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Was passiert laut Buddhismus nach dem Selbstmord?
#1
Was passiert laut Buddhismus nach dem Selbstmord?, QUELLEN nennen bitte nicht vergessen !!

Gruß
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#2
Im Buddhismus ist ein Suizid unter gewissen Umständen erlaubt -
im Palikanon sind m.W. drei Fälle angeführt, in denen der Buddha
ein Suizid nachträglich rechtfertigte, obwohl es [zumindest damals]
im Hinduismus als schwere Sünde galt.

Im zur gleichen Zeit entstandenen Jainismus ist ein Suizid durch
freiwilliges Verhungern aus religiösen Gründen [das Verweigern von
lebender - d.h. tierischer und pflanzlicher Nahrung] m.W. sogar ein
Zeichen hoher Tugend.
() qilin
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#3
Was soll schon nach dem Selbstmord geschehen? Man ist tot. :shhh:

Bin immer noch meinen Beitrag am suchen... wo ist der denn hin???
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#4
(14-04-2009, 11:46)wecan schrieb: Was passiert laut Buddhismus nach dem Selbstmord?, QUELLEN nennen bitte nicht vergessen !!
Gruß

Leider kann ich jetzt keine Quellen nennen. Ich habe aber einmal bei einer Dokumentation gesehen, dass Selbstmord bei den Samurai im alten Japan nach buddhistischer-shintoistischer Tradition ganz normal war, weil ihnen der Tod wichtiger war als mit Schande und Gesichtsverlust zu leben.
Im Japanischen gibt es unzählige Wörter für Selbstmord: z. B. Seppuku, Harakiri, Kamikaze, Jigai (bei japanischen Frauen) usw.
Nach buddhistisch-shintoistischer Tradition gibt es keinen Unterschied zwischen Leben und Tod. Der Tod war für viele Samurai wichtiger als ihr Leben, um die Familienehre zu retten und weil sie nicht in Schande leben konnten.
Im Buddhismus zählt die Gier nach Leben zur Entstehung des Leidens und ist deshalb schlecht. Das Aufheben dieses Leidens gibt es nur durch die restlose Ruhe, Löschung, Vernichtung des Lebens und durch das Eingehen ins Nirvana nach dem Tod.
Das Nirvana ist die ewige Leere, die Erlösung nach dem Tod.
Im Gegensatz zur hinduistischen Lehre, bei der man immer wieder geboren wird, ist das buddhistische Nirvana das Tor zur Erlösung des Leidens. Auch im Hinduismus gibt es eine Art Erlösung (Nirvana) der ewigen Wiedergeburt. Diese erreicht man aber erst dann, wenn man nicht mehr nach Leben begehrt.
Das Nirvana, die Erlösung ist gemäß Buddhismus die ewige Glückseligkeit.

of-topic, daher entfernt d.n.
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#5
(14-04-2009, 11:46)wecan schrieb: Was passiert laut Buddhismus nach dem Selbstmord?, QUELLEN nennen bitte nicht vergessen !!
Gruß

Selbstmord ist unheilsam (also Bedingung für weiteres Dukkha/Leiden), solange nicht alles Leiden abgefallen ist - also idR immer Icon_smile

w.palikanon.com/samyutta/sam22_090.html#s22_87

Die Samurais haben sich das n bissel einfach gemacht, die Buddhawahrheit ist immer zweifach - das bedeutet konventionelle und "höchste" Wahrheit bilden keine Gegensätze. Deshalb haben solche Ansichten wie es gibt "keinen Unterschied zwischen Leben und Tod" - oder "Der Tod ... wichtiger als das Leben" nix mit Buddhismus zu tun.

_()_
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#6
Es ist aber zu berücksichtigen, dass eben im Zen Selbstdisziplin als eine der wichtigsten Grundlagen zur Erreichung einer höheren Stufe betrachtet wird; so gesehen ist im Bushido der Tod durch Sepukku als, wenn mit höchster Selbstdisziplin durchgeführt, als "Mittel" zu Satori zu betrachten,...d.h. im augenblick des Todes erlangt der Samurai höchste Reinheit und dadurch wird in diesem Kontex Sepukku nicht als unheilsam betrachtet,...
Die gefährlichste Meinung ist die Meinung der Leute, die gar keine eigene Meinung haben
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#7
(20-08-2011, 08:39)d.n. schrieb: Es ist aber zu berücksichtigen, dass eben im Zen Selbstdisziplin als eine der wichtigsten Grundlagen zur Erreichung einer höheren Stufe betrachtet wird; so gesehen ist im Bushido der Tod durch Sepukku als, wenn mit höchster Selbstdisziplin durchgeführt, als "Mittel" zu Satori zu betrachten,...d.h. im augenblick des Todes erlangt der Samurai höchste Reinheit und dadurch wird in diesem Kontex Sepukku nicht als unheilsam betrachtet,...
Das mag im Bushido 武士道 (Weg des Kriegers) so sein, im Butsodo 佛道 (Buddha-Weg) ganz bestimmt nicht.
Alles "um zu" ist auch kein Buddha-Weg, vorallem kein Zenweg - Du kennst doch die Geschichte vom Polieren der Ziegelsteine - um einen Spiegel zu machen.

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#8
Nur ist abr insbesondere im mittelalterichen Japan eine Vermischung von Butsodo und Bushido zu erkennen,..wer sind wir, zu bestimmen, was für den einzelnen Wahrer Buddaweg ist? So gesehen kann ich mir durchaus vorstellen, das Sepukku ohne"um zu" ausgeführt, einfach als gelassener Teil des Weges bei manchen durchaus nicht als unheilsam zu betrachten ist,..lehrt uns Buddha nicht, das jeder Weg einzigartig ist, das jeder seinen persönlichen Weg gehen muß um sich aus dem kreis zu befreien?
Die gefährlichste Meinung ist die Meinung der Leute, die gar keine eigene Meinung haben
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#9
(20-08-2011, 09:26)d.n. schrieb: Nur ist abr insbesondere im mittelalterichen Japan eine Vermischung von Butsodo und Bushido zu erkennen,
Rausgekommen ist aber nur Bushido.
Oder erklärst Du nach dem selben Muster auch Ōmu Shinrikyō zum Buddhismus?

(20-08-2011, 09:26)d.n. schrieb: ..wer sind wir, zu bestimmen, was für den einzelnen Wahrer Buddaweg ist?
Es geht überhaupt nicht um "wahren" Buddhaweg sondern um überhaupt.
"Nicht Töten" steht da nicht von ungefähr an erster Stelle.

(20-08-2011, 09:26)d.n. schrieb: So gesehen kann ich mir durchaus vorstellen, das Sepukku ohne"um zu"
Du hast uns vorher gerade erklärt, daß da sehr wohl ein "um zu" ist.

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#10
Den Vergleich mit Omu Shinrikyo finde ich unpassend,...mir geht es eher darum, das es starke Parallelen zwischen Bushido und Butsodo gibt,..in beiden ist Demut und Dienst an anderen ein zentraler Teil des Weges,...Was nicht töten betrifft, so ist dies hautächlich in Bezug auf andere Lebewesen gemeint,..das Verlassen des eigenen Körpers wird da je nach interpretation der Schriften anders gesehen,..es könnte sogar argumentiert werden, das Buddha selbst seinen Tod durch den Verzehr der verdorbenen Nahrung bewußt in Kauf nahm,...oder Betrachten wir die jahrhundertalte Praxis des Sokushinbutsu in Japan,...

Du hast erwähnt, das Selbstmord unheilsam sei, solange nicht alles Leiden abgefallen sei,..wenn nun aber ein Samurai Sepukku beging , eben in der festen Gewissheit, das durch diese Handlung alles Leiden abfiel,..nun stellt sich die Fage, fällt durch die Gewissheit das Leiden wirklich ab, oder glaubt er es nur, erzeugt der Glauben Gewissheit,...fällt eben durch diese Gewissheit das Leiden ab, so ist eben der Selbstmord nicht unheilsam; in diesem zusammenhang rechtes Handeln,..

Danke, ein interessantes Thema, zumindest weis ich, worüber ich die nächsten Wochen meditieren kann Icon_wink
Die gefährlichste Meinung ist die Meinung der Leute, die gar keine eigene Meinung haben
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#11
(23-08-2011, 11:11)d.n. schrieb: Den Vergleich mit Omu Shinrikyo finde ich unpassend,...mir geht es eher darum, das es starke Parallelen zwischen Bushido und Butsodo gibt,..in beiden ist Demut und Dienst an anderen ein zentraler Teil des Weges,..
Völlig aus dem Zusammenhang gerissen und trifft genau auch auf Omu Shinrikyo, alle möglichen faschistoiden Ideologien - wie aber auch für den Jesus-Weg zu - um mal die Bandbreite aufzuzeigen.

(23-08-2011, 11:11)d.n. schrieb: Was nicht töten betrifft, so ist dies hautächlich in Bezug auf andere Lebewesen gemeint,..
Überhaupt nicht, das Problem, das Buddha sah, liegt ja gerade in der Unterscheidung "Ich" und "Anderere".

(23-08-2011, 11:11)d.n. schrieb: das Verlassen des eigenen Körpers wird da je nach interpretation der Schriften anders gesehen,..es könnte sogar argumentiert werden, das Buddha selbst seinen Tod durch den Verzehr der verdorbenen Nahrung bewußt in Kauf nahm,...
Tod ist etwas ganz natürliches, dem niemand entrinnen kann. Kein Argument für Sepukku, und auch kein Platz für Spekulationen hinsichtlich der Todesursache von Shakyamuni.

(23-08-2011, 11:11)d.n. schrieb: Du hast erwähnt, das Selbstmord unheilsam sei, solange nicht alles Leiden abgefallen sei,..wenn nun aber ein Samurai Sepukku beging , eben in der festen Gewissheit, das durch diese Handlung alles Leiden abfiel,..nun stellt sich die Fage, fällt durch die Gewissheit das Leiden wirklich ab, oder glaubt er es nur, erzeugt der Glauben Gewissheit,...fällt eben durch diese Gewissheit das Leiden ab, so ist eben der Selbstmord nicht unheilsam; in diesem zusammenhang rechtes Handeln,..

Die von mir genannte Quelle zeigt ja, wie schwierig diese individuelle Entscheidung ist und wie sehr sie mit Selbsttäuschungen verbunden ist.
Das muß jeder selber wissen und ich werde solche individuellen Entscheidungen nicht bewerten.
Eine völlig andere Sache ist aber, wenn Selbstmord zu einem Ritus wird - das ist nämlich Sepukku im Kontext des Bushido - es ist eine normative Handlung, in der es keine Handlungsmöglichkeit über "Skylla und Karyptis" hinaus gibt. Das hat nun wirklich nix mit dem Buddhaweg zu tun, das ist dem diametral entgegengesetzt.

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#12
Vielleicht sollten wir aber unterscheiden zwischen normativem Sepukku der späteren Zeit und den Ursprüngen des Sepukku,..sicher wurde später eine normative, "befohlene" Handlung,..aber wieweit die innere Haltung der einzelnen Person war, können wir nicht beurteilen,..und zum Thema Ritus,..auch Zazen ist sogesehen ein "Ritus" eine "normative Handlung" die zu Satori führen soll,..

so kann auch eine große geistige Krise zu Satori führen (sinn der Koans),..was spricht also dagegen, das eben die große geistige Krise, die jemand bei Durchführung des Sepukkus erlebt, ebenfalls zu Satori führen kann?
Die gefährlichste Meinung ist die Meinung der Leute, die gar keine eigene Meinung haben
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#13
Zur Klärung der Frage, was früher und später war, hilft wohl nix so sehr wie eine nüchterne historische Analyse. Leider können wir unsere Diskussion erst im November fortsetzen, ich pack gerade mein Bündel und bin bis dahin in Japan :)

Alles Gute Euch allen
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