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Heimliche Juden (Marranen)
#1
Ich habe einen sehr interessanten Fachartikel gefunden, den ich Euch nicht vorenthalten will:

Ich suchte im Internet nach "Marranen" - das sind geheime Juden - und fand einen hochinteressanten Artikel, der von Chabad geschrieben wurde, und somit nicht als antisemitische Verschwörungstheorie abgetan werden kann.
Sehr spannend!

Zu finden im Google:
Die Marranen feiern Jom Kippur
de.chabad.org
chabad.org › article_cdo › aid › jewish › Die-Marranen-feiern-Jom-Kippur

Allerdings muß man den Artikel auch kritisch sehen, denn man muß bedenken, daß die spanischen Juden Sepharden sind — im Gegensatz zu den deutschen Juden, den Aschkenasen
Besonders bei den Gebräuchen rund um die jungen Mütter im Wochenbett gibt es hier schwere Gegensätze (sephardische Mütter werden abgeschirmt, nicht einmal der Ehemann darf sie besuchen, bloß ihre Mutter und ihre Schwestern) — während im Schlafzimmer der aschkenasischen Wöchnerin Jubelstimmung herrscht, alle Verwandten und Nachbarn kommen auf Besuch, es herrscht Jahrmarktstimmung und Jubel, Trubel, Heiterkeit. Dies führt dazu, dass Ehen zwischen Sephardim und Aschkenasim sehr selten vorkommen; eine Art Rassentrennung

Wenn nun im Arikel der Chabad steht:
"Rabbi Mosche Uri Aschkenasi war aus Deutschland gekommen
(Aschkenasi bedeutet “der Deutsche”), und die kleine jüdische Gemeinde in der
Hafenstadt hieß ihn willkommen"
dann erregt das Verdacht. Denn die Chabad sind polnische Juden aus der Gegend zwischen Warschau und Moskau, somit Aschkenasim
Der Artikel ist somit "allzu gut gemeint", er versucht darzustellen, daß die aus Spanien angekommenen Sephardim nun in Holland von Aschkenasim geleitet wurden!
Es wird - aus durchschaubaren Gründen - so getan, als wären die Aschkenasim die Herren des gesamteuropäischen Judentums.

Doch das stimmt nicht, in Wien gibt es noch heute zwei israelitische Friedhöfe:
einen sephardischen und einen askenasichen


Anmerkung:
" Chabad (hebräisch: חב״ד) oder Lubawitsch (jiddisch: ליובאוויטש, Ljubawitsch) ist eine chassidische Gruppierung oder Dynastie innerhalb des orthodoxen Judentums, die von Rabbi Schneur Salman von Ljadi (1745–1812) im späten 18. Jahrhundert begründet wurde. Anhänger der Bewegung werden als Lubawitscher- oder Chabad‑Chassidim bezeichnet. " Chabad - Wikipedia
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#2
Was hat der Text Deines Beitrags mit dem Titel zu tun?
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#3
Ich kann und will nicht den gesamten langen Artikel hier abdrucken.

". . . Unter den Passagieren warn zehn Flüchtlingsfamilien aus Spanien. Nach außen hin waren sie spanische Adelige, insgeheim aber Marranen: Juden, die ihrem Glauben treu geblieben waren, obwohl die Inquisition sie verfolgte. Andere hielten sie für Christen, doch im Verborgenen blieben sie bei ihrer jüdischen Religion und hielten die Feiertage ein. In Spanien konnten sie allerdings nicht mehr leben, weil die Spione der Inquisition sie ständig überwachten und jeder, den man verdächtigte, Jude zu sein, lebendig auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde (sein Vermögen fiel an die Kirche!). Darum hatten diese zehn Familien Schiffe gemietet und waren aus Spanien geflohen, um ein freundlicheres Land zu suchen, in dem sie ihre verhasste Maske ablegen und wieder freie Juden sein konnten. Die g-ttliche Vorsehung brachte sie an die Küste der Niederlande, die vor kurzem die spanische Herrschaft abgeschüttelt hatten. . ."

Zum Thema der "verhassten Maske" äußerte sich Heinrich Heine Jahrhunderte später:
"Die Taufe ist der Eintrittsschein in die bürgerliche Gesellschaft"

" . . . sah er in der Taufe „nichts als eine bloße Nützlichkeitstatsache“[31] und im Taufschein nur das „Entre Billet zur Europäischen Kultur“.[32]"
Heinrich Heine - Wikipedia
[31] Max Brod: Heinrich Heine. Non Stop-Bücherei, Berlin o. J. [1956], S. 162
[32] Aus: Prosanotizen. zit. nach: DHA, Band 10, S. 313



--

"Die erhofften Folgen der Taufe waren ausgeblieben, und Heine bedauerte seinen Übertritt zum Christentum später mehrfach ausdrücklich."
Heinrich Heine - Wikipedia
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#4
.

Zu der "verhassten Maske" der Geheimjuden fand ich ein weltberühmtes Gemälde!

Google: Marranos - Handbuch Jüdische Kulturgeschichte
Gemälde Marrano von Jossl Bergner
"In dem Bild Marrano des bedeutenden jüdischen Malers Jossel Bergner (geb. 1920) scheint sich beides die Waage zu halten: Die Maske, die sich der Converso vor einem gewalttätigen, von Feuer- beziehungsweise Blutrot erfüllten Hintergrund vorhält, ähnelt seinem wirklichen Gesicht, das jedoch im Gegensatz zu dieser nicht verwegen, sondern müde und resigniert erscheint."

Leider konnte ich es aus unerfindlichen Gründen nicht hierher kopieren.
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