ganz angeschaut, weil mir unklar blieb was die denn mir "Religösität" meinen, das hätten sie doch mal schon anfangs darstellen sollen. Da sind ja ganz unterschiedliche Dinge drin - mindesten a) ein Hang zur Transzendenz - also so etwas wie ein Selbstschutz des Gesamtorganismus vor Vereinseitigung seiner immer nur auf einen bestimmten Zweck gerichteten Denkmaschine - unter vernachlässigung der anderen Aspekt und b) ein Hang zur Gruppenbildung mit nach innen und außen gerichteten Ritualen zur Stärkung des Gemeinschaftssinns - was was völlig anderes ist - aber evolutioär ebenso plausibel wie a).

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#32
Auch wenn mein letzter Beitrag gelöscht wurde (Warum eigentlich? Naja, soviel zur Meinungsfreiheit. Religion muss sich aber Satire gefallen lassen!), möchte ich nochmal was konstruktives zum Thema beitragen.


Der pragmatische Gottesbeweis:
-----------------------------------------------
Gehen wir von einer Wahrscheinlichkeit von 50% aus, dass Gott existiert.
Was sind die Argumente beider Seiten (Atheismus und Glaube) die die Wahrscheinlich auf die jeweilige Seite drücken?

Der Atheismus liefert viele vernünftige und logisch objektive Argumente dagegen.
Beispielsweise Widersprüchlichkeiten wie "Wenn Gott der Schöpfer ist, wer hat dann Gott erschaffen?" (Bruch der Kausalitätskette),
Redundanz eines Gottes in einem wissenschaftlichen Modell des Universums, Leid auf der Welt, fehlende Indizien für die Existenz Gottes,
Beweise für Unvollkommenheit in der Natur und beim Menschen, Baustein des Lebens in Kometenstaub als Hinweis, dass das Leben einst aus dem All auf die Erde kam und last but not least die genetische Veranlagung zur Religiösität mit evolutionärem Zweck.
Natürlich mal ganz abgesehen von der Bibel, welche fairerweise nicht als Gottes Wort betrachtet werden kann und somit aus der Diskussion fällt.
Die Contra-Liste ließe sich noch lange fortführen.

Argumente der Glaubensseite stehen zur Diskussion! Persönliche Gotteserfahrung als Beweis ist unzulässig, da nicht verifizierbar.
-----------------------------------------------

Argumente gegen Gott haben es natürlich schwerer. Für einen Gottesbeweis genügt es, dass sich Gott den Menschen
zweifelsfrei zeigt. Die atheistische Seite kann Gott nie 100-prozentig widerlegen (Beispiel: Das Universum ist eine
Simulation auf einem Computer. Den Programmierer können wir dann nicht bemerken, außer natürlich er zeigt sich uns. Eine unidirektionale Verbindung.),
sondern nur mit vernünftigen Argumenten aufwarten. Argumente für oder gegen Gott sind "nicht quantifizierbar", denn
sie gehören zu solchen Betrachtungsgegenständen, die man nicht in Werte gießen kann. Sie können also nur intuitiv
bewertet werden.

Wohlgemerkt geht es hier nicht um Argumente für oder gegen Glaube oder Religion (!). Da könnte man andere Argumente vorbringen. Es geht nur um Gott.
"What can be asserted without proof can be dismissed without proof." [Christopher Hitchens]
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#33
humanist, ich hab deinen Beitrag in den Witzethread verschoben. Gehört nicht in eine ernsthafte Diskussion.
Gruß
Motte

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#34
Da sich keiner an der Diskussion beteiligen möchte, hier mal Argumente FÜR die Existenz Gottes.

Argumente für die Existenz Gottes

All diese Argumente (eigentlich sind es nur Fragen) sind in meinen Augen schwach - oder zum Teil unhaltbar - und durch die Wissenschaft beantwortbar.
"What can be asserted without proof can be dismissed without proof." [Christopher Hitchens]
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#35
Humanist, ich glaube, Du gehst die Sache falsch an.

Ich versuch Dir mal meine Sichtweise zu erklären, ich bin übrigens Theist und Atheist gleichzeitig, (hä, wie soll das gehn?) das kommt nur darauf an, aus welchem Blickwinkel ich die Sache gerade sehe.

(Um die Sache zu vereinfachen, ich werde hier von einem Gott sprechen, der kein Schöpfergott ist, und der auch nicht per Wunder in das Weltgeschehen eingreift.)

Als Vorbemerkung: wenn wir sprechen, benützen wir Symbole uns zwar immer! Die Fage ist, worauf bezeiehen sich die Symbole und was repräsentieren sie? Ist der Gebrauch dieser Symbole sinnvoll.

Wenn wir von Liebe oder von Schuld sprechen, dann sind das sehr komplexe Symbole, die keine gegenständliche Repräsentaton in der Wirklickheit haben. Kein Mensch kommt auf die Idee zu sagen Liebe oder Schuld existieren nicht, weil es Dinge sind, die nur in unserem Kopf vorkommen.

Liebe ist etwas, das man spürt und das man daran erkennt, dass es das Verhalten von Menschen, manchmal aufs stärkste, beeinflusst. Gott, vor allem dem Gott der Liebe (Jesus), aber auch andere Bhakti-Götter (etwa Krischna) können Menscheen sehr stark verändern. Das ist ein Aspekt der in dem symbolischen Sprechen von Gott, man könnte auch sagen im Gottesbild selbst, steckt.

Es gibt Kulturen, die kenne unseren Begriff von Schuld nicht, weil sie davon ausgehen, dass alles, etwa von den Sternen oder vom Schicksal, vorherbestimmt ist. Wo man nichts an den Dingen ändern kann, weil alle ja doch so kommt, wie es kommen muss, ist Schuld keine sinnvolle Kategorie.

Dass sehr viele Europäer die Kategorie Schuld kennen, ist meines Erachtens ein Erbe des Christentums. Schuld ist nicht nur eine Kategorie, es kann auch ein sehr starkes Gefühl sein.

Eine Funkton des christlichen dreieinigen Gottes ist es, Gebote und damit bestimmte ethische Normen zu setzen. (Ich weiß, das geht auch ohne Gott!) Die Schuld und die Schuldgefühle die ein Vatergott mit Geboten, die man brechen kann, schafft, ist für die Gesellschaft unter Umständen sehr sinvoll, etwa wenn es um ein Tötungsverbot von Menschen geht.

Die Schudgefühle, wenn man sie hat, dagen sind eine persönliche Last, die man gern wieder loskriegen möchte. Das Christentum bietet mit dem Kreuzestod und der Vergebung von Schuld da eine Lösung an. Der Jesus am Kreuz kann tatsächlich von Schuld erlösen, ist also tatsächlich Erlöser.

Ähnlich wie Schuld nichts Universales ist, sind auch gut und böse nichts Universales. Es gibt Kulturen in denen es gut und böse als symbolische Kategorien nicht gibt.

Gut und böse sind auch nur Kategorien im Kopf! Meine Frage an Dich, bevor ich hier weiter argumentiere, bist du der Ansicht, dass es gut und böse gibt? Existieren gut und böse tatsächlich? Gibt es Beweise für ihre Existenz? Wenn nicht, sollen wir diese Wörter dann aus unseren Sprechen und Fühlen eliminieren, weil ihre Existenz wissenschaftlich nicht nachprüfbar und damit nicht gesichert ist?

Ich bin mal gespannt, wie die Diskussion weitergeht.

Viele Grüße

Arandir
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#36
Lass dich von meinen nachfolgenden Ausführungen bitte nicht abschrecken ;)

Zu Symbolen wie Liebe, Schuld und (!) Gottglaube. Diese Dinge existieren.
Einerseits, da sie von jedermann erlebbar sind (das genügt als Beweis);
selbst Atheisten spüren manchmal soetwas wie Spiritualität (ja wirklich).
Ist eine Sache des Trainings - das Gehirn verhält sich ja diesbezüglich wie ein Muskel.
Andererseits, da sie von der Neurowissenschaft identifizierbar sind.
Symbole muss man dafür definieren, damit man weiß was gemeint ist. Logisch.

Dass es Kulturen gibt, die keine Schuld kennen, bezweifle ich.
Es gibt Außnahmen, bei denen der Mangel an Schuld genetisch veranlagt ist (Psycho-Mörder beispielsweise).
Ich gehe überhaupt davon aus, dass Gefühle, ethische Normen etc. größtenteil angeboren sind
und dadurch ein notwendiger Konsens (Regeln) in einer Gesellschaft entsteht. Das ginge auch ohne Religion.
Eben die Menschenrechte, die gegen den Wille der Kirche errungen wurden. Das kann man nicht genug bekräftigen. Der Grund für den Widerstand der Kirche war einfach, dass sie ihr Monopol auf das Gute behalten wollten.
Zu argumentieren, solche Kulturen empfinden kein Schuldgefühl, da sie an Schicksal glauben,
ist zu kurz gedacht. Ich glaube auch an ein deterministisch vorherbestimmtes Universum und lasse trotzdem nicht alles so geschehen, als ob.
Der Mensch gehört mit seiner Einflussnahme genauso zum Determinismus.

Die Vergebung durch Gott halte ich für sehr bedenklich.
Nur die Opfer können einem Täter verzeihen. Macht dies ein Gott (bzw. Beichtvater),
kann dies beim Täter ein falsches Sozialverständnis wecken. Beim nächsten Mal hat er keine Skrupel
sein Opfer zu schädigen, da ihm ja Gott ohnehin vergeben wird.
Hier wird der Zweck von Schuldgefühl ad absurdum geführt.
Bei kleineren Vergehen hat ein Psychologe dieselbe Funktion wie ein Beichtvater!

Gut und Böse sind existent und sind nur Symbole/Definitionen für menschliches Verhalten.
Es existiert jedoch nicht im Sinne von unsichtbarem übernatürlichen "Plasma" (als Manifestation von Gott oder dem Teufel),
wie du andeutest sondern ist ein bestimmter Verhaltensakt.
"What can be asserted without proof can be dismissed without proof." [Christopher Hitchens]
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#37
Lieber Humanist,

ich konnte jetzt versuchen, das eine oder andere was Du geschrieben hast zu widerlegen und Dir in anderen Punkten recht geben - allein, ich glaube, das hätte gar keinen Zweck.

Ich habe den Eindruck, Du willst dich eigentlich gar nicht auf eine andere Sichtweise einlassen, das ist natürlich dein gutes Recht, aber es macht die Diskussion von vornherein vergeblich.

Gruß

Arandir
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#38
Erkläre doch bitte einfach mit simplen Sätzen, was deine Sichtweise ist.
Bzw. worauf du hinaus wolltest.
Für die Diskussion braucht es handfeste, klare Argumente.
Versteh bitte, dass ich mich nicht sehr gut in Theisten hineinversetzen kann.
"What can be asserted without proof can be dismissed without proof." [Christopher Hitchens]
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#39
Hallo Arandir,
wenn ich das recht sehe, bist du neu dazu gekommen. Zunächst also einmal ein herzliches Willkommen!
Ich versuche zu verstehen, wie deine Ausführungen zum Thema (Beweis der Nichtexistenz Gottes) passen bzw., was sie dazu beitragen können.
Ich denke, wir sind uns einig, dass traditionelle Gottesbilder nichts sind, was man beweisen kann. Sie dienen allein der innergemeindlichen Verständigung über den Gegenstand des Glaubens von der heiligsten Frömmigkeit bis zur Verzweiflung an der Religion.

Nun befinden wir uns in einem Forum, das bewusst keine Glaubensgemeinschaft darstellt. Wir haben also einige Verständigungsschwierigkeiten.

Dass unser Gott kein Schöpfergott sein soll, halte ich für eine Verfremdung dessen, was gemeinhin die Gottesvorstellung überhaupt soll. Wir müssen nämlich die ontologische Seite der Schöpfung im Auge behalten: Gott ist letztlich jene Macht, welche die Seinsweise des Menschen wollte und will. Der häufig anzutreffende Umkehrschluss: „dann hat ER auch die physische Welt geschaffen“, muss nicht stimmen.

Die Macht, ein selbst reflektierendes Bewusstsein zu schaffen, kann eine kontingente, d. h. dem Entwicklungsprozess dieser Welt innewohnende Eigenschaft sein. Dies halte ich sogar für sehr wahrscheinlich. Denn unser Bewusstsein hat die gleichen Eigenschaften, wie sie sehr viel größere, aber weniger komplexe Systeme dieser Welt vom Galaxienhaufen bis zur Amöbe aufweisen. Nur dort sind die Informationsströme zumindest lokal weniger schnell und dicht als in unserem Kopf. Die Welt verarbeitet, als System betrachtet, Informationen, die wiederum auf die übrigen Informationsströme und die Welt selbst einwirken.

Unser Gehirn macht nichts anderes und ist nichts als ein kleines, schnelles Modell der großen Informationsverarbeitung der Welt.
Der Schöpfungsprozess besteht darin, der physischen Welt Bewusstsein gegenüber zu stellen.

Wenn ich deine Diskussion der Symbole recht verstehe, dann ist „Gott“ in Analogie zu „Liebe“ oder „Schuld“ ein Sprachsymbol, für das idealtypisch Gute des menschlichen Wesens.
(25-08-2009, 17:40)Arandir schrieb: Eine Funktion des christlichen dreieinigen Gottes ist es, Gebote und damit bestimmte ethische Normen zu setzen. (Ich weiß, das geht auch ohne Gott!) Die Schuld und die Schuldgefühle die ein Vatergott mit Geboten, die man brechen kann, schafft, ist für die Gesellschaft unter Umständen sehr sinnvoll, etwa wenn es um ein Tötungsverbot von Menschen geht.
Diese Funktion ist zweifellos beabsichtigt. Nur aus ihr folgt nicht Gott, sondern allenfalls die Notwendigkeit, gewisse Verhaltensweisen innerhalb der menschlichen Gesellschaft zu steuern. Diese Funktion ist gewiss eine notwendige Eigenschaft Gottes. Wichtiger scheint mir aber die grundsätzliche Rolle im Verhältnis des Individuums zum ganzen System zu sein. Es handelt sich dabei um eine Beziehung. Und bei menschlichen Beziehungen denken wir immer an eine Person insbesondere an eine „juristische Person“ (Beispiele: Firma, Kirche, Staat, Verein, Familie, Schule). Je komplexer diese Beziehungen sind, umso weitläufiger, gewissermaßen „größer“ ist die Person. Solche Personen steuern ganze komplexe Arbeits- oder Verhaltensabläufe.

Diese Art der Personen ist schwer beschreibbar. Jedes Bild, das wir für sie verwenden, greift nur Teilaspekte heraus, sei es das Organigramm, das Foto des Firmensitzes, die Bilanz, das Familienbild, das Zeugnis des jüngsten Sohnes oder das Motto einer Werbeagentur. Nichts von alledem erfasst vollständig, was solche Beziehungsgeflechte ausmacht. Die einzelnen Verknüpfungen sind sogar derart willkürlich, dass man nicht einmal Regeln dafür aufstellen kann. Trotzdem sind die Beziehungen existent. Ihre Wirkung ist an ihrem Output (dem Produkt, dem Zeugnis) messbar vorhanden.

Ich denke, auch unser Selbstbewusstsein ist nichts anderes, als ein solches Beziehungsgeflecht. Ich existiere in exakt der Weise, wie eine hochkomplexe Firma. (Und man sage nicht: eine Firma habe keine Selbstwahrnehmung!

Es ist m. E. einfach eine Sprachregelung, ein Glaube, dass solche Beziehungsgeflechte „Personen“ sind. Wenn es um das ganze Leben und die ganze menschliche Gesellschaft geht, dann benutzen wir das Wortsymbol „Gott“.

Richtig daran ist: einen grauhaarigen, älteren Herren mit Bart, der gewissermaßen den Firmensprecher abgibt, finden wir nirgends – übrigens genauso wenig, wie wir das ICH zwischen den Neuronen finden können.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#40
(26-08-2009, 17:54)humanist schrieb: Erkläre doch bitte einfach mit simplen Sätzen, was deine Sichtweise ist.
Bzw. worauf du hinaus wolltest.
Für die Diskussion braucht es handfeste, klare Argumente.
Versteh bitte, dass ich mich nicht sehr gut in Theisten hineinversetzen kann.

Genau das ist das Problem, du willst argumentieren, es gibt aber Dinge, auf die muss man sich einlassen, wen man sie verstehen will.

Das ist jetzt nicht böse gemeint, aber die Bereitschaft sich auf etwa einzulassen, auch wenn man es nicht sofort völlig intelektuell für 100% getestet hält, das ist das was Dir fehlt.

Das ist dann irgendwie Hopfen und Malz verloren, wenns um Heiliges, Götter oder ähnliches geht.

Ich kann, wie gesagt, beide Sichtweisen völlig nachvollziehen, die atheistische und die theistische. Das Theistische hat einiges mit Mystik zu tu, aber darauf muss man sich eben einlassen. Wenn man das tut, ist das auch logisch und keineswegs hirnlose Spinnerei.

Liebe Grüße

Arandir
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#41
(26-08-2009, 23:19)Ekkard schrieb: Dass unser Gott kein Schöpfergott sein soll, halte ich für eine Verfremdung dessen, was gemeinhin die Gottesvorstellung überhaupt soll. Wir müssen nämlich die ontologische Seite der Schöpfung im Auge behalten: Gott ist letztlich jene Macht, welche die Seinsweise des Menschen wollte und will. Der häufig anzutreffende Umkehrschluss: „dann hat ER auch die physische Welt geschaffen“, muss nicht stimmen.

Hallo Ekkard,

Dein Gott mag ein Schöpfergott sein, keine Frage, aber es gibt eine Menge Gottesbilder und das was ich sage, ist stark von anderen, das heißt vor allem hindusitischen Gottesbilden beeinflusst. Was ich also sage, bezieht sich nicht auf den jüdisch-christlichen Gott, ich hoffe, das ist ok.

(26-08-2009, 23:19)Ekkard schrieb: Wenn ich deine Diskussion der Symbole recht verstehe, dann ist „Gott“ in Analogie zu „Liebe“ oder „Schuld“ ein Sprachsymbol, für das idealtypisch Gute des menschlichen Wesens.

Das kommt einigermaßen hin! Wichtiger für mich persönlich ist, dass Gott eine Konkretisierung von etwas ist, was man vielleicht das Heilige nennen könnte. Etwas über den Einzelnen hinausgehendes, das nicht angetastet werden soll und wenn doch, dann reißt es schnell sehr viel mit, zerstört langfristig die Grundlagen des Lebens.

Dahinter sehe ich ein sehr wichtige Wahrheit. Und diese Wahrheit kann man gefühlsmäßig erfassen, sie aus theoretischen, rationalen Modellen zu erschliesen ist sehr viel schwieriger.

(26-08-2009, 23:19)Ekkard schrieb: Diese Funktion ist zweifellos beabsichtigt. Nur aus ihr folgt nicht Gott, sondern allenfalls die Notwendigkeit, gewisse Verhaltensweisen innerhalb der menschlichen Gesellschaft zu steuern. Diese Funktion ist gewiss eine notwendige Eigenschaft Gottes. Wichtiger scheint mir aber die grundsätzliche Rolle im Verhältnis des Individuums zum ganzen System zu sein. Es handelt sich dabei um eine Beziehung. Und bei menschlichen Beziehungen denken wir immer an eine Person insbesondere an eine „juristische Person“ (Beispiele: Firma, Kirche, Staat, Verein, Familie, Schule). Je komplexer diese Beziehungen sind, umso weitläufiger, gewissermaßen „größer“ ist die Person. Solche Personen steuern ganze komplexe Arbeits- oder Verhaltensabläufe.

Diese Art der Personen ist schwer beschreibbar. Jedes Bild, das wir für sie verwenden, greift nur Teilaspekte heraus, sei es das Organigramm, das Foto des Firmensitzes, die Bilanz, das Familienbild, das Zeugnis des jüngsten Sohnes oder das Motto einer Werbeagentur. Nichts von alledem erfasst vollständig, was solche Beziehungsgeflechte ausmacht. Die einzelnen Verknüpfungen sind sogar derart willkürlich, dass man nicht einmal Regeln dafür aufstellen kann. Trotzdem sind die Beziehungen existent. Ihre Wirkung ist an ihrem Output (dem Produkt, dem Zeugnis) messbar vorhanden.

Ich denke, auch unser Selbstbewusstsein ist nichts anderes, als ein solches Beziehungsgeflecht. Ich existiere in exakt der Weise, wie eine hochkomplexe Firma. (Und man sage nicht: eine Firma habe keine Selbstwahrnehmung!

Es ist m. E. einfach eine Sprachregelung, ein Glaube, dass solche Beziehungsgeflechte „Personen“ sind. Wenn es um das ganze Leben und die ganze menschliche Gesellschaft geht, dann benutzen wir das Wortsymbol „Gott“.

Richtig daran ist: einen grauhaarigen, älteren Herren mit Bart, der gewissermaßen den Firmensprecher abgibt, finden wir nirgends – übrigens genauso wenig, wie wir das ICH zwischen den Neuronen finden können.

Dem was Du hier sagt, kann ich in allen wesentlichen Punkten zustimmen.

Gott, gedacht als Person, ist etwas, das vergleichsweise leicht zu erfassen ist. Schon Kinder denken sehr früh in Beziehungen zu Personen. Was Religion meiner Ansicht oft von Philosophie unterscheidet, ist dass sie auch für einfache Menschen erschließbar sein muss. Vieles ist dabei emotional erschließbar und das ist ganz wichtig.

Gebot und Sünde, Schuld und Vergebung sind sehr emotional besetzt und sollen auch so verstanden werden. Das ist meiner Ansicht nach viel leichter als abstraktes Denken in Modellen ethischen Handelns.
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#42
Gott hat die Meschen geschaffen damit wir alle mit Gott zusammen Spass haben! Aber wir Menschen haben das noch nicht gemerkt und führen lieber Kriege.Kriege in denen es um so belanglose dinge geht wie,:wie heist gott mit 2. Vornamen, oder welche der soundsovielTausend richtigen Methoden Ihn anzubeten ist die ultimativ richtigste!
Ihr müsst Euch das so vorstellen Gott kommt extra für uns Auf die Erde runter um hier ein Fussballspiel zu Pfeifen und Ihr steht 90 Minuten im Mittelkreis und Streitet über die Trikotfarben!
Wenn Ihr also langsam mal mit Euren kindischen Kriegen aufhören könntet; könnten wir zum waren Sinn des Lebens kommen und spass haben!
Ich bin der "ICH BIN", der EUCH ALLE nur alpträumt !
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#43
Roydans, nie sind Kriege wegen religiöser Meinungsverschiedenheiten geführt worden. Immer waren es Kriege um Land, wirtschaftliche Interessen und Macht.
Allerdings eignen sich Religionen bestens dafür, Menschen mit wenig Grips aufzuhetzen.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#44
(28-08-2009, 00:10)Ekkard schrieb: Roydans, nie sind Kriege wegen religiöser Meinungsverschiedenheiten geführt worden. Immer waren es Kriege um Land, wirtschaftliche Interessen und Macht.

Wenn das tatsächlich so wäre, dann müsste man in gleicher Weise konstatieren, dass nie irgend eine menschliche Wohltat "wegen" religiöser Überzeugungen geschehen wäre...

So einfach ist die Sache freilich nicht. Denn was bedeutet in dieser Aussage eigentlich das "wegen" genau...?


(28-08-2009, 00:10)Ekkard schrieb: Allerdings eignen sich Religionen bestens dafür, Menschen mit wenig Grips aufzuhetzen.

Auch diese Aussage versimplifiziert die Zusammenhänge in völlig unzulässiger Weise. Denn nicht nur, dass Religiosität, wenn überhaupt, dann nur ausgesprochen wenig etwas mit dem Grade des Intellektes zu tun hat. Auch die Art und Weise, wie sie das Denken, Urteilen und Handeln der betreffenden Menschen beeinflusst oder wie und in welchem Ausmaß sie für andere Interessen instrumentalisiert werden kann, hängt vor allem von den in den jeweiligen religiösen Lehren vermittelten ethischen bzw. allgemein philosophischen Grundansichten ab. Und da sind die Unterschiede bisweilen ausgesprochen groß...!
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#45
Ich möchte nochmal meinen Beitrag 32 etwas klarer machen.

Die Modallogik ermöglicht es, Aussagen als "möglich" oder "notwendig" zu erachten.
Eine Aussage ist möglich, wenn sie in mindestens einer "möglichen Welt" wahr ist.
Eine Aussage ist notwendig, wenn sie in allen "möglichen Welten" wahr ist.
Eine "mögliche Welt" ist ein Ausdruck für eine vorstellbare Situation.

Beispiele:
"Möglicherweise regnet es".
"Notwendigerweise sind alle Kreise rund".

Soviel zur Theorie.
Betrachten wir nun die Aussage "Gott existiert".
Möglicherweise existiert Gott, da eine Welt vorstellbar ist, in der er existiert.
Nicht notwendigerweise existiert Gott, da Welten vorstellbar sind, in denen er nicht existiert.
"What can be asserted without proof can be dismissed without proof." [Christopher Hitchens]
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