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Wahrheit
#31
Moin,

netter Thread, dem ich einen Gedanken hinzufügen muss.


Wahrheit liegt sicher im Auge des Betrachters, aber dennoch gibt es sie:

Nehmen wir mal einen Bereich, wo Wahrheit besonders variabel ist: Die Politik
Nehmen wir ferner mal den (fiktiven) Staat Reliland mit 2 einen 2-Parteien-Systen (Parteinen Alpha und Beta)

Politiker A: "Unsere Partei Alpha ist für die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes in den nächsten 5 Jahren besser als Beta"
Politiker B: "Unsere Partei Beta ist für die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes in den nächsten 5 Jahren besser als Alpha"


Beide halten es wohl für wahr, was sie sagen, beides ist zunächst Ansichtssache.

Dennoch (und darauf kommt es mir an): Eine der beiden Aussagen ist tatsächlich wahr. Wir wissen nur nicht, welche.


Tschüss

Jörg
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#32
Hallo Jörg,
im Laufe der Diskussion haben wir ja bereits festgestellt, dass wahr-Urteile durchaus zeitbedingt sein können.
Dein Beispiel:
(19-03-2009, 09:28)Flat schrieb: Politiker A: "Unsere Partei Alpha ist für die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes in den nächsten 5 Jahren besser als Beta" ...
... gehört jedoch zu einer Gruppe von Aussagen, die man überhaupt nicht prüfen kann. Das liegt daran, dass die gewählte Partei der anderen die Chance nimmt, eine möglicherweise bessere (Wirtschafts-)Politik zu machen.
Deswegen zählen "politische Wahrheiten" zu den Aussagen, die man getrost ignorieren kann. Sie sind unentscheidbar und damit jedenfalls "nicht wahr", was nicht gleichbedeutend mit "falsch" ist.

(19-03-2009, 09:28)Flat schrieb: Beide halten es wohl für wahr, was sie sagen, beides ist zunächst Ansichtssache.
Allenfalls das Wahlvolk mag ohne näheres Nachdenken dieser Meinung sein.
(19-03-2009, 09:28)Flat schrieb: Dennoch (und darauf kommt es mir an): Eine der beiden Aussagen ist tatsächlich wahr. Wir wissen nur nicht, welche.
Ist das so? Zumindest ein Aspekt säkularer Wahrheit fehlt: Die Prüfbarkeit, wie oben dargelegt.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#33
(20-03-2009, 00:12)jam schrieb: erst mal muß du davon ausgehen das ich nicht alle Aspekte der Wahrheit meinte, sondern nur einen kleinen Teil beleuchtete
Das war mir schon klar! Du hattest nur gefordert, man solle Wahrheit nicht definieren. Und ich meine, dass man - und besonders Religionslehrer - klar machen müssen, von welcher Art Wahrheit sie reden.
Ich habe auch nichts dagegen, wenn du von "biblischen Wahrheiten" sprichst, die offensichtlich etwas ganz anderes sind, als die Wahrheit einer Aussage (platonische Wahrheit z. B. bewiesener mathematischer Lehrsatz, empirisch prüfbare Theorie)

(20-03-2009, 00:12)jam schrieb: es gibt sogar Leute die ungefähr sagen, dass alles Einbildung ist, dass in Wirklichkeit jeder Mensch ganz allein ist, und was er wahrnimmt, nur so scheint, als ob es da wäre.
Nun ja, das ist unter der Bezeichung "Solipsismus" bekann. Allerdings ist konsequenter Solipsismus vollkommen äquivalent zur positivistischen Weltauffassung: "Wir leben in einer objektiven Welt."

Nur Mischformen beider Welten hätten überhaupt messbare Konsequenzen. Doch solche Mischformen, d. h. "Löcher" in unserer Welt, hat noch niemand festgestellt. Da offenbar keine Mischform vorliegt, liegt es nahe, die einfachere Weltauffassung, die positivistische, allen unseren Überlegungen zugrunde zu legen. (Was natürlich nicht zwingend, sondern nur ökonomisch ist - Occam's razor).

Zum Schluss gibst du eine Reihung von "Wahrheiten", die ich nicht verstehe, die mir auch nicht so einzigartig zu sein scheinen, wie du behauptest.

Im Wesentlich rankt sich diese Reihe um "absolut wahr":
jam schrieb:Aber was ist absolut wahr?
Wenn du nur sagen willst: Es gibt keine absolute Wahrheit, dann "rennst du bei mir offene Türen ein" (im übertragenen Sinne).
Worüber wir hier diskutieren, ist die Vielzahl von menschlichen Urteilen, die mit dem Wörtchen "wahr" zu tun haben.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#34
(20-03-2009, 00:41)Ekkard schrieb: Ist das so? Zumindest ein Aspekt säkularer Wahrheit fehlt: Die Prüfbarkeit, wie oben dargelegt.

Moin,

die Prüfbarkeit entscheidet nicht über die Wahrheit sondern darüber, ob sie als solche erkannt wird.

Beispiel (bitte nicht näher überprüfen, ich bin kein Astronom, es geht mir nur ums Denkprinzip; wir sind doch hier am philosophieren, oder?)


Nehmen wir mal an, mit heutiger Technik wäre die Entfernung zum Sonnensystem Alpha Cebtauri nicht richtig zu messen.

A: Die Entfernung nach Alpha Centauri beträgt mehr als 1 Million Lichtjahre
B: Die Entfernung nach Alpha Centauri beträgt weniger als 1 Million Lichtjahre

Aus Mangel ann Technik könnten wir den Wahrheitsgehalt nicht überprüfen.

Dennoch ist unstrittig eine Aussage wahr. Wir wissen nur nicht, welche.


Wahrheit muss folglich nicht zwingend überprüfbar sein.

Tschüss

Jörg
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#35
Die Frage ist aber nicht durch Antwort (heute) entscheidbar. Solche Aussagen sind aber (heute) unwissenschaftlich (eigentlich: irrelevant) im Sinne von Karl Popper.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#36
Hallo Ekkard, hallo Forum,

die Wirklichkeit zu erfahren ist nicht wirklich einfach. Vom Prinzip her sind wir alle auf unsere Wahrnehmungen die wir machen angewiesen. Aber nicht alle von der jeweiligen Person gemachten Wahrnehmungen entsprechen auch gleichzeitig der Wahrheit. Bestes Beispiel sind hier die optischen Täuschungen.

Dann sollte die Frage auftauchen, was nehmen wir überhaupt wahr, und gibt es Dinge die für uns nicht wahrnehmbar sind aber trotzdem existieren und somit eigentlich real sind.

Der Anfang der Frage ist leicht beantwortet. Alles Leben macht Wahrnehmungen, indem es Schwingungen auf unterschiedlichste Art empfängt. Dies wird meist durch Sinnesorgane bewerkstelligt. Sehen, hören, riechen, schmecken, tasten. Jedes Sinnesorgan ist dabei an ein bestimmtes Schwingungsspektrum angepasst.

Definiert man den Begriff „Wahrnehmung“ als das gedankliche Umsetzen von Information, so empfängt z.B. der Mensch nur einen kleinen Teilbereich des gesamten Schwingungsspektrum, hat somit faktisch ein „Informationsdefizit“.

Nun wusste sich der Mensch aber zu helfen, und konnte z.B. durch besondere Messverfahren einen weit aus größeren Schwingungsbereich wahrnehmbar machen, als seine Sinnesorgane dazu in der Lage waren. Das Informationsdefizit schrumpfte beachtlich. Auch der Austausch von Erfahrungen der Menschen untereinander ist sehr hilfreich.

Nur was ist, wenn uns über etwas keine Information erreicht, es also nicht wahrnehmbar wird, aber trotzdem vorhanden ist? Die Frage ist ja oben schon mal gestellt. Doch auch hier ist die Antwort relativ einfach. Wo Wahrnehmung fehlt, kann man die Fantasie einsetzen.

Und genau das hat z.B. der Mensch bei den Religionen gemacht. Sich einen Gott vorgestellt, und ihn durch Verbreiten seiner Vorstellung vom Prinzip her real werden lassen. Nun haben alle Religionen ihren Gott, den man aber nicht wahrnimmt, weil halt informelle Beweise fehlen.

Und doch kann man aus der „Fantasiegestalt Gott“ einen „realen Gott“ werden lassen. In dem man z.B. erkennt, dass Gott dieses Universum als Ganzes darstellt, also nicht irgendwo außerhalb thront. Und durch das Lebewesen Mensch erkennt sich Gott dann auch selbst. Denn Leben wurde geschaffen, um Wahrnehmungen über das Universum zu machen. Das ist der eigentliche Sinn.

Dass diese Wahrnehmungen nicht immer nur von schönster Natur sind, ist hauptsächlich lebensverlängernd. Denn spürten wir z.B. keinen Schmerz, würden wir vielleicht gar nicht merken, dass wir uns lebensgefährlich verletzt hätten, und aus dieser Unachtsamkeit heraus sterben. Neben Freude und Glück gehört auch Trauer und Schmerz zur Wahrnehmung. Dieser Umstand lässt vielleicht erahnen, dass unser Körper zwar zerstört werden kann, unsere Seele aber nicht dabei verletzt wird. Leben ist das Erfahren von Wahrnehmungen, der Tod aber wahrscheinlich eine unsägliche Langeweile, wartend auf die Wiedergeburt.

Fasse ich zusammen. Die Wirklichkeit kann man nicht durch seine Sinne erfahren. Sie ist nur durch den Einsatz unseres Verstandes und in der Gruppe erfahrbar.

Gruß Rolf
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#37
Lieber Rolf,
tut mir leid! Deinen Artikel habe ich unter "Wirklichkeit" ausführlich beantwortet. Dass du ihn hierher kopiert hast, liegt an einem missverständlichen Hinweis auf "Wahrheit" von mir.

Wahrheit hat viele Facetten. Eine davon ist ein Urteil.
In deinem Fall wird ein Urteil gefällt, nämlich dass eine bestimmte Wahrnehmung der messbaren Umwelt nicht entspricht.
Hiermit haben wir ein Beispiel dafür, das solche Wahr-Urteile nicht nur auf Aussagen angewendet werden können, sondern auch auf Sinneseindrücke.
Presbyter hatte zuvor schon darauf hin gewiesen, dass es auch "tiefe, religiöse Wahrheiten" gibt. Wahrheiten dieser religiösen Art steckten in folgenden Deiner Aussagen:
(12-06-2009, 21:54)rsdcberlin schrieb: Und doch kann man aus der „Fantasiegestalt Gott“ einen „realen Gott“ werden lassen. In dem man z.B. erkennt, dass Gott dieses Universum als Ganzes darstellt, also nicht irgendwo außerhalb thront. Und durch das Lebewesen Mensch erkennt sich Gott dann auch selbst. Denn Leben wurde geschaffen, um Wahrnehmungen über das Universum zu machen. Das ist der eigentliche Sinn.

(12-06-2009, 21:54)rsdcberlin schrieb: Dieser Umstand lässt vielleicht erahnen, dass unser Körper zwar zerstört werden kann, unsere Seele aber nicht dabei verletzt wird. Leben ist das Erfahren von Wahrnehmungen, der Tod aber wahrscheinlich eine unsägliche Langeweile, wartend auf die Wiedergeburt.

Im Grunde sind diese "Wahrheiten" Bekenntnisse.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#38
Werter Herr Ekkard!

Zitat:Aus meiner Sicht gibt es zwei wesentlich verschiedene Fragen:
a) Wann ist eine Aussage wahr?
b) Wann ist eine Behauptung über die Welt wahr?

Es mutet seltsam an, dass Sie mit größter Selbstverständlichkeit unter einer Aussage etwas anderes als eine Behauptung über die Welt verstehen.

Zitat:Die Frage a) ist vergleichsweise einfach zu beantworten. Denn sie geht von endlich vielen Voraussetzungen und einigen Verknüpfungsregeln (Logik) aus. Führen die Verknüpfungsregeln zu einer bestimmten Aussage, dann ist diese wahr, anderenfalls nicht.
Ihnen ist doch vermutlich klar, dass das, was Sie hier beschreiben, Beweisbarkeit (und im Rahmen der Prädikatenlogik erster Stufe auch das Folgen einer Aussage aus besagten Voraussetzungen) ist, dass aber Wahrheit schon einmal nach den Unentscheidbarkeits- und Unvollständigkeitssätzen der Logik mehr als formale Beweisbarkeit aus gegebenen Axiomen ist?

Mit freundlichem Gruß
Gast
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#39
(28-03-2017, 12:06)Gast schrieb: Es mutet seltsam an, dass Sie mit größter Selbstverständlichkeit unter einer Aussage etwas anderes als eine Behauptung über die Welt verstehen.
Eine Behauptung bezieht sich auf die Welt. Eine Aussage kann davon völlig unabhängig sein. Es sei denn, man verwendet den Begriff "Behauptung" so, wie er in der Mathematik eine Mutmaßung benennt, die zu beweisen ist.

OK, das geht durcheinander. Wie immer in umgangssprachlichen Formulierungen wird man den Kontext beachten müssen.

(28-03-2017, 12:06)Gast schrieb: Ihnen ist doch vermutlich klar, dass das, was Sie hier beschreiben, Beweisbarkeit (und im Rahmen der Prädikatenlogik erster Stufe auch das Folgen einer Aussage aus besagten Voraussetzungen) ist, dass aber Wahrheit schon einmal nach den Unentscheidbarkeits- und Unvollständigkeitssätzen der Logik mehr als formale Beweisbarkeit aus gegebenen Axiomen ist?
Nö. Wenn etwas wahr sein will, dann muss es prüfbar sein. Entweder so, wie es die Mathematik durch Rückführung auf die Axiome macht oder durch empirische Prüfung.

Was nicht entscheidbar ist, ist schlicht nicht wahr. Ob es falsch ist, ist eine Frage, die voraussetzungsgemäß nicht stimmen muss. Ähnliches gilt für unvollständige Aussagen. Das bekannteste Beispiel sind "Teilwahrheiten"*). Diese sind nur in jenen Bereichen wahr, die sich prüfen lassen. Der Rest ist mit Vorsicht zu genießen.

*) Teilwahrheiten enthalten wahre (prüfbare) Elemente und suggerieren eine Allgemeinheit, die eben nicht gilt: "Flüchtlinge sind ein Problem". Es stimmt, dass die Integration von vielen Menschen aus andereren Kulturkreisen Probleme (meist ziemlich individuelle) bereiten (wahr). Pauschal ist "ein Problem" nicht wahr. Das Perfide daran ist, dass man geneigt ist, die ganze Aussage als wahr zu empfinden, weil Teile wahr sind, obwohl genau das nicht stimmt.

Beim Anspruch auf Wahrheit lohnt sich genaueres Hinsehen (Prüfung!).
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#40
(20-03-2009, 11:52)Flat schrieb: Nehmen wir mal an, mit heutiger Technik wäre die Entfernung zum Sonnensystem Alpha Cebtauri nicht richtig zu messen.

A: Die Entfernung nach Alpha Centauri beträgt mehr als 1 Million Lichtjahre
B: Die Entfernung nach Alpha Centauri beträgt weniger als 1 Million Lichtjahre

Aus Mangel an Technik könnten wir den Wahrheitsgehalt nicht überprüfen.

Dennoch ist unstrittig eine Aussage wahr. Wir wissen nur nicht, welche.


Wahrheit muss folglich nicht zwingend überprüfbar sein.

Nur in diesem Fall gäbe es überhaupt keine Wahrheit. Weil Wahrheit existiert nicht für sich selbst.
Und wenn ich 2 oder auch beliebig mehrere Möglichkeiten einander gegenüberstelle, von denen keine irgend eine überprüfbare Aussage ist, dann ist auch Alpha Centauri nicht mehr als eine benannte Information die selbst gar nicht weis, dass sie Alpa Centauri heißt... deren Ursprung sich wie in deinem Beispiel auch mehr als 5 Millionen und weniger als 20 Millionen Lichtjahre von uns entfernt befinden könnte. In dem Fall wären beide Aussagen wahr.. aber nur dann, wenn wir einen Refernzwert dafür hätten, wo genau 1 Million Lichtjahre enden und die zweite Million anfängt.


Wahr ist, dass Alpah Centauri eine Struktur am Nachthimmel ist, die wir Alpah Centauri benannt haben..damit wir sie von anderen Strukturen am Nachthimmel besser unterscheiden können.
Wahr ist, dass diese Struktur nur wir hier auf Erden als Alpha Centauri wiedererkennen.
Wahr ist, dass wir einen Maßstab für galaktische Entfernungen benutzen, den es sonst nirgendwo im Universum gibt.
Wahr ist, dass die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum nur nach irdischen Sekunden und nach irdischen Kilometern so und so viel Entfernung im Raum zurücklegt.
Wahr ist, dass im Falle es keine Technik und keinen relativen Ma0stab gibt, mit welcher die Distanz von 1 Million "Lichtjahre" genau festgelgt werden kann, weder die Aussage "näher ALS" noch die Aussage "weiter ALS" ...wahr sein muss und somit als "Wahrheit" keine Relevanz hat..
Wahrheit ist die kleinstmögliche Eingrenzung einer Auswahl mehrerer Wahrscheinlichkeiten, die der Realität am nähesten kommen.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
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#41
Werter Ekkard!

Ekkard schrieb:Nö!
Dann haben Sie, mit Verlaub, wenig Ahnung von den Ergebnissen der Logik in den letzten gut 100 Jahren. Es ist beispielsweise bekannt, dass es zu jedem "durch ein Verfahren aufzählbaren" (kann man präzisieren) Axiomensystem der Arithmetik wahre/gültige arithmetische Aussagen gibt, die sich nicht aus diesem Axiomensystem ableiten lassen sowie, dass es kein formales Verfahren gibt, mit dessen Hilfe man alle wahren arithmetischen Aussagen aufzählen oder zu einer beliebigen gegebenen Aussage in endlicher Zeit  entscheiden kann, ob sie wahr ist.

Auf diese Weise ist bewiesen, dass Wahrheit mehr als formale Beweisbarkeit ist. Und der Witz ist, dass die Beweise für diese Tatsachen streng formal sind, so dass sie auch Leuten wie Ihnen zugänglich sein sollten.

Mit freundlichem Gruß
Gast
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#42
(28-03-2017, 19:22)Geobacter schrieb: Wahr ist, dass Alpah Centauri eine Struktur am Nachthimmel ist, die wir Alpah Centauri benannt haben..damit wir sie von anderen Strukturen am Nachthimmel besser unterscheiden können.
richtig
(28-03-2017, 19:22)Geobacter schrieb: .....
alles andere falsch, ob der Hund "Hund" heißt oder "'*_:;MjöNL" der Hund bleibt ein Hund.
Das Licht legt im Vakuum innerhalb einer Zeiteinheit eine Strecke zurück. Die Einheiten sind dafür unerheblich. Sonst wäre auch das Licht nur für uns "wahr".
Licht ist auch nur ein Name.
Das "unsere" Sternbilder und von uns benannte Strukturen nur von hier sichtbar sind eine glatte Lüge.
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#43
(29-03-2017, 20:03)Smiler schrieb: Das(s)  "unsere" Sternbilder und von uns benannte Strukturen nur von hier sichtbar sind eine glatte Lüge.
Solange einem das räumliche Vorstellungsvermögen fehlt und geometrische Überlegungen fremd sind, ist solch eine Behauptung verzeihlich.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#44
(29-03-2017, 23:13)Ekkard schrieb:
(29-03-2017, 21:02)Smiler schrieb: Hm, waren dann frühere, überprüfte, Aussagen zum Universum "Unwahrheiten" gar "Lügen"?
Du fällst auf scheinbare Gegenteilbildungen herein: Das logische Gegenteil von "Wahrheit" ist nicht "Lüge" sondern: "das weiß man nicht", also so etwas wie "unentschieden".
Frühere Ansichten waren "wahr", soweit sie sich mit den damaligen Mitteln überhaupt prüfen ließen.
... Mithin erweisen sich unsere "Wahrheiten" als abhängig von unserem Instrumentarium. Das ist sogar relativ sicher so. Mithin gibt es keine absolute Wahrheit.

Doch ich finde das logische Gegen-Teil von Wahrheit ist die Lüge.
Die Lüge ist ein anderes Teil! Ein anderes Teil, ein Teil das andere ist. Die Wahrheit ALS die Wahrheit in ihrem Sein ist das was sie ist. Ja, darum kannst du dieser Ansicht sein. Doch ihr als wahres Gegenteil ist die Lüge.
Dieses "das weiß man nicht" ist der scheinbare Gegenteil, denn das ist der "Nullpunkt", der Wahrheit. Das Nichtwahrheitsein, also das Neutrale, das Nichts, weil da nix ist was Wahrheit zeigt.

Leider weiß  ich nicht wie ich das bestens erklären kann. Die Wahrheit hat einen Gegenspieler...
Ich brauche für die Erklärung das Personifizieren. Doch das gefällt euch ja nicht. Die Wahrheit und die Lüge als Person kurz mal angenommen, nur in der Vorstellung! Dann stehen da 2 Personen! Diese 2 sind sich, in ihrem Sein und ihrer Wirkung gegensätzliches Sein.
Die "Person" Wahrheit steht nun voll und ganz als Vorstellungsbild da.
Wenn die Wahrheit sichtbar ist, trägt sie keinen Schleier, sie steht frei da, für alle sichtbar die wachsam und aufmerksam sind!
Wenn die Wahrheit festeckt, verborgen oder durch was auch immer nicht genau zu erkennen ist, dann ist diese Wahrheit nicht vollständig frei, sie liegt verdeckt, also aus sich selber heraus in ihrem eigenem sein kann sie nicht wirken weil sie verdeckt ist, und so steht sie im Gegenteil ihrers eigendlichen Seins. Sie ist verhüllt, von außen. Etwas hindert sie sie selbst zu sein. Sie wird von außen verhindert.
Die Wahrheit ist immer FÜR ALLE, sie kann sich also nicht selber verhüllen!!! Das würde ihrem SOSein widersprechen!!!
Die Wahrheit als Person STREBT immer danach zur geltung zu kommen! Wahrheit WILL ans Licht. Wahrheit drängt sich auf. Wahrheit kommt immer irgendwann, früher oder später mit Freud oder Leid  zu ihrem Recht (da meine ich nicht die kleinen Wahrheit in den Einzelleben). Dem Recht den die Wahrheit für sich nun mal hat, weil sie existiert, auch wenn niemand sie sieht! Wahrheit muß nicht gesehen oder erkannt werden um zu existieren!

Nebenbeiinfo: Jetzt gerade, wärend des Schreibens dieser Sätze, ist mir das Bild einer Muslimin und ihr Kopftuch in meiner Vorstellung aufgetaucht. Das ist logisch da dies etwas ist das in einer aktuellen Diskusion steht. Meine Gedanken dieser Erklärung, ruften also ein weiteres Bild, das aktuell zur Wahrheit der Zeit steht in meinem Geist hervor.
Nun frage ich mich, ob die Koran und Bibeltexte bezüglich des Tragens eines Schleiers, im wahren Sinn und ursprünglichen Gedanken, etwas ganz anderes gemeint haben.
Ich bin der Meinung dass ein ähnliches Gleichnis, wie dass welches ich gerade vorgebracht habe, dahinter stecken könnte, und die Frauen sich nur wegen einer falschen Interpretation verhüllen!

DIE Wahrheit verweiblicht: Die Wahrheit trägt einen Schleier = eine Frau mit Schleier. = unerkenntliche Wahrheit. Jedoch keine Lüge, nur keine reine Wahrheit.
Ein Schleier ist luftig und durchlässig, also nicht Lüge, aber auch nicht rein. Wenn dieser Schleier undurchlässig ist wie eine Wand (Gewand-Vermumung) ist eine Lüge das nächste Gegenstück.
Das Nächste steht immer nebenan...nach 1 kommt 2 und nach 2 kommt die 3 usw., die Reihenfolge, die Reihenfolge der Gegensätze und Gegenteile.
Ein Gegenteil steht neben dem dazugehörigen ALS nächstes in der Reihenfolge, in der Kette.
Wahrheit-------vom Schleier zur Wand--------Lüge, ...das ist die Reihenfolge.
Im umgedrehten kann von der Lüge aus eine Wand durchbrochen werden, die Lüge wird gewalltsam ausgedeckt, und so scheint das Licht der Wahrheit in Teilchen hindurch, doch die Wahrheit ist im Moment nur wie durch einen Schlitz zu sehen (Burka), da die Wand noch nicht ganz weggenommen ist. Erst wenn die Sicht frei ist, kann die Wahrheit erkannt werden.
Was versperrt dem Menschen die Sicht zur Wahrheit?
Wer oder was hat ein "Brett vorm Kopf" oder eine Hülle mit Sichtbeeiträchtigigung, wer oder was will die Wahrheit nicht?
Wer hat die Wahrheit und will sie den anderen nicht mitteilen? Wer trägt den Schleier des Schweigens? Wer verhüllt sich im Schweigen und läßt die Wahrheit nicht frei? Wer unterdrückt das Wahre? Es sind nicht nur die Muslime die einen Schleier tragen. Die wahren Verschleierer sind andere. Sie tragen freiwillig einen selbstauferlegten Schleier, und erkennen ihre eigenen Gesichter nicht mehr.
Viele Schleier sind unnötig. Schleier müssen fallen wenn die Wahrheit eine tragende Rolle im Leben der Menschheit spielen soll.
Der Menschenwillle leitet die Vernunft in die Dunkelheit.

Das Wahre der Wahrheit verhüllt oder nicht? MIT oder OHNE Schleier. Das wahre Erscheinungsbild.
Erscheinung = ins Licht treten, erkennen können, die Wahrheit braucht also den freien Willen um das Licht in die Welt zu lassen. Die Wahrheit ist immer da, sie muß nur befreit werden.
Mit "Gottes" Worten:
Gott ist nicht das Licht, er hatte aber die Macht es zu erschaffen. Das Licht brachte so die Wahrheit das Leben. Licht ist Bedingung für unser Leben.
In der Dunkelheit gibt es jedoch auch Leben, ein anderes Leben und anderes Licht (Ozeantiefen, Mikroben usw.).
Menschen sind Kinder des Lichtes.

Ich muß jetzt das Texten aufhören.

LG
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
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#45
(28-03-2017, 19:22)Geobacter schrieb: ...Wahrheit existiert nicht für sich selbst. ...
Wahrheit ist die kleinstmögliche Eingrenzung einer Auswahl mehrerer Wahrscheinlichkeiten, die der Realität am nähesten kommen.

Hä? "Kleinstmöglich"... ja genau, logisch, dass da nicht viel dabei heraus kommen kann. Das bedeutet alles was wir nicht realisieren zählt nicht? Wenn wir nur wenig realisiern, zählt auch nur wenig zur Wahrheit. Da wird doch um den eigendlichen Kern der Wahrheit drumrumgesucht!
Das ist wie wenn mir jemanden gegenübersteht, er die Hand vor seinen Augen hält und dabei sagt: "Älläbätsch du siehst mich nicht".
(Oh...da habe ich wieder eine Erinnerung an einem Abend.)

Es existiert zu jeder Auswahl der logisch eine Suche vorangeht, eine Wahrheit.
Sowie etwas gesucht wird, hat diese Suche zumindest einen Grund. Also sowie nach einer Wahrscheinlichkeit gesucht wird, steht da zumindest logisch auch eine Frage.
Es ist also logisch, dass zumindest darauf eine Antwort geben muß! Da ja sonst niemand nach einer Wahrscheinlichkeit gefragt hätte.
Sowie eine Auswahl gesucht wird, und ein paar Wahrscheinlichkeiten existieren, so existiert auch eine Wahrheit, eine Möglichkeit einer Wahrheit.
Selbst wenn unwissendlich das Nichts gesucht wurde weil es für etwas Seiendes gehalten wurde, so ist logisch keine empirisch wahrnehmbare Wahrheit zu finden, diese Wahrheit besteht aus dem Nichtsein der Wahrheit. Es ist dann eine Wahrheit das es da nix gibt.
Die Wahrheit hat 2 Gesichter UND die Lüge ist das Gegenteil, der ANDERE. ...der auch 2 Gesichter hat. = 4
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
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