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Geschichtsunterricht und Geschichtsbewusstsein
#1
Bei denjenigen, die sich über die gegenwärtigen "Zwangsmaßnahmen" so empören, und die sich auch nicht zu schade sind, "für ihre Freiheitsrechte" auf die Straße zu gehen, zeigt sich doch ein sehr vernachlässigtes Geschichtsbewusstsein. D.h. sie können nicht oder sind nicht dazu bereit unsere gegenwärtige Lage und die Schwierigkeiten, die manche von uns durchmachen müssen, in ihrer Schwere in eine historische Relation zu setzen.

Aber wir alle hatten doch mal Geschichtsunterricht an der Schule, und dieses Fach kann doch nur darin begründet werden, dass wir so aus unserer Geschichte lernen, und eben auch die heutige Zeit in Relation zu Vergangenem setzen können. Das eigentliche Ziel wäre also nicht nur die Vermittlung von historischem Wissen (wie Jahreszahlen einem Ereignis zuordnen zu können), sondern die Entwicklung eines Geschichtsbewusstseins! Ich denke mir immer, ein Historiker müsste ein gelassener Mensch sein. Also einerseits gelassen im Angesicht des Gegenwärtigen, aber eben auch wachsam und feinfühlig in Anbetracht von gesellschaftlichen Entwicklungen, die sich zu einer Schieflage ausweiten könnten.

Offensichtlich scheint da was schief gelaufen zu sein, vielleicht wird der Geschichtsunterricht nicht richtig angegangen?
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#2
(10-01-2021, 15:45)eddyman schrieb: Offensichtlich scheint da was schief gelaufen zu sein, vielleicht wird der Geschichtsunterricht nicht richtig angegangen?

Kommt mir auch so vor
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#3
Um sich selber als die armen Unterdrückten darzustellen, ist denen doch jeder noch so falsche Vergleich recht. Wer unsere Gesellschaft als Diktatur bezeichnet, beweist nur daß er nie eine echte Diktatur erleben mußte, oder sich jemals damit befaßt hat wie es in echten Diktaturen zugeht. Bücherlesen ist nun mal manchen Zeitgenossen viel zu schwierig. Verlogene YT-Videos zu konsumieren dagegen einfach, da muß man nicht selber denken.
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#4
Die "Geschichte" ist wie eine schlecht beleuchtete steile Kellertreppe mit glühend heißem Geländer. Die "Mehrheit" eines demokratischen Rechtsstaates ist sich ja der offiziellen Geschichte eh meist ziemlich bewusst. Und von denen, die mit dieser Geschichte nicht klarkommen haben die allermeisten schon in der Grundschule ganz hinten die "Eselsbänke" besetzt. Da ist auch mit gutem Willen nichts zu erreichen,
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#5
Der große Forscher und Filosof Paolo Rossi verwendete sogar das Paradigma "vermintes Gelände" !

Und der große Forscher Jan Assmann fand es wert, diesen Ausspruch in seinem Werk zu zitieren

Quelle: Assmann. Moses. 302. FN 203
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